Berufs­unfähigkeits­versicherung: Das gilt im Todesfall

Von Lena Mierbach
Fachlich geprüft durch Patrick Knittel
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufs­unfähigkeits­versicherung im Todesfall endet von selbst, sobald die versicherte Person stirbt, und eine selbständige BU zahlt in der Regel keine Todesfallleistung.
  • Eine Todesfallsumme gibt es nur, wenn die BU als Zusatz­versicherung an einer Risikolebens- oder Lebens­versicherung hängt oder eine eigene Risikolebens­versicherung besteht.
  • Aus einer reinen BU erhalten Erben meist nur anteilige Beiträge oder angesammelte Überschüsse, bei Beitragsverrechnung bleibt kein Guthaben übrig.
  • Bestand beim Tod schon eine Berufs­unfähigkeit, können Erben offene Ansprüche für die Zeit vor dem Tod weiter geltend machen, die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre.
  • Stirbt nur der Versicherungsnehmer, etwa ein Elternteil bei der Kinder-BU, läuft der Vertrag weiter und geht auf dessen Erben über, nicht automatisch auf das Kind.
Patrick Knittel

Wenn ein naher Mensch stirbt, bleibt neben der Trauer viel zu regeln …

Wenn ein naher Mensch stirbt, bleibt neben der Trauer viel Papierkram zu erledigen. Auch die Berufs­unfähigkeits­versicherung gehört dazu, und mit ihr die Frage, ob Geld an die Familie fließt. Die Antwort überrascht viele: Eine BU versichert die Arbeitskraft, nicht das Leben. Mit dem Tod endet der Vertrag, eine Todesfallsumme zahlt er meist nicht. Trotzdem können Erben Rechte und Fristen haben. Wir erklären in Ruhe, was jetzt zu tun ist und wie Sie Ihre eigene Familie besser absichern.

Was passiert mit der Berufs­unfähigkeits­versicherung bei Tod?

Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung im Todesfall endet automatisch: Stirbt die versicherte Person, erlöschen der Anspruch auf BU-Rente und die Beitragsbefreiung, also die Übernahme der Beiträge im Leistungsfall. Eine Todesfallleistung zahlt eine selbständige BU in der Regel nicht. Geld für Hinterbliebene gibt es nur, wenn die BU mit einer Risikolebens­versicherung kombiniert ist oder zu viel gezahlte Beiträge und Überschüsse übrig sind.

Eine Kündigung ist nach dem Tod nicht nötig, der Vertrag endet von selbst. Nach den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) endet der Anspruch auf Rente und Beitragsbefreiung, wenn die versicherte Person stirbt (Quelle: GDV-Musterbedingungen Berufs­unfähigkeits­versicherung, § 1). Der Versicherer rechnet dann nur noch ab.

Wichtig ist dabei, wer genau stirbt. Der Tod der versicherten Person beendet den Vertrag. Stirbt dagegen nur der Versicherungsnehmer, also der Vertragspartner, der die Beiträge zahlt, läuft der Vertrag weiter. Das passiert zum Beispiel bei einer BU für Kinder, die ein Elternteil abgeschlossen hat.


Wer im Vertrag welche Rolle hat

Ein BU-Vertrag kennt bis zu vier Rollen. Versicherungsnehmer und versicherte Person dürfen verschiedene Menschen sein, das erlaubt das Versicherungs­vertrags­gesetz (VVG) ausdrücklich (Quelle: VVG § 150). Typisch sind Eltern und Kind, Partner oder Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

RolleWer ist das?Was im Todesfall gilt
VersicherungsnehmerVertragspartner, zahlt die Beiträge, legt das Bezugsrecht festSeine Rechte und Pflichten gehen auf seine Erben über
Versicherte PersonDie Person, deren Arbeitskraft versichert istStirbt sie, endet der BU-Schutz
BezugsberechtigterVom Versicherungsnehmer benannte Person, die eine Leistung erhältBekommt eine Todesfallleistung direkt, ohne Umweg über den Nachlass
ErbenRechtsnachfolger nach Testament oder GesetzErhalten den Nachlass, zum Beispiel erstattete Beiträge

Was zahlt welcher Vertrag im Todesfall?

Ob Hinterbliebene Geld bekommen, hängt von der Vertragsart ab. Eine Berufs­unfähigkeitszusatz­versicherung, kurz BUZ, hängt immer an einem Hauptvertrag. Sie bildet mit ihm eine Einheit und endet spätestens mit ihm (Quelle: GDV-Musterbedingungen BU-Zusatz­versicherung, § 9). Die Todesfallleistung zahlt dann der Hauptvertrag, nicht die BU.

VertragLeistung beim Tod der versicherten PersonWer bekommt sie?
Selbständige BUIn der Regel keine Todesfallleistung, nur Abrechnung von Beiträgen und ÜberschüssenVersicherungsnehmer beziehungsweise seine Erben
BUZ an Risikolebens­versicherungVereinbarte Summe, bei fallender Summe der aktuelle StandBezugsberechtigter, sonst Erben
BUZ an Kapitallebens­versicherungVereinbarte VersicherungssummeBezugsberechtigter, sonst Erben
BUZ an privater Renten­versicherungJe nach Tarif, etwa Beitragsrückgewähr oder Rest der RentengarantiezeitBezugsberechtigter, sonst Erben
Basisrente (Rürup) mit BUZNur eine vorher vereinbarte HinterbliebenenrenteEhegatte und kindergeldberechtigte Kinder

Nur als Ausnahme bieten einzelne selbständige BU-Tarife eine kleine Todesfallleistung als Option an, zum Beispiel die Schüler-BU der Mecklenburgischen (Bedingungen, Version 01.2025). Bei der geförderten Basis-BU schließt das Einkommensteuergesetz (EStG) eine Vererbung ausdrücklich aus (Quelle: EStG § 10).

