Fahrradsaison 2023: Zahlen, Risiken, Tipps

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Das Fahrrad ist im Sommer ein besonders beliebtes Verkehrsmittel – immerhin kommt man so flexibel, gesund und nachhaltig ans Ziel. Allerdings gibt es einige Risiken zu beachten, wie aktuelle Statistiken zu Fahrraddiebstählen und Fahrradunfällen zeigen.

Fahrraddiebstahl: Aktuelle Zahlen und Hotspots

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Besonders viele Fahrraddiebstähle in 2022

Dieses Jahr veröffentlichte die Polizei die Kriminalstatistik für 2022. Im letzten Jahr wurden 265.600 Fahrräder als gestohlen gemeldet – ein Anstieg von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bedeutet eine Diebstahlquote von 391 gestohlenen Fahrrädern pro 100.000 Einwohner. Damit handelt es sich um ein Jahr mit ungewöhnlich vielen Diebstählen, auch wenn die Diebstahlquote immer noch hinter dem historischen Höchststand von 1902 zurückbleibt (damals lag sie bei 672 gestohlenen Fahrrädern pro 100.000 Einwohner). Die Fahrraddiebstahlquote verschiedener Regionen korreliert mit deren Einwohnerdichte.


Die Bundesländer mit der höchsten Diebstahlquote

BundeslandDiebstahlquote*
Bremen853
Hamburg795
Berlin782
Sachsen-Anhalt417
Brandenburg401
Sachsen383
Schleswig-Holstein376
Niedersachsen364
Nordrhein-Westfalen348
Mecklenburg-Vorpommern326
Hessen247
Baden-Württemberg201
Bayern191
Thüringen159
Rheinland-Pfalz158
Saarland90
*Gestohlene Fahrräder pro 100.000 Einwohner, Quelle: Versicherungsjournal

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Wie viele Fahrraddiebstähle werden aufgeklärt?

In den letzten Jahren wurde etwas weniger als jeder zehnte gemeldete Fahrraddiebstahl aufgeklärt, mit leicht sinkender Tendenz. 2022 wurden 9,3 Prozent der Fälle aufgeklärt, in den Jahren davor waren es 9,9 beziehungsweise 9,8 Prozent.


Hohe Kosten für Versicherer

2022 war ein Rekordjahr für Versicherer: Nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) wurden 140 Millionen Euro für gestohlene Fahrräder an Versicherte ausgezahlt. Das stellt einen neuen Rekord dar. Fahrraddiebe haben es in erster Linie auf teurere Räder abgesehen, also hochwertige Rennräder, Mountainbikes oder E-Bikes. Die durchschnittlichen Kosten pro Fahrraddiebstahl betragen 970 Euro. Jörg Asmussen vom GDV empfiehlt, wertvolle Fahrräder gleich doppelt zu sichern, indem man sie im Keller anschließt (Quelle: GDV).

Welche Versicherung zahlt bei Fahrraddiebstahl?

In manchen Tarifen der Hausrat­versicherung sind Fahrräder mitversichert. Bietet die Hausrat­versicherung keinen ausreichenden Schutz, kann man auch eine Fahrrad­versicherung oder E-Bike-Versicherung abschließen.

Was tun bei Fahrraddiebstahl?

Diebstahlsicherung: Das empfiehlt der ADFC

Mit einem guten Fahrradschloss können Sie es Dieben deutlich erschweren, sich mit Ihrem Fahrrad davonzumachen. Der ADFC rät dazu, nicht an dieser Stelle zu sparen und stellt auf seiner Website verschiedene Typen von Fahrradschlössern vor. Als sicher bewertet werden hochwertige Varianten der folgenden Schlösser (Quelle: ADFC):

  • Bügelschlösser (besonders sicher)
  • Panzerkabel und Ketten
  • Faltschlösser

Nicht ausreichend, um ein Fahrrad dauerhaft zu sichern, sind hingegen:

  • Spiralkabelschlösser
  • Rahmenschlösser

Fahrradunfälle

Ein weiteres Risiko für Fahrradfahrer sind Unfälle mit dem Fahrrad. Auf dem Verbraucherportal des GDV finden Sie auch eine Auswertung von Statistiken bis einschließlich 2021 zu diesem Thema. 2021 gab es rund 85.000 Unfälle. Interessant ist, wie sich die zunehmende Beliebtheit von E-Bikes auf Unfallstatistiken auswirkt: Die Zahl von Unfällen auf herkömmlichen Fahrrädern ist seit 2014 um zwölf Prozent gesunken. Dafür gibt es jedoch einen großen Anstieg von Unfällen auf E-Bikes, die 17.045 der Unfälle von 2021 ausmachten.

Risikofaktor: Alter der Fahrenden

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Auch bei tödlichen Unfällen sehen die Trends ähnlich aus. Es gab 2021 weniger Unfälle auf herkömmlichen Fahrrädern als noch 2021, aber einen Anstieg tödlicher Unfälle auf E-Bikes. Das Statistische Bundesamt stellt einen Zusammenhang mit dem Alter der Unfallopfer her, da die Verunglückten auf E-Bikes im Schnitt etwa 14 Jahre älter waren als die Verunglückten auf nicht motorisierten Fahrrädern. Ältere Fahrradfahrer sind im Fall eines Unfalls einem höheren Risiko ausgesetzt, schwere oder sogar tödliche Verletzungen zu erleiden.

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Typische Unfallfolgen

Laut der deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie sind Verletzungen an Armen und Beinen besonders typische Folgen von Fahrradunfällen. Bei schweren oder tödlichen Unfällen ist immer der Kopf am schwersten verletzt (Quelle: Verbraucherportal des GDV).

Tipps für mehr Sicherheit im Fahrradverkehr

  • Sicherheitscheck vor dem Fahren: Funktionieren Bremsen, Lampen und alle sonstigen Bestandteile des Fahrrads?
  • Nur komplett nüchtern Fahrrad fahren.
  • Sichtbarkeit im Verkehr: Das Fahrrad sollte alle vorgeschriebenen Lampen und Reflektoren haben und korrekt eingestellte LED-Strahler nutzen.
  • Fahrradhelm: Fahrradhelme verringern erwiesenermaßen das Risiko, im Fall eines Unfalls eine schwere Kopf­verletzung zu erleiden
  • Aufmerksam fahren und Ablenkungen vermeiden: Nutzen Sie beispielsweise lieber keine Kopfhörer während des Fahrradfahrens, wenn Sie deswegen zu wenig vom Verkehr mitbekommen.

Tipp: Die Unfallforschung der Versicherer stellt einen Leitfaden bereit, wie ein verkehrssicheres Fahrrad ausgestattet sein muss.

Icon Fahrrad

Wie effektiv sind Fahrradhelme?

Verschiedene Studien und Auswertungen realer Verkehrsunfälle deuten stark darauf hin, dass Fahrradhelme einen sinnvollen Schutz im Verkehr darstellen und schwere Verletzungen von ihren Trägern abwenden können. Allerdings ist laut Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen von 2021 nur etwas weniger als ein Drittel der Radfahrenden mit einem Helm unterwegs (Quelle: Deutsche Verkehrswacht).


Welche Versicherung zahlt bei einem Fahrradunfall?

Sind Sie beruflich mit dem Fahrrad unterwegs oder auf dem Weg zwischen der Arbeit und Ihrem Zuhause, leistet die gesetzliche Unfall­versicherung. Eine private Unfall­versicherung hingegen leistet bei Unfällen rund um die Uhr.

Mehr zur privaten Unfall­versicherung

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Katharina Burnus
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