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Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rung – Gibt es Geld zurück?

Beitragsrückgewähr ist die einzige Option, bei der es bei der BU Geld zurück gibt.
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer seine Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung (BU) auflöst, bekommt i. d. R. kein Geld zurück, auch wenn man nicht berufsunfähig geworden ist.
  • Die einge­zahlten Beiträge zur BU werden für die Finanzierung von Berufs­unfähig­keits­renten anderer Versicherte genutzt.
  • Versicherungen erwirt­schaften dennoch Überschüsse. Diese können auf unter­schied­liche Weise an den Versicherten gegeben werden.
  • Bei Verträgen mit Bei­trags­rück­gewähr erfolgt eine Anlage der Überschüsse. Nach Ende der Laufzeit ohne Leistungs­fall erfolgt die Auszahlung der Rendite.
  • Ob solche Verträge lohnens­wert sind, klärt ein Vergleich mit der Rendite anderer Anlage­produkte.
  • Experten empfehlen die Trennung von Versicherungs- und Anlage­produkten.

Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung mit Geld-zurück-Garantie – Geht das?

Bei der Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung (BU) handelt es sich um eine vergleichsweise teure Art der Risiko­absicherung. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit der Berufsunfähigkeit hoch. Ebenso fällt die Leistung der Versicherung im Falle der Berufsunfähigkeit in Form der Berufs­unfähig­keits­rente (BU-Rente) vergleichs­weise hoch aus.

Wer etwa eine BU-Rente in Höhe von 2.000 Euro vereinbart hat, bekommt im Leistungsfall bereits nach 5 Jahren der Berufs­un­fähig­keit insgesamt 120.000 Euro ausgezahlt. Die Absicherung einer solchen Höhe ist mit monatlichen Beiträgen verbunden, die bei durchschnittlich 100 Euro im Monat liegen (die tatsächliche Prämienhöhe variiert in Abhängigkeit des Anbieters deutlich). Tritt kein Leistungsfall ein, summieren sich die gezahlten Beiträge in diesem Beispiel in 20 Jahren schon auf 24.000 Euro. Wird man bis Laufzeit­ende nicht berufsunfähig, hat man die Beiträge zur BU „umsonst“ gezahlt.

Daher stellt sich die Frage, ob man als Versicherter zumindest die Summe der über die Jahre eingezahlten Beiträge zurückbekommt, wenn man gar nicht berufsunfähig geworden ist. Um nachvoll­ziehen zu können, warum dies prinzipiell nicht möglich ist, muss man den Kreislauf von eingezahlten Beiträgen, Finanzierung einer Ver­sicherungs­gesell­schaft und Verwendung von Überschüssen verstehen.


Wohin fließen meine Beiträge für die Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung eigentlich?

Die regelmäßig gezahlten Beiträge zur Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung (BU) dienen in erster Linie der Zahlung der Berufs­unfähig­keits­rente (BU-Rente) aller Versicherten. Die Ver­sicherungs­gesell­schaften finanzieren die Zahlung dieser Renten also aus den Geldern der gesund gebliebenen Versicherten. Durchschnittlich sind es etwa 75 Prozent der arbeitenden Menschen, die im Laufe ihres Lebens nicht berufsunfähig werden. Im Umkehrschluss gehen 25 Prozent oder jeder vierte Arbeitnehmer vorzeitig gesundheitsbedingt in Rente. Wie aus den Daten von Statista hervorgeht, liegt für aktuell 20-Jährige die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit im Alter von unter 65 Jahren bei etwa 40 Prozent.

In Abhängigkeit des Falls leisten Versicherer sehr unterschiedlich. Es gibt Versicherte, die nur zeitlich begrenzt berufsunfähig werden. In einem solchen Fall zahlen Versicherer für die Zeit der Berufsunfähigkeit (beispielsweise zwei oder drei Jahre bis eine schwere Krankheit ausgestanden ist). Andere Berufstätige werden dauerhaft berufsunfähig und können auch langfristig ihrer Beschäftigung nicht mehr nachgehen. In solchen Fällen müssen Versicherer bis zum Renteneintrittsalter der Versicherten leisten.

… mehr zu den Kosten einer BU

Kunden werden an Überschüssen beteiligt

Grundsätzlich wäre anzunehmen, dass im Falle einer Rückzahlung der Beiträge an jeden Versicherten kein Geld mehr vorhanden wäre, um Berufsunfähigen im Leistungsfall eine BU-Rente zu zahlen. Ebenso legt das Szenario nahe, dass Versicherer kein Geld mehr zur Deckung ihrer laufenden Ausgaben für Büroräume, Personal und andere Positionen hätten. Dem wirken sie entgegen, indem sie in der Tarif-Kalkulation eine Art Sicherheitspuffer einbauen. In der Praxis kalkulieren sie die Beiträge so, als würden mehr Menschen eine BU-Rente beziehen, als gemäß Risikowahrscheinlichkeit abzuschätzen ist.

Da nur ein Anteil der Versicherten tatsächlich berufsunfähig wird und damit einen Anspruch auf BU-Rente hat, erzielen Versicherer Überschüsse. Diese dürfen sie nicht vollumfänglich einbehalten, sondern müssen einen großen Teil an Kunden als Risikoüberschuss ausschütten. Dies ist auf verschiedene Arten und Weisen möglich. Welche Möglichkeit letztendlich genutzt wird, entscheidet der Ver­sicherungs­nehmer meist schon bei Vertrags­abschluss.

