Riester-Rente im Ausland: Was passiert mit Ihrer Förderung?

Fachlich geprüft durch Oliver Karp
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Was mit Ihrer Riester-Rente im Ausland passiert: Zulagen bei Arbeit im Ausland, Umzug in der Ansparphase, Rentenbeginn außerhalb Europas und Grenzgänger.

Inhalt dieser Seite
  1. Was passiert beim Umzug ins Ausland?
  2. Wann bekomme ich im Ausland weiter Riester-Zulagen?
  3. Was muss ich vor einem Umzug ins Ausland tun?
  4. Wann muss ich die Förderung im Ausland zurückzahlen?
  5. Häufige Fragen (FAQ)

Das Wichtigste in Kürze

  • Ziehen Sie in der Ansparphase ins Ausland, behalten Sie alle bisher erhaltenen Zulagen und Steuervorteile, egal in welches Land Sie gehen.
  • Neue Zulagen gibt es nur, solange Sie förderberechtigt sind. Meist heißt das: weiter in der deutschen Renten­versicherung pflichtversichert, etwa bei einer Entsendung durch Ihren Arbeitgeber.
  • Zurückzahlen müssen Sie die Förderung erst, wenn Sie ab Beginn der Auszahlung außerhalb der EU und des EWR wohnen. Die Schweiz gehört nicht dazu.
  • Für Ihren Vertrag ändert die Reform an diesen Regeln nichts. Für Grenzgänger lockert das neue Recht ab 2028 den Stichtag, ob das auch alte Verträge erfasst, ist offen.
Oliver Karp

Ob Sie Ihre Riester-Förderung im Ausland behalten, entscheidet nicht der Umzug, sondern der Tag Ihres Rentenbeginns…

… denn erst dann zählt, wo Sie wohnen. Ziehen Sie in der Ansparphase weg, bleiben alle bisherigen Zulagen und Steuervorteile im Vertrag, egal in welches Land. Neue Zulagen gibt es allerdings nur, solange Sie förderberechtigt sind, meist also weiter in der deutschen Renten­­versicherung pflichtversichert. Teuer wird es erst, wenn Sie ab Beginn der Auszahlung außerhalb der EU und des EWR wohnen, etwa in der Schweiz: Dann fordert der Staat die gesamte Förderung zurück. Wir zeigen, wann Sie im Ausland weiter Zulagen bekommen, was Sie vor dem Umzug Ihrem Anbieter melden sollten und warum eine Kündigung fast nie die richtige Antwort ist.

Was passiert mit der Riester-Rente bei einem Umzug ins Ausland?

Ziehen Sie während der Ansparphase ins Ausland, müssen Sie keine Förderung zurückzahlen, auch nicht bei einem Umzug außerhalb Europas. Neue Zulagen bekommen Sie nur, solange Sie förderberechtigt bleiben. Eine Rückzahlung droht erst, wenn Sie ab Beginn der Auszahlung außerhalb der EU und des EWR wohnen.

Reform 2027: Was das für Ihren Vertrag im Ausland bedeutet

Für Ihren bestehenden Riester-Vertrag ändern sich die Auslandsregeln nicht: Förderberechtigung, Rückzahlung bei Wohnsitz außerhalb von EU und EWR ab Rentenbeginn und Wohn-Riester im Ausland bleiben, wie sie sind. Neue Riester-Verträge gibt es nur noch bis zum 31.12.2026, ab dem 01.01.2027 fördert der Staat neue Verträge wie das Altersvorsorgedepot. Für Grenzgänger lockert das neue Recht ab 2028 den Stichtag, ob das auch alte Verträge erfasst, ist noch nicht geklärt.

Ihre Lage auf einen Blick

Für Ihre Förderung zählen zwei Fragen: Sind Sie im Ausland noch förderberechtigt, und wo wohnen Sie, wenn die Auszahlung beginnt? Die Tabelle zeigt die häufigsten Fälle. Für Riester-Verträge, die bis zum 31.12.2026 abgeschlossen sind, gelten diese Regeln unverändert weiter, auch nach der Reform.