Wie die Kombination mit einem Hauptvertrag im Detail funktioniert, erklärt unser Ratgeber zur Berufs­unfähigkeitszusatz­versicherung.


Warum die BU Ihre Familie nicht absichert

Die BU versichert Ihre Arbeitskraft, nicht Ihr Leben. Das Gesetz definiert den Versicherungsfall als eingetretene Berufs­unfähigkeit, der Tod kommt darin nicht vor (Quelle: VVG § 172). Stirbt ein Hauptverdiener, fallen sein Einkommen und eine laufende BU-Rente gleichzeitig weg.

Das Risiko ist nicht klein. Nach unserer Berechnung aus der Sterbetafel 2023/2025 sterben rund 15 Prozent der Männer zwischen dem 30. und dem 67. Geburtstag, bei Frauen knapp neun Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt). Wer selbst Partner, Kinder oder einen Kredit absichern will, braucht deshalb neben der BU einen eigenen Todesfallschutz.

Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung so planen, dass auch Ihre Familie geschützt ist

Wenn Sie selbst vorsorgen möchten, stellen wir Ihre BU und den passenden Todesfallschutz aufeinander abgestimmt zusammen, als Kombi oder in zwei Verträgen. Unsere BU-Beratung ist von Finanztip empfohlen.

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Todesfall melden: Was Hinterbliebene jetzt tun müssen

Hinterbliebene sollten den Tod so schnell wie möglich beim Versicherer melden und eine Sterbeurkunde beilegen. Eine Kündigung brauchen Sie nicht. Die schnelle Meldung stoppt den Beitragseinzug und verhindert, dass der Versicherer nach dem Tod gezahlte Renten später von den Erben zurückfordert.


Wer den Tod melden muss

Bei Verträgen mit Todesfallleistung, etwa einer Risikolebens­versicherung mit BU-Zusatz, ist der Tod der Versicherungsfall. Melden müssen ihn dann der Versicherungsnehmer beziehungsweise seine Erben und auch der Bezugsberechtigte (Quelle: VVG § 30).

Bei einer reinen selbständigen BU ist der Tod kein Versicherungsfall. Melden sollten ihn trotzdem die Erben, die nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) als Rechtsnachfolger eintreten (Quelle: BGB § 1922). Manche Bedingungswerke schreiben auch hier eine unverzügliche Meldung vor.


Welche Unterlagen der Versicherer braucht

Grundlage ist immer eine amtliche Sterbeurkunde mit Alter und Geburtsort. Bei einer Todesfallleistung verlangt der Versicherer zusätzlich eine ärztliche oder amtliche Bescheinigung über die Todesursache (Quelle: GDV-Musterbedingungen Risikolebens­versicherung, § 7).

Suchen Sie den Versicherungsschein heraus: Nach § 8 derselben Musterbedingungen darf der Versicherer an den Inhaber leisten, kann aber einen Nachweis der Berechtigung verlangen. Ist niemand bezugsberechtigt, müssen die Erben ihr Erbrecht belegen. In der Regel geschieht dies über ein eröffnetes Testament oder einen Erbschein.

Experten-Tipp:
Ein dicker Aktenordner hilft Ihnen beim Versicherer nicht

„Schicken Sie zunächst nur, was die Bedingungen verlangen, also Sterbeurkunde und Versicherungsschein, bei Todesfallleistung zusätzlich die Bescheinigung zur Todesursache. Fragen Sie vor einem kostenpflichtigen Erbschein nach, ob ein eröffnetes Testament genügt, und bewahren Sie die Eingangsbestätigung auf.“

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Checkliste für Hinterbliebene

  • Versicherungsschein, Kontoauszüge und Unterlagen auf BU-, Lebens- und Renten­versicherungen durchsehen
  • Den Versicherer schriftlich informieren, am besten nachweisbar per Einschreiben
  • Amtliche Sterbeurkunde beilegen, bei Todesfallleistung zusätzlich die Bescheinigung zur Todesursache
  • Prüfen, ob eine Person bezugsberechtigt ist, sonst den Erbnachweis klären
  • Beitragseinzug stoppen lassen und eine Abrechnung über Beiträge und Überschüsse anfordern
  • Klären, ob beim Tod eine BU-Rente lief oder eine Leistungsprüfung offen war
  • Die eigene Anzeigepflicht beim Finanzamt beachten: Wer eine Todesfallleistung aus einem Vertrag des Verstorbenen erhält, muss das binnen drei Monaten, nachdem er davon erfahren hat, dem Finanzamt schriftlich anzeigen (Quelle: Erbschaftsteuergesetz § 30)
  • Zusätzlich meldet der Versicherer eine Auszahlung an jemand anderen als den Versicherungsnehmer selbst beim Finanzamt, Ihre eigene Anzeige ersetzt das nicht (Quelle: Erbschaftsteuergesetz § 33)

Wenn Sie selbst vorsorgen möchten

Wer einen Todesfall regeln muss, merkt schnell, wie viel davon abhängt, dass Unterlagen auffindbar sind. Diese fünf Punkte können Sie schon heute für Ihre Familie festhalten:

  • Wo Ihre Versicherungsscheine liegen
  • Welche Verträge Sie haben, mit Versicherer und Vertragsnummer
  • Wer bei Verträgen mit Todesfallleistung bezugsberechtigt ist
  • Welche Wahl Sie im Antrag zur Schweige­pflichtentbindung für den Todesfall getroffen haben
  • Bei einer BU für Ihr Kind: wer die Beiträge weiterzahlt und von welchem Konto

Bekommen die Erben Geld aus einer normalen BU zurück?

