Kfz-Versicherung für Fahranfänger – Spartipps (2024)

Foto von Nina Ibach
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Das Wichtigste in Kürze

  • Fahranfänger zahlen besonders viel für die Kfz-Haftpflicht­versicherung.
  • Das liegt an ihrem erhöhten Unfallrisiko.
  • Es gibt jedoch Möglichkeiten, bei den Versicherungsprämien zu sparen – insbesondere, wenn man sich dafür mit Eltern und Großeltern abspricht.
  • Auch die Wahl des Fahrzeugs ist ein Faktor.
  • Ein Tarifvergleich hilft ebenfalls beim Sparen, da es Preisunterschiede bei den Tarifen für Fahranfänger gibt.

Das erwartet Sie hier

Neun Tipps, wie Fahranfänger in der Kfz-Haftpflicht­versicherung sparen können und wieso sie eigentlich höhere Beiträge zahlen müssen.

Inhalt dieser Seite
  1. Fahranfänger zahlen mehr
  2. Beiträge sparen: So helfen Verwandte
  3. Weitere Spartipps
  4. Mehr zum Führerschein mit 17
  5. Fazit

Fahranfänger zahlen mehr

Volle Beiträge wegen SF-Klasse 0

Fahranfänger bezahlen besonders viel für die Kfz-Haftpflicht­versicherung – unabhängig davon, ob sie ein eigenes Auto haben oder sich eines mit ihren Eltern teilen. Denn Fahranfänger werden zunächst in die Schadenfreiheitsklasse 0 eingestuft. Das bedeutet, dass sie den vollen Beitragssatz zahlen müssen. Eine Hochstufung in eine höhere Schadenfreiheitsklasse findet nur statt, wenn sie den Führerschein seit mehr als drei Jahren haben und in dieser Zeit auch Fahrpraxis sammeln konnten.

Höheres Risiko für junge Fahrer

Hinzu kommt noch, dass junge Fahrer statistisch gesehen mehr Unfälle verursachen und daher allein schon wegen ihres Alters mit weiteren Aufschlägen rechnen müssen. So ist es durchaus möglich, dass allein für eine Kfz-Haftpflicht­versicherung ohne Kaskoschutz schon Kosten von 1.800 Euro anfallen – was insbesondere für junge Menschen, die vielleicht noch in der Ausbildung sind, eine große Belastung darstellt.

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Schadenfreiheitsklasse M

Wer weniger als drei Jahre Fahrerfahrung hat, wird zunächst in die Schadenfreiheitsklasse 0 eingestuft. Kommt dann noch ein Schaden hinzu, wird daraus die Klasse M, die noch einmal mit einem hohen Aufpreis einhergeht. In dieser Klasse kann man auch landen, wenn man eigentlich eine höhere Schadenfreiheitsklasse hatte, aber in einem Jahr mehrere Schäden meldet.


Niedrige Einstufung vermeiden

Je nach Ihren persönlichen Umständen ist es möglich, die Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse 0 zu vermeiden und so Geld zu sparen, wie wir in den nächsten Kapiteln erläutern. Darüber hinaus sollten Sie einen Tarifvergleich durchführen, um eine günstige Versicherung zu finden.

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Beiträge sparen mit Familienmitgliedern

Auto als Zweitwagen der Eltern versichern

Wer die Anmeldung des Fahrzeugs mithilfe der Eltern bewerkstelligt, kann höheren Versicherungsbeiträgen entgehen. Hierzu muss das Auto des jungen Fahrers als Zweitwagen auf den Namen eines Elternteils angemeldet werden. Bei dieser Herangehensweise wird der Fahranfänger unmittelbar der Schadenfreiheitsklasse ½ zugeordnet. In dem Fall hat er mit einem Prozentsatz zwischen 120 und 140 zu rechnen. Im Fall eines Unfalls mit dem Zweitwagen wird lediglich der Zweitwagen zurückgestuft, die Schadenfreiheitsklasse des Erstwagens bleibt erhalten.


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Familientarif nutzen

Dennoch können Fahranfänger auch bei Eigenanmeldung in die Schadenfreiheitsklasse ½ hochgestuft werden. Sie müssen nur darauf achten, dass das Fahrzeug bei demselben Versicherer versichert wird wie das der Eltern. Unter Umständen können Sie sich auch die Schadenfreiheitsrabatte eines Zweitwagens der Eltern übertragen lassen.


Schadenfreiheitsrabatte von Verwandten übernehmen

Wer als Fahranfänger das Auto seiner Eltern oder Großeltern regelmäßig gefahren hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen deren Rabatte in der Schadenfreiheitsklasse übernehmen. Jedoch können nicht alle Rabatte von Verwandten übernommen werden. Beispielsweise können nur die Rabatte übertragen werden, die der Übernehmende auch selbst hätte erreichen können. Wenn der Fahranfänger zum Beispiel lediglich drei Jahre im Besitz eines Führerscheins ist, kann er höchstens die Schadenfreiheitsklasse 3 vom Verwandten übernehmen – selbst wenn der Übertragende mit der Schadenfreiheitsklasse 25 versichert ist.