Ihre SituationFolge für Ihre Riester-Förderung
Umzug in der Ansparphase, egal wohinKeine Rückzahlung, die bisherige Förderung bleibt im Vertrag
Arbeit im Ausland, weiter in Deutschland pflichtversichertZulagen laufen weiter wie bisher
Arbeit im Ausland, dort rentenversichertKeine neuen Zulagen, außer im Grenzgänger-Altfall oder über den Ehepartner
Rentenbeginn mit Wohnsitz in EU oder EWRRente ohne Rückzahlung der Förderung
Rentenbeginn mit Wohnsitz außerhalb von EU und EWRZulagen und Steuervorteile werden zurückgefordert

Rechtsgrundlage für die Rückzahlung ist § 95 EStG. Er verweist auf die Regeln zur schädlichen Verwendung: Zurückgefordert werden die Zulagen und die gesondert festgestellten Steuerermäßigungen. Wer förderberechtigt ist, regelt § 10a EStG. Einen Überblick über alle Zulagen gibt unsere Seite zur Riester-Förderung.

Wann bekomme ich im Ausland weiter Riester-Zulagen?

Riester-Zulagen bekommen Sie im Ausland weiter, wenn Sie in der deutschen gesetzlichen Renten­versicherung pflichtversichert bleiben oder über Ihren Ehepartner mittelbar begünstigt sind. Wo Sie wohnen, spielt in der Ansparphase für Ihre eigene Zulage keine Rolle, für den Ehepartner, den Wohn-Riester und den Rentenbeginn dagegen schon.

Arbeit im Ausland: Entscheidend ist die Pflicht­versicherung

Unmittelbar förderberechtigt sind vor allem Menschen, die in der deutschen gesetzlichen Renten­versicherung pflichtversichert sind, dazu Beamte, Richter und Soldaten mit Einwilligung. Arbeiten Sie im Ausland und zahlen weiter Pflichtbeiträge nach Deutschland, bleiben Sie förderberechtigt. Das ist typisch, wenn Ihr deutscher Arbeitgeber Sie vorübergehend entsendet und Sie über ihn versichert bleiben.

Kündigen Sie dagegen in Deutschland und arbeiten für einen Arbeitgeber im Ausland, sind Sie in der Regel im ausländischen System versichert. Dann fehlt die deutsche Pflicht­versicherung, und neue Zulagen gibt es nicht mehr. Ihr Vertrag bleibt bestehen, die bisherige Förderung auch. Werden Sie nach der Rückkehr wieder pflichtversichert, bekommen Sie wieder Zulagen.


Vorübergehend ins Ausland: Entsendung und Auslandsjahre

Ob Sie für einige Monate oder mehrere Jahre ins Ausland gehen, entscheidet nicht über die Zulage. Es zählt allein, ob im jeweiligen Beitragsjahr eine Pflicht­versicherung in Deutschland besteht. Ob für ein Jahr Pflichtbeiträge gezahlt wurden, sehen Sie in Ihrem Versicherungsverlauf bei der Deutschen Renten­versicherung. Klären Sie das vor der Ausreise mit Ihrem Arbeitgeber.

Leben Sie im Ausland und bekommen weiter Zulagen, fließen diese wie gewohnt in Ihren Vertrag. Den zusätzlichen Steuervorteil über die Anlage AV können Sie nur nutzen, wenn Sie in Deutschland eine Steuererklärung abgeben. Wie die Günstigerprüfung funktioniert, erklärt unsere Seite zur Riester-Rente in der Steuererklärung.


Ehepartner: mittelbare Förderung nur in EU und EWR

Ist Ihr Ehepartner förderberechtigt und Sie selbst nicht, können Sie mittelbar begünstigt sein und mit einem eigenen Vertrag die Zulage bekommen. Voraussetzung ist unter anderem, dass beide Ehegatten ihren Wohnsitz in der EU oder im EWR haben und nicht dauernd getrennt leben (§ 79 EStG).

