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Identitätsdiebstahl Teil 1: Ratgeber für Betroffene

Vor allem die Digitalisierung hat dazu beigetragen, dass sich die Anzahl der Identitätsdiebstähle in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Die im Internet hinterlassenen Datenmassen machen es Dieben einfach, fremde Identitäten anzunehmen und zu miss­brauchen. Wir zeigen, wie man sich in solchen Fällen wehren kann.

Was versteht man unter Identitätsdiebstahl?

Das Phänomen Identitätsdiebstahl beschreibt in erster Linie den Missbrauch personenbezogener Daten einer Person durch Dritte. In dem Zusammenhang nutzen Kriminelle die fremden Daten für ihre gesetzwidrigen Taten. Treffsicherer bringt man den Sachverhalt auf den Punkt, wenn der Identitätsdiebstahl als Identitätsmissbrauch charakterisiert wird. Im Unterschied zum Diebstahl kann der ahnungslose Geschädigte seine Daten weiterhin nutzen und merkt oftmals nicht, dass seine persönlichen Daten für kriminelle Machenschaften missbraucht werden.

Gewöhnlich wird ein personenbezogener Betrug nur ausgeführt, um in den Genuss zahlreicher Vermögensvorteile zu kommen. In einzelnen Fällen wird mit dem Identitätsdiebstahl sogar eine Rufschädigung des Betroffenen anvisiert.

Identitätsdiebstahl bildet keinen Straftatbestand
Der Identitätsdiebstahl per se bildet in Deutschland noch keinen Straftatbestand. Allerdings werden einige Formen des Identitätsdiebstahl durch verschiedene Paragraphen im Strafgesetzbuch erfasst:

  • 238 StGB Nachstellung
  • 276 StGB Urkundenfälschung
  • 164 StGB Falsche Verdächtigung
  • 269 StGB Fälschung beweiserheblicher Daten
  • 263a StGB Computerbetrug
  • 202a StGB Ausspähen und Abfangen von Daten

Weitere Teile zum Identitätsdiebstahl:

Teil 2: Betroffener berichtetTeil 3: Experteninterview


Identitätsdiebstahl im Internet

Identitätsdiebstahl findet heutzutage immer öfter im Internet statt. Im Zuge des internetbasierten Identitätsdiebstahls machen sich Täter die Möglichkeiten des World Wide Webs zunutze, um dem Betroffenen durch etwaige Handlungen Schäden zuzufügen. In der Regel wird ihre trügerische Denkweise von einem der zwei möglichen Ziele gelenkt:

  • Finanzieller Nutzen
  • Schaden zufügen aufgrund niederer Beweggründe, wie Hass, nicht erwiderter Liebe und Neid

Formen des Identitätsdiebstahls im Internet

Je nach Zielverfolgung werden verschiedene Formen von Identitätsdiebstahl im Internet unterschieden:

Identitätsdiebstahl im Internet
  • Bestellung von Waren
  • Missbrauch des Namens in Blogs und Foren
  • Erstellung falscher Profile in sozialen Netzwerken
  • Vortäuschung falscher Tatsachen
  • Falsche Verdächtigung und Unterstellung von Straftaten
Spezialfall: Identitätsdiebstahl Facebook
Auch im weltweit bekannten sozialen Netzwerk Facebook kommt es hin und wieder zu Fällen von Identitätsdiebstahl. Folglich werden die Facebook-Profile von Unbekannten kopiert, sodass plötzlich zwei identische Profile im Netzwerk existieren. Dabei klicken sich die Täter durch die Freundesliste des Opfers und schreiben alle Freunde mithilfe persönlicher Nachrichten an. Inhaltlich füllen sie die Nachrichten mit dramatischen Geschichten aus, die den Freunden Geld in Form von Spenden entlocken sollen.

