Die Mietkautions­versicherung im Überblick

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Das Wichtigste in Kürze

  • Damit der Umzug nicht an der Kautionszahlung scheitern muss, gibt es die Möglichkeit, über eine Mietkautions­versicherung die Zahlung der Kaution zu umgehen.
  • Allerdings fallen bei der Versicherung oft hohe Prämien an, die man im Gegensatz zu einer Kaution nicht wiederbekommt.

Wie funktioniert die Mietkautions­versicherung?

Die Mietkautions­versicherung ist eine Alternative zum Kautionssparbuch, zur Barkaution oder zur Bankbürgschaft. Sie kann sowohl von privaten, als auch von gewerblichen Mietern abgeschlossen werden. Die Versicherung übernimmt die Zahlung aller Forderungen des Vermieters an den Mieter bis zur maximalen Höhe der Kaution. Wenn der Vermieter nach Auszug des Mieters beispielsweise Reparaturkosten oder noch ausstehende Nebenkosten verlangt, bezahlt dies die Mietkautions­versicherung. Die Versicherung hat das Recht, sich die geleisteten Zahlungen vom Mieter zurückzuholen.

Die Beantragung einer Mietkautions­versicherung erfolgt bei den meisten Anbietern per Internet, ist meistens aber auch per Telefon möglich. Der Mieter muss (online) einen Antrag ausfüllen, in dem er Angaben zu seiner Person und zum Mietverhältnis macht, die Versicherung überprüft anschließend die Bonität des Mieters. Ist dies erfolgt, kommt der Versicherungsvertrag ohne weitere Zwischenschritte zustande. Die Bürgschaftsurkunde wird dann entweder an den Mieter oder den Vermieter gesendet.

Was kostet eine Mietkautions­versicherung

Außerdem muss der Mieter eine jährliche Prämie an den Versicherer zahlen. Bei den meisten Versicherungen beläuft sich die Prämie auf 5 bis 5,25 Prozent des Kautionsbetrages. Wer also eine Kaution in Höhe von 2000 Euro versichert, muss jährlich ungefähr 100 Euro Beitragsprämie zahlen. Diese Beträge bekommt der Versicherte bei Beendigung des Mietverhältnisses allerdings nicht zurück, wie es bei Kautionen der Fall ist, denn bei dem jährlichen Beitrag handelt es sich um eine reguläre Versicherungsprämie.

Was passiert im Leistungsfall?

Wenn der Vermieter nach dem Auszug des Mieters tatsächlich Ansprüche auf eine Zahlung aus der Kautionssumme stellt, regelt dies die Versicherung. Der Vermieter muss den Schaden beim Versicherer melden. Die Versicherung benachrichtigt anschließend den Mieter über die gestellten Forderungen und geht anschließend zur Schadensregulierung über. Dies bedeutet, dass sie dem Vermieter die Leistungen bezahlt, solange der Schaden ­gerechtfertigt ist.

Mit der Benachrichtigung der Versicherung erhält der Mieter innerhalb einer Frist die Möglichkeit Beweise vorzulegen (Fotos, Übergabeprotokoll etc.), damit die Auszahlung verhindert werden kann. Legt der Mieter keinen Widerspruch ein, wird die Leistung an den Vermieter ausgezahlt und der Mieter muss die Summe an den Versicherer bezahlen.

Vorteile und Nachteile der Mietkautions­versicherung

Die Vorteile für den Mieter auf einen Blick:

  • Nur eine jährliche Rate an die Versicherung, keine hohe Einmalzahlung
  • Finanzielle Liquidität bleibt erhalten
  • Die Kreditlinie des Mieters wird nicht beeinträchtigt
  • Keine Vertragslaufzeit
  • Der Mieter ist unabhängig von Banken
  • In der Regel erfolgt der Abschluss einer Mietkautions­versicherung schnell und problemlos

Vorteile der Mietkautions­versicherung für den Vermieter

  • Kein Anlegen von Bankkonten notwendig
  • Zahlungssicherheit bei etwaigen Schäden
  • kein Verwaltungsaufwand
  • Versicherung überprüft Bonität des Mieters
  • Bei berechtigten Ansprüchen erhält er das Geld von der Versicherung sofort

Nachteile für den Mieter

  • jährlicher Beitrag an die Versicherung, den man im Gegensatz zur Kaution nach Beendigung des Mietverhältnisses nicht erstattet bekommt
  • funktioniert nicht für jeden Mieter: Bei negativen Schufa-Einträgen bekommt der Mieter in der Regel keine Mietkautions­versicherung
  • Der Vermieter kann die Mietkautions­versicherung außerdem ablehnen. Laut dem Deutschen Mieterbund sind die meisten Vermieter der Versicherung gegenüber kritisch bis negativ eingestellt.

§ 551 BGB Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten

(1) Hat der Mieter dem Vermieter für die Erfüllung seiner Pflichten Sicherheit zu leisten, so darf diese vorbehaltlich des Absatzes 3 Satz 4 höchstens das Dreifache der auf einen Monat entfallenden Miete ohne die als Pauschale oder als Vorauszahlung ausgewiesenen Betriebskosten betragen.

(2) Ist als Sicherheit eine Geldsumme bereitzustellen, so ist der Mieter zu drei gleichen monatlichen Teilzahlungen berechtigt. Die erste Teilzahlung ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig. Die weiteren Teilzahlungen werden zusammen mit den unmittelbar folgenden Mietzahlungen fällig.

(3) Der Vermieter hat eine ihm als Sicherheit überlassene Geldsumme bei einem Kreditinstitut zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz anzulegen. Die Vertragsparteien können eine andere Anlageform vereinbaren. In beiden Fällen muss die Anlage vom Vermögen des Vermieters getrennt erfolgen und stehen die Erträge dem Mieter zu. Sie erhöhen die Sicherheit. Bei Wohnraum in einem Studenten- oder Jugendwohnheim besteht für den Vermieter keine Pflicht, die Sicherheitsleistung zu verzinsen.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Einige Anbieter der Mietkautions­versicherung

  • R+V Versicherungen
  • Basler Versicherungen
  • Deutscher Mietkautionsbund e.V.
  • Deutsche Kautionskasse
  • swkbank
  • norisbank

Kündigung der Mietkautions­versicherung

Bei einer Kündigung des Mietvertrages muss auch die Kautions­versicherung gekündigt werden. Bei der Abnahme der Räume durch den Vermieter sollte man darauf achten, dass man ein Übergabeprotokoll erhält. Wenn der Vermieter keine Mängel feststellt und den Versicherer aus der Bürgschaftshaftung entlässt, kann die Mietkautions­versicherung durch den Mieter gekündigt werden. In der Regel muss der Mieter hierzu die Bürgschaftsurkunde und die Enthaftungserklärung des Vermieters an die Versicherung zurücksenden.

Fazit

Der Vermieter der alten Wohnung lässt sich oft Zeit mit der Auszahlung der Kaution. „Dann kann eine Mietkautions­versicherung günstiger sein als der Dispo-Zins, der anfällt wenn ich das Konto überziehe“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Doch generell rät Ropertz von dem Abschluss einer Mietkautions­versicherung ab. Zu teuer seien die Prämien und die ­gesetzlich vorgeschriebene Verzinsung der Kaution fällt ebenfalls weg. Die Mietkautions­versicherung sollte also nur als letzter Ausweg genutzt werden, wenn gar keine Möglichkeit besteht, die Kaution aufzubringen. In diesem Fall kann sie durc­haus hilfreich sein.

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