Gebäude­versicherung für eine Eigentümer­gemeinschaft

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Was Eigentümer­gemeinschaften beim Abschluss einer Gebäude­versicherung beachten müssen, welche Pflichten sie haben, und wie sich die Kosten auf die einzelnen Mitglieder aufteilen.

Inhalt dieser Seite
  1. Gebäude­­versicherung für Eigentümer­­gemeinschaften
  2. Pflicht?
  3. Gemeinschafts und Sonder­­eigentum
  4. Leistungen
  5. Erweiterungen
  6. Kosten
  7. Kündigung

Das Wichtige in Kürze

  • Gebäude­versicherungen gehören für eine Eigentümer­gemeinschaft zu den Pflicht­versicherungen.
  • Der verpflichtende Versicherungs­schutz ist im Wohneigentumsgesetz geregelt.
  • Welche Policen abgeschlossen oder gewechselt werden, obliegt der Eigentümer­gemeinschaft.
  • Die Kosten werden anteilig auf die Eigentümer­ umgelegt.
  • Lesen Sie hier, bei welchen Schäden eine Gebäude­versicherung zahlt oder nicht zahlt.

Die Gebäude­versicherung für eine Eigentümer­gemeinschaft

Zu einer Eigentümer­gemeinschaft kommt es dann, wenn in einem Mehrfamilienhaus Wohnungen unter verschiedenen Eigentümer­n aufgeteilt werden. Selbige sind verpflichtet, sich einmal im Jahr als Gemeinschaft zu versammeln, um gemeinsam über Veränderungen, Sanierungen oder vergleichbare Maßnahmen an der Immobilie zu entscheiden. Im Zuge solch einer Versammlung werden zugleich Versicherungs­policen besprochen, sowohl deren Abschluss als auch mögliche Wechsel. Während sich die Eigentümer­gemeinschaft versammelt, muss sich diese auf eine Gebäude­versicherung einigen.

Mehr zu Kosten, Leistungen und Testsiegern der Gebäude­versicherung

Abschluss der Gebäude­versicherung

Eigentümer­ sind prinzipiell nicht in der Lage, einzeln über den Versicherungs­schutz des Gebäudes zu entscheiden. Sowohl der Umfang der Versicherung als auch die Wahl des Versicherers obliegen der Gemeinschaft. Diese muss mindestens eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreichen, um eine Einigung zu treffen. Außerdem ist es erforderlich, dass mindestens die Hälfte aller Eigentümer­ bei der Abstimmung anwesend sind. Sobald sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit auf einen Versicherer, die Police und deren Umfang geeinigt hat, kann ein einberufener Verwalter die weiteren Schritte veranlassen.

Doppel­versicherung nicht möglich

Zu beachten ist, dass die Gebäude­versicherung von der Eigentümer­gemeinschaft abgeschlossen wird und das Gemeinschaftseigentum umfasst. Das ist deshalb wichtig, weil eine Immobilie doppelt zu versichern nicht nur wirtschaftlich unvorteilhaft, sondern in Deutschland sogar verboten ist. Der Schutz der Eigentumswohnung eines Eigentümer­s wird bereits durch die generelle Gebäude­versicherung der Eigentümer­gemeinschaft erfasst, weshalb der zusätzliche Abschluss einer Police nur für diese Eigentumswohnung nicht möglich ist.

Nicht betroffen davon sind meist einzelne Installationen in der jeweiligen Wohnung. Entscheidet sich ein Eigentümer­ beispielsweise, sein teures Bad aus Marmor zu versichern, so muss er dies separat veranlassen. Die Ausstattung wäre nicht in solch einer Gebäude­versicherung erfasst.

Experten-Tipp:

„Haben Sie trotz einer bestehenden Gebäude­versicherung eine weitere Versicherung abgeschlossen, ist das Versicherungs­unternehmen nicht verpflichtet, Sie vorzeitig aus dem Vertrag zu entlassen. Informieren Sie sich daher vorher bei der Haus­verwaltung oder der Eigentümer­gemeinschaft, welcher Versicherungs­schutz bereits besteht.“

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Signatur von Benjamin Mai
Benjamin Mai
Berater

Ist die Gebäude­versicherung für eine Eigentümer­­­­­­­gemeinschaft Pflicht?

Die Gebäude­versicherung gehört zu den Pflicht­versicherungen, muss also existieren. Neben dem Hauptgebäude erfasst sie auch An- und Zubauten, darunter beispielsweise Garagen oder separate Fahrradabstellkammern. Geregelt werden diese Vorgaben im Wohnungseigentumsgesetz (WoEigG). Der Paragraph 21 Absatz 5 Punkt 3 schreibt vor, dass die Eigentümer­gemeinschaft eine Haus- und Grundbesitzer­haftpflicht sowie mindestens eine Feuer­versicherung für das Gemeinschaftseigentum zum realistischen Neuwert benötigt.

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Unterscheidung von Gemeinschafts- und Sonder­eigentum

Bei einer Eigentümer­gemeinschaft ist zwischen dem Gemeinschafts- und Sonder­eigentum zu differenzieren. Das Gemeinschaftseigentum ist all das, was von der Hausgemeinschaft in ihrer Ganzheit genutzt wird. Typische Sachen und Bauteile vom Gemeinschaftseigentum sind daher:

  • Treppenhaus
  • Aufzüge
  • tragende Wände
  • Decken
  • Dächer
  • Heizungsanlagen

Das Sonder­eigentum ist das, was lediglich einem einzelnen Eigentümer­ in der Gemeinschaft gehört. Das wären beispielsweise Tapeten oder ausgelegte Teppiche, aber auch die Türen in der Wohnung sowie die zur Wohneinheit gehörenden Versorgungsleitungen. Eine schriftliche Festlegung, was Gemeinschafts- und Sonder­eigentum ist, findet über die Teilungserklärung statt.

