Versicherungen für Expats

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von Nina Bruckmann
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Das Wichtige in Kürze

  • Ein umfassender Versicherungs­schutz ist für Expats besonders wichtig.
  • Normale Versicherungen sind entweder nur touristisch orientiert oder greifen im Ausland gar nicht oder nur unzureichend.
  • Lesen Sie hier, welche Versicherungen für Expats sinnvoll sind und auf welche sie auf keinen Fall verzichten sollten.

Welche Versicherungen benötigen Expats?

Längere Auslands­aufenthalte sind in der globalisierten Welt für immer mehr Menschen gelebter Alltag. Dafür gibt es sehr vielfältige Gründe: Junge Menschen entscheiden sich vor dem Studium oder dem Berufs­start für ein Work & Travel Jahr, Austauschstudenten und Gastwissenschaftler sind für längere Zeit an ausländischen Hochschulen oder Forschungseinrichtungen tätig. Andere arbeiten für längere Zeit im Ausland, haben dort einen zweiten Wohnsitz oder sind als digitale Nomaden an verschiedenen Orten unterwegs.


Zuverlässiger Versicherungs­schutz: Im Ausland besonders wichtig

All diesen Personengruppen ist gemeinsam, dass sie auch im Ausland einen zuverlässigen Versicherungs­schutz benötigen. Normale Reise­versicherungen, die sich an Touristen wenden, greifen bei den Expats nicht, da sie auf begrenzte Auslands­aufenthalte ausgelegt sind. Auf den Risikoschutz durch leistungsstarke Versicherungen müssen – und sollten – jedoch auch Expats nicht verzichten. Sowohl für deutsche Expats als auch ausländische Gäste, die für längere Zeit nach Deutschland kommen, haben die Versicherungs­gesellschaften spezielle Angebote im Programm. Welchen Umfang sich Expats für ihren Versicherungs­schutz im Ausland wünschen, haben sie dabei selbst in der Hand. Die mit Abstand wichtigste Versicherung ist hier jedoch eine Kranken­­versicherung, die für alle medizinisch notwendigen Behandlungs­kosten im Ausland aufkommt.

Langzeit-Auslands­kranken­versicherung für Expats

Die meisten von deutschen Versicherungs­gesellschaften angebotenen Langzeit-Auslands­kranken­versicherungen für Expats haben Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren. Innerhalb dieses Zeitraums können Expats ihre Versicherungs­dauer frei wählen. Ebenso ist eine Verlängerung des Versicherungs­schutzes um maximal fünf Jahre möglich. Wichtig ist, dass die Langzeit-Auslands­kranken­versicherungen für Expats vor dem Reiseantritt abgeschlossen werden. Ein Abschluss aus dem Ausland ist bei so gut wie allen Versicherungs­gesellschaften nicht vorgesehen. Die Verlängerung eines bestehenden Vertrages ist dagegen auch aus dem Ausland möglich und muss nicht zwangsläufig mit einer Heimreise verbunden werden.

Laufzeit der
Versicherung
1 bis 5 Jahre
Verlängerung des
Versicherungs­schutzes
maximal 5 Jahre

Ab welcher Reisedauer ist eine Langzeit-Auslands­kranken­versicherung nötig?

Touristisch orientierte Auslands­kranken­versicherungen bieten ihren Versicherungs­schutz meist für eine Reisedauer von maximal acht bis zehn Wochen an. Je nach Anbieter und Tarif sind für Einzelreisen auch kürzere Versicherungs­fristen möglich. Wer länger unterwegs sein will, benötigt folglich eine Langzeit-Auslands­kranken­versicherung. Die Policen werden nicht nur für Expats mit mindestens einjährigen Auslands­aufenthalten, sondern auch mit kürzeren Laufzeiten angeboten.


Leistungen der Langzeit-Auslands­kranken­versicherung

Generell gilt, dass der Versicherungs­schutz durch die Langzeit­versicherungen im Vergleich zu Kurzzeit-Kranken­­versicherungen für das Ausland einen erweiterten Versicherungs­schutz bietet, der nicht nur Notfallbehandlungen, sondern alle medizinisch notwendigen ambulanten und stationären Therapien einschließt. Zudem können Expats hier zwischen gestaffelten Leistungs­paketen wählen. Ausländischen Expats in Deutschland stehen grundsätzlich die gleichen Möglichkeiten zum Abschluss einer Langzeit-Auslands­kranken­versicherung offen.


Weltweiter Versicherungs­schutz

Langzeit-Auslands­kranken­versicherungen für Expats gelten in der Regel weltweit. Wenn in die Police auch ein Kranken­­versicherungs­schutz für die USA und Kanada integriert ist, sind die Kosten aufgrund der besonders teuren Gesundheits­systeme dieser beiden Länder allerdings deutlich höher. Die meisten Langzeit-Auslands­kranken­versicherungen bieten außerdem einen Basisschutz für maximal sechswöchige Aufenthalte im Heimatland.

