Teilverkauf bei Scheidung: Lösung für das gemeinsame Haus?

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Das erwartet Sie hier

Ob ein Teilverkauf bei Scheidung den Ex-Partner auszahlen kann, was er Sie kostet und welche Wege es für das gemeinsame Haus sonst gibt.

Inhalt dieser Seite
  1. Möglichkeiten nach der Scheidung
  2. Teilverkauf bei Scheidung
  3. Vor und Nachteile
  4. Rechtliche Hintergründe
  5. Alternativen
  6. Häufige Fragen (FAQ)
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Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Wege: Ein Partner übernimmt das Haus, beide verkaufen es ganz, die Auszahlung läuft über einen Teilverkauf, oder einer beantragt die Teilungsversteigerung.
  • Teilverkauf: Die meisten Anbieter kaufen höchstens 50 % des Hauses. Wer bleibt, zahlt jeden Monat ein Nutzungsentgelt, laut IMMO.info zuletzt rund 4,9 bis 6,2 % des Kaufpreises im Jahr (Stand 2024 und 2025, für 2026 keine prüfbaren Konditionen).
  • Kredit zuerst prüfen: Im Rechenbeispiel kostet ein tilgungsfreier Kredit für 200.000 € Auszahlung in zehn Jahren rund 52.000 bis 61.000 € weniger als ein Teilverkauf.
  • Steuern: Übernimmt ein Ex-Partner den Anteil des anderen, fällt keine Grunderwerbsteuer an, beim Verkauf an einen Teilkäufer schon. Spekulationssteuer droht vor allem dem Partner, der ausgezogen ist.

Welche Möglichkeiten gibt es für das gemeinsame Haus nach einer Scheidung?

Für das gemeinsame Haus gibt es vier Wege: Ein Partner übernimmt es und zahlt den anderen aus, beide verkaufen es ganz, die Auszahlung wird über einen Teilverkauf finanziert, oder einer beantragt die Teilungsversteigerung. Stehen beide im Grundbuch, kann keiner allein entscheiden. Ohne Einigung bleibt am Ende nur die Versteigerung.

WegSo funktioniert esVorteilNachteil
Ein Partner übernimmtEr kauft den Anteil des anderen, meist mit einem KreditHaus bleibt in der Familie, klare TrennungKredit nur mit ausreichender Kreditwürdigkeit
Verkauf des ganzen HausesDer Erlös wird nach den Eigentumsanteilen geteiltSauberer Schlussstrich, keine laufenden KostenBeide ziehen aus, Streit über den Preis möglich
TeilverkaufEin Anbieter kauft bis zur Hälfte, der Erlös zahlt den Ex-Partner ausWer bleibt, kann im Haus wohnenMonatliches Nutzungsentgelt, Mindestvergütung, Bindung an den Anbieter
TeilungsversteigerungDas Gericht versteigert das Haus auf Antrag eines PartnersErzwingt eine Lösung ohne EinigungOft niedrigerer Erlös, Verfahrenskosten, lange Dauer

Ein Partner übernimmt das Haus

Will einer von Ihnen im Haus bleiben, kauft er dem anderen dessen Anteil ab und wird Alleineigentümer. Das trennt die Finanzen klar. Dafür braucht er aber meist eine größere Summe, die er über einen neuen Kredit oder eine Umschuldung aufbringt. Die Bank prüft vorher, ob er die Raten allein tragen kann. Mit nur einem Einkommen nach der Trennung scheitert dieser Weg oft.


Das ganze Haus verkaufen

Will keiner bleiben oder reicht das Geld für eine Auszahlung nicht, verkaufen Sie das Haus gemeinsam und teilen den Erlös nach Ihren Eigentumsanteilen. Danach gibt es keine gemeinsamen Pflichten mehr. Je nach Markt kann der Verkauf dauern, und über Preis und Aufteilung entsteht leicht Streit. Die Kosten eines Rechtsstreits übernimmt nur ein Ehe-Rechtsschutz, der lange vorher abgeschlossen sein muss.


Teilverkauf an einen Anbieter

Beim Teilverkauf kauft ein Unternehmen einen Teil des Hauses, meist höchstens die Hälfte. Mit dem Kaufpreis wird der Partner ausgezahlt, der auszieht. Der andere bleibt wohnen, lässt sich einen Nießbrauch eintragen und zahlt für den verkauften Teil jeden Monat ein Nutzungsentgelt. Wie das bei einer Scheidung genau abläuft und was es kostet, zeigt das nächste Kapitel.


