Rahmenvertrag für Hausverwalter-Versicherungen

Foto von von Swantje Niemann
von Swantje Niemann
aktualisiert

Das erwartet Sie hier

Welche Versicherungen ein Rahmenvertrag für Haus­verwaltungen abdecken kann und welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt.

Inhalt dieser Seite
  1. Was ist ein Rahmenvertrag?
  2. Was beinhaltet der Rahmenvertrag?
  3. Vorteile und Nachteile
  4. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Haus­verwaltungen werden oft mit der Organisation des Versicherungs­schutzes für die verwalteten Objekte betraut.
  • In Rahmenverträgen sind mehrere Versicherungen zusammengefasst.
  • Das bringt Vorteile, z.B. in Form von Rabatten und unkomplizierterer Schadensregulierung, aber reduziert auch Flexibilität.

Was ist ein Rahmenvertrag für Haus­verwaltungen?

Viele Versicherungen – ein Vertrag

Es gehört zu den Aufgaben einer ordnungsgemäßen Haus­verwaltung, dafür zu sorgen, dass die verwalteten Objekte optimal gegen Gefahren geschützt sind. Damit fällt auch die Überwachung eines ausreichenden Versicherungs­schutzes in ihre Verantwortung. Der Versicherungs­bedarf im Zusammenhang mit Gebäuden ist äußerst vielfältig. Darum sind zahlreiche Versicherungen nötig, um das Gebäude und die Tätigkeit der Haus­verwaltung adäquat abzusichern.

Anstatt hierfür jeweils separate Versicherungs­verträge abzuschließen, wird oft von der Möglichkeit eines Rahmenvertrages Gebrauch gemacht. In einem solchen Vertrag werden verschiedene relevante Versicherungen zusammengefasst. Der Rahmenvertrag regelt dann einheitlich die Bedingungen, die für sämtliche inkludierten Versicherungen gelten. Darüber hinaus sind Bestimmungen zu den einzelnen Versicherungen im Rahmenvertrag enthalten. Viele Versicherer bieten bei der Versicherung für die Haus­verwaltung einen solchen Rahmenvertrag an.

Das sagt das Wirtschaftslexikon

Rahmenliefervertrag; Vertrag, in dem in einem definierten Zeitraum eine festgelegte Menge eines bestimmten Produkts vom Abnehmer in festzulegenden Teilmengen abgerufen wird.

Quelle und weitere Informationen: Gabler Wirtschaftslexikon

Die Rolle der Haus­verwaltung beim Versicherungs­schutz

lesen

Pflichten des Eigentümer­s

Grundsätzlich berechtigt die Beauftragung mit einer Haus­verwaltung alleine nicht dazu, Versicherungen für das betreffende Objekt abzuschließen. Das ist eigentlich originäre Zuständigkeit des jeweiligen Eigentümer­s bzw. der Eigentümer­gemeinschaft. Im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) – der gesetzlichen Grundlage für das Wohneigentum im Rahmen von Eigentümer­gemeinschaften – wird der Abschluss von Versicherungen bei den Aufgaben und Befugnissen des Verwalters (§ 27 WEG) folgerichtig auch nicht explizit erwähnt. Die einzige Vorschrift zum Versicherungs­schutz bietet § 21 Abs. 5 Nr. 3 WEG: Bei einer Verwaltung durch die Wohnungseigentümer selbst muss sichergestellt sein, dass eine angemessene Feuer­versicherung sowie eine Haus- und Grundbesitzer­haftpflicht­versicherung besteht. Dieser Mindest­­versicherungs­schutz ist – wie im Gesetz gesagt – zunächst Aufgabe der Wohnungseigentümer.

