Vermögens­verwaltung kündigen: Wie geht das und was kostet es?

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Das erwartet Sie hier

Wie Sie Ihre Vermögens­verwaltung kündigen, welche Frist und Form gilt und wie Ihr Depot ohne Verkauf und ohne Gebühr zur neuen Bank umzieht.

Inhalt dieser Seite
  1. Kann ich meine Vermögens­­verwaltung jederzeit kündigen?
  2. Wie kündige ich meinen Vermögens­­verwaltungsvertrag?
  3. Was kostet die Kündigung einer Vermögens­­verwaltung?
  4. Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn Sie mit Ihrer Vermögens­­verwaltung unzufrieden sind?
  5. Häufige Fragen (FAQ)

Das Wichtigste in Kürze

  • Jederzeit kündbar: Einen Vermögens­verwaltungsvertrag können Sie in der Regel ohne Frist kündigen, weil er auf besonderem Vertrauen beruht.
  • Textform reicht meist: Bei Verträgen ab Oktober 2016 genügt eine E‑Mail, bei älteren Verträgen kann Schriftform vereinbart sein. Ein Einwurfeinschreiben belegt den Zugang.
  • Depot zieht kostenlos um: Der Übertrag zur neuen Bank kostet keine Gebühr und ist kein Verkauf, Ihre Anschaffungsdaten gehen mit.
  • Erst Anschluss, dann Kündigung: Eröffnen Sie das neue Depot oder klären Sie die neue Verwaltung, bevor Sie kündigen. So entsteht keine Lücke.
Sascha Riemann

Wer seine Vermögens­verwaltung kündigt, muss deshalb noch kein einziges Wertpapier verkaufen…

… denn Ihr Depot kann mit allen Papieren zur neuen Bank umziehen. Der Übertrag kostet keine Gebühr und ist steuerlich kein Verkauf, solange das Depot auf Ihren Namen bleibt, die Anschaffungsdaten gehen mit. Teuer wird es erst, wenn die neue Verwaltung andere Wertpapiere haben will und verkauft, dann fällt auf Gewinne Abgeltungsteuer an. Fragen Sie deshalb vorher, welche Papiere übernommen werden, und kündigen Sie erst, wenn der Anschluss steht. Wir zeigen, welche Frist und Form gelten, wann der Verwalter Ihnen kündigen darf, was ein Wechsel kostet und welche Möglichkeiten Sie haben, wenn Sie unzufrieden sind.

Kann ich meine Vermögens­verwaltung jederzeit kündigen?

In der Regel ja. Eine Vermögens­verwaltung ist ein Dienstvertrag über Dienste höherer Art, die Sie aus besonderem Vertrauen übertragen. Solche Verträge können Sie nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch jederzeit und ohne Frist kündigen. Ihre Wertpapiere bleiben dabei Ihr Eigentum und ziehen kostenlos zu einer neuen Bank um.

Das gilt bei der Kündigung auf einen Blick

FrageWas giltGrundlage
KündigungsfristIn der Regel jederzeit, ohne Frist§ 627 BGB
FormTextform genügt bei Verträgen ab 01.10.2016, ältere Verträge können Schriftform verlangen§ 309 Nr. 13 BGB
DepotübertragKostenlos, ein Entgelt in den Bedingungen ist unwirksamBGH, XI ZR 200/03
Steuer beim ÜbertragKein Verkauf, die Anschaffungsdaten gehen mit§ 43a Absatz 2 EStG
Kündigung durch den VerwalterErlaubt, aber nicht zur Unzeit§ 627 Absatz 2 BGB

Die jederzeitige Kündigung gilt für Dienste höherer Art, die aufgrund besonderen Vertrauens übertragen werden, solange kein dauerndes Dienstverhältnis mit festen Bezügen besteht (Quelle: § 627 BGB). Eine Vermögens­verwaltung erfüllt das in aller Regel: Sie geben einem Verwalter die Entscheidung über Ihr Geld. Lesen Sie trotzdem Ihren Vertrag, dort stehen Form und Abrechnung der Gebühr.


Was bedeutet die Kündigung Ihrer Vermögens­verwaltung?

Mit der Kündigung beenden Sie das Verwaltungsmandat, also den Auftrag, Ihr Depot nach den vereinbarten Anlagerichtlinien zu führen. Davon zu trennen ist die Depotvollmacht. Sie erlaubt dem Verwalter, in Ihrem Depot zu kaufen und zu verkaufen. Eine Vollmacht können Sie jederzeit widerrufen, auch wenn der Vertrag noch läuft (Quelle: § 168 BGB).