Aus einer selbständigen BU ohne Todesfallleistung bekommen Erben meist wenig oder nichts. In Frage kommen nur anteilige Beiträge für die Zeit nach dem Tod und Überschüsse, sofern der Tarif sie ansammelt.

Anteilige Beiträge

Endet ein Vertrag vor Ablauf der Versicherungsperiode, steht dem Versicherer nur der Beitrag für die Zeit mit Schutz zu (Quelle: VVG § 39). Bei monatlicher Zahlweise fällt dabei kaum etwas an, bei jährlicher kann der Betrag spürbar sein. Wie der Versicherer beim Tod abrechnet, regeln die Musterbedingungen nicht ausdrücklich. Fragen Sie gezielt nach.

Das Geld steht dem Versicherungsnehmer zu. War er selbst die versicherte Person, fällt es in den Nachlass. Stirbt dagegen ein Kind, für das die Eltern die BU abgeschlossen haben, bekommen die Eltern die Erstattung.


Überschüsse: Nur bestimmte Formen bringen Geld

Bei der BU entstehen vor einem Leistungsfall keine oder nur geringe Überschüsse, und ihre Höhe ist nicht garantiert (Quelle: GDV-Musterbedingungen Berufs­unfähigkeits­versicherung, § 3).

ÜberschussformWie sie funktioniertWas im Todesfall ausgezahlt wird
Beitragsverrechnung (Sofortrabatt)Überschüsse senken laufend den BeitragNichts, es baut sich kein Guthaben auf
BonusrenteÜberschüsse erhöhen die BU-Rente, aber nur im LeistungsfallNichts, die Bonusrente endet mit dem Tod wie die Grundrente
Verzinsliche AnsammlungÜberschüsse werden gutgeschrieben und verzinstDas angesammelte Guthaben
SchlussüberschussZahlung bei Vertragsende, bei manchen Tarifen auch bei TodJe nach Tarif ein reduzierter Betrag, nicht garantiert

Die Beitragsverrechnung ist bei der BU weit verbreitet und die Überschüsse senken den Beitrag. Dann ist im Todesfall keine Auszahlung zu erwarten. Eine Auszahlung bei Tod gibt es aus einer reinen BU nur bei verzinslicher Ansammlung oder einem Schlussüberschuss. Ein aktuelles Bedingungswerk sieht etwa bei Tod nach einem Drittel der Laufzeit eine reduzierte Schlusszahlung vor, wenn bis dahin keine Berufs­unfähigkeit eingetreten war.

Für Ihren eigenen Vertrag: Eine reine BU ist nicht dafür gemacht, Erben Geld zu hinterlassen. Soll Ihre Familie im Todesfall abgesichert sein, brauchen Sie eigenen Todesfallschutz, etwa eine Risikolebens­versicherung.

Experten-Tipp:
Bei der reinen BU ist das fehlende Guthaben kein Fehler, sondern Prinzip

„Viele Ratgeber stellen Erben ein verbliebenes Guthaben in Aussicht. Bei einer reinen BU entsteht meist keins, und das ist weder ein Versäumnis des Verstorbenen noch ein Trick des Versicherers: Die Überschüsse senken laufend den Beitrag. Fordern Sie trotzdem eine Abrechnung an: Bei jährlicher Zahlweise oder verzinslicher Ansammlung kann Ihnen noch Geld zustehen.“

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Tod während des BU-Rentenbezugs oder der Leistungsprüfung: Was Erben zusteht

Stirbt die versicherte Person während des Rentenbezugs, endet die BU-Rente mit dem Tod. Ansprüche für die Zeit vor dem Tod gehen aber nicht verloren. Lief noch eine Leistungsprüfung oder war die Berufs­unfähigkeit nicht gemeldet, können die Erben sie weiter geltend machen.

Laufende BU-Rente: Was mit dem Sterbemonat passiert

Die BU-Rente wird nach den Musterbedingungen monatlich im Voraus gezahlt (Quelle: GDV-Musterbedingungen Berufs­unfähigkeits­versicherung, § 1). Für den Sterbemonat ist die Rente also meist schon ausgezahlt. Ob die Erben sie behalten dürfen, regeln die Musterbedingungen nicht. Fragen Sie beim Versicherer nach, das hängt vom Tarif ab.

Renten, die nach dem Tod weiter überwiesen wurden, fordert der Versicherer zurück, so steht es etwa in einem aktuellen Bedingungswerk. Die Rückzahlung trifft die Erben, denn sie haften für die Verbindlichkeiten des Nachlasses (Quelle: BGB § 1967). Auch deshalb lohnt eine schnelle Meldung.

War die BU an eine Risikolebens­versicherung gekoppelt, übernimmt der Versicherer während der Berufs­unfähigkeit auch deren Beiträge. Die Todesfallsumme bleibt voll erhalten (Quelle: GDV-Musterbedingungen BU-Zusatz­versicherung, § 9).


Tod während der Leistungsprüfung: Ansprüche gehen auf die Erben über

Der Anspruch auf BU-Rente entsteht nach den Musterbedingungen mit Ablauf des Monats, in dem die Berufs­unfähigkeit eintritt. Der Tod beendet ihn nur für die Zukunft: Ein zu Lebzeiten entstandener Anspruch geht auf die Erben über (Quelle: BGB § 1922).

Dass Erben solche Ansprüche weiterverfolgen können, zeigt ein Verfahren vor dem Bundesgerichtshof: Die Erben führten den BU-Rechtsstreit des während der Revision verstorbenen Klägers fort (Quelle: BGH, Urteil vom 22.02.2017, IV ZR 289/14). Die Klage scheiterte, weil der Versicherte die nötige Schweige­pflichtentbindung verweigert hatte und die Ansprüche deshalb nicht fällig wurden.

