Versicherungen für Au-Pair und Babysitter

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von Nina Bruckmann
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Welche Versicherungen für Au-Pair und Babysitter gesetzlich vorgeschrieben sind, wer für den Versicherungs­schutz verantwortlich ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Inhalt dieser Seite
  1. Warum ist eine Au Pair Versicherung wichtig?
  2. Ausländische Au Pairs in Deutschland
  3. Deutsche Au Pairs im Ausland
  4. Versicherungen für Babysitter
  5. Babysitten im Ausland
  6. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Bei ausländischen Au-Pairs in Deutschland ist die Gastfamilie für den Versicherungs­schutz verantwortlich. Eine Kranken­­versicherung und eine Unfall­versicherung sind gesetzlich vorgeschrieben.
  • Es gibt spezielle Versicherungs­pakete für ausländische Au-Pairs in Deutschland, die neben Kranken­- und Unfallschutz auch eine Haftpflicht­versicherung und Unterbrechungs­versicherung beinhalten.
  • Für deutsche Au-Pairs im Ausland kommt es auf die jeweiligen Bestimmungen im Gastland an. Vorliegen muss mindestens eine Kranken­­versicherung, die oftmals bei Aufenthalten in der EU über die heimische Kranken­­versicherung besteht.
  • Deutsche Au-Pairs im Ausland müssen sich selbst um ihren Versicherungs­schutz kümmern. Auch hier gibt es spezielle Au-Pair-Pakete.
  • Babysitter müssen von den betreuenden Eltern in der gesetzlichen Unfall­versicherung angemeldet werden, wenn sie als Minijobber tätig sind. Wichtig ist außerdem eine private Haftpflicht­versicherung mit “Babysitter-Schutz”.

Warum ist eine Au-Pair-Versicherung wichtig?

Bei einem Aufenthalt in einem fremden Land kann vieles passieren. Weder Au-Pairs noch die Gasteltern können im schlimmsten Fall teure Behandlungs­kosten im Krankheits­fall oder nach einem Unfall selbst bezahlen. Gesetzliche Kranken­kassen übernehmen i. d. R. auch keinen Kranken­rücktransport ins Heimatland.

Umso wichtiger ist es, sich als Au-Pair, Babysitter und als Gastfamilie ausreichend abzusichern. Neben ­versicherungs­technischen Gefahren wie Krankheit oder Unfall kann es schnell zu hohen Schadensersatz­forderungen durch Haftungsansprüche kommen. Die eigene Kranken­­versicherung oder Haftpflicht­versicherung leistet u. U. nicht im Ausland. Es gilt: Vorab den Versicherungs­schutz prüfen und sich über eventuelle gesetzliche Vorgaben und Bestimmungen des Gastlandes informieren.

Versicherungs­schutz für ausländische Au-Pairs in Deutschland

Au-Pairs in Deutschland müssen über einen ausreichenden Kranken­­versicherungs­schutz verfügen – auch für Schwangerschaften und Geburten. Außerdem ist eine Unfall­versicherung Pflicht.

Um ausreichenden Versicherungs­schutz muss sich die Gastfamilie kümmern. Sie werden von der Ausländerbehörde gebeten, eine Verpflichtungserklärung zu unterschreiben. Diese besagt, dass die Gasteltern während des Au-Pair-Aufenthaltes für alle Kosten aufzukommen, die nicht durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt sind. Eine solche Verpflichtungserklärung ist sogar die Voraussetzung für ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis.

Einige Versicherer und Spezialanbieter hierzulande ermöglichen spezielle Au-Pair-Versicherungen. Damit sind die gesetzlichen Versicherungs­anforderungen für Au-Pairs in Deutschland automatisch abgedeckt und auch ein weitergehender Versicherungs­schutz über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus ist möglich.

Typische Bestandteile einer Au-Pair-Versicherung sind:

Neben speziellen Au-Pair-Versicherungen kommen auch Versicherungs­produkte für längere Aufenthalte von Ausländern in Deutschland in Betracht – sogenannte Incoming-Versicherungen. Das gilt insbesondere im Hinblick auf den Kranken­schutz. Diese Versicherungen sind allerdings nicht speziell auf Au-Pair-Bedürfnisse zugeschnitten, sondern generell für längere Aufenthalte von Besuchern und Gästen in Deutschland gedacht.