Widerrufen Sie nur die Vollmacht, trifft der Verwalter keine Anlageentscheidungen mehr, und Sie entscheiden selbst. Kündigen Sie den Vertrag, endet die Verwaltung insgesamt. In beiden Fällen bleibt das Depot auf Ihren Namen bei der Depotbank, die Wertpapiere gehören Ihnen. Wie eine Vermögens­verwaltung grundsätzlich funktioniert, lesen Sie auf unserer Übersichtsseite.

Wie kündige ich meinen Vermögens­verwaltungsvertrag?

In vier Schritten: Vertrag prüfen, Anschluss klären, Kündigung in Textform senden und das Depot übertragen oder selbst übernehmen. Wer ohne Lücke wechseln will, kündigt erst, wenn die neue Verwaltung oder das neue Depot bereitsteht.

1. Vertrag prüfen

Sehen Sie nach, welche Form, welche Frist und welche Regel zur Gebühr bis Vertragsende Ihr Vertrag nennt. Steht dort nichts, gilt das Gesetz und Sie können in der Regel jederzeit kündigen. Eine Frist in vorformulierten Bedingungen schließt die jederzeitige Kündigung nicht ohne Weiteres aus.

2. Anschluss klären

Entscheiden Sie, ob eine neue Vermögens­verwaltung übernimmt oder ob Sie das Depot selbst führen. Eröffnen Sie das neue Depot, bevor Sie kündigen.

3. Kündigung senden

Kündigen Sie per E‑Mail, Fax oder Brief. Nennen Sie Vertragsnummer, Depotnummer und Ihren Wunsch zum Depotübertrag. Ein Einwurfeinschreiben belegt den Zugang.

4. Depot übertragen

Beauftragen Sie den Depotübertrag bei der neuen Bank. Prüfen Sie danach, ob alle Wertpapiere und die Anschaffungsdaten angekommen sind.


Diese Fristen und Formalitäten gelten

Fällt Ihre Vermögens­verwaltung unter § 627 BGB, gilt keine Kündigungsfrist. Der Bundesgerichtshof (BGH) schließt die jederzeitige Kündigung nur aus, wenn ein dauerndes Dienstverhältnis und feste Bezüge zusammenkommen. Beides allein reicht nicht (BGH, Urteil vom 22.09.2011, III ZR 95/11). Maßgeblich ist, was im Vertrag tatsächlich vereinbart ist.

Greift § 627 ausnahmsweise nicht, gelten die allgemeinen Fristen für Dienstverhältnisse. Wird die Gebühr monatlich berechnet, kündigen Sie spätestens am 15. eines Monats zum Monatsende. Wird sie vierteljährlich oder seltener berechnet, gilt eine Frist von sechs Wochen zum Quartalsende (Quelle: § 621 BGB).

Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz für die Kündigung nicht vor. Allgemeine Geschäftsbedingungen dürfen von Verbrauchern höchstens die Textform verlangen, eine E‑Mail genügt also (Quelle: § 309 Nr. 13 BGB). Das gilt für Verträge, die ab dem 01.10.2016 geschlossen wurden. Ältere Verträge dürfen noch die Schriftform verlangen, dann kündigen Sie mit unterschriebenem Brief. Damit Sie den Zugang beweisen können, ist ein Einwurfeinschreiben trotzdem der sichere Weg.


Musterkündigung zum Download

Für die Kündigung Ihrer Vermögens­verwaltung können Sie unsere kostenfreie Musterkündigung nutzen. Tragen Sie Ihren Namen, Ihre Anschrift, die Vertragsnummer, die Depotnummer, Ihr Zieldepot und das Datum ein. Das Muster schließt einen Verkauf ausdrücklich aus: Ihre Wertpapiere werden ohne Verkauf auf Ihr eigenes Depot übertragen, und Sie bitten um eine schriftliche Bestätigung der Kündigung.

Musterkündigung mit Depotübertrag ohne Verkauf (.docx) herunterladen

Unverbindliches Muster für typische Fälle, Stand Oktober 2026. Es ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls: Prüfen Sie Fristen und Angaben selbst und holen Sie im Zweifel Rat ein, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale oder bei einer Anwältin oder einem Anwalt.


Wann kann Ihre Vermögens­verwaltung Ihnen kündigen?

Auch der Verwalter darf den Vertrag kündigen, aber nicht zur Unzeit. Er muss Ihnen Zeit lassen, sich eine andere Verwaltung zu suchen, es sei denn, es gibt einen wichtigen Grund. Kündigt er ohne Grund zur Unzeit, muss er Ihnen den Schaden ersetzen, der daraus entsteht (Quelle: § 627 Absatz 2 BGB).

