Steigende Gemäldepreise lassen auch Preise für Kunst­versicherungen explodieren

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Durch die in den letzten Jahren rasant gestiegenen Preise von Gemälden auf dem Kunstmarkt ist auch der Versicherungswert der Bilder enorm gestiegen. Das ist eine Herausforderung für Museen und Ausstellungsmacher.

Für Museen und Galerien wird es immer schwieriger, große Ausstellungen mit wichtigen Leihgaben zu realisieren und die damit verbundenen hohen Versicherungsprämien zu bezahlen. Denn die Versicherungsprämie macht in der Regel ein Promille des Gesamtwertes einer Ausstellung aus. Da ist bei den hohen Summen, um die es auf dem Kunstmarkt geht, nicht wenig.

Alles zur Kunst­versicherung


Gauguins „Nafea“ stellt neue Preisrekorde auf

Die gewaltigen Preisanstiege machen es den Kuratoren immer schwerer, hochkarätige Ausstellungen zusammenzustellen. Die Versicherungen, die für die Kunstaustellungen abgeschlossen werden, sind so hoch, dass sie kaum noch bezahlbar sind. Und mit jedem neuen Preisrekord steigen sie weiter.

NAFEA FAAIPOIPO (WANN HEIRATEST DU?), 1892 Sammlung Rudolf Staechelin, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler.
Nafea faa ipoipo — Wann heiratest du? (1892), Sammlung Rudolf Staechelin, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler.

Teuerstes Gemälde der Welt

Das berühmte Bild „Nafea faa ipoipo“ („Wann heiratest du?“), eines der Hauptwerke von Gauguin, ist gerade vom Besitzer, dem Basler Ruedi Staechelin, verkauft worden. Gerüchte sprechen von 300 Millionen US-Dollar, die ein katarischer Scheich bezahlt haben soll. Dieser Preis wurde vom ehemaligen Besitzer weder bestätigt, noch dementiert. Stimmt die Summe, wäre „Nafea“ das teuerste Gemälde der Welt. Bisheriger Rekordhalter ist das Gemälde „Die Kartenspieler“ von Paul Cézanne, das 2011 für 250 Millionen Dollar verkauft wurde. Geht man von einer Versicherungsprämie in Höhe von einer Promille aus, würde die Versicherungssumme von „Nafea“  300.000 Dollar betragen.


Kuratoren müssen um ihre Ausstellungen bangen

Bei der aktuellen Paul Gauguin-Ausstellung des Baseler Museums „Fondation Beyeler“ beträgt der Versicherungswert umgerechnet etwa 2,3 Milliarden Euro. Während sich die Museumsbesucher an der Gauguin-Ausstellung erfreuen können, ist der Museumsdirektor besorgt um das Ausstellungsbudget. Laut dem kaufmännischen Direktor Stefan Charles wendet das Kunstmuseum Basel rund 40 Prozent des Budgets für Versicherungsprämien auf. Neben den Personal- und Transportkosten sind diese längst zum teuersten Bestandteil geworden. Im Fall des Baseler Kunstmuseums steigen die Ausgaben für Versicherungsbeiträge trotz sinkender Versicherungsprämien jährlich um rund 10 Prozent.


Kunst-Diebstahl-Versicherung als Baustein in der Hausrat­versicherung

In der normalen Hausrat­versicherung sind Kunstgegenstände grundsätzlich mitversichert. Es gelten jedoch meist besondere Deckungssummen, die bei den verschiedenen Anbietern unterschiedlich hoch ausfallen können (Leistungen Hausrat­versicherung). Besonders wertvolle Objekte sollten bei der Festlegung der Versicherungssumme berücksichtigt und der Versicherung gesondert angegeben werden.

Zusatzschutz Kunst­versicherung

Einige Versicherer bieten eine spezielle Kunst­versicherung für Privatkunden an. Sie bietet Schutz, wenn besondere Risiken bestehen, die eine Hausrat­versicherung nicht abdeckt. Beispielsweise besteht Versicherungsschutz, wenn etwa Fotografien beschädigt oder gestohlen werden. Aber auch der Diebstahl oder die Beschädigung während des Transports zu Ausstellungen ist grundsätzlich versichert.

Von Nagel zu Nagel abgesichert

Die Kunst­versicherung gehört zu den Sach­versicherungen, die besondere Versicherungsbedingungen zur Versicherung von Bildern, Fotos, Sammlungen, Skulpturen, aber zum Teil auch Pelzen und Schmuck vorsieht. Die gewöhnliche Hausrat­versicherung deckt für diese Gegenstände spezifische Risiken in Höhe und Umfang nicht ausreichend ab. Die Kunst­versicherung ist eine Mischung zwischen Haushalts- und Transport­­versicherung. Werden die Kunstwerke an Museen und Galerien verliehen, muss ein zusätzlicher Schutz beim Transport abgesichert werden. Eine häufige Bezeichnung für die Versicherung des Kunsttransports lautet: Von Nagel zu Nagel. Dies bedeutet, dass das Kunstwerk von der Stelle, wo es hing, bis zur neuen Stelle, an der es hängen wird, versichert ist.