Kranken­­versicherung

Bei der Kranken­­versicherung reicht es üblicherweise nicht, wenn das Au-Pair bereits über eine (ausländische) Reisekranken­versicherung verfügt. Denn dort sind Behandlungen wegen Schwangerschaft und Geburt in der Regel nicht abgedeckt. Deshalb wird meist eine eigene Kranken­­versicherung benötigt. Au-Pairs aus dem EU-Raum sind bereits über ihren „heimischen“ Kranken­­versicherungs­schutz in Deutschland krankenversichert. Allerdings können hier ggf. Lücken bestehen, wenn im ausländischen Kranken­­versicherungs­system übliche Leistungen in Deutschland nicht erstattet werden.

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Unfall­versicherung

Die Unfall­versicherung leistet bei unfallbedingter Invalidität einen festgelegten Betrag. Im Todesfall ist ggf. eine Todesfallleistung für die Abdeckung der Beerdigungskosten vorgesehen. Weitere Leistungen können Bergungskosten oder Kosten für kosmetische Operationen betreffen.

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Haftpflicht­versicherung

Eine Au-Pair-Haftpflicht­versicherung ist wichtig. Sie sollte sowohl private Haftpflichtrisiken abdecken als auch solche aus der Au-Pair-Tätigkeit. Deshalb reicht eine normale Privat­haftpflicht­versicherung eventuell nicht aus. Unter Umständen muss eine sog. Berufs­­haftpflicht­versicherung abgeschlossen werden. Zumindest sollte der Haftpflichtschutz ausgebaut werden, denn zusätzliche Haftpflichtschäden können sich auch aus Mietsachschäden oder Schlüsselverlust ergeben.

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Unterbrechungs­versicherung

Die Unterbrechungs­versicherung übernimmt die Reisekosten bei außerplanmäßigen Heimreisen während eines Au-Pair-Aufenthaltes – zum Beispiel wegen einer schweren Erkrankung von nahen Angehörigen, Todesfällen in der Familie oder anderen zwingend notwendigen Unterbrechungen des Aufenthalts.


Abschiebekosten­versicherung

Es kommt bei Au-Pairs nicht häufig vor, dass eine Abschiebung angeordnet werden muss. Sollte dies ausnahmsweise doch einmal der Fall sein, können Gasteltern zur Beteiligung an den Abschiebekosten herangezogen werden. Diese erreichen schnell mehrere tausend Euro. Hiergegen schützt eine Abschiebekosten­versicherung, die allerdings in der Regel betraglich begrenzt ist – zum Beispiel auf 4.000 Euro.


Reisegepäck­versicherung

Au-Pairs bringen meist sehr viel Gepäck mit, da sie einen längeren Aufenthalt im Land planen. In Au-Pair-Versicherungs­paketen ist daher oftmals eine Reisegepäck­versicherung enthalten. Sie leistet Schadensersatz­ bei Diebstahl, Verlust oder Beschädigung von Gepäck.


Was gilt es bei ausländischen Au-Pairs in Deutschland noch zu beachten?

Für die Beschäftigung von ausländischen Au-Pairs in deutschen Haushalten gelten arbeits- und aufenthaltsrechtliche Regelungen und Vorschriften. Voraussetzungen sind u.a. ein Alter unter 27 Jahren, Grundkenntnisse der deutschen Sprache und ein mindestens sechsmonatiges, maximal einjähriges Au-Pair-Verhältnis. Au-Pairs aus Nicht-EU-Staaten benötigen ein Visum bzw. einen Aufenthaltstitel, dem die Bundes­agentur für Arbeit zustimmen muss. Bestimmte Länder außerhalb der EU sind allerdings davon ausgeschlossen. Bei Au-Pairs aus der EU erübrigt sich das Visum bzw. der Aufenthaltstitel grundsätzlich.