Ein Beispiel: Ein Paar zieht nach Spanien, der Mann bleibt als entsandter Arbeitnehmer in Deutschland pflichtversichert. Er bekommt seine Zulage weiter, seine Frau über ihn die mittelbare Zulage. Zieht dasselbe Paar in die Schweiz, verliert die Frau die mittelbare Förderung, denn die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR. Mehr auf der Seite mittelbar begünstigt.


Grenzgänger: Sonderregel mit Stichtag 2010

Wohnen Sie im Ausland und arbeiten in Deutschland, sind Sie meist in der deutschen Renten­versicherung pflichtversichert und damit ganz normal förderberechtigt. Schwieriger ist der umgekehrte Fall: Sie wohnen in Deutschland, arbeiten im Nachbarland und sind dort rentenversichert. Dann gibt es die Förderung nur, wenn Sie unter eine Altregel fallen.

Pflichtmitglieder eines ausländischen gesetzlichen Alterssicherungssystems sind nur gleichgestellt, wenn diese Pflichtmitgliedschaft und der Riester-Vertrag vor dem 01.01.2010 begründet wurden (§ 10a Absatz 6 EStG). Geben solche Grenzgänger ihren Wohnsitz in Deutschland auf und gelten nicht mehr als unbeschränkt steuerpflichtig, wird die Förderung zurückgefordert.

Ab 2028 entfällt im neuen Recht der Stichtag für unbeschränkt Steuerpflichtige. Für bestehende Verträge gilt die alte Fassung von § 10a weiter. Ob Grenzgänger mit Altvertrag erst über einen Wechsel in die neue Förderung profitieren, ist noch nicht bestätigt. Alle Einzelheiten stehen auf unserer Seite Riester-Rente für Grenzgänger.


Wohn-Riester im Ausland und beruflicher Umzug

Mit Wohn-Riester können Sie auch eine Wohnung im EU- oder EWR-Ausland finanzieren. Begünstigt ist ein eigenes Haus, eine Eigentumswohnung oder eine Genossen­schaftswohnung, die Ihre Hauptwohnung oder Ihr Lebensmittelpunkt ist (§ 92a EStG). Eine Ferienwohnung reicht deshalb nicht, eine Wohnung außerhalb von EU und EWR ebenfalls nicht.

Haben Sie eine Wohnung in Deutschland mit Wohn-Riester gefördert und ziehen beruflich ins Ausland, müssen Sie das Wohnförderkonto nicht auflösen. Stellen Sie dafür einen Antrag bei der Zentralen Zulagenstelle und nutzen Sie die Wohnung spätestens mit 67 wieder selbst. Vermieten Sie in der Zwischenzeit, muss der Mietvertrag von vornherein befristet sein.

Ohne diesen Antrag gilt der Auszug als Aufgabe der Selbstnutzung, und das Wohnförderkonto wird aufgelöst und versteuert. Was im Wohnförderkonto steht und wie es besteuert wird, erklärt unsere Seite zum Wohnförderkonto. Grundlagen zur Immobilienförderung finden Sie auf der Hauptseite zum Wohn-Riester.


Als Rentner ins Ausland: EU und EWR oder Drittstaat

Ihre Riester-Rente wird Ihnen auch ins Ausland gezahlt. Teuer wird es, wenn Ihr Wohnsitz ab Beginn der Auszahlungsphase außerhalb der EU und des EWR liegt. Dann gelten die Regeln der schädlichen Verwendung entsprechend: Die Zulagen und die gesondert festgestellten Steuerermäßigungen werden zurückgefordert, und von der Förderung bleibt nichts.

Zum EWR gehören neben den EU-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen. Die Schweiz, die Türkei, die USA und Thailand gehören nicht dazu. Für das Vereinigte Königreich gibt es seit dem Brexit nur eine Ausnahme für Altfälle: Der Vertrag muss vor dem Brexit-Referendum abgeschlossen sein, und Sie müssen seitdem ohne Unterbrechung dort wohnen.