Der Fall ist nicht selten. Nach Daten der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) sterben BU-Rentner in den ersten zwei Jahren der Berufs­unfähigkeit rund dreimal so häufig wie ab dem sechsten Jahr (Quelle: DAV). Gerade dann läuft oft noch die Prüfung.

Zwischen Antrag und Entscheidung lagen 2023 im Schnitt 110 Tage (Quelle: GDV, 7 Fakten zur Berufs­unfähigkeits­versicherung). Beiträge, die während der Prüfung weiterlaufen, zahlt der Versicherer bei Anerkennung zurück, dann an den Versicherungsnehmer beziehungsweise seine Erben.

Experten-Tipp:
Datensparsamkeit im Antrag kann Ihre Erben später ausbremsen

„Beim Datenschutz gilt die Faustregel: so wenig freigeben wie möglich. Für den Todesfall halte ich das für riskant. Die Schweige­pflichtentbindung ist höchstpersönlich. Ob Erben sie an Ihrer Stelle erklären dürfen, hat der Bundesgerichtshof offengelassen. Diese Unsicherheit kann die Prüfung eines Anspruchs bremsen. Treffen Sie in Ihrem eigenen Antrag deshalb eine bewusste Wahl für den Todesfall und sagen Sie Ihren Angehörigen, wo die Unterlagen liegen.“

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Fristen: Verjährung und Rückwirkung

Ansprüche aus einer BU verjähren nach der regelmäßigen Frist von drei Jahren (Quelle: BGB § 195), auch nach dem Tod. Melden Sie offene Ansprüche deshalb früh an. Mit der Anmeldung ist die Verjährung gehemmt, bis die Entscheidung des Versicherers in Textform vorliegt (Quelle: VVG § 15). Bewahren Sie die Eingangsbestätigung auf.

Hat der Verstorbene die Berufs­unfähigkeit nie gemeldet, zahlt der Versicherer nur begrenzt rückwirkend. Je nach Tarif reicht die Spanne von unbegrenzter Rückwirkung bis zu drei Jahren ab Meldung. Ohne Verschulden an der späten Meldung gilt die Grenze nach den Musterbedingungen nicht.

Wer den Anspruch erhebt, muss mitwirken, etwa mit Arztberichten, Angaben zu Beruf und Einkommen und einer Liste der Behandler. Erben kennen diese Details oft nur lückenhaft. Nachzahlungen bekommen sie, wenn niemand bezugsberechtigt ist. Ist ein Bezugsberechtigter benannt, hängt die Zuordnung von den Bedingungen ab, klären Sie das mit dem Versicherer.


Wenn der Versicherer ablehnt

Lehnt der Versicherer den Anspruch ab, lassen Sie sich die Begründung schriftlich geben. Ein Fachanwalt für Versicherungs­recht kann einschätzen, ob sich ein Widerspruch oder eine Klage lohnt. Eine kostenfreie Anlaufstelle ist der Versicherungs­ombudsmann, die Schlichtungsstelle für Streit mit Versicherern. Bis zu einem Beschwerdewert von 10.000 Euro ist seine Entscheidung für den Versicherer bindend, Beschwerden bis 100.000 Euro nimmt er an (Quelle: Versicherungs­ombudsmann, Das Schlichtungsverfahren).

Für Ihren eigenen Vertrag: Die Einwilligungserklärung im BU-Antrag hat meist einen eigenen Teil für den Todesfall. Der GDV hat den Mustertext dafür mit den Datenschutzbehörden abgestimmt. In diesem Teil legen Sie fest, ob Sie schon zu Lebzeiten einwilligen oder ob die Entscheidung auf Ihre Erben oder die Begünstigten übergeht (Quelle: Düsseldorfer Kreis, Mustererklärung für die Versicherungswirtschaft). Manche Versicherer bieten nur die Einwilligung zu Lebzeiten an. Notieren Sie außerdem Ihre behandelnden Ärzte, denn diese Liste brauchen Erben für einen offenen Anspruch.

Was passiert, wenn der Versicherungsnehmer stirbt, aber die versicherte Person lebt?

Stirbt der Versicherungsnehmer, während die versicherte Person lebt, bleibt der Vertrag bestehen. Seinen Platz im Vertrag übernehmen dann seine Erben, nicht automatisch die versicherte Person. Das folgt aus dem Erbrecht: Mit dem Tod geht das gesamte Vermögen auf die Erben über, und dazu gehören auch die Rechte aus Versicherungsverträgen (Quelle: BGB § 1922). Häufig betrifft das Eltern, die eine BU für ihr Kind abgeschlossen haben, und Paare, bei denen ein Partner den Vertrag des anderen führt.


Kinder-BU: Wenn ein Elternteil stirbt

Bei einer Berufs­unfähigkeits­versicherung für Kinder sind meist die Eltern Versicherungsnehmer. Stirbt der Elternteil, der den Vertrag führt, erben ihn alle seine Erben gemeinsam. Bei verheirateten Eltern sind das typischerweise der andere Elternteil und die Kinder, also auch das versicherte Kind selbst. Die Erben­gemeinschaft verwaltet den Vertrag ­gemeinschaftlich (Quelle: BGB § 2038).

Bei unverheirateten Eltern erbt der andere Elternteil nicht. Dann gehört der Vertrag den Kindern, vertreten durch einen gesetzlichen Vertreter. Ob für eine Kündigung oder Übertragung das Familiengericht zustimmen muss, hängt vom Einzelfall ab. Hier hilft ein Fachanwalt für Familien- oder Erbrecht.

Die Beiträge müssen weiterlaufen. Zahlt niemand, kann der Versicherer eine Frist von mindestens zwei Wochen setzen und danach leistungsfrei werden, also im Ernstfall nicht zahlen, oder kündigen (Quelle: VVG § 38). Das droht, wenn das Konto des Verstorbenen gesperrt ist und die Lastschrift platzt. Eine neue Bankverbindung beim Versicherer verhindert das.


