Private Kranken­zusatz­versicherung ohne Gesundheits­prüfung

Foto von von Munkhjin Enkhsaikhan
von Munkhjin Enkhsaikhan
aktualisiert

Das erwartet Sie hier

Welche privaten Kranken­zusatz­versicherungen Sie ohne eine Gesundheits­prüfung abschließen können und was Sie dabei beachten müssen.

Inhalt dieser Seite
  1. Zusatz­­versicherungen ohne Gesundheits­­prüfung
  2. Tipps
  3. Private Kranken­­zusatz­­versicherungen
  4. Gesundheits­­prüfung
  5. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Viele Menschen möchten ihren gesetzlichen Versicherungs­schutz durch eine private Kranken­zusatz­versicherung ergänzen.
  • Wer Vorerkrankungen oder Risikofaktoren mitbringt, kann dabei auf eine private Kranken­zusatz­versicherung ohne Gesundheits­prüfung ausweichen.
  • Dabei gibt es jedoch einige Dinge zu beachten.

Ist eine Zusatz­versicherung ohne Gesundheits­prüfung möglich?

Viele Versicherte stellen sich die Frage, ob es auch private Kranken­zusatz­versicherungen ohne Gesundheits­prüfung gibt. Schließlich wäre dies ein Weg für viele Menschen mit Vorerkrankungen oder zurückliegenden Operationen, auch eine Zusatz­versicherung abschließen zu können.

Tatsächlich gibt es Angebote für viele Arten von privaten Zusatz­versicherungen, für die keine Gesundheits­fragen beantwortet werden müssen. Es empfiehlt sich nur, vor dem Abschluss der Versicherung ihren Leistungs­katalog genau durchzulesen, um sicherzugehen, dass sie im Leistungs­fall tatsächlich in gewünschter Höhe zahlen. Des Weiteren sind sie im Schnitt teurer als Tarife mit Gesundheits­fragen, da sich hier ein größeres Kostenrisiko auf die Versicherten verteilt.


Versicherungen ohne Gesundheits­fragen

Pflege­versicherung ohne Gesundheits­fragen

lesen

Es gibt eine für jeden Verbraucher zugängliche Absicherung, bei der auf eine Gesundheits­überprüfung verzichtet wird: Der Pflege-Bahr. Diese vom Staat geförderte private Pflegetagegeld­versicherung ist eine Kranken­zusatz­versicherung ohne Gesundheits­fragen. Ihr Gesundheits­zustand ist somit kein Grund für eine Ablehnung.

In der Tat ist es beim Pflege-Bahr sogar so, dass Ihr Antrag auf Versicherungs­schutz gar nicht abgelehnt werden darf. Einziges Kriterium ist, dass Sie während der Wartezeit von fünf Jahren nicht pflegebedürftig werden. Weil diese private Kranken­zusatz­versicherung ohne Gesundheits­prüfung abgeschlossen werden kann, eignet sie sich besonders als Versicherung für behinderte Menschen. Allerdings bleiben die Leistungen des Pflege-Bahr hinter denen einer normalen Pflegetagegeld­versicherung zurück.

Der Pflege-Bahr wird jedes Jahr vom Staat mit 60 Euro bezuschusst. Wer also den Mindest­beitrag von 180 Euro im Jahr entrichtet, muss davon real nur 120 Euro zahlen. Über die Beitrags­höhe entscheidet das Alter bei Vertragsschluss und der Leistungs­umfang. Für 30-Jährige beginnen die Tarife bei 15 Euro, für 50-Jährige bei 26 Euro.

Kranken­haus­­versicherung ohne Gesundheits­fragen

lesen

Auch eine reine stationäre Zusatz­versicherung, die keine wahlärztliche Behandlung, aber ein Einzelzimmer und optional auch Kranken­haus­tagegeld garantiert, lässt sich ohne Gesundheits­fragen abschließen. Für einen 30-jährigen Versicherungs­kunden gäbe es z.B. eine reine Einzelzimmer-Garantie ab 18,50 Euro. Auch hier steigen die Beiträge im Alter.

Zahnzusatz­versicherungen ohne Gesundheits­fragen

lesen

Es gibt die Möglichkeit, eine Zahnzusatz­versicherung ohne Gesundheits­fragen abzuschließen. Fehlende Zähne und Vorerkrankungen wie Parodontitis sind hier kein Grund für eine Ablehnung oder Risikozuschläge. Allerdings gibt es auch Nachteile: Diese Tarife sind oft teurer als solche mit Gesundheits­fragen und bereits angefangene oder angeratene Behandlungen sind vom Versicherungs­schutz ausgeschlossen. Menschen in ihren zwanzigern können sich hier für 8 – 20 Euro im Monat versichern, Kunden um die 40 zahlen deutlich mehr – in einigen Tarifen verdoppelt sich die Prämie. Oft gibt es Leistungs­begrenzungen für die ersten Jahre nach Vertragsabschluss.

Reisekranken­versicherung

lesen

In Ländern, mit denen Deutschland ein Sozial­versicherungs­abkommen hat, besteht auch im Ausland Versicherungs­schutz durch die gesetzliche Kranken­­versicherung. Allerdings trifft das z.B. nicht auf die USA zu. Darüber hinaus zahlen die Versicherer hier nur die Summen, die sie auch in Deutschland zahlen sollen. Auch hier gibt es Angebote von Versicherern, die Reisekranken­versicherungen ohne Gesundheits­fragen anbieten.

Vor dem Abschluss einer Versicherung sollten Sie prüfen, ob diese z.B.