Folgen eines Identitätsdiebstahls

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Diebstahl, bei dem man es nur auf Wertgegenstände abgesehen hat, bringt ein Identitätsdiebstahl weitaus schwerwiegende Folgen mit sich:

Haben die kriminellen Betrüger Zugang zu sämtlichen finanziellen Mitteln wie Bankkonto, Ersparnissen oder Investmentkonten erlangt, können sie die betreffenden Konten ohne Wissen des Opfers einfach leer räumen.
Wurden im Zuge der Erstellung falscher Konten Rechnungsadressen angegeben, die nicht mit der eigentlichen Adresse übereinstimmen, haben Täter ein leichtes Spiel. Dadurch können sie einfach unbemerkt Geld abheben. Findet kein Ausgleich der getätigten Abbuchungen statt, werden die gefälschten Konten negativ von der Schufa erfasst. Hierbei kommt es nicht selten vor, dass die Schädigung der Kreditwürdigkeit erst später aufgedeckt wird, wenn plötzlich die Finanzierung eines Autos oder einer Hypothek ins Haus steht und die Kreditvergabe verweigert wird.
Das Interesse der Täter geht meist über finanzielle Informationen wie Bankkontonummern hinaus. Stattdessen zeigen sie überaus großes Interesse an persönlichen Daten wie zum Beispiel Geburtsdatum, Adresse und Personalausweisnummer. Ist der Kriminelle einmal im Besitz dieser sensiblen Daten, kann er einen Führerschein beantragen, Leistungen beziehen oder Anstellungen erschleichen.
Wird die Identität gestohlen und gleichzeitig eine Straftat begangen, kann der ahnungslose Geschädigte dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Sind die Diebe im Besitz offizieller Ausweise, die den Namen des Opfers tragen, und werden verhaftet, landet die Anklage des Gerichts bei dem Betroffenen. Äußerst gravierend gestaltet sich die Situation, wenn der Betroffene erst im Anschluss von der zur Last gelegten Straftat erfährt. Dieser Fall tritt ein, wenn er bei einer Polizeikontrolle plötzlich verhaftet wird oder eine Anstellung aufgrund eines negativ behafteten Führungszeugnisses nicht erhält.
In der Regel wird ein Identitätsdiebstahl sehr spät bemerkt, sodass bereits beträchtliche Schäden entstanden sein könnten. In dem Zusammenhang kann es sein, dass man bereits wegen Betrugs mehrfach angeklagt wurde und mit Negativeinträgen in der Schufa belastet wurde. Darüber hinaus können weitere Schwierigkeiten entstehen, die mit enormem finanziellen und zeitlichen Aufwand verbunden sind. Demzufolge werden mehrere Stunden damit verbracht, seinen Namen reinzuwaschen bzw. die Kreditwürdigkeit mithilfe von Dienstleistern wiederherzustellen.

Wie man sich gegen Identitätsdiebstahl wehren kann

Bei Feststellung eines Identitätsdiebstahls müssen Geschädigte umgehend handeln. Dahingehend ist es sinnvoll, wie folgt vorzugehen:

Zunächst empfiehlt es sich, sich mit der Betrugsabteilung der Kreditauskunftei in Verbindung zu setzen und sie über den Sachverhalt aufzuklären. Diese können Betrugswarnungen für das zweck­ent­fremdete Konto einrichten, sodass Kreditgeber zur Einholung einer Erlaubnis des Geschädigten verpflichtet sind, bis der Kreditrahmen erweitert werden darf.
Kann man mit großer Sicherheit sagen, Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden zu sein, sollte umgehend eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Die Gesetzes­hüter führen in der Regel eine Liste betrügerischer Konten. Hierbei ist es wichtig, eine Kopie der Anzeige zu behalten, für den Fall, dass von Kredit­gebern und anderen Betroffenen um Bestätigung des Identitätsdiebstahls gebeten wird.
Hierbei ist es ratsam, die Bank und andere Kreditgeber über den Sachverhalt in Kenntnis zu setzen und gleichzeitig trügerische Abbuchungen oder Überweisungen zu melden. Im Anschluss daran sollten die dargestellten Angaben nochmals in schriftlicher Form eingereicht werden. In dem Zusammenhang empfiehlt sich die Prüfung möglich widerrufener Transaktionen. Weiterhin ist es sinnvoll, das belastete Konto aufzulösen. Ferner sollten Betroffene Gespräche dokumentieren und sämtliche Kopien sowie Aufzeichnungen aufbewahren, die mit dem Identitäts­dieb­stahl in Verbindung stehen.
Mit der Sperrung ihres Eintrags bei der Kreditauskunftei können Geschädigte verhindern, dass unzählige neue Konten mit ihrem Namen in Umlauf gebracht werden. Für den Fall, dass der Kriminelle ein Konto eröffnen möchte, wird ihm wegen unmöglicher Statusabfrage kein Kredit bewilligt.
Sind Betroffene mit der Situation und dem entstandenen Schaden überfordert, ist es sinnvoll juristischen Beistand aufzusuchen. Sie unterstützen im Umgang mit Inkasso­unternehmen, Kreditauskunfteien und Kreditgebern.
Schufa bietet Service für Betrugsopfer
Wer Opfer von Identitätsdiebstahl wurde, kann sich bei der Schufa melden und die Information bei der Schufa speichern lassen. Die Schufa meldet diese Information dann ihren Vertragspartnern. Um diesen Service nutzen zu können, sollen Betroffene nach dem Lesen des Infoblatts das ausgefüllte Download-Formular zusammen mit einer Ausweis-Kopie und der Kopie der Strafanzeige an die Schufa senden.