So regeln Sie die Nachfolge im Vertrag

Ein Wechsel auf die versicherte Person passiert nicht automatisch, die Musterbedingungen des GDV sehen dafür keine Regelung vor (Quelle: GDV-Musterbedingungen Berufs­unfähigkeits­versicherung). Fragen Sie deshalb beim Abschluss, ob der Tarif einen Nachfolger als Versicherungsnehmer für den Todesfall vorsieht.

Der einfachste Weg ist ein Wechsel des Versicherungsnehmers, sobald das Kind volljährig ist. Danach spielt der Tod der Eltern für den Vertrag keine Rolle mehr. Für die Lebens­versicherung hat der BGH entschieden, dass ein Wechsel des Versicherungsnehmers als solcher keine Einwilligung der versicherten Person braucht, weil er ihr Risiko nicht erhöht (Quelle: BGH, Urteil vom 27.06.2018, IV ZR 222/16). Klären Sie mit dem Versicherer, welche Erklärungen er für den Wechsel braucht.


Partner als Versicherungsnehmer

Ist ein Partner Versicherungsnehmer einer BU auf das Leben des anderen, erben beim Tod des Versicherungsnehmers dessen Erben den Vertrag. Bei unverheirateten Paaren ist das brisant: Ein Lebensgefährte erbt nach dem Gesetz nicht, anders als ein Ehegatte (Quelle: BGB § 1931). Ohne Testament gehen die Vertragsrechte dann zum Beispiel an Kinder oder Eltern des Verstorbenen, nicht an den versicherten Partner.


Betriebliche BU: Der Arbeitgeber ist Vertragspartner

Bei einer betrieblichen Berufs­unfähigkeits­versicherung ist der Arbeitgeber Versicherungsnehmer und der Arbeitnehmer die versicherte Person. Bezugsberechtigt sind der Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen (Quelle: Betriebsrentengesetz § 1b). Weil Vertragspartner meist ein Unternehmen ist, stellt sich die Frage nach dem Tod des Versicherungsnehmers hier in der Regel nicht.

Stirbt dagegen der Arbeitnehmer, endet die BU wie jeder andere BU-Vertrag. Was Hinterbliebene dann bekommen, regelt die Versorgungszusage, also das Leistungs­versprechen des Arbeitgebers. Ob auch ein Lebensgefährte begünstigt werden kann und welche Angaben dafür nötig sind, steht ebenfalls dort. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Arbeitgeber nach.

Die Berufs­unfähigkeits­versicherung für Kind oder Partner von Anfang an richtig aufsetzen

Wer Versicherungsnehmer ist, wer versichert ist und wer im Todesfall bezugsberechtigt ist, legen wir mit Ihnen vor dem Antrag fest. So weiß Ihre Familie später, wie es mit dem Vertrag weitergeht.

  • Finanztip empfiehlt unsere Beratung zur Berufs­unfähigkeits­versicherung
  • Anonyme Risikovoranfrage, auch bei Vor­erkrankungen Ihres Kindes
  • Gemeinsam festlegen, wer den Vertrag nach Ihrem Tod weiterführt
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Familie absichern: BU mit Todesfallleistung oder zwei Verträge?

Wer Partner oder Kinder absichern will, braucht neben der BU einen eigenen Todesfallschutz. Dafür gibt es zwei Wege: eine Risikolebens­versicherung mit BU-Zusatz­versicherung in einem Vertrag oder eine selbständige BU plus eine getrennte Risikolebens­versicherung. Eine Lösung für alle gibt es nicht.

Brauche ich zusätzlich Todesfallschutz?

Entscheidend ist, wer von Ihrem Einkommen lebt. Sorgen Sie allein für den Lebensunterhalt, empfehlen wir bei kleinen Kindern mindestens das Vierfache des Jahresnettoeinkommens, bei älteren Kindern das Dreifache. Für einen Kredit sollte die Summe der Darlehenssumme entsprechen.

LebenssituationTodesfallschutz nötig?Warum
Single ohne UnterhaltspflichtigeMeist neinNiemand ist auf Ihr Einkommen angewiesen
Verheiratetes Paar ohne KinderJe nach LageWenn einer das Einkommen des anderen braucht
Unverheiratetes PaarOft jaKeine Witwenrente, kein Erbrecht, hohe Erbschaftsteuer
Familie mit KindernJaWaisenrente und Witwenrente decken das Einkommen nicht
AlleinerziehendeJaKein zweiter Verdiener im Haushalt
Paar mit ImmobilienkreditJaDie volle Rate läuft weiter
Beamte auf ProbeOft jaNach Bundesrecht gibt es Witwengeld meist nur, wenn der Tod Folge einer Dienstbeschädigung war

Die gesetzliche Absicherung ist schmal: Eine Witwenrente lag Ende 2025 im Schnitt bei 819 Euro im Monat, eine Waisenrente bei 257 Euro (Quelle: Deutsche Renten­versicherung, Renten­versicherung in Zahlen 2026). Unverheiratete Partner bekommen keine Witwenrente. Eigenes Einkommen über einem Freibetrag wird zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet (Quelle: SGB VI § 97).


Berufs­unfähigkeits­versicherung mit Todesfallleistung

Eine BU mit Todesfallleistung ist fast immer eine Risikolebens­versicherung mit BU-Zusatz­versicherung. Stirbt die versicherte Person, zahlt die Risikolebens­versicherung als Hauptvertrag die vereinbarte Summe an den Bezugsberechtigten. Die BU-Zusatz­versicherung erlischt. Wird die Person vorher berufsunfähig, zahlt der Versicherer die BU-Rente und übernimmt zusätzlich die Beiträge der Risikolebens­versicherung.