  • Zahnbehandlungen
  • Rücktransport
  • Medikamente
  • u.ä.

beinhaltet. Lesen Sie dabei die Versicherungs­­bedingungen genau – ein “medizinisch notwendiger Rücktransport” muss z.B. strengeren Kriterien entsprechen als ein “medizinisch sinnvoller Rücktransport”. Reisekranken­versicherungen sind recht günstig – ein 40-Jähriger könnte sich ab etwas über 8 Euro im Monat versichern.

Angebote der GKV für Kranken­zusatz­versicherung ohne Gesundheits­prüfung

Schon bei der Suche nach einer gesetzlichen Kranken­­versicherung können Sie Ihre Auswahl danach einschränken, wo Ihnen private Zusatz­versicherungen ohne Gesundheits­prüfung angeboten werden. Einige Kranken­kassen bieten nämlich in Kooperation mit Anbietern privater Kranken­­versicherungen Zugang zu Kranken­zusatz­versicherungen mit besonders günstigen Konditionen.

Mit der passenden Kranken­kasse bekommen Sie und Ihre Familie trotz Vorerkrankungen die gewünschten Kranken­zusatz­versicherungen ohne Gesundheits­prüfung. Das gilt für ambulante und für stationäre Zusatz­versicherungen, für Zahnersatz, Brillen­versicherungen und Reise­versicherungen.

Experten-Tipp:

„Bei der Beantragung des Versicherungs­schutzes steht in der Regel eine Gesundheits­prüfung an. Manche Versicherer bieten jedoch manchmal sogenannte „Sonder­aktionen“, bei denen auf eine Gesundheits­prüfung verzichtet wird. Bei Versicherern, die generell keine Gesundheits­prüfung fordern, sollten Sie in jedem Fall die Bedingungen des Tarifs sehr gründlich prüfen lassen.“

Foto von Robert Böhrk
Signatur von Robert Böhrk
Robert Böhrk
Berater

Private Kranken­zusatz­versicherung mit Gesundheits­prüfung

Menschen, für die eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken­­versicherung vorteilhaft oder verpflichtend ist, müssen deswegen nicht auf alle Vorteile privater Kranken­­versicherungen verzichten – private Kranken­zusatz­versicherungen erlauben es, einzelne, nicht von der gesetzlichen Versicherung abgedeckte Leistungen zu ergänzen.

In einer wichtigen Hinsicht gleichen sich private Kranken­­versicherungen und private Kranken­zusatz­versicherungen: Sie sind nicht verpflichtet, Anträge auf Versicherung anzunehmen und können Menschen mit besonders hohen gesundheitlichen Risiken oder Vorerkrankungen entweder ausschließen oder ihnen Versicherungs­schutz nur zu höheren Beiträgen oder mit Leistungs­ausschlüssen anbieten.


Gesundheits­prüfung bei Zusatz­versicherungen

Auf der Seite der Versicherer hat sich der Fragebogen mit Gesundheits­fragen als Mittel der Wahl etabliert. Die genauen und wahrheitsgemäßen Antworten der Kunden dienen der Einschätzung des individuellen Risikos. Als Grundlage für die Berechnungen des Anbieters sind Gesundheits­fragen bei privaten Kranken­zusatz­versicherungen deshalb unerlässlich. Das macht es Verbrauchern schwerer, auch ohne Überprüfung zusätzlichen Versicherungs­schutz zu erhalten.

Es ist allgemein üblich, dass Ihnen mit den Antragsunterlagen für eine private Kranken­zusatz­versicherung ein Fragebogen zugeschickt wird. Darin werden Angaben zu Ihrem gesundheitlichen Zustand und Ihrer allgemeinen Kranken­geschichte abgefragt. Anhand Ihrer Antworten auf die Gesundheits­fragen entscheidet ein Versicherer, ob Sie die gewünschten Zusatz­versicherungen erhalten oder nicht. Alternativ zum klassischen Fragebogen stellen einige Versicherer konkrete Ausschlusskriterien auf.


Gesundheits­fragen

In der Regel wird nach Erkrankungen und Behandlungen der letzten fünf oder sogar zehn Jahre, aber auch nach geplanten Behandlungen gefragt. Größe und Gewicht, aus denen der BMI errechnet wird, sind ebenfalls Faktoren der Risikokalkulation. Erkrankungen wie

  • Demenz
  • Epilepsie
  • HIV-Infektion
  • psychische Erkrankungen
  • Schädigungen der Wirbelsäule
  • Krebserkrankungen

können dazu führen, dass ein Antrag ganz abgelehnt wird. Andere Krankheiten oder Risikofaktoren, z.B. hohes Über- oder Untergewicht oder psychotherapeutische Behandlung in den letzten 5-10 Jahren können zu Risikoausschlüssen oder Risikozuschlägen führen. Auch Risiken im Alltag, z.B. durch einen gefährlichen oder physisch belastenden Beruf, fließen in die Risikobewertung mit ein.

Die Fragen variieren je nach Versicherung – für eine Zahnzusatz­versicherung wird z.B. nach folgendem gefragt:

  • Zahnbetterkrankungen
  • Zahnersatz
  • Zähneknirschen

Fazit

Gerade, wenn es nur um ein schmales Leistungs­spektrum geht, können auch Menschen mit Vorerkrankungen ihren Versicherungs­schutz um private Kranken­zusatz­versicherungen ergänzen, denn es gibt diverse Tarife, die man auch ohne Gesundheits­prüfung abschließen kann.

Sie sollten dabei jedoch darauf achten, dass der Leistungs­umfang nicht zu eng definiert ist und müssen mit etwas höheren Beiträgen rechnen. Ein Vergleich verschiedener Versicherungen lohnt sich.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir helfen Ihnen gerne. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E–Mail.

Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
Ihre Ansprechpartnerin