Leistungen der Gebäude­versicherung für eine Eigentümer­gemeinschaft

Die Leistungen der Gebäude­versicherung bleiben auch dann einheitlich, wenn die Gebäude­versicherung für ein Mehrfamilienhaus abgeschlossen wird. Der Versicherer springt demnach ein, wenn es zu Schäden durch folgende Ursachen kommt:

  • Sturm
  • Hagel
  • Leitungswasser
  • Blitzschlag & Brand

Brandschutz ist Pflicht

Der Brandschutz genießt eine besondere Stellung, da er für die Eigentümer­gemeinschaft ebenfalls verpflichtend ist. Eine Feuer­versicherung kann wahlweise separat abgeschlossen oder in die Gebäude­versicherung integriert werden. Letztere Option ist häufiger anzutreffen. Meist werden außerdem noch die eben genannten Leistungen erfasst. Wie genau der Feuerschutz erfasst wird, ist unerheblich. Wichtig ist jedoch, dass er im Sinne der Eigentümer­gemeinschaft existiert.

Schäden am Sonder­eigentum

Die Unterteilung zwischen Gemeinschafts- und Sonder­eigentum ist für eine Eigentümer­gemeinschaft auch mit Hinblick auf mögliche Schäden wichtig. Kommt es zu schweren Schäden aus der Natur, beschränken sich diese normalerweise nicht ausschließlich auf das Gemeinschaftseigentum. Deshalb erfasst die Gebäude­versicherung auch Sonder­eigentum und schützt damit jeden einzelnen der Eigentümer­.

Was deckt die Gebäude­versicherung für eine Eigentümer­gemeinschaft nicht ab?

Die Gebäude­versicherung greift nicht, wenn es zu ein einem Vorsatz gekommen ist oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Dies gilt jedoch nicht für die Eigentümer­, denen beides nicht vorgeworfen werden kann. Wenn also beispielsweise ein Eigentümer­ in einem Mehrfamilienhaus durch grobe Fahrlässigkeit einen Brand verursacht, so wird die Versicherung nur seinen Anteil nicht auszahlen. Alle anderen Eigentümer­ der Gemeinschaft haben aber weiterhin Anspruch auf Schadenersatz.

Erweiterungen der Gebäude­versicherung als Eigentümer­gemeinschaft beschließen

Es liegt in der Verantwortung der Eigentümer­gemeinschaft, den Schutz der Gebäude­versicherung punktuell zu erweitern, sofern dies notwendig ist. Dabei muss sie auf die individuellen Voraussetzungen und Gegebenheiten reagieren. Gebäude­versicherungen lassen sich beim zuständigen Versicherer relativ flexibel durch weitere Bausteine, Zusatz­versicherungen und Sonder­vereinbarungen erweitern. Die Eigentümer­gemeinschaft muss während ihrer jährlichen Versammlung beraten, welche zusätzlichen Bedingungen und Leistungen in die Gebäude­versicherung aufzunehmen sind.

Mögliche Erweiterungen

Befindet sich in der Immobilie beispielsweise eine Solaranlage, wurden Wärmepumpen oder Klimaanlagen verbaut, ist es sinnvoll, diese ebenfalls in der Gebäude­versicherung zu erfassen. Je nach Lage des Objektes, könnte eine Erweiterung gegen Elementar­schäden sinnvoll sein. Diese umfassen Schäden durch:

  • Lawine
  • Erdrutsch
  • Erdbeben
  • Schneedruck

Kosten der Gebäude­versicherung für eine Eigentümer­gemeinschaft

Die Kosten für die Gebäude­versicherung entfallen anteilig auf alle Mitglieder einer Eigentümer­gemeinschaft. Die exakte Höhe orientiert sich am Anteil des Gemeinschaftseigentums. Ein Eigentümer­, der eine Wohnung mit 50 qm Fläche besitzt, wird also weniger zahlen, als ein zweiter Eigentümer­, dessen Wohnung eine Größe von 100 qm hat. Die Kosten werden wiederum durch das Hausgeld gedeckt. Das Hausgeld entfällt auf alle Eigentümer­ und orientiert sich ebenfalls an der Größe der Wohnung und damit dem Anteil am Gemeinschaftseigentum. Die Kosten für die Gebäude­versicherung werden dann dem Hausgeld entnommen.

Kosten der Gebäude­versicherung bei Vermietung

Hat ein Eigentümer­ seine Eigentumswohnung vermietet, darf er die Kosten für die Gebäude­versicherung auf die Mieter umlegen. Dies geschieht über die jährliche Nebenkostenabrechnung. In diesem Fall müssen dem Mieter auf Verlangen die entsprechenden Versicherungs­verträge vorgelegt werden.

Was kostet eine Gebäude­versicherung für Eigentümer­gemeinschaften?

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Kündigung der Gebäude­versicherung für eine Eigentümer­gemeinschaft

Sind einzelne Eigentümer­ mit dem Versicherungs­schutz nicht zufrieden, weil sie ihn beispielsweise für zu teuer oder nicht umfangreich genug halten, können sie das bei der nächsten Versammlung zur Sprache bringen. Selbige darf von einem Eigentümer­ einberufen werden, wenn er mindestens ein Viertel der Gemeinschaft davon überzeugen kann, ihn zu unterstützen. Für eine Beschlussfähigkeit gilt ebenfalls, dass eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht werden und mindestens die Hälfte aller Eigentümer­ anwesend sein muss. Einigt sich die Gemeinschaft nicht nach dem Willen des einzelnen Eigentümer­s, so muss sich dieser der Eigentümer­gemeinschaft unterordnen.

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Katharina Tennius
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