Kombi oder zwei getrennte Verträge?

Der wichtigste Unterschied liegt in der Kopplung der Laufzeiten. Die Zusatz­versicherung endet spätestens mit dem Hauptvertrag (Quelle: GDV-Musterbedingungen BU-Zusatz­versicherung, § 9). Wer die Risikolebens­versicherung kündigt, weil der Kredit abbezahlt ist, verliert damit auch den BU-Schutz.

KriteriumKombi (Risikoleben mit BUZ)Zwei getrennte Verträge
Anzahl Gesundheitsprüfungen12
LaufzeitBU endet spätestens mit der Risikolebens­versicherungJeder Vertrag hat eigene Laufzeit
KündigungKündigen Sie die Risikolebens­versicherung, endet auch die BUJeder Vertrag ist einzeln kündbar
Beiträge im BU-FallVersicherer übernimmt auch die Beiträge der Risikolebens­versicherungRisikolebens­versicherung läuft weiter, außer mit eigener Beitragsbefreiung
Ablehnung bei der GesundheitsprüfungBetrifft den ganzen VertragEin Vertrag kann trotzdem zustande kommen
Gestaltung für unverheiratete PaareSchwierig, ein Versicherungsnehmer hält beide TeileRisikolebens­versicherung über Kreuz, BU auf sich selbst

Experten-Tipp:
Das Komplettpaket aus Risikoleben und BU ist oft die unflexiblere Lösung

„Die Kombi gilt als bequemes Komplettpaket: ein Vertrag, eine Gesundheitsprüfung. Ich halte zwei getrennte Verträge meist für die bessere Wahl. Ihr Todesfallschutz endet oft mit dem Kredit, die BU soll bis 67 laufen. Kündigen Sie in der Kombi die Risikolebens­versicherung, ist auch die BU weg. Die Kombi passt, wenn Sie beide Schutzarten gleich lange brauchen. Sonst trennen Sie und achten bei der BU auf eine Nach­versicherungsgarantie.“

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Bezugsrecht und Steuern: Wer die Todesfallleistung bekommt

Wer die Todesfallleistung erhält, bestimmt der Versicherungsnehmer mit dem Bezugsrecht, nicht die versicherte Person. Ohne Benennung geht die Leistung an die Erben. Erbschaftsteuer kann in beiden Fällen anfallen, bei unverheirateten Paaren schnell in fünfstelliger Höhe.

Wer das Bezugsrecht festlegt und was ohne Benennung gilt

Der Versicherungsnehmer darf ohne Zustimmung des Versicherers einen Bezugsberechtigten benennen und ihn später austauschen (Quelle: VVG § 159). Begünstigt werden kann jede Person.

Ohne Benennung zahlt der Versicherer bei der Risikolebens­versicherung an die Erben der versicherten Person, wenn diese zugleich Versicherungsnehmer war. So regelt es § 9 der GDV-Musterbedingungen für die Risikolebens­versicherung. Bei unverheirateten Paaren geht das Geld so an die gesetzlichen Erben, nicht an den Partner.

Ein benannter Bezugsberechtigter erhält die Leistung dagegen außerhalb des Nachlasses. Sind „die Erben“ als bezugsberechtigt eingetragen, behalten sie das Geld sogar, wenn sie die Erbschaft ausschlagen (Quelle: VVG § 160).


Typische Fehler beim Bezugsrecht

Ein Testament ändert das Bezugsrecht nicht, denn eine Änderung wirkt nach den Musterbedingungen erst, wenn der Versicherer sie in Textform erhält. Widerrufen lässt sich ein widerrufliches Bezugsrecht nur bis zum Eintritt des Versicherungsfalls, nach dem Tod also auch von den Erben nicht mehr (Quelle: GDV-Musterbedingungen Risikolebens­versicherung, § 9).

Riskant sind Angaben wie „der verwitwete Ehegatte“ ohne Namen. Der BGH legt eine solche Angabe so aus, dass der Ehegatte gemeint ist, mit dem der Versicherungsnehmer bei der Erklärung verheiratet war. Das gilt in der Regel auch nach Scheidung und neuer Heirat (Quelle: BGH, Urteil vom 22.07.2015, IV ZR 437/14). Die Folge: Der frühere Ehepartner bekommt die Summe.

Benennen Sie Begünstigte namentlich mit Geburtsdatum. Ist ein Kind beim Tod minderjährig, zahlt der Versicherer an den gesetzlichen Vertreter, bei getrennten Eltern oft an den anderen Elternteil. Auch ein korrekt eingetragenes Bezugsrecht hilft aber nur, wenn der Vertrag selbst Bestand hat.


Selbsttötungsklausel: Was § 161 VVG bei Todesfallleistungen regelt

Bei Verträgen mit Todesfallleistung gilt eine gesetzliche Wartezeit von drei Jahren. Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit durch vorsätzliche Selbsttötung, muss der Versicherer die Todesfallsumme nicht zahlen (Quelle: VVG § 161). Das betrifft nur die Todesfallleistung, etwa die Summe einer Risikolebens­versicherung. Die BU-Rente und die reine selbständige BU berührt die Regel nicht.

Das Gesetz kennt eine wichtige Ausnahme. Die Regel gilt nicht, wenn die Tat in einem Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit geschah, der die freie Willensbestimmung ausschloss. Nach den Musterbedingungen muss das dem Versicherer nachgewiesen werden, in der Praxis also von den Anspruchstellern (nach den GDV-Musterbedingungen Risikolebens­versicherung, § 5).

