Erfahrungen & Bewertungen zu transparent-beraten.de GmbH
Transparent-Beraten logo
ic_local_phone_black_24px Created with Sketch.
sandwich Created with Sketch.
Wir beraten Sie gern!

Unsere Berater freuen sich von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr (oder nach Vereinbarung) auf Ihre Fragen.

030 – 120 82 82 8 kontakt@transparent-beraten.de
Zweigstellen
Deutschlandweit in Bayern, NRW, Niedersachsen etc. Alle Zweigstellen ›

Gibt es ein Recht auf Trinkwasser?

Wer sich beim Restaurantbesuch ein Glas Leitungswasser zum Essen bestellt, kann in Deutschland auf ganz unterschiedliche Reaktionen und Preise stoßen. Etwa die Hälfte der deutschen Restaurants bieten Leitungswasser kostenlos an. Bei allen anderen muss man für das Wasser bezahlen. Ein Grundrecht auf Wasser gibt es hierzulande nicht, erst kürzlich wurde der Antrag einer Bürgerinitiative abgelehnt, die forderte, dass Wasser als Menschenrecht anerkannt und folglich nicht privatisiert werden dürfe.

- News von Claudia Täubner

Strenge Kontrollen gewähren qualitativ hochwertiges Leitungswasser

In wenigen Ländern ist die Qualität des Leitungswassers so gut wie in Deutschland. Das Wasser wird in mikrobiologischen und chemischen Tests regelmäßig strengstens kontrolliert, die Anforderungen werden dabei immer zu 99,9 oder sogar zu 100 Prozent eingehalten. Auch der neueste Test des Umweltbundesamtes aus 2015 bescheinigt dem deutschen Trinkwasser wieder höchste Qualität. Somit ist Leitungswasser um ein Vielfaches günstiger und hochwertiger als Wasser aus Flaschen. Verständlich, dass es viele Menschen deshalb nicht einsehen, im Restaurant teures Mineralwasser zu ihrem Essen zu bestellen.

Restaurants: Kein Recht auf Wasser in Deutschland

Ein Recht auf kostenloses Wasser gibt es in deutschen Restaurants allerdings nicht. Dem Inhaber ist es freigestellt, ob er Wasser gratis zum Essen reicht oder eben nicht. In Deutschland gehört es eher zu den Ausnahmen, dass man in einem Restaurant Leitungswasser zum Essen serviert bekommt. In vielen anderen Ländern ist es in Restaurants durchaus üblich, Wasser kostenlos und auch in der Regel unaufgefordert zum Essen zu reichen. In Österreich, Frankreich und Spanien beispielsweise wird zum Essen in der Regel ein Glas oder eine Karaffe mit Leitungswasser serviert. Hierzulande kennt man dies vornehmlich aus Cafés.

Gratis Wasser zum Alkohol in England
In England ist es gesetzlich vorgeschrieben, auf Anfrage Trinkwasser gratis zum servierten Alkohol auszuschenken. Seit 2010 gehört der Ausschank von Trinkwasser zu den Regelungen der Ausschanklizenz. Auf diese Weise sollen Alkoholmissbrauch und daraus resultierende Gewaltverbrechen verringert werden.

Leitungswasserqualität in Deutschland: Unbedenklich?

Zu 70 Prozent besteht das deutsche Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser, der Rest setzt sich aus Wasser aus Flüssen, Seen, und seenahen Brunnen zusammen. Unser Leitungswasser unterliegt strengen Qualitätskontrollen. In den Wasserwerken wird das Wasser analysiert und bei Bedarf aufbereitet. Die strengen Kontrollen gelten aber nur bis zum Anschluss des Hauses. Danach ist der Hausbesitzer für die Qualität des Wassers zuständig. Wenn die Rohre durch Blei oder Kupfer belastet sind, müssen wir selbst dafür sorgen, dass sie erneuert oder ausgetauscht werden. Getestet werden kann dies beim zuständigen Wasserversorgungswerk. Dort kann man Wasserproben einsenden und die Qualität des Wassers prüfen lassen.

