Waidmanns Unheil: Eine Jagd­haftpflicht schützt bei Unfällen

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Wieso die Pflicht zum Abschließen einer Jagd­haftpflicht­versicherung besteht und welche gesetzlichen Anforderungen diese erfüllen muss.

Inhalt dieser Seite
  1. Schwere Jagdunfälle
  2. Vorgeschriebene Versicherungs­­summen
  3. Leistungen und Versicherungs­­nehmer
  4. Unfallursache „Schutzhitzigkeit“

Das Wichtige in Kürze

  • Immer wieder kommt es im Zusammenhang mit Jagdausflügen zu Unfällen.
  • Dass eine Jagd­versicherung Pflicht ist, scheint besonders in diesem Zusammenhang mehr als notwendig.
  • Dabei sollte auch auf eine ausreichend hohe Deckungssumme geachtet werden.

Jagdunfälle mit schwerwiegenden Folgen

Ein 30-jähriger Jäger schoss am Mittwochabend ein Paar nieder, dass sich in einem Maisfeld aufhielt, in dem Glauben, es sei ein Wildschwein (Bericht vom Tagesspiegel). Der getroffene Mann verstarb noch am Unfallort, die Frau wurde schwer verletzt. Als der Jäger den Irrtum bemerkte, verständigte er augenblicklich einen Rettungswagen, doch für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Die 23-jährige Frau wurde von Rettungskräften ins Kranken­haus gebracht.

Gegen den Jäger wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Der Fall aus Nauen ist nicht der erste tödliche Jagdunfall in Brandenburg, bereits vor zwei Jahren wurde ein 51-jähriger Mann auf der Jagd versehentlich erschossen. Auch im Elbtal wurde erst kürzlich ein 12-jähriger durch einen Jagdunfall schwer verletzt (Focus Online).

Gesetzlich vorgeschriebene Mindest­­versicherungs­summen

SchadensartMindest­­versicherungs­summe
Personenschäden500.000 Euro
Sachschäden50.000 Euro

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindest­­versicherungs­summe für Personenschäden ist vom Gesetzgeber im Gegensatz zur normalen privaten Haftpflicht­versicherung sehr niedrig angesetzt worden. Denn wenn eine Person zu Schaden kommt, gehen die Beträge schnell in die Millionenhöhe. Deshalb sollte bei dem Abschluss einer Jagd­haftpflicht­versicherung in jedem Fall darauf geachtet werden, dass die Deckungssumme ausreichend hoch gewählt wird.

Bei den Todesfällen in Brandenburg kann man nur hoffen, dass die Versicherung der Jagdschützen eine ausreichend hohe Deckungssumme beinhaltet, denn 500.000 Euro sind bei Personenschäden schnell überschritten, alles weitere müsste der Jäger aus eigener Tasche bezahlen. Die Leistung der Jagd­haftpflicht kann das schreckliche Ereignis zwar nicht ungeschehen machen, aber wenigstens den Geschädigten und Hinterbliebenen­ eine finanzielle Hilfe bieten.

Forderungsausfalldeckung sollte vorhanden sein

Durch die Forderungsausfalldeckung haftet die eigene Versicherung für mir entstandene Schäden, die jemand angerichtet hat, der nicht (ausreichend) versichert ist. Das ist bei der Jagd­haftpflicht­versicherung besonders wichtig, denn z. B. bei Wettbewerben im In- und Ausland können auch Ungeübte und Unterversicherte teilnehmen.

Leistungen und Kunden der Jagd­haftpflicht

Versicherte

Folgende Personen sind über die Jagd­haftpflicht­versicherung abgesichert:

  • Jäger/Forstbeamte
  • Hundehalter/Falkner
  • Waffenbesitzer
  • Berufsjäger/Jagdaufseher
  • Dienstherr der im Jagdbetrieb angestellten Personen
  • Halter/Besitzer/Führer eines Fahrzeugs im Revier, das nicht zulassungs- und ­versicherungs­pflichtig ist

Die Leistungen der Jagd­haftpflicht

Beim Abschluss einer Jad­haftpflicht­versicherung sollte darauf geachtet werden, dass folgende Leistungen integriert sind:

  • Deckungssumme von mindestens 3 Millionen Euro für Personenschäden
  • weltweiter Versicherungs­schutz
  • Haftpflichtschutz von Jagdhunden
  • Gebrauch und Besitz von erlaubten Schusswaffen
  • Forderungsausfalldeckung

„Schusshitzigkeit“ lässt Jäger leichtsinnig werden

„Schusshitzigkeit“ ist laut einer Studie der Universität Münster der Grund für die meisten Unfälle im Jagdbereich. In diesem Zusammenhang ist es nicht verwunderlich, dass die Jagd­haftpflicht­versicherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Um den Jagdschein von der Jagdbehörde zu bekommen, muss man eine Jagd­haftpflicht­versicherung vorweisen können.

Die Länge der Versicherungs­zeit muss dabei mindestens der Laufzeit des Jagdscheins entsprechen. Von der Aachen Münchener Versicherung über die Arag bis hin zur Württembergischen – eine Jagd­haftpflicht­versicherung bieten nahezu alle Versicherer an, die auch eine normale Haftpflicht­versicherung im Angebot haben.

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