Altersvorsorge und Renten­versicherung für Kinder (Ratgeber 2024)

Foto von Nina Bruckmann
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der Kinderrente soll möglichst früh der Grundstock eines späteren Alterseinkommens gelegt werden, um von der langen Laufzeit zu profitieren.
  • Ob das in der Praxis auch problemlos funktioniert, ist jedoch umstritten.
  • Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat deshalb 2017 Kinderrentenpolicen unter die Lupe genommen. Aktuelle Tests liegen jedoch nicht vor.
  • Eltern sollten bei Renten­versicherungen für Kinder genau auf Kosten und Flexibilität achten.

Das erwartet Sie hier

Ob sich eine Altersvorsorge und Renten­versicherung für Kinder lohnt und wie die entsprechenden Anbieter im Test abschneiden.

Inhalt dieser Seite
  1. Renten­­versicherungen für Kinder
  2. Kritik an Kinderrenten
  3. Geld anlegen für Kinder: Optionen
  4. Fazit

So funktionieren Renten­versicherungen für Kinder

Erst zahlen die Eltern ein, dann das erwachsene Kind

Wenn Eltern oder Großeltern ihre Nachkommen schon von Beginn an finanziell absichern wollen, wird oft der Abschluss einer Kinderrentenpolice empfohlen. Das Prinzip wirkt einleuchtend: Zuerst übernehmen die Verwandten die Beitragszahlung, später zahlt das Kind weiter in die Renten­versicherung ein. Die Beiträge werden verzinst, Überschüsse werden angerechnet. Teilweise handelt es sich in erster Linie um besonders langfristige Renten­versicherungen, teilweise werden auch Kapitalbildung und Versicherungen kombiniert.

So funktioniert private Altersvorsorge


Icon Hand mit Euromünze

Auszahlung

Wenn das Ende der Laufzeit erreicht ist, wird das angesparte Kapital ausgezahlt – entweder auf einen Schlag oder als lebenslange Rente. „Kinderrenten­versicherungen, vor allem fondsgebundene, haben den Vorteil, dass sie neben der Kapitalbildung gleichzeitig die Möglichkeit zur Absicherung bieten“, sagt IVFP-Geschäftsführer Frank Nobis, „auf diese Weise werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“


Hohe Gebühren für Kapitalentnahmen möglich

„Noch immer gibt es Anbieter, die bei einer Kapitalentnahme hohe Gebühren verlangen“, so Nobis. „Gerade bei Kinderrentenprodukten darf das nicht sein, da hier sehr lange Laufzeiten vorliegen und die Wahrscheinlichkeit der Kapitalentnahme dementsprechend hoch ist.“

Icon Achtung

Kriterien für die Auswahl einer Kinderrente

  • Flexibilität bei der Beitragszahlung
  • Kapitalentnahmen sollten ohne beziehungsweise zu niedrigen Gebühren möglich sein
  • Möglichkeit der Pausierung von Beitragszahlungen
  • Flexible Zuzahlungen
  • Hohe Rendite
  • Niedrige Abschluss- und Verwaltungskosten

Icon Stern

Keine aktuellen Testergebnisse

Gegenwärtig liegen keine unabhängigen Tests zu Kinderrenten vor. Zuletzt nahm das IVFP 2017 klassische und fondsgebundene Kinderpolicen unter die Lupe, wobei mehrere Anbieter sehr gute Bewertungen erhielten (Quelle). Bei den klassischen Tarifen konnten Policen der Allianz und Stuttgarter überzeugen, bei den fondsgebundenen Versicherungen lagen die Allianz, Stuttgarter, Württembergische und Nürnberger vorn.

Das waren die Testkriterien

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Die Anbieter werden von der Ratingagentur auf verschiedene Kriterien überprüft:

  • Die Bewertung des Unternehmens geht mit 35 Prozent in das Rating ein und bewertet im Besonderen die Stabilität, die Sicherheit, die Ertragskraft und den Markterfolg des Anbieters.
  • Die Renditebetrachtung geht zu 30 Prozent in den Test ein und zeigt auf, welche Renditechancen das Produkt im Marktvergleich bietet.
  • Die Überprüfung der Flexibilität fließt zu 25 Prozent ein und prüft, ob individuelle Gestaltungsfreiräume für den Kunden in der Produktgestaltung berücksichtigt wurden.
  • Die Kategorie Transparenz und Service fließt mit 10 Prozent in die Analyse ein und untersucht die Verständlichkeit der Versicherungs­bedingungen, das Werbematerial, den Internetauftritt und die Servicequalität.