Ein Anlass kann sein, dass ein Kunde mit eigenen Käufen im Depot oder ständigen Weisungen eine sinnvolle Verwaltung unmöglich macht. Carsten Faber, Portfoliomanager und stellvertretender Leiter Vermögens­verwaltung bei von Buddenbrock, hat diesen Fall nach eigener Aussage noch nicht erlebt: „In der Regel reicht es aus, den Kunden einmal darauf hinzuweisen, dass ein solches Handeln von ihm nicht zielführend ist.“

Wechsel Ihrer Vermögens­verwaltung prüfen lassen

Wir vergleichen Kosten und Strategie Ihres bisherigen Mandats mit unserer Vermögens­verwaltung und sagen Ihnen offen, ob sich ein Wechsel für Sie lohnt.

  • Persönliches Gespräch mit dem Portfolio­management
  • Keine Provisionen von Produktherstellern
  • Digital ab 10.000 Euro oder individuell ab 100.000 Euro
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Berater

Was kostet die Kündigung einer Vermögens­verwaltung?

Die Kündigung und der Depotübertrag zu einer anderen Bank kosten Sie keine Gebühr. Kosten entstehen erst, wenn Wertpapiere verkauft werden: Transaktionskosten und Steuer auf Gewinne. Bis zum Vertragsende zahlen Sie die vereinbarte Vergütung.

Diese Kosten können anfallen

PostenWas anfälltGrundlage
KündigungKeine Gebühr, nur Porto für ein EinschreibenIhr Vertrag
DepotübertragKostenlosBGH, XI ZR 200/03
Gebühr bis VertragsendeVergütung bis zum Vertragsende; bei Kündigung nach § 627 BGB wird eine im Voraus gezahlte Gebühr für die Zeit danach erstattet§ 628 Absatz 1 BGB
Verkauf von WertpapierenTransaktionskosten, 26,375 % Steuer auf Gewinne, gegebenenfalls Kirchensteuer§ 32d EStG
Neue VerwaltungGebühr laut Kostenausweis vor Vertragsschluss§ 63 Absatz 7 WpHG

Depotübertrag ohne Verkauf

Für den Übertrag Ihrer Wertpapiere auf ein anderes Depot darf die Bank kein Entgelt verlangen. Eine solche Klausel in den Geschäftsbedingungen hat der Bundesgerichtshof für unwirksam erklärt (BGH, Urteil vom 30.11.2004, XI ZR 200/03). Das gilt auch, wenn Sie die Vermögens­verwaltung wechseln und das Depot zu deren Depotbank umzieht.

Steuerlich ist der Übertrag kein Verkauf, solange das Depot auf Ihren Namen bleibt. Die alte Bank teilt der neuen die Anschaffungsdaten mit, es fällt keine Steuer an (Quelle: § 43a Absatz 2 EStG). Gewinne versteuern Sie erst, wenn später tatsächlich verkauft wird, mit dem ursprünglichen Kaufkurs als Grundlage.


Wenn die neue Verwaltung verkaufen will

Einen Verkauf brauchen Sie nur, wenn die neue Verwaltung andere Wertpapiere im Depot haben will. Auf die Gewinne fällt dann Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 Prozent, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer (Quelle: § 32d EStG). Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr bleibt steuerfrei.

Fragen Sie deshalb vor dem Wechsel, welche Papiere übernommen werden und welche verkauft werden sollen. Jede Vermögens­verwaltung muss Ihnen vor Vertragsschluss alle Kosten als Betrag und Prozentsatz ausweisen. Wie Erträge und Gebühren in der Verwaltung besteuert werden, lesen Sie auf unserer Seite zu Vermögens­verwaltung und Steuer.

Rechenbeispiel: Was ein Prozentpunkt Kosten ausmacht
100.000 Euro für 20 Jahre, angenommen fünf Prozent Rendite vor Kosten

PostenBetrag
Endwert bei 1,5 % Gesamtkosten im Jahr198.979 €
Minus Endwert bei 2,5 % Gesamtkosten im Jahr163.862 €
Unterschied35.117 €

Der Unterschied von 35.117 Euro zeigt, warum sich ein Blick auf die Kosten lohnt, die Rendite ist dabei eine Annahme und keine Prognose.

Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn Sie mit Ihrer Vermögens­verwaltung unzufrieden sind?

Sie können die Verwaltung wechseln, Ihr Depot selbst führen, die Anlagerichtlinien ändern, die Vollmacht widerrufen oder alles verkaufen. Welcher Weg passt, hängt davon ab, was Sie stört: die Kosten, die Strategie oder die Betreuung. Kündigen ist nicht immer der erste Schritt.

