Altersvorsorge und Renten­versicherung für Kinder (Ratgeber 2021)

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von Nina Bruckmann
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Ob sich eine Altersvorsorge und Renten­versicherung für Kinder lohnt und wie die entsprechenden Anbieter im Test abschneiden.

Inhalt dieser Seite
  1. Kinderrente bietet Kapitalbildung und Absicherung
  2. Auf Zusatzleistungen achten
  3. Ratingkriterien des IVFP
  4. Die Ergebnisse im Überblick
  5. Fondsgebundene Tarife: Allianz ist Klassenbester
  6. Kinder Renten­­versicherung in der Kritik

Das Wichtige in Kürze

  • Mit der Kinderrente soll möglichst früh der Grundstock eines späteren Alterseinkommens gelegt werden, denn je länger die Laufzeit, desto niedriger der Beitrag, so die Theorie.
  • Ob das in der Praxis auch problemlos funktioniert, ist jedoch umstritten.
  • Das Institut für Vorsorge­ und Finanzplanung hat deshalb sowohl fondsgebundene als auch klassische Kinderrentenpolicen unter die Lupe genommen – mit erfreulichem Ergebnis.

Kinderrente bietet Kapitalbildung und Absicherung

Wenn Eltern oder Großeltern ihre Nachkommen schon von Beginn an finanziell absichern wollen, wird oft der Abschluss einer Kinderrentenpolice empfohlen. Das Prinzip wirkt einleuchtend: Zuerst übernehmen die Verwandten die Beitrags­zahlung, später zahlt das Kind weiter in die Renten­versicherung ein. Die Beiträge werden verzinst, Überschüsse werden angerechnet.

Wenn das Ende der Laufzeit erreicht ist, wird das angesparte Kapital ausgezahlt – entweder auf einen Schlag oder als lebenslange Rente. „Kinder-Renten­versicherungen, vor allem fondsgebundene, haben den Vorteil, dass sie neben der Kapitalbildung gleichzeitig die Möglichkeit zur Absicherung bieten“, sagt Frank Nobis, IVFP-Geschäftsführer, „auf diese Weise werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“

Auf Zusatzleistungen achten

Bestenfalls kann der Kinderrenten-Tarif per Baukastenprinzip nach den individuellen Bedürfnissen zusammengesetzt werden. Das ist vor allem in Bezug auf die langen Laufzeiten einer Kinder-Renten­versicherung ein Vorteil. Oft können Zusatzleistungen wie ein Todesfallschutz oder eine Änderung der Rentengarantiezeit ohne erneute Gesundheits­prüfung hinzugebucht werden. Auf diese Option sollte von den Abschließenden besonders geachtet werden, denn je länger die Laufzeit ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass während der Laufzeit eine Anpassung des Versicherungs­schutzes benötigt wird.

„Noch immer gibt es Anbieter, die bei einer Kapitalentnahme hohe Gebühren verlangen“, so Nobis. „Gerade bei Kinderrentenprodukten darf das nicht sein, da hier sehr lange Laufzeiten vorliegen und die Wahrscheinlichkeit, der Kapitalentnahme dementsprechend hoch ist.“ Informationen zu weiteren Altersvorsorgemöglichkeiten gibt es hier.

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Darauf sollte bei einer Kinderrente besonders geachtet werden

  • Die nachträglich hinzugefügten Versicherungs­leistungen sollten ohne Gesundheits­prüfung wählbar sein
  • Mögliche Flexibilität bei der Beitrags­zahlung
  • Kapitalentnahmen sollten ohne bzw. zu niedrigen Gebühren möglich sein
  • Möglichkeit der Berufs­unfähigkeitsabsicherung sollte ohne erneute Gesundheits­prüfung möglich sein
  • Möglichkeit der Pausierung von Beitrags­zahlungen
  • Flexible Zuzahlungen

Rating des Institut für Vorsorge­ und Finanzplanung zur Kinderrente

Das Institut für Vorsorge­ und Finanzplanung (IVFP) hat zum dritten Mal eine umfassende Untersuchung von Anbietern einer Kinderrente durchgeführt. Die Test-Experten wollten wissen, was eine gute Kinder-Renten­versicherung auszeichnet und welche Anbieter diese Kriterien erfüllten. Die Tarife wurden in klassische Tarife, fondsgebundene Tarife mit und ohne Beitrags­garantie und Index Tarife sowie Klassik Plus eingeteilt. Untersucht wurden insgesamt 65 Tarife von 25 Anbietern.