Es reicht auch nicht, nur auf dem Papier in der EU zu wohnen. Gelten Sie nach einem Doppelbesteuerungsabkommen als in einem Drittstaat ansässig, wird die Förderung ebenfalls zurückgefordert. Was bei Rentenbeginn sonst wichtig ist, von der Kleinbetragsrente bis zum Teilkapital, steht auf unserer Seite zur Auszahlung der Riester-Rente.

Was muss ich vor einem Umzug ins Ausland tun?

Klären Sie vor dem Umzug, ob Sie im Ausland förderberechtigt bleiben, und informieren Sie Ihren Anbieter. Kündigen sollten Sie den Vertrag wegen eines Umzugs nicht: In der Ansparphase kostet Sie der Wegzug keine Förderung, eine Kündigung dagegen die gesamte bisherige Förderung samt Steuervorteil.

1. Versicherungsstatus klären

Fragen Sie Ihren Arbeitgeber oder die Deutsche Renten­versicherung, ob Sie im Ausland weiter in Deutschland pflichtversichert sind. Davon hängt ab, ob Sie neue Zulagen bekommen.

2. Anbieter informieren

Melden Sie Ihrem Anbieter die neue Adresse und jede Änderung Ihres Status. Bei einem Dauerzulagenantrag beantragt er sonst Zulagen, die später zurückgefordert werden.

3. Beiträge anpassen

Ohne Förderung lohnen sich weitere Einzahlungen oft nicht. Sie können den Vertrag beitragsfrei stellen, die bisherige Förderung bleibt dann im Vertrag.

4. Rentenbeginn planen

Wohnen Sie ab Rentenbeginn außerhalb von EU und EWR, müssen Sie das Ihrem Anbieter anzeigen. Lassen Sie vorher durchrechnen, was Sie die Rückzahlung kostet.


Dauerzulagenantrag im Ausland anpassen

Mit einem Dauerzulagenantrag beantragt Ihr Anbieter die Zulagen jedes Jahr für Sie, auch wenn Sie im Ausland leben. Änderungen beim Status, beim Familienstand und bei den Kindern müssen Sie aber selbst melden. Fällt die Pflicht­versicherung weg und meldet das niemand, fordert die Zulagenstelle die Zulagen später zurück.

Geänderte renten­versicherungspflichtige Einnahmen müssen Sie dagegen nicht melden. Die Vollmacht können Sie bis zum Ende eines Beitragsjahres widerrufen, wenn Sie sicher wissen, dass Sie im Ausland nicht förderberechtigt sind. So beantragt niemand Zulagen, die Ihnen nicht zustehen. Einzelheiten stehen auf unserer Seite zum Dauerzulagenantrag.


Weiter einzahlen, ruhen lassen oder kündigen?

Bekommen Sie im Ausland keine Zulagen mehr, haben Sie drei Wege. Sie können weiter einzahlen, dann wächst der Vertrag ohne neue Förderung. Sie können ihn beitragsfrei stellen: Die bisherige Förderung bleibt im Vertrag, die Verwaltungskosten laufen weiter. Oder Sie kündigen, was fast immer die teuerste Lösung ist.

Eine Kündigung ist eine schädliche Verwendung. Sie zahlen alle Zulagen und den Steuervorteil zurück, zusätzlich werden die Erträge steuerpflichtig. Bei einer Beitragsfreistellung bleibt auch der Pfändungsschutz bestehen, bei einer Kündigung entfällt er. Alle Folgen einer Auflösung zeigt unsere Seite zur Kündigung der Riester-Rente.


Anzeigepflicht zum Rentenbeginn

Wohnen Sie ab Beginn der Auszahlungsphase außerhalb von EU und EWR, müssen Sie das Ihrem Anbieter anzeigen (§ 13 AltvDV). Diese Pflicht gilt erst ab Rentenbeginn, nicht schon beim Umzug in der Ansparphase. Verschweigen Sie den Wohnsitz, kann die Zulagenstelle die Förderung auch Jahre später zurückfordern.

