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Gebäudeversicherung für eine Eigentümergemeinschaft

So versichern mehrere Versicherungsnehmer ihr Gebäude umfassend gegen alle Schäden
Das Wichtigste in Kürze
  • Gebäudeversicherungen gehören für eine Eigentümergemeinschaft zu den Pflichtversicherungen.
  • Der verpflichtende Versicherungsschutz ist im Wohneigentumsgesetz geregelt.
  • Welche Policen abgeschlossen oder gewechselt werden, obliegt der Eigentümergemeinschaft.
  • Die Kosten werden anteilig auf die Eigentümer umgelegt.
  • Lesen Sie hier, bei welchen Schäden eine Gebäudeversicherung zahlt oder nicht zahlt.

Die Gebäudeversicherung für eine Eigentümergemeinschaft

Zu einer Eigentümergemeinschaft kommt es dann, wenn in einem Mehrfamilienhaus Wohnungen unter verschiedenen Eigentümern aufgeteilt werden. Selbige sind verpflichtet, sich einmal im Jahr als Gemeinschaft zu versammeln, um gemeinsam über Veränderungen, Sanierungen oder vergleichbare Maßnahmen an der Immobilie zu entscheiden. Im Zuge solch einer Versammlung werden zugleich Versicherungspolicen besprochen, sowohl deren Abschluss als auch mögliche Wechsel. Während sich die Eigentümergemeinschaft versammelt, muss sich diese auf eine Gebäudeversicherung einigen.

Abschluss der Gebäudeversicherung

Eigentümer sind prinzipiell nicht in der Lage, einzeln über den Versicherungsschutz des Gebäudes zu entscheiden. Sowohl der Umfang der Versicherung als auch die Wahl des Versicherers obliegen der Gemeinschaft. Diese muss mindestens eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreichen, um eine Einigung zu treffen. Außerdem ist es erforderlich, dass mindestens die Hälfte aller Eigentümer bei der Abstimmung anwesend sind. Sobald sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit auf einen Versicherer, die Police und deren Umfang geeinigt hat, kann ein einberufener Verwalter die weiteren Schritte veranlassen.

Doppelversicherung nicht möglich

Zu beachten ist, dass die Gebäudeversicherung von der Eigentümergemeinschaft abgeschlossen wird und das Gemeinschaftseigentum umfasst. Das ist deshalb wichtig, weil eine Immobilie doppelt zu versichern nicht nur wirtschaftlich unvorteilhaft, sondern in Deutschland sogar verboten ist. Der Schutz der Eigentumswohnung eines Eigentümers wird bereits durch die generelle Gebäudeversicherung der Eigentümergemeinschaft erfasst, weshalb der zusätzliche Abschluss einer Police nur für diese Eigentumswohnung nicht möglich ist.

Nicht betroffen davon sind meist einzelne Installationen in der jeweiligen Wohnung. Entscheidet sich ein Eigentümer beispielsweise, sein teures Bad aus Marmor zu versichern, so muss er dies separat veranlassen. Die Ausstattung wäre nicht in solch einer Gebäudeversicherung erfasst.

BERATER-TIPP

»Haben Sie trotz einer bestehenden Gebäudeversicherung eine weitere Versicherung abgeschlossen, ist das Versicherungsunternehmen nicht verpflichtet, Sie vorzeitig aus dem Vertrag zu entlassen. Informieren Sie sich daher vorher bei der Hausverwaltung oder der Eigentümergemeinschaft, welcher Versicherungsschutz bereits besteht.«

Mehr Informationen zur Gebäudeversicherung

Ist die Gebäudeversicherung für eine Eigentümergemeinschaft Pflicht?

Die Gebäudeversicherung gehört zu den Pflichtversicherungen, muss also existieren. Neben dem Hauptgebäude erfasst sie auch An- und Zubauten, darunter beispielsweise Garagen oder separate Fahrradabstellkammern. Geregelt werden diese Vorgaben im Wohnungseigentumsgesetz (WoEigG). Der Paragraph 21 Absatz 5 Punkt 3 schreibt vor, dass die Eigentümergemeinschaft eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sowie mindestens eine Feuerversicherung für das Gemeinschaftseigentum zum realistischen Neuwert benötigt.

Mehr zur Gebäudeversicherung als Pflicht

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Unterscheidung von Gemeinschafts- und Sondereigentum

Bei einer Eigentümergemeinschaft ist zwischen dem Gemeinschafts- und Sondereigentum zu differenzieren. Das Gemeinschaftseigentum ist all das, was von der Hausgemeinschaft in ihrer Ganzheit genutzt wird. Typische Sachen und Bauteile vom Gemeinschaftseigentum sind daher:

  • Treppenhaus
  • Aufzüge
  • tragende Wände
  • Decken
  • Dächer
  • Heizungsanlagen

Das Sondereigentum ist das, was lediglich einem einzelnen Eigentümer in der Gemeinschaft gehört. Das wären beispielsweise Tapeten oder ausgelegte Teppiche, aber auch die Türen in der Wohnung sowie die zur Wohneinheit gehörenden Versorgungsleitungen. Eine schriftliche Festlegung, was Gemeinschafts- und Sondereigentum ist, findet über die Teilungserklärung statt.