In der Praxis: Hausverwalter kümmern sich oft um Versicherungen

In der Praxis wird die Aufgabe, den Versicherungs­schutz abzuschließen, aber sehr häufig auf die beauftragte Haus­verwaltung „delegiert“. Dazu bedarf es einer Ermächtigung durch einen entsprechenden Beschluss der Eigentümer­versammlung. Das gilt im Übrigen auch für Änderungen und Anpassungen eines bestehenden Versicherungs­schutzes. Analog dazu werden Haus­verwaltungen auch bei Objekten, die im Allein-Eigentum stehen, mit dem Versicherungs­abschluss beauftragt. Entsprechende Ermächtigungen finden sich dann entweder im Verwalter-Vertrag oder es liegt eine gesonderte Vollmacht vor. Auf dieser Grundlage können dann auch Rahmenverträge für einen ausreichenden Versicherungs­schutz betreuter Objekte abgeschlossen werden.

Die Entscheidungshoheit, welche Versicherungs­lösung konkret gewählt wird, bleibt letztlich jedoch immer beim Eigentümer­ bzw. der Eigentümer­gemeinschaft. Die Haus­verwaltung hat nur ein Vorschlagsrecht und kann zur Umsetzung – Versicherungs­abschluss – ermächtigt werden. Liegt keine entsprechende Ermächtigung vor, bleibt der Haus­verwaltung nur, auf Schwachstellen im Versicherungs­schutz oder auf Versicherungs­bedarf hinzuweisen, um ihrer Sorgfaltspflicht zu genügen.

Expertinnen-Tipp:

„Bei einem Rahmenvertrag werden in der Regel günstigere Konditionen vereinbart. Haus­verwaltungen bekommen somit entweder einen günstigeren Versicherungs­beitrag, zusätzliche Vertragsoptionen oder – falls notwendig – verbesserte Annahmerichtlinien.“

Foto von Katharina Krech
Signatur von Katharina Krech
Katharina Krech
Beraterin

Jetzt kostenfreies Angebot zu Versicherungs­konzepten für Haus­verwaltungen erhalten

Passgenau und individuell von unseren mehrfach ausgezeichneten Experten erstellt.

Welche Versicherungen kann ein Rahmenvertrag für Haus­verwaltungen beinhalten?

Um wie viele Wohneinheiten geht es?

Ein Rahmenvertrag bezieht sich stets auf bestimmte Objekte. Bei Wohnimmobilien­ muss die Haus­verwaltung üblicherweise eine gewisse Mindest­zahl an Wohneinheiten umfassen, damit der Abschluss eines Rahmenvertrags überhaupt möglich ist – typisch sind hier 80 bis 100 verwaltete Wohneinheiten. Die Deckungssummen werden den Gegebenheiten der verwalteten Objekte entsprechend festgelegt.


Versicherungen im Rahmenvertrag

Im Rahmenvertrag können in der Regel folgende Versicherungen eingeschlossen werden:

  • Gebäude­versicherung: dabei handelt es sich um die übliche verbundene Gebäude­versicherung, die gegen Schäden durch Feuer und Blitzschlag, Leitungswasser sowie Sturm und Hagel schützt.
  • Ergänzende Elementar­schaden­versicherung: diese Versicherung deckt Schäden durch weitere Elementar­gefahren wie Hochwasser, Lawinen, Erdbeben usw. ab und kann als Zusatz zur „normalen“ Gebäude­versicherung vereinbart werden.
  • Glas­versicherung: sichert Schäden an mit dem Gebäude verbundenen Innen- und Außenscheiben aus Glas ab
  • Haustechnik-Versicherung: leistet bei Schäden an der Haustechnik im verwalteten Gebäude (Heizungsanlagen, Klimaanlagen, Aufzüge, Alarmanlagen, Photovoltaikanlagen usw.). Die Haustechnik-Versicherung ermöglicht auch bei Schäden durch Bedienungsfehler und Ungeschicklichkeit Schadensersatz­.
  • Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht­versicherung: deckt Haftpflichtschäden durch Gefahren im und um das Gebäude ab, auch solche, die durch die Verletzung der Verkehrssicherungs- und Sorgfaltspflicht bedingt sind.
  • Gewässerschäden-Haftpflicht­versicherung: ist eine Versicherung, die bei Gewässerschäden greift, die durch austretendes Öl im Zusammenhang mit dem Betrieb von Öltanks bei Ölheizungen verursacht sind.
  • Umweltschäden-Haftpflicht­versicherung: tritt generell bei Schäden ein, für die eine Haftung nach dem Umwelthaftungsgesetz besteht.