Fünf Wege im Vergleich

MöglichkeitWas passiertSteuerPasst meist für
Zu einer neuen Vermögens­verwaltung wechselnKündigung, Depotübertrag, neue StrategieKeine, solange nicht umgeschichtet wirdGrößere Vermögen, Ärger über Kosten oder Betreuung
Selbst verwaltenKündigung, Depot bleibt oder zieht zu einer günstigen BankKeine, solange Sie nicht verkaufenKleinere Summen, Anleger mit Zeit und Wissen
Anlagerichtlinien ändernVertrag läuft weiter, Strategie wird angepasstJe nach UmschichtungGute Betreuung, aber unpassende Strategie
Vollmacht widerrufenVerwalter handelt nicht mehr, Vertrag läuft weiterKeineÜbergang, bis Sie entschieden haben
Alles verkaufenDepot wird aufgelöst, Geld geht auf Ihr KontoAbgeltungsteuer auf alle GewinneWer das Geld bald braucht

Wann ist eine Kündigung Ihrer Vermögens­verwaltung sinnvoll?

Kündigen sollten Sie, wenn das Vertrauensverhältnis gestört ist. Das ist der Fall, wenn der Verwalter die vereinbarten Anlageziele nicht einhält oder Sie nicht wie vorgeschrieben informiert. Er muss Ihnen grundsätzlich alle drei Monate berichten und Sie benachrichtigen, sobald Ihr Depot seit dem letzten Bericht um zehn Prozent gefallen ist. So regelt es die Delegierte Verordnung (EU) 2017/565.

Ein zweiter Grund sind Kosten, die höher sind als gedacht. Vergleichen Sie den jährlichen Kostenausweis mit anderen Angeboten. Kündigen Sie aber erst, wenn Sie wissen, wer Ihr Vermögen danach betreut. Sonst verwalten Sie das Depot vorübergehend selbst, und in dieser Zeit kümmert sich niemand um Kursverluste.


Zu einer neuen Vermögens­verwaltung wechseln

Prüfen Sie den neuen Anbieter vorher in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Dort muss die Erlaubnis zur Finanzportfolio­verwaltung ohne Enddatum stehen. Vermittelt ein Berater die Verwaltung unter einem Haftungsdach, steht er im eigenen Vermittlerregister der BaFin. Die Erlaubnis muss dann das Institut haben, das Ihr Depot verwaltet. Achten Sie darauf, dass Ihr Depot auf Ihren Namen bei einer Depotbank liegt. Wie verschiedene Anbieter abschneiden, zeigt unsere Seite Vermögens­verwaltung im Test.


Selbst verwalten

Bei kleineren Summen ist ein breit gestreuter ETF-Sparplan in Eigenregie oft günstiger als jede Vermögens­verwaltung. Sie entscheiden dann selbst über Kauf, Verkauf und Gewichtung und tragen auch die Verantwortung dafür. Was Sie dafür wissen müssen, lesen Sie unter Vermögen selbst verwalten.


Mit transparent-beraten.de zu Ihrer neuen Vermögens­verwaltung

Wir empfehlen die Vermögens­verwaltung von von Buddenbrock, unserer Muttergesellschaft. Die digitale Variante gibt es ab 10.000 Euro, die Anlageentscheidungen trifft das eigene Portfolio­management, kein Robo-Advisor. Ab 100.000 Euro gibt es die individuelle Vermögens­verwaltung. Die Verwaltung übernimmt die Reuss Private Bank, die Beratung läuft über das Haftungsdach der BN und Partners Capital AG.

Bevor Sie wechseln, schauen wir uns mit Ihnen Kosten und Strategie Ihres bisherigen Mandats an. Lohnt sich der Wechsel nicht, sagen wir Ihnen das. Die Wertpapiere liegen auch bei uns in einem Depot auf Ihren Namen. Provisionen von Produktherstellern nehmen wir nicht, hauseigene Produkte gibt es nicht.

Experten-Tipp:
Leiter Vermögens­verwaltung bei von Buddenbrock

„Wer mit seiner Vermögens­verwaltung unzufrieden ist, sollte nicht aus dem Bauch heraus kündigen. Ich schaue mir zuerst den Kostenausweis und die Anlagerichtlinien an. Oft liegt das Problem in einer Strategie, die nie zum Kunden gepasst hat. Lohnt sich der Wechsel, kündigen Sie erst, wenn das neue Depot steht. Dann ist Ihr Vermögen keinen Tag ohne Betreuung.“

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Berater

Häufige Fragen zur Kündigung einer Vermögens­verwaltung

Kann ich meine Vermögens­verwaltung jederzeit kündigen?