Ist der Versicherer leistungsfrei, zahlt er nach dem Gesetz den Rückkaufswert samt Überschussanteilen. Bei einer reinen Risikolebens­versicherung ist dieser Wert meist gering, weil kaum Kapital angespart wird. Nach Ablauf der drei Jahre zahlt der Versicherer die volle Summe. Eine längere Frist ist nur per Einzelvereinbarung möglich, nicht über die allgemeinen Bedingungen. Wird die Versicherungssumme später erhöht oder ein Vertrag wiederhergestellt, beginnt die Frist nur für den neuen Teil neu. Der ursprünglich versicherte Betrag bleibt davon unberührt.

Hilfe in einer Krise: Wenn Sie selbst an Suizid denken oder sich um einen Menschen sorgen, sprechen Sie mit jemandem. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr, anonym und kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.


Steuern auf die Todesfallleistung

Einkommensteuer fällt auf eine Todesfallsumme in der Regel nicht an, denn das Einkommensteuergesetz erfasst bei Lebens­versicherungen nur Erträge im Erlebensfall oder bei Rückkauf (Quelle: EStG § 20).

Erbschaftsteuer ist dagegen fällig. Steuerpflichtig ist jeder Vermögensvorteil, den ein Dritter aufgrund eines vom Verstorbenen geschlossenen Vertrags bei dessen Tod erwirbt (Quelle: Erbschaftsteuergesetz § 3). Das gilt mit und ohne Bezugsrecht. Wie viel Steuer anfällt, entscheiden vor allem die persönlichen Freibeträge (Quelle: Erbschaftsteuergesetz § 16).

ErwerberPersönlicher FreibetragSteuerklasse
Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner500.000 €I
Kinder400.000 €I
Unverheirateter Lebenspartner20.000 €III

In der Steuerklasse III, zu der unverheiratete Partner gehören, beträgt der Steuersatz 30 Prozent auf Erwerbe bis sechs Millionen Euro (Quelle: Erbschaftsteuergesetz § 19).


Unverheiratete Paare: Die Gestaltung über Kreuz

Für unverheiratete Paare ist der Todesfall heikel: kein gesetzliches Erbrecht, keine Witwenrente, nur 20.000 Euro Freibetrag. Ein Weg ist die Gestaltung über Kreuz. Jeder Partner schließt dabei eine Risikolebens­versicherung auf das Leben des anderen ab, zahlt die Beiträge selbst und ist selbst bezugsberechtigt. Dann fehlt der vom Verstorbenen geschlossene Vertrag, den § 3 des Erbschaftsteuergesetzes für diesen Erwerb voraussetzt. Erbschaftsteuer fällt deshalb nicht an.

Die versicherte Person muss dafür schriftlich zustimmen, sobald die Todesfallleistung die gewöhnlichen Beerdigungskosten übersteigt (Quelle: VVG § 150).

Wichtig ist, dass jeder die Beiträge für seinen Vertrag aus eigenem Geld zahlt. Übernimmt der Partner sie ganz oder teilweise, kann darin eine steuerpflichtige Schenkung liegen (Quelle: Erbschaftsteuergesetz § 7). Lassen Sie die Gestaltung deshalb von Ihrem Steuerberater prüfen.

Mit einer BU-Zusatz­versicherung passt die Gestaltung über Kreuz schlecht, denn die BU-Rente stünde dem Partner zu, nicht dem Berufsunfähigen. Besser ist eine eigene BU auf sich selbst plus eine Risikolebens­versicherung über Kreuz.


Wann Sie Ihre Verträge anpassen sollten

Rollen und Bezugsrecht passen nur so lange, wie Ihr Leben sich nicht ändert. Bei diesen Ereignissen lohnt ein Blick in die Verträge. Änderungen am Bezugsrecht wirken erst, wenn der Versicherer sie in Textform erhalten hat.

EreignisWas Sie prüfen solltenWarum
HeiratEhepartner namentlich als Bezugsberechtigten eintragenAngaben wie „der verwitwete Ehegatte“ ohne Namen gelten in der Regel auch nach einer Scheidung für den damaligen Ehepartner
Geburt eines KindesTodesfallsumme erhöhen, BU-Rente über die Nach­versicherung anpassenMit Kindern steigt der Bedarf deutlich
Zusammenziehen ohne TrauscheinGestaltung über Kreuz prüfen, Begünstigung in der betrieblichen BU mit dem Arbeitgeber klärenKein Erbrecht, keine Witwenrente, nur 20.000 € Freibetrag
HauskaufTodesfallsumme an die Restschuld anpassen, Laufzeiten von BU und Risikoleben getrennt planenIn der Kombi endet mit der Risikolebens­versicherung auch die BU
Trennung oder ScheidungBezugsrecht ändern und dem Versicherer mitteilenEin Testament ändert das Bezugsrecht nicht
Tod des EhepartnersPrüfen, ob Ihr Tarif eine Nach­versicherung ohne Gesundheitsprüfung zulässtEinige Tarife nennen diesen Anlass ausdrücklich
Kind wird volljährig (Kinder-BU)Versicherungsnehmer auf das Kind umstellenDanach berührt der Tod der Eltern den Vertrag nicht mehr

Wer den Todesfallschutz bekommt und wie viel davon nach Steuern ankommt, hängt also nicht vom Tarif ab, sondern von Rollen und Bezugsrecht im Vertrag. Diese Weichen stellen Sie beim Abschluss, später lassen sie sich oft nur mit Aufwand ändern.

Berufs­unfähigkeits­versicherung und Todesfallschutz mit dem passenden Bezugsrecht abschließen

Unsere Beratung zur Berufs­unfähigkeits­versicherung ist von Finanztip empfohlen. Wir stimmen BU und Risikolebens­versicherung auf Ihre Lebenssituation ab, ob verheiratet, unverheiratet oder als Patchwork-Familie.