Versicherungs­schutz für deutsche Au-Pairs im Ausland

Au-Pair-Aufenthalte innerhalb der EU

Im EU-Raum gibt es das „Europäische Abkommen über die Au-pair-Beschäftigung“, das allerdings nur von einigen Mitgliedstaaten umgesetzt worden ist. Dennoch kann es als erste Orientierung gelten. Gastfamilien sind danach angehalten, bestimmte Lücken im Versicherungs­schutz des Au-Pairs auf eigene Kosten zu schließen. Bei der Kranken­­versicherung besteht für deutsche Au-Pairs in anderen EU-Ländern bereits ein ausreichender Schutz über die deutsche gesetzliche oder private Kranken­­versicherung. Es besteht die Möglichkeit, den Versicherungs­schutz durch private Kranken­zusatz­versicherungen zu ergänzen. So kommt man in den Genuss einer besseren Versorgung im Ausland.


Au-Pair-Aufenthalte außerhalb der EU

Anders sieht es bei Aufenthalten in Übersee aus. Außerhalb der EU benötigen gesetzlich Versicherte Au-Pairs eine zusätzliche Auslands­kranken­versicherung. In Neuseeland, Australien und den USA ist ein Auslands­krankenschutz sogar Bedingung für die Aufenthaltserlaubnis und die Beschäftigung. Hier ist man als Au-Pair selbst in der Pflicht. Vor der Abreise sollten die genauen Au-Pair-Bestimmungen geprüft werden, denn diese unterscheiden sich von Land zu Land.

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Spezielle Au-Pair-Versicherungs­lösungen

Analog zu Au-Pair-Versicherungen für Ausländer in Deutschland gibt es auch entsprechende Angebote für deutsche Au-Pairs im Ausland (insbesondere außerhalb der EU) – zum Teil mit eigenen Produktbezeichnungen.

In einem solchen Au-Pair-Paket sind üblicherweise folgende Versicherungen enthalten:

  • Auslands­kranken­versicherung
  • Reise-Unfall­versicherung
  • Reise-Haftpflicht­versicherung
  • Reise-Gepäck­versicherung

Es gibt sowohl Tarife mit und ohne Selbstbehalt. Zum Teil findet man auch Abstufungen zwischen Basis- und Premium-Tarif. Der Premium-Tarif bietet oftmals erweiterte Leistungen. Die einzelnen Versicherungen können jeweils auch als eigenständige Versicherungs­police abgeschlossen werden, sind aber im Paket oft günstiger und auf die besonderen Au-Pair-Bedürfnisse zugeschnitten.

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Vorhandenen Versicherungs­schutz prüfen!

Nicht immer ist ein komplettes Au-Pair-Versicherungs­paket nötig. Besteht schon eine private Unfall­versicherung, greift diese normalerweise auch im Ausland. Die Höchstdauer von Auslands­aufenthalten für die Gültigkeit der jeweiligen Versicherung ist so großzügig bemessen, dass sie Au-Pair-Aufenthalte i. d. R. mit abdeckt. Reisegepäck-Versicherungen und weitere Reise­versicherungen sind häufig auch schon in Verbindung mit Kreditkarten vorhanden. Das Leistungs­angebot ist aber je nach Anbieter und Versicherungs­partner unterschiedlich. Au-Pairs sollten vorab prüfen, in welchem Umfang sie bereits versichert sind. Hierfür hilft ein Blick in die Versicherungs­­bedingungen der vorhandenen Versicherungen.

Welche Versicherungen braucht ein Babysitter?

Babysitter-Dienste als reguläre Beschäftigung zählen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen und müssen angemeldet werden. Nur wenn das Babysitting eine reine Gefälligkeit ist, liegt keine Beschäftigung im Sinne des Sozial­versicherungs­rechts vor.


Kranken­-, Renten- und Arbeits­losen­versicherung

Typische Babysitter-Beschäftigungen sind Minijobs – also Jobs, die nur kurzzeitig ausgeübt werden und/oder bei denen das monatliche Gehalt 450 Euro nicht übersteigt. Minijobs sind ­versicherungs­frei in der gesetzlichen Kranken­­versicherung und in der Arbeits­losen­versicherung. Auch von der gesetzlichen Renten­versicherung kann man sich als Kurzzeit-Jobber befreien lassen.

Trotz der Versicherungs­freiheit des Minijob-Verhältnisses besteht für Babysitter grundsätzlich eine Versicherungs­pflicht in der Kranken­­versicherung. Sie ist aber unabhängig vom Babysitter-Job und wird von der persönlichen Konstellation bestimmt. Viele Babysitter sind über die Familien­versicherung bei ihren Eltern kostenlos krankenversichert.