Maßnahmen um einem Identitätsdiebstahl vorzubeugen

Damit es erst gar nicht zu einem Fall von Identitätsdiebstahl kommen kann, ist es ratsam folgende Ratschläge zu beherzigen:

Bewusster Umgang mit persönlichen Daten

Im ersten Schritt ist es sinnvoll, sich Kenntnisse über die Tricks und Betrugsmethoden anzueignen, damit einem Identitätsdiebstahl von vorneherein entgegengewirkt werden kann. Im Zuge dessen sollte man genau darauf achten, wem die persönlichen Daten anvertraut werden.

Die persönlichen Daten hält man am besten stets unter Verschluss. Wird seitens einer Person, Webseite oder E-Mail die Abfrage persönlicher Informationen angefordert, ist es sinnvoll, die Notwendigkeit und die übliche Vorgehensweise zu hinterfragen. Beispielsweise würde eine Bank niemals per E-Mail um die Bestätigung der Bankdaten bitten.

Vorbeugende Maßnahmen – Online

Wer regelmäßig im Internet unterwegs ist, sollte darauf achten, dass sein Computer mit einem umfassenden Sicherheitsschutz ausgestattet ist. In der Regel schützen diese nicht nur vor Viren, Spyware und ähnlichem, sondern bieten ebenso eine sichere Suchtechnologie. Diese warnt ihre Nutzer vor gefälschten Webseiten. Des Weiteren ist es unabdingbar, die Daten mit einer zusätzlichen Firewall abzusichern.
Bei Nutzung eines öffentlich zugänglichen Computers oder Hotspots ist es sinnvoll, keine Online-Banking- oder Kreditkarten-Webseiten aufzurufen.
Unter Wardriving versteht man das Suchen von vorhandenen WLAN-Installationen, indem man mit WLAN-Equipment die infrage kommende Gegend abfährt. Damit einem Wardriving-Angriff von vornherein aus dem Weg gegangen werden kann, ist es empfehlenswert, die Firewall des Routers zu aktivieren und das jeweilige Administratorkennwort zu ändern.
Nutzung starker Passwörter

Grundsätzlich sollten Kennwörter eine Länge von mindestens zehn Zeichen aufweisen und aus einer Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Hält man sich an einige Richtlinien, ist es kein Problem ein sicheres Passwort zu generieren. Außerdem empfiehlt es sich, die Passwörter regelmäßig zu ändern. Keinesfalls sollten die Passwörter weitergegeben werden – auch nicht an Freunde oder Verwandte.

Vorbeugende Maßnahmen – Offline

Hierbei ist es wichtig, die Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen mindestens monatlich zu überprüfen. Auf diese Weise entgeht man der Gefahr falscher Abbuchungen.
Persönliche Dokumente sollten stets in verschließbaren Fächern oder Schränken untergebracht sein. Wertvolle Finanzunterlagen sollten bei der Bank deponiert werden.
Da es eine gewisse Zeit dauert, bis ein möglicher Identitätsdiebstahl ans Tageslicht gebracht wird, sollten die Konto­bewegungen stets im Blick behalten werden. Hierzu kann man sich zahlreicher Websites bedienen, die den Kreditstatus kostenfrei anzeigen und die Kreditwürdigkeit überwachen.
Die Inanspruchnahme eines Schutzdienstes unterstützt bei der Sicherstellung der eigenen Identität. Sie überwacht nicht nur die Kreditwürdigkeit, sondern bietet ebenso proaktiven Schutz durch Benach­richti­gungen, falls ein Konto unter dem eigenen Namen eröffnet wird.
Vernichtung von Dokumenten
Damit kriminelle Täter gar nicht erst in den Besitz personenbezogener Dokumente wie Kontoauszüge, Kreditkartenangebote und abgelaufene Ausweisdokumente gelangen, sollten diese ihren umgehenden Weg in den Aktenvernichter finden.