Ratingkriterien des IVFP

Die Anbieter werden von der Ratingagentur auf verschiedene Kriterien überprüft. Die Bewertung des Unternehmens geht mit 35 Prozent in das Rating ein und bewertet im Besonderen die Stabilität, die Sicherheit, die Ertragskraft und den Markterfolg des Anbieters. Die Renditebetrachtung geht zu 30 Prozent in den Test ein zeigt auf, welche Renditechancen das Produkt im Marktvergleich bietet. Die Überprüfung der Flexibilität überprüft, ob individuelle Gestaltungsfreiräume für den Kunden in der Produktgestaltung berücksichtigt wurden. Die Kategorie Transparenz und Service fließt mit 10 Prozent in die Analyse ein und untersucht die Verständlichkeit der Versicherungs­­bedingungen, das Werbematerial, den Internetauftritt und die Servicequalität.

Die Ergebnisse im Überblick

Die Flexibilität spielte eine große Rolle bei der Untersuchung, da Kinderpolicen sehr lange Laufzeiten haben und deshalb individuell anpassbar sein sollten. Die besten Anbieter in der Kategorie Flexibilität sind laut des Ratings des IVFP die Allianz mit einer 1,0 der Volkswohlbund mit einer 1,3 und die Stuttgarter mit einer 1,4. Bei der Gesamtbewertung aller Kriterien konnte sich wie 2013 schon EUROPA (1,2) behaupten.


Die Noten der besten Anbieter im Überblick (klassische Tarife)

AnbieterTarifUnternehmenRenditeFlexibilitätTransparenzGesamtnote
EUROPAE-R1 Renten­versicherung1,11,01,51,61,2
AllianzAllianz KinderPolice Klassik1,01,91,01,31,3
StuttgarterKindervorsorge classic1,41,41,41,71,5
Alte LeipzigerPrivate Renten­versicherung1,22,11,61,81,6

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Fondsgebundene Tarife: Allianz ist Klassenbester

In dem Bereich der fondsgebundenen Tarife belegt die Allianz in der Gesamtbewertung den ersten Platz. Die Stuttgarter und die Alte Leipziger erhielten zwar in der Gesamtbewertung ebenfalls eine 1,3, an die 1,0 der Unternehmensbewertung der Allianz kommen die anderen Versicherer jedoch nicht heran.


Die Noten der besten Anbieter im Überblick (fondsgebundene Tarife)

AnbieterTarifUnternehmenRenditeFlexibilitätTransparenzGesamtnote
AllianzAllianz KinderPolice Invest alpha-Balance1,01,71,11,31,3
StuttgarterKindervorsorge performance-safe1,41,21,11,81,3
Alte LeipzigerAlbert Vermögens­aufbau mit Beitrags­garantie1,21,21,51,71,3
Bayern-VersicherungFlexVorsorge­ Junior1,41,41,71,71,5
NürnbergerBiene Maja Junior Schutz Brief1,91,51,02,01,6

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Kinder-Renten­versicherung in der Kritik

Das größte Manko einer Kinder-Renten­versicherung ist, dass mit dem Abschluss einer solchen Police in der Regel aufgrund der langen Laufzeit enorm hohe Abschluss- und Verwaltungskosten fällig werden. Dies verringert die Rendite deutlich. Zudem enthalten die Policen oft noch andere Versicherungen, wie eine Kranken­zusatz­versicherung oder eine Berufs­unfähigkeits­versicherung, obwohl die Police eigentlich nur für die finanzielle Absicherung des Kindes gedacht war. Wenn das Geld vorher benötigt wird, ist es zudem in der Regel meist nicht oder nur mit enormen Beiträgen möglich, das angesparte Kapital zu entnehmen. Außerdem stellt natürlich die lange Laufzeit ein Risiko dar, denn niemand weiß, wie die Welt in 60 Jahren aussieht. Bei den meisten Anbietern muss man sich eine Garantie hinzukaufen, die eine Beitrags­erhaltung versichert. Eine Kinder-Renten­versicherung kann Sinn machen, wenn der Tarif sorgfältig ausgewählt wird. Dafür sollte man sich jedoch ausführlich von einem Experten beraten lassen, damit aus der finanziellen Absicherung des Kindes keine zusätzliche Belastung wird.

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