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Waidmanns Unheil: Eine Jagdhaftpflicht schützt bei Unfällen

Immer wieder kommt es im Zusammenhang mit Jagdausflügen zu Unfällen. So auch letzte Woche Mittwoch in Nauen, bei dem ein 31 Jahre alter Mann getötet und seine Begleiterin verletzt wurde. Dass eine Jagdversicherung Pflicht ist, scheint besonders in diesem Zusammenhang mehr als notwendig. Dabei sollte auch auf eine ausreichend hohe Deckungssumme geachtet werden.

Jagdunfälle mit schwerwiegenden Folgen

Ein 30-jähriger Jäger schoß am Mittwochabend ein Paar nieder, dass sich in einem Maisfeld aufhielt, in dem Glauben, es sei ein Wildschwein (Bericht vom Tagesspiegel). Der getroffene Mann verstarb noch am Unfallort, die Frau wurde schwer verletzt. Als der Jäger den Irrtum bemerkte, verständigte er augenblicklich einen Rettungswagen, doch für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Die 23-jährige Frau wurde von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht. Gegen den Jäger wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Der Fall aus Nauen ist nicht der erste tödliche Jagdunfall in Brandenburg, bereits vor zwei Jahren wurde ein 51-jähriger Mann auf der Jagd versehentlich erschossen. Auch im Elbtal wurde erst kürzlich ein 12-jähriger durch einen Jagdunfall schwer verletzt (Focus Online).

Gesetzlich vorgeschriebene Mindestversicherungssummen

SchadensartMindestversicherungsumme
Personenschäden500.000 Euro
Sachschäden50.000 Euro

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestversicherungssumme für Personenschäden ist vom Gesetzgeber im Gegensatz zur normalen privaten Haftpflichtversicherung sehr niedrig angesetzt worden. Denn wenn eine Person zu Schaden kommt, gehen die Beträge schnell in die Millionenhöhe. Deshalb sollte bei dem Abschluss einer Jagdhaftpflichtversicherung in jedem Fall darauf geachtet werden, dass die Deckungssumme ausreichend hoch gewählt wird. Bei den Todesfällen in Brandenburg kann man nur hoffen, dass die Versicherung der Jagdschützen eine ausreichend hohe Deckungssumme beinhaltet, denn 500.000 Euro sind bei Personenschäden schnell überschritten, alles weitere müsste der Jäger aus eigener Tasche bezahlen. Die Leistung der Jagdhaftpflicht kann das schreckliche Ereignis zwar nicht ungeschehen machen, aber wenigstens den Geschädigten und Hinterbliebenen eine finanzielle Hilfe bieten.

Forderungsausfalldeckung sollte vorhanden sein

Durch die Forderungsausfalldeckung haftet die eigene Versicherung für mir entstandene Schäden, die jemand angerichtet hat, der nicht (ausreichend) versichert ist. Das ist bei der Jagdhaftpflichtversicherung besonders wichtig, denn z. B. bei Wettbewerben im In- und Ausland können auch Ungeübte und Unterversicherte teilnehmen.

Versicherte

Folgende Personen sind über die Jagdhaftpflichtversicherung abgesichert:

  • Jäger/Forstbeamte
  • Hundehalter/Falkner
  • Waffenbesitzer
  • Berufsjäger/Jagdaufseher
  • Dienstherr der im Jagdbetrieb angestellten Personen
  • Halter/Besitzer/Führer eines Fahrzeugs im Revier, das nicht zulassungs- und versicherungspflichtig ist

Die Leistungen der Jagdhaftpflicht

Beim Abschluss einer Jadhaftpflichtversicherung sollte darauf geachtet werden, dass folgende Leistungen integriert sind:

  • Deckungssumme von mindestens 3 Millionen Euro für Personenschäden
  • weltweiter Versicherungsschutz
  • Haftpflichtschutz von Jagdhunden
  • Gebrauch und Besitz von erlaubten Schusswaffen
  • Forderungsausfalldeckung

Die allgemeinen Bedingungen für die Jagdhaftpflichtversicherung kann man hier nachlesen.

„Schusshitzigkeit“ lässt Jäger leichtsinnig werden

„Schusshitzigkeit“ ist laut einer Studie der Universität Münster der Grund für die meisten Unfälle im Jagdbereich. In diesem Zusammenhang ist es nicht verwunderlich, dass die Jagdhaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Um den Jagdschein von der Jagdbehörde zu bekommen, muss man eine Jagdhaftpflichtversicherung vorweisen können. Die Länge der Versicherungszeit muss dabei mindestens der Laufzeit des Jagdscheins entsprechen. Von der Aachen Münchener Versicherung über die Arag bis hin zur Württembergischen – eine Jagdhaftpflichtversicherung bieten nahezu alle Versicherer an, die auch eine normale Haftpflichtversicherung im Angebot haben.

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