Nitratbelastung im Grundwasser

Doch nicht nur durch die Rohre im Haus kann das Wasser verunreinigt werden. Deutschland hat die zweithöchste Nitratbelastung des Grundwassers in der EU. Dafür hat es von Seiten des Europaparlaments bereits eine Verwarnung gegeben. Im Juli 2014 leitete die zuständige Kommission in Brüssel ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland ein, doch bisher erfolgte keine Reaktion. Die EU plant daher bereits das zweite Verfahren gegen Deutschland. Nitrat gelangt vor allem durch intensive Düngung in der Land­wirt­schaft in den Boden und wurde von der Weltgesundheitsorganisation als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Die schon seit längerem in Deutschland geplante Verschärfung der Düngevorschriften stieß bisher auf Widerstand der Agrarlobby und konnte daher noch nicht umgesetzt werden.

Reinigung des Wassers

Gesundheitlich bedenklich ist das Leitungswasser in Deutschland jedoch nicht. Im Gegenteil, die Qualität ist nach wie vor sehr gut, und das auch dank der Säuberung durch die Wasserwerke. Diese befreien das Wasser mit hohem Aufwand von Pestiziden, Nitrat oder Arzneimittelresten. Und das erfolgreich, das deutsche Wasser bekommt regelmäßig Bestnoten vom Umweltbundesamt. Doch der Preis dafür ist hoch: Allein die Entfernung von Nitrat kann bis zu einem Euro pro Kubikmeter Wasser kosten. Ein Preis, der auf Dauer nicht bezahlbar ist, ohne dass das Trinkwasser sehr viel teurer werden muss.

Verunreinigtes Trinkwasser in Entwicklungsländern

Etwa 1,5 Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an verunreinigtem Trinkwasser, die Dunkelziffer ist noch deutlich höher. Oft wird vor allem in Entwicklungsländern der Müll nicht fachgerecht entsorgt, sondern ins Wasser gekippt. Dadurch können sich Krankheiten schneller ausbreiten und Epidemien entstehen. In vielen Ländern fehlen dazu noch sanitäre Einrichtungen und der Mist von Tieren belastet das Abwassersystem zusätzlich.

Privatisierung von Wasser – Verstoß gegen das Menschenrecht?

Im Jahr 2010 wurde das Recht auf Wasser durch die Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Da diese Resolution jedoch nicht bindend ist, kann sie auch nicht eingeklagt werden. Erst vor kurzem wurde im Europäischen Parlament abgestimmt, ob Wasser privatisiert werden soll. Der Antrag wurde von rechten und christdemokratischen Parteien eingereicht. Das Ergebnis fiel knapp aus, 368 Stimmen waren gegen die Privatisierung, 329 stimmten dafür. Auch in Deutschland wurde bereits über eine Privatisierung von Wasser abgestimmt, der Antrag der Fraktion Die Linke auf Verhinderung der Privatisierung wurde jedoch abgelehnt. Somit zählt Wasser in Deutschland nicht zu den frei zugänglichen Gütern, sondern wird als Handelsware betrachtet.

Fazit

Reines Trinkwasser ist in Deutschland ausreichend vorhanden. Ein Recht auf Wasser existiert in hierzulande jedoch nicht. Daher sind auch Restaurantbesitzer nicht dazu angehalten, kostenloses Wasser zu servieren. Allerdings kann sich dieser Umstand ändern, wenn sich genug Gäste trauen, Leitungswasser zur Bestellung zu verlangen. Beide Seiten könnten von dieser Serviceleistung profitieren, denn das Restaurant wird mit Sicherheit durch diese Geste an Beliebtheit bei den Gästen gewinnen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.05.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
Claudia Täubner
mehr erfahren
Newsletter - Wir halten Sie auf dem Laufenden!
Unser Newsletter versorgt Sie mit Infos rund um das Thema Versicherungen.

Sie können sich jederzeit abmelden, indem Sie auf den Link in der Fußzeile unserer E-Mails klicken. Informationen zu unseren Datenschutzpraktiken finden Sie hier.
ein Service von