Förderstopps der KfW: Welche Kredite für H­ausbau und Sanierung sind weiterhin verfügbar?

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Das erwartet Sie hier

Worum es beim KfW-Förderstopp geht und welche Kredite für H­ausbau und Sanierung Sie noch beantragen können.

Inhalt dieser Seite
  1. Update zur Neubauförderung
  2. Was bedeutet KfW Förderung?
  3. Welche Programme wurden gestoppt?
  4. Was wird weiterhin gefördert?

Das Wichtigste in Kürze

  • Ende Januar überraschte die Regierung viele Menschen mit ihrer Ankündigung, dass die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für bestimmte energieeffiziente Bau- und Sanierungsprojekte eingestellt wird.
  • Seit dieser Ankündigung hat sich jedoch einiges bewegt: Mittlerweile ist es in einigen Fällen wieder möglich, Anträge zu stellen, und es zeichnet sich auch ab, wie Bau- und Sanierungsförderung in Zukunft aussehen kann.
  • Hier erfahren Sie, welche Förderprogramme von den Änderungen betroffen sind.
  • Update: Ab dem 20. April kann man Neubauförderung für Häuser der Effizienz­haus-Klasse 40 beantragen

Update: Wiederaufnahme der Neubauförderung

Ab dem 20. April 2022 kann man wieder zinsgünstige Kredite (effektiver Jahreszins ab 1,61 Prozent) für den Bau oder Kauf eines Effizienz­hauses beantragen. Auch der Kauf von Eigentumswohnungen, die den geforderten Standards entsprechen, kann so gefördert werden. Für die Förderung dieser Projekte steht eine Milliarde Euro zur Verfügung und sie ist bis zum 31. Dezember 2022 befristet.

Mittlerweile (Stand: 05.05.2022) sind die Fördermittel für die Effizenz­haus-Stufen 40 mit Erneuerbare-Energien-Klasse und 40 Plus jedoch ausgeschöpft und die KfW bittet darum, keine weiteren Förderanfragen für diese Stufen zu stellen.


Welche Projekte werden gefördert?

Wie angekündigt müssen Häuser nun höheren Effizienzstandards genügen, um sich für die Neubauförderung zu qualifizieren. Die möglichen Tilgungszuschüsse sehen wie folgt aus:

GebäudeTilgungszuschussMaximale Höhe des Tilgungszuschusses (Euro)
Effizienz­haus 40 Erneuerbare-Energien-Klasse*10 % Tilgungszuschuss von maximal 150.000 € Kreditbetrag15.000
Effizienz­haus 40 Nachhaltigkeits-Klasse12,5 % Tilgungszuschuss von maximal 150.000 € Kreditbetrag18.750
Effizienz­haus 40 plus*12,5 % Tilgungszuschuss von maximal 150.000 € Kreditbetrag18.750
*Die Fördermittel für diese Stufen sind vorläufig ausgeschöpft.

Weitere Informationen

Der Einbau von Gasheizungen wird nicht länger gefördert. Die Ausnahmeregelungen für die Betroffenen des Hochwassers gelten weiterhin. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der KfW zu den Förderprogrammen 261 und 262.


Was ist die Förderung der KfW?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt Zuschüsse und zinsgünstige Kredite u.a. für verschiedene Bauprojekte oder den Erwerb von Wohneigentum. Viele Menschen haben diese bei der Immobilienfinanzierung oder bei Sanierungen fest eingeplant. Dazu gehört auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die allerdings bereits zum 24.01.2022 eingestellt wurde. Diese Ankündigung überraschte viele private Bauherren ebenso wie Genossenschaften und Wohnungsbauunternehmen.


Welche Programme wurden eingestellt?

Einen Förderstopp gab es zunächst bei den folgenden Programmen, die den Bau oder Sanierung von Gebäuden mit dem Effizienz­hausstandard 55 als Ziel förderten:

  • 261, 263: Kredit für den energieeffizienten Bau bzw. die Sanierung von Wohngebäuden
  • 263: Kredit für den energieeffizienten Bau bzw. die Sanierung von Nichtwohngebäuden
  • 461: Zuschuss für den energieeffizienten Bau bzw. die Sanierung von Wohngebäuden

Von diesem Stopp betroffen waren 24.000 Anträge. 4.000 davon hatten private Bauherren gestellt. Auch Vertreter des deutschen Studentenwerks zeigten sich besorgt, da sie durch den Förderstopp Wohnheimplätze gefährdet sehen. Mehrere Bauunternehmen und Genossenschaften wollen klagen. Sanierungs­maßnahmen werden mittlerweile wieder gefördert.


Häuser der Effizienzstufe 40 sollen wieder gefördert werden

Förderung für die Effizienz­hausstufe 55 wird es auch nach dem Neustart des BEG nicht mehr geben. Der Bau von Häusern der Effizienzstufe 40 soll in Zukunft weiterhin gefördert werden (siehe Update). Welche Bau- und Sanierungs­maßnahmen gegenwärtig gefördert werden, können Sie im Detail in den Förderrichtlinien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klima­schutz nachlesen:

Förderrichtlinien


Icon Briefumschlag

Bereits gestellte Anträge werden trotzdem bearbeitet

Nachdem die Förderung ursprünglich bereits früher enden sollte, gab die Regierung bekannt, dass alle Anträge, die bis zum 23.01.2022 eingegangen sind, noch bearbeitet würden. Wer bereits einen Antrag gestellt und eine Zusage erhalten hat, hat sich die Förderung damit reserviert und erhält den Kredit bzw. den Zuschuss, nachdem er die Einhaltung der Förderbedingungen nachgewiesen hat.