Verfahren zur Übertragung der Schadenfreiheitsrabatte

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Damit dem Fahranfänger die Schadenfreiheitsrabatte übertragen werden, muss der Verwandte seine Kfz-Haftpflicht­versicherung darüber in Kenntnis setzen, dass er in Zukunft auf den Schadenfreiheitsrabatt des genutzten Autos verzichtet. Im Gegenzug muss der Führerscheinneuling die Übernahme des Rabattes beantragen. Hierbei muss er einen Nachweis erbringen, der die genaue Fahrtdauer mit dem Auto des Verwandten reflektiert. Wobei sich die Versicherer letztlich nur für die eigentliche Dauer des Führerscheinbesitzes interessieren. Die angegebene Fahrtdauer im Antrag bildet den Ausgangspunkt dafür, in welche Schadenfreiheitsklasse der Fahranfänger letzten Endes eingestuft wird.

Das sind die Voraussetzungen

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Damit der Führerscheinneuling von dieser Möglichkeit Gebrauch machen kann, muss er nachweisen, dass er seit mindestens sechs Monaten im Besitz eines Führerscheins ist. Ist der Nachweis erbracht, wird er unmittelbar in die Schadenfreiheitsklasse ½ eingestuft. Im umgekehrten Fall hätte der Fahranfänger drei Jahre warten müssen, bis er der Schadenfreiheitsklasse ½ angehört. Einige Versicherungen setzen außerdem das Leben in einer häuslichen Gemeinschaft voraus. Bei wieder anderen ist ein bestimmter Verwandtschaftsgrad nötig, damit die Übertragung erlaubt wird.

Wann ist das sinnvoll?

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Die Übertragung der Schadenfreiheitsrabatte hat aber auch einige Nachteile. Stimmt der Anspruchsberechtigte einer Übertragung seiner Schadenfreiheitsrabatte zu, kann er diese in Zukunft nicht mehr selbst in Anspruch nehmen. Daher lohnt sich dies meist nur bei Großeltern und Enkelkindern, also einer Konstellation, bei der der Überträger der Rabatte diese selbst nicht mehr braucht. Meldet man das Auto ab, bleiben die Schadenfreiheitsrabatte bis zu sieben Jahre danach noch erhalten.

Weitere Spartipps für Fahranfänger

Günstige Typklasse wählen

Die Höhe der Versicherungsbeiträge wird nicht nur von der Dauer des Führerscheinbesitzes beeinflusst, sondern auch von der Typklasse des Fahrzeugs. Je häufiger dieser Fahrzeugtyp in Unfälle verwickelt war oder geklaut wurde, desto höher ist die Typklasse und der entsprechend zu zahlende Versicherungsbeitrag. Durch die Wahl des richtigen Autos können Sie also Geld sparen.


Icon Schriftrolle

Teilnahme an Fahrsicherheitstrainings

Können Fahranfänger die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining dokumentieren, werden sie von einigen Versicherungen mit günstigen Tarifen belohnt.


Schadenfreiheitsrabatt von einem anderen Fahrzeug mitnehmen

Schadenfreiheitsrabatte können auch zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen übertragen werden. Wenn Sie vor dem Kauf Ihres Autos ein Motorrad oder einen Motorroller ab 50 Kubikzentimetern hatten und mit diesem schadenfrei unterwegs waren, können Sie die Schadenfreiheitsklasse auf Ihr Auto übertragen.

Icon Motorradhelm

Icon Auto

Durch Carsharing Fahrerfahrung sammeln

Wer zunächst kein eigenes Auto gebraucht, aber ausreichend unfallfreie Tage und Kilometer in Carsharing-Autos gesammelt hat, kann sich bei einigen Versicherern dafür schadenfreie Jahre gutschreiben lassen. Dafür muss man dem Versicherer eine schriftliche Bestätigung des Carsharing-Anbieters vorlegen.

Versicherung für Carsharing und Mietwagen


Telematik-Tarife

In einem Telematik-Tarif kann man mit einer sicheren Fahrweise die Kosten des Tarifs senken und so die Nachteile als junger Fahrer ein Stück weit ausgleichen. Man muss dafür aber bereit sein, Daten zum Fahrverhalten mit der Versicherung zu teilen. Dies geschieht zum Beispiel, indem eine App Sensordaten auswertet.

Icon Smartphone

Führerschein mit 17 und begleitetes Fahren

Auch wer seinen Führerschein schon mit 17 macht und begleitet Auto fährt, erhält bei vielen Versicherern günstigeren Versicherungsschutz. Beim begleiteten Fahren sind Unfälle dank der Begleitung der Eltern seltener, weswegen hier in der Regel niedrigere Beiträge erhoben werden und anschließend wirkt sich das zusätzliche Jahr Fahrpraxis positiv aus.

