Ist eine Rechtsschutz­versicherung sinnvoll?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Rechtsschutz­versicherung können die Versicherten im Fall eines Rechtsstreits viel Geld sparen.
  • Nicht jeder Versicherungsschutz ist jedoch sinnvoll: Je nach individueller Situation ist das Risiko für bestimmte Rechtsstreitigkeiten klein oder schon anderweitig abgesichert.
  • Aus diesem Grund ist es sinnvoll, den eigenen Versicherungsbedarf zu prüfen, bevor man eine Rechtsschutz­versicherung abschließt.

Das erwartet Sie hier

Wann eine Rechtsschutz­versicherung sinnvoll ist und wer keine Rechtsschutz­versicherung braucht.

Inhalt dieser Seite
  1. Welcher Rechtsschutz ist sinnvoll?
  2. Für wen ist Rechtsschutz sinnvoll?
  3. Wer braucht keine Versicherung?
  4. Fazit

Welcher Rechtsschutz ist sinnvoll?

Rechtsschutz kann sich lohnen

Der Abschluss einer Rechtsschutz­versicherung ist keine Pflicht und sie ist weniger wichtig als zum Beispiel die private Haftpflicht­versicherung (die übrigens bereits passiven Rechtsschutz gegen Schadenersatzansprüche Dritter beinhaltet). Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass eine Rechtsschutz­versicherung nicht sinnvoll ist. Denn eine Rechtsschutz­versicherung ermöglicht es Ihnen, Ihre Ansprüche vor Gericht oder in Mediationsverfahren durchzusetzen, ohne dass Ihnen dadurch potenziell sehr hohe Kosten entstehen.

Typische Schadensfälle der Rechtsschutz­versicherung


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Maßgeschneiderter Schutz

Bei der Rechtsschutz­versicherung ist Rundumschutz teuer und nicht immer sinnvoll. Denn Sie können unnötige Ausgaben vermeiden, indem Sie nur die für Sie relevanten Rechtsgebiete versichern. Das können beispielsweise Verkehrs­rechtsschutz, Miet­rechtsschutz oder Arbeits­rechtsschutz sein. Hier sollten Sie auch prüfen, worauf Sie unter Umständen verzichten können, weil Sie bereits durch Ihre Mitgliedschaft in Vereinen oder Gewerkschaften Versicherungsschutz haben.


Versichern Sie sich rechtzeitig

Die Rechtsschutz­versicherung leistet nur bei Rechtsstreitigkeiten, die bei Vertragsschluss noch nicht begonnen haben. Bei vielen Rechtsgebieten sind zudem Wartezeiten zu beachten. Es ist also nicht sinnvoll, wegen einer bereits laufenden Auseinandersetzung eine Versicherung abzuschließen. Vielmehr sollten Sie den Abschluss einer Rechtsschutz­versicherung davon abhängig machen, wie hoch Sie das Risiko von Rechtsstreitigkeiten in der Zukunft einschätzen.

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Für wen ist eine Rechtsschutz­versicherung sinnvoll?

Für diese Personen ist eine Rechts­schutz­ver­siche­rung besonders sinnvoll

Ob Sie eine Rechtsschutz­versicherung abschließen sollten und welche Versicherungs­bausteine für Sie sinnvoll sind, hängt von Ihren persönlichen Risiken ab. Je nach Ihrer beruflichen Situation, Ihren Wohnverhältnissen und Ihrem Alltag ergeben sich verschiedene Risiken für Rechtsstreitigkeiten.

Vielfahrer

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Wer viel mit dem eigenen Auto unterwegs ist, kann leicht in Streitfragen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr geraten. Eine Verkehrs­rechts­schutz­ver­siche­rung ist hier besonders sinnvoll. So können mithilfe des Versicherers und einem Anwalt ungeklärte Schuldfragen nach Verkehrsunfällen geklärt werden. Auch Radfahrer und sogar Fußgänger können einen Verkehrs­rechtsschutz in Anspruch nehmen. Großer Vorteil dieser Police: Sie kann separat und zu einem vergleichsweise günstigen Preis abgeschlossen werden. Eine weitere Besonderheit: Der Rechtsschutz gilt in der Regel ohne Wartezeit.

Angestellte im Betrieb

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In einigen Betrieben oder Branchen besteht grundsätzlich eine höhere Wahrscheinlichkeit, in einen Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber zu geraten. Ist dies bereits abzuschätzen, macht es durchaus Sinn, eine Arbeits­rechts­schutz­ver­siche­rung abzuschließen. Diese deckt unter anderem ungerechtfertigte Mahnungen oder Kündigungen oder Streitigkeiten bezüglich der Arbeitszeit oder des Arbeitsvertrages ab. In juristischen Auseinandersetzungen im Berufsrecht geht es nicht selten um die finanzielle Existenz der Betroffenen. Außerdem gilt allgemein im Arbeitsrecht: Die Anwaltskosten der ersten Instanz müssen immer selbst getragen werden. Bereits hierfür lohnt sich eine Arbeits­rechts­schutz­ver­siche­rung.