Unfall­versicherung

Pflicht ist dagegen die gesetzliche Unfall­versicherung. Die Beiträge zur Unfall­versicherung (Beitrags­satz 1,6 Prozent) sind vom Arbeitgeber (den betreffenden Eltern) im Rahmen der Abgaben an die Minijob-Zentrale zu zahlen. Privathaushalte können Babysitter-Beschäftigungen mit dem sogenannten Haushaltsscheck anmelden. Der Einzug der Abgaben und Beiträge zur gesetzlichen Unfall­versicherung und die Weiterleitung an die Minijob-Zentrale erfolgt dann per Lastschrift durch die Knappschaft (früher: Deutsche Renten­versicherung Knappschaft Bahn See).

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Haftpflicht­versicherung

Dringend zu empfehlen ist eine private Haftpflicht­versicherung. Da beim Kinderhüten immer etwas zu Bruch gehen oder ein sonstiges Missgeschick passieren kann, für das man in der Haftung ist. Schadensersatz­pflicht besteht nach deutschem Recht unbegrenzt in tatsächlicher Höhe des Schadens und unabhängig von den persönlichen wirtschaftlichen Verhältnissen.

Beim Abschluss einer privaten Haftpflicht­versicherung sollten Babysitter darauf achten, dass die Versicherung auch bei „Betreuung im Auftrag“ leistet. Nur bei einer solchen Erweiterung sind die Babysitter-Dienste explizit mitversichert. Die private Haftpflicht­versicherung greift auch dann, wenn das Kind selbst im Rahmen der Betreuung zu Schaden kommt.

Der Abschluss einer privaten Haftpflicht­versicherung ist ebenso wie die private Unfall­versicherung freiwillig und liegt in der Verantwortung des Babysitters. Darüber hinaus gelten diese Versicherungen nicht nur für den Job, sondern für das gesamte Privat- und Berufs­leben.

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Babysitten aus Gefälligkeit

In der Praxis werden Babysitter-Dienste nicht selten „aus Gefälligkeit“ ohne ausdrücklich vereinbarte Entlohnung erbracht. Oft sind die Grenzen zur regulären Beschäftigung fließend, insbesondere wenn die Gefälligkeit nicht nur gelegentlich, sondern häufiger „mit Belohnung“ in Anspruch genommen wird. Dann kann sich ebenfalls die Frage einer Versicherungs­pflicht in der gesetzlichen Unfall­versicherung stellen. Bei der privaten Haftpflicht­versicherung sollte darauf geachtet werden, dass auch Haftpflichtschäden aus Gefälligkeitsdiensten abgedeckt sind.

Babysitten im Ausland

Babysitter-Dienste im Ausland als reine „Zwischendurch-Beschäftigung“ sind eher die Ausnahme als die Regel. Auch hier ist es gut, eine private Haftpflicht­versicherung bereits aus Deutschland mitzubringen. Auch privater Unfallschutz kann nicht schaden. Wenn Versicherungs­lücken bestehen, helfen entsprechende Reise­versicherungen weiter, die wichtigsten Gefahren abzudecken.

Fazit

Ein Au-Pair-Aufenthalt ist oft eine Zeit, die fürs Leben prägt und in Erinnerung bleibt. Mit einer Au-Pair-Versicherung ist man während des Aufenthaltes ­versicherungs­technisch gut aufgestellt. Je nach Anbieter und Versicherungs­umfang kosten Au-Pair-Versicherungen zwischen 25 und 70 Euro im Monat. Das ist nicht wenig, wenn die Versicherung aus eigener Tasche zu bezahlen ist. Große Sprünge lässt das Au-Pair-Taschengeld nicht zu. Daher lohnt sich ein Vergleich unterschiedlicher Angebote in diesem Fall besonders – selbstverständlich aber auch, wenn man sich als Gasteltern um Versicherungs­schutz kümmern muss. Nutzen Sie gerne unseren kostenfreien Vergleichsrechner! Babysitter kommen in Regel günstiger weg. Hier sollte auf jeden Fall auf eine private Haftpflicht­versicherung „mit Babysitter-Schutz“ geachtet werden.

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Katharina Tennius
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