Wann muss ich die Riester-Förderung im Ausland zurückzahlen?

Zurückzahlen müssen Sie die Förderung, wenn Sie in der Auszahlungsphase außerhalb von EU und EWR wohnen, wenn Sie den Vertrag kündigen oder wenn Zulagen zu Unrecht geflossen sind, weil Ihre Förderberechtigung im Ausland weggefallen ist. Der Umzug selbst löst in der Ansparphase keine Rückzahlung aus.

Die typischen Fehler

  • Kündigung vor dem Auswandern:
    Der Umzug selbst kostet in der Ansparphase nichts, die Kündigung dagegen alle Zulagen, den Steuervorteil und Steuern auf die Erträge.
  • Schweiz mit EWR verwechselt:
    Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR. Wer dort ab Rentenbeginn wohnt, zahlt die Förderung zurück.
  • Dauerzulagenantrag nicht angepasst:
    Läuft er nach dem Wegfall der Pflicht­versicherung weiter, holt sich die Zulagenstelle die Zulagen später zurück.
  • Ehepartner vergessen:
    Ziehen Sie gemeinsam außerhalb von EU und EWR, entfällt die mittelbare Förderung des nicht selbst berechtigten Partners.
  • Grenzgänger-Altfall gibt den deutschen Wohnsitz auf:
    Dann gelten die Regeln der schädlichen Verwendung, die Förderung wird zurückgefordert.

Rückforderung auch nach Jahren

Die Zentrale Zulagenstelle prüft jeden Antrag und kann zu Unrecht gezahlte Zulagen zurückfordern (§ 90 Absatz 3 EStG). Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs holt sie das Geld direkt bei Ihnen, auch wenn der Vertrag längst aufgelöst ist und Sie keine Schuld trifft. Was Sie dann tun können, lesen Sie unter Rückforderung von Riester-Zulagen.


Wechsel in die neue Förderung: erst rechnen

Ab 2027 können Sie erklären, dass Ihre Verträge in die neue Förderung wechseln. Diese Erklärung ist unwiderruflich und gilt für alle Ihre Riester-Verträge zugleich. Dasselbe passiert automatisch, wenn Sie nach dem 31.12.2026 einen neuen geförderten Vertrag abschließen, etwa ein Altersvorsorgedepot. Die Rückzahlungsregel bei Wohnsitz außerhalb von EU und EWR ändert die Reform nicht.

Für Sparer mit Auslandsbezug hängt die Entscheidung vor allem an der Förderberechtigung. Wer im Ausland nicht mehr pflichtversichert ist, bekommt auch im neuen Recht keine Zulage, nur weil er wechselt. Für Grenzgänger mit Altvertrag ist offen, ob der Wechsel ab 2028 hilft. Mehr dazu unter Riester-Vertrag wechseln.

Experten-Tipp:
Wegziehen kostet nichts, falsch planen schon

„Wer auswandert, muss seinen Riester-Vertrag nicht kündigen. Die Förderung bleibt im Vertrag, solange Sie in der Ansparphase sind. Teuer wird es erst, wenn Sie bei Rentenbeginn außerhalb von EU und EWR wohnen, etwa in der Schweiz oder in Thailand. Wer dort alt werden will, sollte vorher durchrechnen lassen, ob sich weitere Einzahlungen noch lohnen.“

Foto von Oliver Karp
Experte für Altersvorsorge

Lassen Sie Ihren Riester-Vertrag vor dem Umzug prüfen

Wir prüfen kostenfrei, ob Sie im Ausland weiter Zulagen bekommen, ob sich Weiterzahlen oder Ruhenlassen lohnt und was ein Rentenbeginn außerhalb Europas kosten würde.

  • Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
  • Prüfung von Förderberechtigung und Zulagenantrag
  • Ehrliche Rechnung für Weiterzahlen, Ruhen und Rentenbeginn
Foto von Oliver Karp
Experte für Altersvorsorge

Die häufigsten Fragen zur Riester-Rente im Ausland

Muss ich Riester-Zulagen zurückzahlen, wenn ich ins Ausland ziehe?