Mindest­bestandteile des Rahmenvertrags

Die Wohngebäude­versicherung sowie die Haus- und Grundbesitzer­haftpflicht­versicherung sind üblicherweise Mindest­bestandteile eines Rahmenvertrags. Weitere Versicherungen werden je nach den Gegebenheiten im Einzelfall mit in den Rahmenvertrag einbezogen.

Welche Versicherungen fallen nicht unter einen Rahmenvertrag?

Rahmenverträge für Haus­verwaltungen beziehen sich üblicherweise nur auf Versicherungen, die die betreuten Objekte betreffen. Sie gelten dagegen in der Regel nicht für Versicherungen, die Risiken im Zusammenhang mit der Hausverwalter-Tätigkeit selbst abdecken. Dabei handelt es sich vor allem um folgende Versicherungen:

  • Vermögens­schaden-Haftpflicht­versicherung: deckt Haftpflichtschäden am Vermögen des Auftraggebers ab, die durch Fehler, Mängel und Versäumnisse der Haus­verwaltung entstehen
  • Vertrauensschaden­versicherung: schützt vor Vermögens­schäden, die durch unerlaubte Handlungen von Mitarbeitern oder sonstigen Vertrauenspersonen der Haus­verwaltung verursacht werden
  • Betriebs­­haftpflicht­versicherung: leistet bei Haftpflichtschäden, die Dritte im Zusammenhang mit dem laufenden Geschäftsbetrieb der Haus­verwaltung erleiden
  • Firmen­rechtsschutz­versicherung: ersetzt Verfahrens- und Anwaltskosten, wenn die Haus­verwaltung im Zuge ihrer Tätigkeit in Rechtsstreitigkeiten verwickelt wird
  • Inhalts­versicherung: ist die „Hausrat-Versicherung“ für die Betriebs­- und Geschäftsausstattung einer Haus­verwaltung. Speziell für elektronische Geräte und Schäden aus unerlaubtem Datenzugriff gibt es die Elektronik­versicherung

Pflicht zur Vermögens­schaden-Haftpflicht­versicherung

lesen

Seit 1. August 2018 müssen Hausverwalter (Miet- und Weg) gesetzlich verpflichtend über eine Vermögens­schaden-Haftpflicht­versicherung verfügen. Die Mindest­­versicherungs­summe beträgt 500.000 Euro pro Schadensfall bei Wohnimmobilien­­verwaltung und 100.000 Euro bei Verwaltung gewerblicher Objekte.

Diese Vor- und Nachteile hat ein Rahmenvertrag

Vorteil: Vereinfachte Schadensregulierung

Der Abschluss eines Rahmenvertrags bietet zunächst den praktischen Vorteil, dass alle relevanten Versicherungen im Zusammenhang mit der Verwaltung des betreffenden Objektes „in einer Hand liegen“. Das erleichtert im Schadensfall die Abwicklung und Schadenregulierung, weil Ansprechpartner immer das gleiche Versicherungs­unternehmen ist.


Vorteil: Kosteneinsparungen

Viele Versicherer gewähren beim Abschluss von Rahmenverträgen auch Rabatte oder sonstige Vorteile im Vergleich zur Vereinbarung von Einzel-Verträgen. Die Kosten des Versicherungs­schutzes können dadurch insgesamt günstiger werden. Aus Sicht der Haus­verwaltung ist der Rahmenvertrag eine administrative Erleichterung, weil es einfacher ist, einen Vertrag mit einem Anbieter im Blick zu behalten als mehrere Verträge mit unterschiedlichen Versicherern.