  • Rollen und Bezugsrecht für jeden Vertrag gemeinsam festgelegt
  • Gestaltung über Kreuz für unverheiratete Paare, wenn sie zu Ihnen passt
  • Anonyme Risikovoranfrage für beide Verträge
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Häufige Fragen zur Berufs­unfähigkeits­versicherung im Todesfall

Was zahlt eine Berufs­unfähigkeits­versicherung im Todesfall aus?

Eine selbständige BU zahlt im Todesfall in der Regel keine Todesfallsumme. Sie versichert die Arbeitskraft, nicht das Leben. Übrig bleiben nur kleine Beträge: anteilige Beiträge für die Zeit nach dem Tod und, je nach Tarif, angesammelte Überschüsse. Eine Todesfallsumme zahlt der Hauptvertrag, wenn die BU als Zusatz an einer Risikolebens­versicherung hängt.

Einzelne Tarife bieten eine kleine Todesfallleistung als Option an. Das ist die Ausnahme.

Was passiert mit der BU-Rente, wenn der Leistungsbezieher stirbt?

Mit dem Tod endet die Rente zusammen mit der Beitragsbefreiung, so steht es in den GDV-Musterbedingungen. Die Familie verliert dann Arbeitseinkommen und Rente zugleich. Weitere Zahlungen gibt es nicht.

Ansprüche für die Zeit vor dem Tod bleiben bestehen, die Erben können sie geltend machen. Rente, die nach dem Tod noch überwiesen wurde, fordert der Versicherer zurück. Melden Sie den Todesfall deshalb schnell.

Wie beende ich die BU nach einem Todesfall, und bis wann muss ich den Tod melden?

Stirbt die versicherte Person, endet der Vertrag von selbst. Eine Kündigung ist nicht nötig. Sie müssen dem Versicherer den Tod nur mitteilen und eine amtliche Sterbeurkunde beilegen, damit der Beitragseinzug stoppt. Eine feste Frist in Tagen gibt es nicht. Bei Verträgen mit Todesfallleistung verlangt § 30 VVG eine unverzügliche Anzeige, also ohne schuldhaftes Zögern.

Stirbt dagegen nur der Versicherungsnehmer, läuft der Vertrag weiter. Seine Erben können ihn zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode kündigen, wie § 168 VVG regelt.

Warum hat eine BU keinen Rückkaufswert, und was heißt das für die Erben?

Bei der BU ist nicht sicher, dass der Versicherer überhaupt je leisten muss. Deshalb besteht nach § 169 VVG kein gesetzlicher Rückkaufswert. Die Beiträge sind reine Risikobeiträge, es wird kaum Kapital angespart.

Erben sollten deshalb kein Guthaben erwarten. Zurück kommen können nur anteilige Beiträge nach dem Tod und Überschüsse, wenn der Tarif sie verzinslich ansammelt oder bei Tod einen Schlussüberschuss zahlt. Werden die Überschüsse mit dem Beitrag verrechnet, bleibt nichts übrig.

Was ist die Bonusrente, und was bringt sie im Todesfall?

Die Bonusrente ist eine Form, wie Versicherer Überschüsse verwenden. Die Überschüsse senken nicht den Beitrag, sondern erhöhen die BU-Rente im Leistungsfall. Tritt keine Berufs­unfähigkeit ein und stirbt die versicherte Person, wird daraus nichts ausgezahlt. Auch im Rentenbezug endet die Bonusrente mit dem Tod, genau wie die Grundrente.

Für Hinterbliebene bringt sie also keinen Vorteil. Die Höhe der Überschüsse ist nach den GDV-Musterbedingungen nicht garantiert. Welche Form Ihr Tarif nutzt, steht in den Vertragsunterlagen.

Wie ändere ich das Bezugsrecht bei einer Versicherung mit Todesfallleistung?

Der Versicherungsnehmer darf nach § 159 VVG ohne Zustimmung des Versicherers einen Bezugsberechtigten benennen und austauschen. Das gilt, solange das Bezugsrecht widerruflich ist. Ein unwiderrufliches Bezugsrecht lässt sich nur mit Zustimmung des Begünstigten ändern.

Wirksam wird die Änderung gegenüber dem Versicherer erst, wenn er sie in Textform erhält, so die Musterbedingungen der Risikolebens­versicherung. Ein Testament genügt nicht. Prüfen Sie das Bezugsrecht nach Heirat, Trennung oder Geburt eines Kindes.

Was passiert mit dem Todesfallschutz, wenn ich berufsunfähig werde?

Bei einer BU-Zusatz­versicherung übernimmt der Versicherer während der Berufs­unfähigkeit auch die Beiträge des Hauptvertrags. Die Todesfallsumme bleibt voll erhalten, als wären die Beiträge weitergezahlt worden, so die GDV-Musterbedingungen der BU-Zusatz­versicherung.

Bei zwei getrennten Verträgen gilt das nur, wenn die Risikolebens­versicherung eine eigene Beitragsbefreiung hat. Andernfalls müssen Sie sie weiterbezahlen.

Wie wirkt sich eine eigene BU-Rente auf die Witwenrente aus?

Auf die Witwenrente wird eigenes Einkommen angerechnet, soweit es den Freibetrag übersteigt, und zwar zu 40 Prozent nach § 97 SGB VI. Mit dem Rentenwert von 42,52 Euro seit 1. Juli 2026 liegt der Freibetrag bei 1.122,53 Euro im Monat. Je waisenrentenberechtigtem Kind kommen 238,11 Euro hinzu.

Zum Einkommen zählen nach § 18a SGB IV auch Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aus privaten Lebens- und Renten­versicherungen. Ob die Deutsche Renten­versicherung eine private BU-Rente im Einzelfall einrechnet, sollten Sie dort direkt klären. Unverheiratete Partner haben keinen Anspruch auf Witwenrente.

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Lena Mierbach
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