Leistungen der Gebäudeversicherung für eine Eigentümergemeinschaft

Die Leistungen der Gebäudeversicherung bleiben auch dann einheitlich, wenn die Gebäudeversicherung für ein Mehrfamilienhaus abgeschlossen wird. Der Versicherer springt demnach ein, wenn es zu Schäden durch folgende Ursachen kommt:

  • Sturm
  • Hagel
  • Leitungswasser
  • Blitzschlag & Brand

Brandschutz ist Pflicht

Der Brandschutz genießt eine besondere Stellung, da er für die Eigentümergemeinschaft ebenfalls verpflichtend ist. Eine Feuerversicherung kann wahlweise separat abgeschlossen oder in die Gebäudeversicherung integriert werden. Letztere Option ist häufiger anzutreffen. Meist werden außerdem noch die eben genannten Leistungen erfasst. Wie genau der Feuerschutz erfasst wird, ist unerheblich. Wichtig ist jedoch, dass er im Sinne der Eigentümergemeinschaft existiert.

Schäden am Sondereigentum

Die Unterteilung zwischen Gemeinschafts- und Sondereigentum ist für eine Eigentümergemeinschaft auch mit Hinblick auf mögliche Schäden wichtig. Kommt es zu schweren Schäden aus der Natur, beschränken sich diese normalerweise nicht ausschließlich auf das Gemeinschaftseigentum. Deshalb erfasst die Gebäudeversicherung auch Sondereigentum und schützt damit jeden einzelnen der Eigentümer.

Mehr zu den Leistungen einer Gebäudeversicherung

Was deckt die Gebäudeversicherung für eine Eigentümergemeinschaft nicht ab?

Die Gebäudeversicherung greift nicht, wenn es zu ein einem Vorsatz gekommen ist oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Dies gilt jedoch nicht für die Eigentümer, denen beides nicht vorgeworfen werden kann. Wenn also beispielsweise ein Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus durch grobe Fahrlässigkeit einen Brand verursacht, so wird die Versicherung nur seinen Anteil nicht auszahlen. Alle anderen Eigentümer der Gemeinschaft haben aber weiterhin Anspruch auf Schadenersatz.


Erweiterungen der Gebäudeversicherung als Eigentümergemeinschaft beschließen

Es liegt in der Verantwortung der Eigentümergemeinschaft, den Schutz der Gebäudeversicherung punktuell zu erweitern, sofern dies notwendig ist. Dabei muss sie auf die individuellen Voraussetzungen und Gegebenheiten reagieren. Gebäudeversicherungen lassen sich beim zuständigen Versicherer relativ flexibel durch weitere Bausteine, Zusatzversicherungen und Sondervereinbarungen erweitern. Die Eigentümergemeinschaft muss während ihrer jährlichen Versammlung beraten, welche zusätzlichen Bedingungen und Leistungen in die Gebäudeversicherung aufzunehmen sind.

Mögliche Erweiterungen

Befindet sich in der Immobilie beispielsweise eine Solaranlage, wurden Wärmepumpen oder Klimaanlagen verbaut, ist es sinnvoll, diese ebenfalls in der Gebäudeversicherung zu erfassen. Je nach Lage des Objektes, könnte eine Erweiterung gegen Elementarschäden sinnvoll sein. Diese umfassen Schäden durch:

  • Lawine
  • Erdrutsch
  • Erdbeben
  • Schneedruck

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Kosten der Gebäudeversicherung für eine Eigentümergemeinschaft

Die Kosten für die Gebäudeversicherung entfallen anteilig auf alle Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft. Die exakte Höhe orientiert sich am Anteil des Gemeinschaftseigentums. Ein Eigentümer, der eine Wohnung mit 50 qm Fläche besitzt, wird also weniger zahlen, als ein zweiter Eigentümer, dessen Wohnung eine Größe von 100 qm hat. Die Kosten werden wiederum durch das Hausgeld gedeckt. Das Hausgeld entfällt auf alle Eigentümer und orientiert sich ebenfalls an der Größe der Wohnung und damit dem Anteil am Gemeinschaftseigentum. Die Kosten für die Gebäudeversicherung werden dann dem Hausgeld entnommen.

Kosten der Gebäudeversicherung bei Vermietung

Hat ein Eigentümer seine Eigentumswohnung vermietet, darf er die Kosten für die Gebäudeversicherung auf die Mieter umlegen. Dies geschieht über die jährliche Nebenkostenabrechnung. In diesem Fall müssen dem Mieter auf Verlangen die entsprechenden Versicherungsverträge vorgelegt werden.

Mehr zu den Kosten einer Gebäudeversicherung

Kündigung der Gebäudeversicherung für eine Eigentümergemeinschaft

Sind einzelne Eigentümer mit dem Versicherungsschutz nicht zufrieden, weil sie ihn beispielsweise für zu teuer oder nicht umfangreich genug halten, können sie das bei der nächsten Versammlung zur Sprache bringen. Selbige darf von einem Eigentümer einberufen werden, wenn er mindestens ein Viertel der Gemeinschaft davon überzeugen kann, ihn zu unterstützen. Für eine Beschlussfähigkeit gilt ebenfalls, dass eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht werden und mindestens die Hälfte aller Eigentümer anwesend sein muss. Einigt sich die Gemeinschaft nicht nach dem Willen des einzelnen Eigentümers, so muss sich dieser der Eigentümergemeinschaft unterordnen.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 26.11.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Nina Bruckmann
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