In der Ansparphase nicht, egal in welches Land Sie ziehen. Die bisherige Förderung bleibt im Vertrag. Zurückzahlen müssen Sie Zulagen und Steuervorteile erst, wenn Sie ab Beginn der Auszahlungsphase außerhalb der EU und des EWR wohnen (§ 95 EStG).

Bekomme ich im Ausland weiter Riester-Zulagen?

Ja, wenn Sie weiter förderberechtigt sind, meist also in der deutschen gesetzlichen Renten­versicherung pflichtversichert, etwa bei einer Entsendung. Sind Sie im Ausland nur im dortigen System versichert, gibt es keine neuen Zulagen. Ihr Vertrag und die bisherige Förderung bleiben trotzdem bestehen.

Kann ich meine Riester-Rente im Ausland ausgezahlt bekommen?

Ja, die Riester-Rente wird auch ins Ausland gezahlt. Wohnen Sie ab Rentenbeginn in der EU oder im EWR, ändert sich an der Förderung nichts. Wohnen Sie außerhalb, werden die Zulagen und die gesondert festgestellten Steuerermäßigungen zurückgefordert.

Was passiert, wenn ich als Rentner in die Schweiz ziehe?

Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR. Wohnen Sie dort ab Beginn der Auszahlungsphase, gilt das wie eine schädliche Verwendung: Zulagen und Steuervorteile werden zurückgefordert. Lassen Sie sich das vor dem Umzug durchrechnen.

Gilt Großbritannien für die Riester-Rente noch wie ein EU-Land?

Nur in Altfällen. Die Ausnahme greift, wenn Ihr Vertrag schon vor dem Brexit-Referendum bestand und Sie seitdem ohne Unterbrechung im Vereinigten Königreich wohnen. In allen anderen Fällen gilt das Vereinigte Königreich als Drittstaat.

Sind Grenzgänger bei der Riester-Rente förderberechtigt?

Wer im Ausland wohnt und in Deutschland pflichtversichert arbeitet, ist ganz normal förderberechtigt. Wer in Deutschland wohnt und im Ausland versichert ist, bekommt die Förderung nur, wenn Pflichtmitgliedschaft und Vertrag vor dem 01.01.2010 begründet wurden (§ 10a Absatz 6 EStG).

Kann ich mit Wohn-Riester eine Immobilie im Ausland kaufen?

Ja, wenn die Wohnung in der EU oder im EWR liegt und Ihre Hauptwohnung oder Ihr Lebensmittelpunkt ist. Eine Ferienwohnung oder eine Immobilie außerhalb von EU und EWR ist nicht begünstigt (§ 92a EStG).

Sollte ich meinen Riester-Vertrag vor dem Auswandern kündigen?

Fast nie. Der Umzug kostet in der Ansparphase keine Förderung, die Kündigung dagegen alle Zulagen, den Steuervorteil und Steuern auf die Erträge. Bekommen Sie keine Zulagen mehr, ist beitragsfrei stellen meist die bessere Lösung.

Muss ich meinem Riester-Anbieter den Umzug ins Ausland melden?

Eine neue Adresse und Änderungen Ihres Status sollten Sie immer melden, vor allem bei einem Dauerzulagenantrag. Gesetzlich verpflichtet sind Sie, dem Anbieter einen Wohnsitz außerhalb von EU und EWR ab Beginn der Auszahlungsphase anzuzeigen (§ 13 AltvDV).

Ändert die Riester-Reform 2027 etwas für Riester-Sparer im Ausland?

Für bestehende Verträge nicht. Förderberechtigung und Rückzahlung bei Wohnsitz außerhalb von EU und EWR bleiben, wie sie sind. Für Grenzgänger entfällt im neuen Recht ab 2028 der Stichtag; ob das auch für alte Verträge gilt, ist noch offen.

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Lena Mierbach
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