Unfall­versicherung für Expats

Gegen Unfälle sind Menschen auch im Ausland nicht gefeit – allerdings gehört eine Unfall­versicherung nicht zu den Versicherungen, die für Expats unabdingbar sind. Die Kosten für medizinische Behandlungen nach einem Unfall werden durch die Langzeit-Auslands­kranken­versicherung für Expats übernommen. Mögliche Kostenbegrenzungen für Hilfsmittel, die nach einem Unfall nötig werden, sollten bei der Tarifwahl für den Kranken­­versicherungs­schutz allerdings berücksichtigt werden. Eine Unfall­versicherung für Expats kann jedoch sinnvoll sein, wenn durch die Bedingungen im Aufenthaltsland, durch die berufliche Tätigkeit oder riskante Hobbys ein hohes Unfallrisiko besteht.

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Privat-Haftpflicht­versicherung für Expats

Auf Leistungen ihrer normalen Haftpflicht­versicherung können sich Expats bei längeren Auslands­aufenthalten nicht verlassen. Die meisten Versicherungen übernehmen Haftpflichtleistungen im Ausland nur, wenn die Dauer des Auslands­aufenthaltes auf maximal ein Jahr begrenzt ist. Von den Versicherungs­gesellschaften werden jedoch auch sogenannte Expat-Haftpflicht­versicherungen angeboten. Besonders leistungsstarke Varianten können für Europa mit unbegrenzter Dauer und für außereuropäische Länder mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren abgeschlossen werden. Danach ist eine Verlängerung der Expat-Haftpflicht möglich.


Mit Expat-Haftpflicht ausreichend absichern

Eine Haftpflicht für das Ausland ist Expats unbedingt zu empfehlen, da Haftungsansprüche Dritter bei umfangreichen Schäden existenzbedrohend werden können. Eine Expat-Haftpflicht versichert Personen-, Sach- und Vermögens­schäden. Wichtig ist, dass sie mit ausreichend hohen Deckungssummen abgeschlossen wird. Insbesondere für Personenschäden ist eine Versicherungs­summe von mehreren Millionen Euro sinnvoll.


Expats in Deutschland – umfassender Schutz durch Versicherungs­pakete

Expats in Deutschland stehen, neben Einzelabschlüssen der erforderlichen Versicherungen, auch leistungsstarke Paketlösungen zur Verfügung. Die Versicherungs­pakete haben eine Laufzeit von maximal fünf Jahren. Sie schließen eine Reise-Kranken­­versicherung, eine Reise-Haftpflicht und optional eine Reise-Unfall­versicherung ein.

Altersvorsorge für Expats

Die Altersvorsorge für Expats ist abhängig von ihrer individuellen Lebenssituation. Expats, die im Ausland für einen deutschen Arbeitgeber tätig sind, sind weiterhin in die deutschen Sozial­versicherungs­systeme integriert. Ebenso gibt es für Entsendungen durch europäische Arbeitgeber Regelungen, die eine Altersabsicherung sicherstellen. Bei befristeten privaten Langzeitaufenthalten kann es sinnvoll sein, eine Riester-Rente oder Rürup-Rente weiter zu bedienen oder auf freiwilliger Basis Beiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung zu zahlen.

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Dauerhafter Aufenthalt im Ausland

Für Expats, die auf Dauer im Ausland leben und finanziell für ihr Alter vorsorgen wollen, kommt hierfür jedoch vor allem private kapitalgedeckte Vorsorge­formen in Betracht. Dies können beispielsweise Fonds-Sparpläne oder kapitalgedeckte Renten­versicherungen sein.

Weitere Risikoabsicherungen für Expats

Wichtig für Expats ist vor allem, dass alle für sie relevanten Risiken versichert sind. Beispielsweise bieten viele Versicherer sogenannte Notfall­versicherungen für das Ausland an, die sich mit langen Laufzeiten auch für Expats eignen. Versichert werden können mit einer Notfall-Police beispielsweise:

  • Der Verlust von Zahlungsmitteln (inklusive Kreditkartenverlust)
  • Der Verlust von Reisedokumenten
  • Finanzielle Hilfen bei Rechtsstreitigkeiten oder Haft im Ausland
  • Rückreisekosten bei schweren Erkrankungen von Angehörigen zu Hause

Der Leistungs­umfang der Policen ist tarifabhängig. Zudem sind die Versicherungs­summen pro inkludierter Leistung bei einem bestimmten Wert gedeckelt.

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