In der Regel ja. Eine Vermögens­verwaltung ist ein Dienst höherer Art, den Sie aus besonderem Vertrauen übertragen. Solche Verträge dürfen Sie laut § 627 BGB jederzeit ohne Frist kündigen, solange kein dauerndes Dienstverhältnis mit festen Bezügen besteht.

Welche Kündigungsfrist gilt für einen Vermögens­verwaltungsvertrag?

Meist keine. Greift die jederzeitige Kündigung ausnahmsweise nicht, gelten die allgemeinen Fristen: bei monatlicher Gebühr bis zum 15. eines Monats zum Monatsende, bei vierteljährlicher Gebühr sechs Wochen zum Quartalsende. Schauen Sie zusätzlich in Ihren Vertrag.

Muss die Kündigung der Vermögens­verwaltung schriftlich erfolgen?

Nicht immer. Das Gesetz schreibt keine Form vor. Bei Verträgen ab dem 01.10.2016 dürfen die Geschäftsbedingungen höchstens Textform verlangen, eine E‑Mail genügt dann. Bei älteren Verträgen kann Schriftform vereinbart sein. Als Nachweis für den Zugang ist ein Einwurfeinschreiben trotzdem sinnvoll.

Kostet der Depotübertrag zu einer neuen Bank etwas?

Nein. Der Bundesgerichtshof hat 2004 entschieden, dass Banken für den Übertrag von Wertpapieren auf ein anderes Depot kein Entgelt verlangen dürfen (XI ZR 200/03). Kosten entstehen nur, wenn Wertpapiere verkauft werden.

Muss ich beim Wechsel der Vermögens­verwaltung Steuern zahlen?

Nicht für den Übertrag. Bleibt das Depot auf Ihren Namen, ist der Wechsel kein Verkauf, und die Anschaffungsdaten gehen laut § 43a EStG mit. Steuer fällt erst an, wenn die neue Verwaltung Wertpapiere mit Gewinn verkauft.

Gelten für eine Premium-Vermögens­verwaltung andere Kündigungsregeln?

Nein. Ob individuelles Premium-Mandat oder digitale Verwaltung, für beide gilt dasselbe Gesetz: in der Regel jederzeit kündbar, Form laut Vertrag, bei Verträgen ab Oktober 2016 höchstens Textform, Depotübertrag kostenlos. Bei großen Vermögen lohnt es sich aber besonders, den Wechsel ohne Lücke und ohne unnötige Verkäufe zu planen.

Was passiert mit meinem Depot nach der Kündigung?

Das Depot gehört Ihnen und bleibt bestehen. Sie können es bei der bisherigen Bank selbst weiterführen oder zu einer neuen Bank übertragen lassen. Der Verwalter darf nach Vertragsende keine Anlageentscheidungen mehr treffen.

Kann mir der Vermögensverwalter kündigen?

Ja, aber nicht zur Unzeit. Er muss Ihnen Zeit lassen, eine andere Verwaltung zu finden, außer es gibt einen wichtigen Grund. Kündigt er ohne Grund zur Unzeit, muss er Ihnen den entstandenen Schaden ersetzen.

Was ist der Unterschied zwischen dem Widerruf der Vollmacht und der Kündigung?

Mit dem Widerruf der Depotvollmacht darf der Verwalter nicht mehr in Ihrem Depot handeln, der Vertrag läuft aber weiter. Mit der Kündigung endet der ganze Vertrag. Die Vollmacht können Sie laut § 168 BGB jederzeit widerrufen.

Gibt es für die Vermögens­verwaltung einen Kündigungsbutton?

Nein, nicht als Pflicht. Die Pflicht zum Kündigungsbutton auf Webseiten gilt nicht für Verträge über Finanzdienstleistungen. Sie kündigen deshalb per E‑Mail, Fax oder Brief an die Adresse aus Ihrem Vertrag.

Kann ich die Musterkündigung auch für einen Wertpapiersparvertrag nutzen?

Unsere Musterkündigung ist für Vermögens­verwaltungsverträge geschrieben. Für einen Wertpapiersparvertrag passen Sie sie an: Tragen Sie Vertragsnummer und Depotnummer ein und schreiben Sie, ob nur die Sparrate enden oder das Depot aufgelöst werden soll. Welche Frist gilt, steht in den Bedingungen Ihres Anbieters.

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Lena Mierbach
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