Verbraucherschützer kritisieren unflexible Anlageprodukte

Kritikpunkt 1: Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten

Das größte Manko einer Kinderrenten­­versicherung ist, dass mit dem Abschluss einer solchen Police in der Regel aufgrund der langen Laufzeit enorm hohe Abschluss- und Verwaltungskosten fällig werden. Dies verringert die Rendite deutlich.


Icon Paket

2. Kritikpunkt: Teilweise unnötige Zusatzleistungen

Kinderpolicen enthalten oft noch andere Versicherungen, wie eine Krankenzusatz­­versicherung oder eine Berufs­unfähigkeits­­versicherung, obwohl die Police eigentlich nur für die finanzielle Absicherung des Kindes gedacht war. Prinzipiell haben solche Versicherungen Vorteile. Allerdings ist es in der Regel sinnvoll, Versicherungen und Geldanlage zu trennen.


3. Kritikpunkt: Mangelnde Flexibilität

Wenn das Geld vorher benötigt wird, ist es in der Regel meist nicht oder nur mit enormen Kosten möglich, das angesparte Kapital zu entnehmen. Außerdem stellt die lange Laufzeit ein Risiko dar, denn niemand weiß, wie die Welt in 60 Jahren aussieht. Bei den meisten Anbietern muss man sich eine Garantie hinzukaufen, die eine Beitragserhaltung versichert. Auch kann es sein, dass die Kinder im Erwachsenenalter lieber selbst eine Geldanlage ausgewählt hätten.


Icon Lupe

Schauen Sie bei der Auswahl genau hin

Es ist sinnvoll, sich über die langfristige finanzielle Situation der eigenen Kinder Gedanken zu machen und verschiedene Möglichkeiten und Produkte dafür zu vergleichen. Dabei sollte man sich jedoch ausführlich von einem unabhängigen Experten beraten lassen, damit aus der finanziellen Absicherung des Kindes keine zusätzliche Belastung wird.

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Geldanlagen für Kinder: Weitere Optionen

So können Eltern für ihre Kinder vorsorgen

Weitere Geldanlagen, mit denen Eltern Geld für die Ausbildung ihres Kindes oder andere Zwecke ansparen können, sind zum Beispiel:


Icon Graph

Was ist die beste Geldanlage?

Welche Geldanlage sich für Kinder anbietet, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein Faktor ist, wie langfristig Sie sparen wollen, ein anderer, wie die Renditechancen aussehen. Gerade in Niedrigzinsphasen sind beispielsweise fondsgebundene Geldanlagen deutlich interessanter als Anlagen mit einem festen Zins.

Versicherungen als Vorsorge für Kinder

Eine sinnvolle Investition in die finanzielle Absicherung eines Kindes ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung. Junge und weitestgehend gesunde Menschen erhalten Versicherungen zu guten Konditionen, die sie dann auch ins Erwachsenenalter „mitnehmen“. Zu einem späteren Zeitpunkt sehen die Versicherungs­bedingungen unter Umständen deutlich schlechter aus. Das ist zum Beispiel oft der Fall, wenn eine Vorerkrankung hinzukommt oder Ihr Kind sich für einen schwer versicherbaren Beruf entscheidet. Mit einer Risikolebens­versicherung können Eltern garantieren, dass ihr Kind im Fall ihres Todes beispielsweise trotzdem ohne Geldsorgen seine Ausbildung beenden kann.

Mehr zu Versicherungen für Kinder

Fazit

Eltern können sich schon frühzeitig um die Altersvorsorge für ihr Kind kümmern. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten der Geldanlage, aber auch spezifisch auf Kinder zugeschnittene Renten­versicherungen. Eltern sollten bei letzterem jedoch auf keinen Fall einen Vertrag abschließen, ohne sich vorher die Bedingungen genau angesehen und mit anderen Optionen verglichen zu haben, denn hier wird die Rendite oft durch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten geschmälert. Hinzu kommt die Notwendigkeit, den Kindern ein Maximum an Flexibilität zu bieten.

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Katharina Burnus
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