Verwendung der Überschüsse in der BU
  • Gewinnverrechnung
  • Bonus-Rente
  • Verzinsliche Ansammlung
Eine mögliche Nutzung der Überschüsse, die viele Versicherer anbieten, ist die Verrechnung der kalkulatorischen Beitrags­überschüsse mit dem Bruttobetrag. In diesem Falle zahlen Versicherte den Nettobeitrag. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der Nettobeitrag keine garantierte Höhe hat. Er ist grundsätzlich jährlich veränderbar. Es ist denkbar, dass Versicherer Nettobeiträge bis zur Höhe des Bruttobeitrags anpassen. Dies können Versicherer etwa tun, wenn ihre Gewinne geringer als erhofft ausfallen. Wenn eine Versicherung keine Überschüsse mehr erwirtschaftet, müssen Kunden den regulären und ursprünglich vereinbarten Betrag (Brutto) bezahlen.

Ein weiteres Szenario, wie Versicherungen Überschüsse verwenden können, ist die Bonus-Rente. Diese wird im Leistungsfall interessant. In diesem Fall zahlt der Kunde den Bruttobeitrag an die Ver­sicherungs­gesell­schaft. Die Versicherung nutzt dann die Überschussanteile des Bruttobeitrags zur Erhöhung der zu zahlenden Berufs­unfähig­keits­rente.

Achtung: Die Bonus-Rente gilt für das je aktuelle Jahr und ist nur für dieses garantiert. Sie kann prinzipiell mit jedem Jahr geringer ausfallen.

Das dritte Szenario der Überschuss-Verwendung ist eine kapitalbildende (verzinsliche) Ansammlung der Überschüsse durch den Versicherer. Auch hier zahlt der Ver­sicherungs­nehmer den Bruttobeitrag. In diesem Falle kommt es zur Auszahlung der angesammelten und verzinsten Über­schüsse am Vertrags­ende. Dies geschieht dann, wenn kein Leistungsfall vorliegt und Versicherte entsprechend nicht berufsunfähig werden. Verträge mit dieser Art der Gewinnverwendung werden unter „BU-Verträge mit Bei­trags­rück­gewähr“ oder eben „BU-Tarife mit Geld-zurück-Garantie“ angeboten.
… mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung mit Bei­trags­rück­gewähr

Ein BU-Tarif mit Bei­trags­rück­gewähr wäre also eine Möglichkeit für einer Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung mit Geld-zurück-Garantie. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Versicherte am Ende der Vertrags­laufzeit oder bei Kündigung der BU garantiert seine gesamten eingezahlten Beiträge zurückbekommt. Vielmehr handelt es sich um eine Variante, bei der die Gewinne nicht mit den monatlichen BU-Beiträgen der Kunden verrechnet, sondern am Kapitalmarkt bzw. mithilfe eines Investmentfonds für den Kunden investiert werden.

Bei guter Fondsentwicklung erzielt die investierte Summe eine gewisse Rendite. Versicherte haben damit am Ende des Vertrages ohne Leistungsfall Anspruch auf einen Anteil aus dem Fondsvermögen. Dieses wird dann in einer Summe am Ende ausgezahlt. Wie hoch die Auszahlung konkret ausfällt, hängt stark von der Art der Geldanlage und der Entwicklung des Fonds ab. Bei positiver Fondsentwicklung kann die Summe die Höhe sämtlicher gezahlten Beiträge betragen oder gar übersteigen. Bei mäßiger oder schlechter Entwicklung ist sie entsprechend weniger.

BU-Tarif mit Geld-zurück-Garantie: wie sinnvoll ist das wirklich?
Grundsätzlich gilt: Eine Versicherung, und vor allem eine Risikoversicherung wie die BU, ist keine Form der Geldanlage. Als Kapitalanlage taugen Versicherungen nur dann, wenn alternative Anlageformen keine bessere Rendite erzielen. Dies ist jedoch selten der Fall. Ver­sicherungs­experten und Verbraucherschützer raten deshalb eingehend dazu, Geldanlage und Risikoabsicherung voneinander zu trennen. Wenn ein Ver­sicherungs­nehmer sich z. B. für die Variante der Gewinn­verrechnung der Überschüsse entscheidet, und die Differenz zwischen Netto- und Bruttobeitrag zur Versicherung selbst mit einer ausgewählten und rendite­starken Form der Geldanlage anlegt, würde er mehr davon haben, als von einer BU mit Geld-zurück-Garantie – nicht nur finanziell.
… mehr zum Thema Geld anlegen

Fazit

Auch wenn eine Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung bei „Schadensfreiheit“ die gezahlten Prämien nicht erstattet, stellt sie die beste Option zur Absicherung des Berufsunfähigkeits-Risikos dar. Daher sollte man dennoch nicht auf eine adäquate Absicherung verzichten. Vielmehr sollten Sie bereits im Vorfeld darauf achten, einen guten und fairen Vertrag zur Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung abzuschließen. Wir helfen Ihnen dabei. Unsere BU-Experten analysieren Ihre individuelle Situation und ermitteln passende Versicherer und Tarife für Sie. Auch stehen sie Ihnen bei Antrag­stellung, Gesundheitsprüfung und Vertrags­abschluss zur Seite.

Interessieren Sie sich darüber hinaus für eine geeignete Variante der Geldanlage, haben wir auch dafür hauseigene Fachexperten für Finanzen. Gemeinsam können sie ermitteln, welche Art der Überschussverwendung aus dem BU-Vertrag sich für Sie am ehesten lohnt und welche Optionen der Kapitalanlage infrage kommen. So können Sie im Idealfall die Kosten für eine BU ausgleichen und genießen optimalen Schutz bis zum Rentenalter. Kontaktieren Sie uns unter 030 – 120 82 82 8 oder kontakt@transparent-beraten.de. Sie können für Ihre Anfrage auch das folgende Kontaktformular nutzen.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.02.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Müni Enkhsaikhan
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