Freiberufler und Selbständige

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Freiberuflich oder selbständig Tätige tragen ohnehin eine größere Verantwortung im Berufsleben als Angestellte. Hinzu kommt das Risiko, mit Kunden, den eigenen Mitarbeitern oder Subunternehmen in Rechtsstreitigkeiten zu geraten. Diese Streitigkeiten kosten nicht nur Nerven und Mühen, sondern auch Geld, welches Selbständige an anderen Stellen besser gebrauchen können. Die Investition in eine gute Rechts­schutz­ver­siche­rung für Selbständige lohnt sich hier allemal.

Mieter und Vermieter

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Eine falsche Nebenkostenabrechnung, eine unberechtigte Mieterhöhung, eine plötzliche Anmeldung für Eigenbedarf oder – auf Seiten der Vermieter – ein Mieter, der seine Miete einfach nicht zahlen will: Mietstreitigkeiten sind sehr häufig und mühselig. Sowohl als Mieter, als auch als Vermieter, Eigentümer oder Nachbar macht es durchaus Sinn, eine Miet­rechts­schutz­ver­siche­rung beziehungsweise Vermieter­rechts­schutz­ver­siche­rung abzuschließen.

Familien

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Die Rechts­schutz­ver­siche­rung kann auch im Familientarif abgeschlossen werden. Dies bedeutet, dass neben dem Versicherungsnehmer auch Ehepartner und Kinder mitversichert sind. Der „Aufschlag“, den man im Vergleich zu einem Singletarif draufzahlen würde, ist vergleichsweise gering und so ist die gesamte Familie abgesichert. Denn: Je mehr Personen im Haushalt leben, desto höher ist das Risiko, dass einer von ihnen in einen Rechtsstreit geraten könnte.

Experten-Tipp:

„Tatsächlich ist es so, dass für manche Menschen ein guter Rechtsschutz mehr zu empfehlen ist als für andere. Oftmals kommt es hier stark auf die persönlichen Lebensumstände an. Je nachdem, welchen Beruf jemand ausübt oder in welcher Lebenssituation man sich befindet: Eine Rechts­schutz­ver­siche­rung ist für jeden sinnvoll, der mit dem einen oder anderen Rechtsstreit rechnen muss. Sei es als Unternehmer, als Angestellter, als Arzt, als Journalist oder als Nachbar.“

Foto von Martin Hacker
Berater

Für wen ist eine Rechtsschutz­versicherung weniger sinnvoll?

Wann eine Rechts­schutz­ver­siche­rung weniger sinnvoll ist

Am Ende einer persönlichen Beratung und einer genauen Ermittlung des Bedarfs kann auch das Ergebnis sein, dass eine Rechts­schutz­ver­siche­rung nicht notwendig ist. Es gilt ohnehin, dass jeder Verbraucher für sich selbst abschätzen muss, ob sich der Abscluss einer Versicherung lohnt. Wenn Sie einer der folgenden Gruppen angehören, sollten Sie prüfen, ob eine Rechtsschutz­versicherung beziehungsweise bestimmte Versicherungs­bausteine angesichts Ihrer Risiken und Ihres bestehenden Versicherungsschutzes sinnvoll sind oder nicht.

Pensionäre und Rentner

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Wer aus dem Berufsleben ausgetreten ist, benötigt auch keine Arbeits­rechts­schutz­ver­siche­rung. Andere Risiken hingegen bleiben relevant, beispielsweise sind sozialrechtliche Auseinandersetzungen möglich.

Studenten

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Studenten benötigen keine eigene Rechts­schutz­ver­siche­rung, da sie in vielen Fällen über die Eltern mitversichert werden können. Nähere Informationen zu den Besonderheiten für Studenten und wann sie gegebenenfalls doch eine eigene Rechtsschutz­versicherung brauchen, erfahren Sie hier:

Rechtsschutz­versicherung für Studenten

Mitglieder einer Gewerkschaft

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Viele Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern einen eigenen Arbeits­rechtsschutz. Diese zahlen sie mit ihren Mitgliedsbeiträgen sozusagen mit. Weitere Informationen dazu gibt es hier:

Arbeits­rechts­schutz­­versicherung der Gewerkschaften

Mitglieder des Mieterbundes

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Wer Mitglied in einem Mieterbund ist, erhält durch diesen bereits eine Art Rechtsschutz. Wem diese Leistung bereits genügt, braucht keine gesonderte Mieter­rechts­schutz­ver­sicherung. Jedoch sollte hier geprüft werden, ob die Beratungsleistung durch die Anwälte des Mieterbundes wirklich ausreicht. Der zu zahlende Beitrag ist im Vergleich zu einer Versicherung jedoch meist geringer.

Fazit

Für viele Personen ist die Absicherung durch eine Rechtsschutz­versicherung sinnvoll. Allerdings sollten Sie Ihren Versicherungsbedarf und Ihren bestehenden Schutz prüfen, sodass Sie nur Streitigkeiten in den Rechtsbereichen versichern, die für Sie tatsächlich relevant und noch nicht anderweitig abgesichert sind.

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Katharina Burnus
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