Nachteil: weniger Flexibilität

Auf der anderen Seite bedeutet der Rahmenvertrag zwangsläufig die Bindung an einen bestimmten Anbieter. Es ist dann nicht ohne weiteres möglich, kurzfristig attraktivere Angebote am Markt für einzelne Versicherungen zu nutzen. Diese Inflexibilität kann ein Nachteil sein.

Hinweis: Treu und Glauben

Es ist nicht zulässig, dass ein Hausverwalter für den Abschluss eines Rahmenvertrags bei einem bestimmten Anbieter Provisionen annimmt. Das bedeutet einen Verstoß gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und steht nicht im Einklang mit einer ordnungsgemäßen Haus­verwaltung. WEGs, die ihre Haus­verwaltung beauftragen, einen optimalen Versicherungs­schutz zu finden und abzuschließen, können also sicher sein, dass in ihrem Sinne gehandelt wird.

Jetzt kostenfreies Angebot zu Versicherungs­konzepten für Haus­verwaltungen erhalten

Passgenau und individuell von unseren mehrfach ausgezeichneten Experten erstellt.

Fazit

Ein Rahmenvertrag kann ein sinnvolles Instrument für Haus­verwaltungen sein, um ein verwaltetes Objekt optimal gegen zahlreiche Gefahren zu versichern. Für die Haus­verwaltung bedeutet der Rahmenvertrag vor allem eine administrative Erleichterung. Eigentümer­ können dadurch ggf. bei den Versicherungs­kosten sparen, ohne Abstriche beim Versicherungs­schutz machen zu müssen. Allerdings führt der Rahmenvertrag auch zur Bindung an einen bestimmten Anbieter.

Die häufigsten Fragen zum Rahmenvertrag für Haus­verwaltungen

Welche Versicherungen muss ein Hausverwalter abschließen?

lesen

Häufig delegieren Eigentümer­(gemeinschaften) die Auswahl und den Abschluss von Versicherungen für die verwalteten Objekte an die Haus­verwaltung. Verpflichtend sind hier eine angemessene Feuer- und Haus-und-Grundbesitzer-Haftpflicht­versicherung – diese gehören zu einer ordnungsgemäßen Verwaltung. Ebenfalls wichtig ist eine Gebäude­versicherung, die auch verschiedene Elementar­schäden abdeckt. Auch Glas und Hauselektronik können versichert werden.

Darüber hinaus braucht die Haus­verwaltung Versicherungen, die ihre eigene Tätigkeit abdecken. Hausverwalter sind sogar gesetzlich verpflichtet, eine Vermögens­schaden­haftpflicht­versicherung abzuschließen. Zusätzlich lohnen sich jedoch auch eine Betriebs­­haftpflicht­versicherung sowie Versicherungen, welche die Ausstattung und eventuelle Arbeits­unterbrechungen der Haus­verwaltung absichern.

Was ist ein Rahmenvertrag für Versicherungen?

lesen

Ein Rahmenvertrag (in diesem Fall ein Rahmenvertrag zur Versicherung von Haus­verwaltungen, auch wenn Rahmenverträge auch für andere Produkte und Versicherungen möglich sind) beinhaltet die Bedingungen für mehrere Versicherungen, die beim gleichen Anbieter abgeschlossen werden. Üblicherweise sind mindestens eine Haus- und Grundbesitzer­haftpflicht­versicherung und eine Wohngebäude­versicherung im Rahmenvertrag enthalten.

Lohnt sich ein Rahmenvertrag?

lesen

Rahmenverträge bieten Vorteile: Werden Versicherungen auf diese Weise kombiniert, spart dies administrativen Aufwand und Komplikationen bei der Schadensregulierung. Auch Rabatte sind möglich. Allerdings stellt ein Rahmenvertrag auch eine Bindung an einen bestimmten Versicherer dar und geht somit mit einem Verlust an Flexibilität einher.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir helfen Ihnen gerne. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E–Mail.

Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
Ihre Ansprechpartnerin