Übergangsregel für Hochwasser-Gebiete

lesen

Wer vom Hochwasser von 2021 betroffen war, kann während eines Übergangszeitraums bis zum 30. Juni 2022 Förderung für den Bau oder Kauf eines Hauses mit der Effizienzstufe 55 beantragen.

Warum wurde die Förderung eingestellt?

Das Ende der Förderung wird damit begründet, dass die Förderung des sogenannten Effizienz­hauses 55 – also von Häusern, die höchstens 55 Prozent der Energie eines Standard­hauses verbrauchen – einem veralteten Standard entspricht, da sich das Effizienz­haus 55 längst durch­gesetzt habe. Entsprechend sollten Fördermittel lieber dort ein­gesetzt werden, wo sie größere CO2-Einsparungen anregen können. Darüber hinaus handelte es sich um ein sehr kostenintensives Programm.

Förderstopp für Sanierungen rückgängig gemacht

Nachdem ursprünglich auch die Förderung für Sanierungen für mehr Energieeffizienz eingestellt wurde, können seit dem 22. Februar 2022 wieder neue Anträge für Sanierungsförderung im Rahmen der BEG gestellt werden. Dies betrifft die Förderprogramme 261, 262 und 461.

Über das Programm 261 kann man einen Kredit mit Tilgungszuschuss beantragen, um einen bestimmten KKfW-Effizienz-Standard herzustellen. Die maximale Kredithöhe beträgt 120.000 Euro pro Wohneinheit, der Tilgungszuschuss beträgt bis zu 50 Prozent.

Programm 262 kann für die Finanzierung bestimmter Einzel­maßnahmen genutzt werden, z.B.:

  • Wärmedämmung
  • Einbau oder Erneuerung von Fenstern und Türen
  • Einbau von Wärme­schutz für den Sommer
  • Implementierung von digitalen Systemen, die den Energieverbrauch reduzieren
  • umweltfreundliche Heizungstechnik

Hier beträgt die Kreditsumme maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit und auch hier ist ein Tilungszuschuss von bis zu 50 Prozent möglich. Auch die Beantragung eines Zuschusses von bis zu 75.000 Euro (die Höhe hängt von den Kosten der Sanierungs­maßnahmen und der durch die Sanierung erreichten Effizienz­hausstufe ab) über Programm 461 ist wieder möglich.


Diese Programme sind nicht vom Stopp betroffen

Von den Veränderungen unberührt bleiben die folgenden Programme:

  • 124, 134: Förderkredite für Wohneigentum (Eigenheim oder Genossenschafts­anteile)
  • 159, 455-B: Förderkredit oder Zuschuss für Umbau für barrierefreies Wohnen (allerdings sind die Mittel für die Bewilligung neuer Anträge auf Zuschüsse aktuell ausgeschöpft)
  • 270: Förderkredit für Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme mit erneuerbaren Energien
  • 424: Baukindergeld
  • 433: Zuschuss für Brennstoffzellen
  • 455-E: Zuschuss für Einbruch­schutz

Icon Person mit Laptop

Was ist beim Antrag zu beachten?

Neben anderen Aspekten ist es wichtig, dass Sie die Förderung zum richtigen Zeitpunkt beantragen: Der Antrag muss vor dem Abschluss von Leistungs-, Liefer- und Kaufverträgen gestellt werden. Nur Planungs- und Beratungsleistungen können Sie schon vorher nutzen. Anträge für die Finanzierung von Einzel­maßnahmen werden beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt. Die mit der Förderung gebauten oder sanierten Wohneinheiten müssen für mindestens zehn Jahre zweckentsprechend genutzt werden.


Welche anderen Förderprogramme gibt es?

Neben der Förderung durch die KfW gibt es noch verschiedene weitere Programme, die energieeffiziente Bau- und Sanierungsvorhaben fördern. So laufen z.B. die BEG-Förderprogramme beim BAFA unverändert weiter.

Darüber hinaus gibt es nach wie vor Förderprogramme auf Landesebene oder kommunaler Ebene, welche Neubauten oder Modernisierungen mit Zuschüssen oder besonders günstigen Darlehen unterstützen. Mehr dazu erfahren Sie z.B. auf den Seiten der Landesregierungen oder der Förderbanken des jeweiligen Bundeslandes. Besonders gut sind die Chancen auf Förderung, wenn das Haus bestimmten Umweltstandards entspricht oder kostengünstig vermietet werden soll.

Energieeffizientes Bauen: Das sind die langfristigen Pläne der Regierung

Die Effizienzgebäudestufe 55 soll laut Robert Habeck ab 2023 ver­pflichtender Standard werden. Auch andere Fördertöpfe, z.B. für E-Autos und private Ladestationen, stehen auf dem Prüfstand. Im Gespräch – und in einigen Bundesländern bereits möglich – ist jedoch eine Förderung von EH55-Gebäuden, die explizit als Sozialwohnungen oder mit der Zusicherung preisgünstiger Mieten gebaut werden.