Hilft die Rechts­schutz­ver­siche­rung bei Identitätsdiebstahl?

Grundsätzlich gestalten sich die Fälle von Identitätsdiebstahl als äußerst problematisch und rufen Fragen wie etwa „Wer kommt für den entstandenen Schaden auf?“ ins Gedächtnis der Betroffenen. Umso wichtiger erscheint die Notwendigkeit, sich rechtlichen Beistand durch Einschaltung der Rechtsschutzversicherung zu holen. Einige Versicherer bieten sogar einen extra Online-Rechtsschutz an.

Mithilfe eines Rechtsanwalts hat der Geschädigte die Möglichkeit, das Geschehene aufzuarbeiten und kann sich gleichzeitig sicherer fühlen. Schließlich steht der Anwalt in sämtlichen Aspekten beratend zur Seite und kann das weitere Vorgehen planen und organisieren. Im weiteren Verlauf können die Rechte des Betroffenen mittels einem strafrechtlichen und zivilrechtlichen Verfahren erstritten werden:

Hat man infolge eines Identitätsdiebstahls einen Schaden erlitten, sollte der Fall zur Strafanzeige gebracht werden. Dabei ist es unerheblich, ob der Schaden ver­mögens­rele­vanter Natur ist oder man Opfer einer Cybermobbing-Attacke wurde.

Innerhalb des strafrechtlichen Verfahrens gestaltet sich vor allem die Verfolgung des strafbaren Identitätsdiebstahls als schwierig. Die Phishing-Websites mögen sich zwar lokalisieren lassen, jedoch hat dies wenig Nutzen, wenn die genutzten Server weltweit verstreut sind oder über eine Briefkastenfirma verwaltet werden.

Neben der Möglichkeit einer Strafanzeige, können Geschädigte auch zivilrechtliche Schritte einleiten. Hier sind mehrere Optionen möglich, die von der Abmahnung, über Unterlassungserklärungen bis hin zu Schadensersatzforderungen reichen. Die zivilrechtliche Durchsetzung von Ansprüchen sollte nicht ohne Einschaltung eines Rechtsanwalts erfolgen. Da sich der Täter ins Ausland absetzen kann, können die Ermittlungen nach ihm im Sande verlaufen.

Gegen Cyberkriminalität kann auch eine Cyber-Versicherung schützen:

Cyber-Versicherung für Privatpersonen

Kann das Geld von der eigenen Bank zurückgefordert werden, wenn mit den Bankdaten betrogen worden ist?

Die Aussichten auf eine mögliche Rückforderung des Geldes stehen gut, wenn der Geschädigte ihren ordnungs­gemäßen Umgang nachweisen kann. Hierfür muss jedoch die im Verkehr und im Vertrag mit der Bank geforderte Sorgfaltspflicht beachtet werden.

Demzufolge gibt es seit 2009 eine Beschränkung der maximalen Selbstbeteiligung bei Onlinebanking-Betrugsfällen auf 150 Euro. Somit werden alle darüber hinausgehende Schäden erstattet, vorausgesetzt der Geschädigte hat nicht grob fahrlässig gehandelt, indem die Daten an Dritte weitergegeben wurden.


Fazit

Im Bereich des Identitätsdiebstahls lassen sich unterschiedliche Arten differenzieren. Dieser kann sowohl Vermögensschäden, als auch Rufschädigungen durch Cybermobbing betreffen. In jedem Fall sollte alles Erdenkliche in die Wege geleitet werden, damit ein derartiger Angriff auf die eigene Person unattraktiv erscheint. Stellt sich heraus, dass man bereits Opfer eines Identitätsdiebstahls wurde, sollte umgehend gehandelt werden. In dem Zusammenhang ist rechtlicher Beistand zu Rate zu ziehen, damit die notwendigen rechtlichen Schritte eingeleitet werden können.


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