So funktioniert der Führerschein mit 17

Ausbildung und Prüfung sind gleich

Die Führerscheinausbildung können Anwärter bereits sechs Monate vor ihrem 17. Geburtstag beginnen. Dieses Eintrittsalter ermöglicht ihnen auch, ihre Fahrkünste auf Verkehrsübungsplätzen unter Beweis zu stellen. Jüngere Fahrschüler absolvieren dieselbe Ausbildung und Prüfung, die auch jeden älteren Fahrschüler erwarten würde. Grundsätzlich besteht sie aus einem theoretischen und praktischen Teil, der die Ableistung festgeschriebener Pflichtstunden vorsieht.

Icon Kalender

Wann darf man frühestens Prüfungen ablegen?

Bei dieser Form der Führerscheinausbildung kann die theoretische Prüfung drei Monate vor Vollendung des 16. Lebensjahres absolviert werden. Im Gegensatz dazu muss der Fahrschüler bis zu einem Monat vor seinem 17. Geburtstag warten, damit er die praktische Prüfung ablegen darf. Wird diese erfolgreich absolviert, erhält man die besondere Fahrerlaubnis.

Regelungen für begleitetes Fahren

Die besondere Fahrerlaubnis ermächtigt Fahranfänger unter 18, in Begleitung einer dafür eingetragenen Personen Auto zu fahren. Damit der Teenager begleitet fahren darf, muss die eingetragene Person folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestens 30 Jahre alt
  • Führerschein seit fünf Jahren
  • Nicht mehr als drei Punkte in Flensburg

Des Weiteren beschränkt sich das erlaubte Fortbewegen eines Fahrzeugs lediglich aufs Inland. Somit werden 17-Jährige im Ausland nicht ans Steuer gelassen. Die einzige Ausnahme bildet Österreich. Dort gelten dieselben Bestimmungen wie in Deutschland.

Bei Missachtung der Regeln droht Führerscheinentzug

Hält sich ein Führerscheinneuling nicht an die Regelungen des begleitenden Fahrens und wird beim Fahren ohne eingetragenen Begleiter erwischt, wird er mit einem Bußgeld von 50 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft. Im schlimmsten Fall wird ihm die Fahrerlaubnis entzogen, sodass er zunächst zum Besuch eines Aufbauseminars verpflichtet wird, bis ihm der Führerschein neu ausgestellt wird.

Fazit

Fahranfänger und junge Autofahrer zahlen in der Kfz-Haftpflicht­versicherung besonders viel. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, dies abzufedern – das gilt ganz besonders, wenn Familienmitglieder durch gemeinsame Tarife oder die Übertragung von Schadenfreiheitsklassen helfen könnten. Aber auch durch die Auswahl ihres Autos und Tarifs können junge Autofahrer ihre Kosten beeinflussen.


Die häufigsten Fragen zur Kfz-Versicherung für Fahranfänger

Wie kann ich als Fahranfänger in der Kfz-Versicherung sparen?

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Fahranfänger haben mehrere Möglichkeiten, bei der Kfz-Versicherung zu sparen. Sie können ihr Auto zum Beispiel als Zweitwagen der Eltern mit ihnen als Fahrer versichern lassen oder vielleicht Schadenfreiheitsrabatte von Verwandten übernehmen. Auch wer den Führerschein schon mit 17 macht oder sich für ein Auto einer günstigeren Typklasse entscheidet, zahlt oft weniger.

Welche Kfz-Versicherung ist günstig für Fahranfänger?

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Fahranfänger können oft besonders viel sparen, wenn ihr Auto als Zweitwagen ihrer Eltern versichert wird, da sie so eine höhere Schadenfreiheitsklasse erhalten.

Was passiert, wenn Fahrer unter 25 sind?

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Wenn Fahrer unter 25 oder sogar 23 eine eigene Kfz-Versicherung abschließen oder in den Fahrerkreis einer bestehenden Versicherung aufgenommen werden, lässt dies die Kosten in die Höhe schnellen, da Versicherungsschutz für Fahranfänger und junge Menschen besonders teuer ist.

Wie viel Prozent hat ein Fahranfänger bei der Versicherung?

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Ein Fahranfänger zahlt zunächst 100 Prozent des Versicherungsbeitrags. Der Beitrag sinkt dann durch Jahre unfallfreien Fahrens.

Kann ein Fahranfänger mit dem Auto der Eltern fahren?

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Damit ihre Kinder ihr Auto mitverwenden können, müssen Eltern ihren Versicherungsvertrag ändern. Das ist weniger teuer, wenn die Kinder schon über 25 sind.

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