Teilungsversteigerung als letzter Ausweg

Einigen Sie sich nicht, kann jeder Miteigentümer die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen. Bei einem Grundstück geschieht das durch Zwangsversteigerung und Teilung des Erlöses (Quelle: § 753 BGB). Bei Versteigerungen liegt der Erlös oft unter dem eines freien Verkaufs, dazu kommen die Kosten des Verfahrens. Die Versteigerung ist deshalb meist nur der letzte Ausweg.

Wie funktioniert ein Teilverkauf bei einer Scheidung?

Ein Anbieter kauft einen Miteigentumsanteil am Haus, die meisten höchstens die Hälfte. Der Kaufpreis geht an den Partner, der auszieht, und dieser überträgt seinen restlichen Anteil am Haus auf den Partner, der bleibt. Reicht der Kaufpreis nicht für seinen ganzen Anspruch, müssen Sie die Differenz anders ausgleichen. Dieser lässt sich einen Nießbrauch eintragen und zahlt für den verkauften Teil ein monatliches Nutzungsentgelt. Ohne Einigung beider Eigentümer geht nichts.

So läuft der Teilverkauf bei einer Scheidung ab

1. Einigen

Beide Eigentümer müssen zustimmen. Legen Sie schriftlich fest, wer bleibt, welcher Anteil verkauft wird und wie das Geld verteilt wird. Bei Streit helfen Anwalt oder Mediation.

2. Wert ermitteln

Der Verkehrswert bestimmt, was der Anteil bringt. Lassen Sie zusätzlich zum Gutachten des Anbieters ein eigenes Gutachten erstellen.

3. Angebot prüfen

Rechnen Sie Nutzungsentgelt, Mindestvergütung und Durchführungsentgelt in Euro aus und lassen Sie den Vertrag von Anwalt oder Verbraucherzentrale prüfen.

4. Notar und Auszahlung

Der Notar beurkundet Teilverkauf, Nießbrauch und die Übertragung zwischen Ihnen. Danach fließt der Kaufpreis an den Partner, der auszieht.

Für die Beurkundung brauchen Sie einen Notar, ohne ihn ist der Vertrag nichtig (Quelle: § 311b BGB). Das Eigentum geht erst mit der Eintragung im Grundbuch über. Was ein Teilverkauf allgemein voraussetzt, etwa einen Hauswert von meist mindestens 200.000 Euro, steht auf unserer Seite Voraussetzungen für den Teilverkauf.


Rechenbeispiel: Reicht ein Teilverkauf für die Auszahlung?

Ihr Haus ist 400.000 Euro wert und gehört Ihnen beiden je zur Hälfte. Dem Partner, der auszieht, stehen rechnerisch 200.000 Euro zu, ohne Hauskredit und Zugewinnausgleich. Um so viel zu bekommen, müssen Sie die Hälfte des Hauses verkaufen, die Obergrenze der meisten Anbieter. Bei 5,0 Prozent Nutzungsentgelt zahlen Sie dann rund 833 Euro im Monat, in zehn Jahren 100.000 Euro.

Wird das Haus nach zehn Jahren ohne Wertänderung verkauft, erhält der Teilkäufer mindestens 117 Prozent seines Kaufpreises, also 234.000 Euro. Dazu kommt eine Servicepauschale von 3,3 bis 5,5 Prozent auf den Gesamterlös. Der Teilverkauf kostet Sie so 147.200 bis 156.000 Euro (Quelle: SVRV-Gutachten).

Ein tilgungsfreier Kredit über 200.000 Euro zu 4,04 Prozent, dem Durchschnitt für Wohnungsbaukredite mit über zehn Jahren Zinsbindung im August 2026, kostet 673 Euro Zinsen im Monat (Quelle: Deutsche Bundesbank). Mit 3,57 Prozent Vermittlerprovision beim Verkauf sind das in zehn Jahren 95.080 Euro, also gut 52.000 Euro weniger.

Kosten in zehn Jahren für 200.000 Euro Auszahlung bei gleichbleibendem Hauswert
  • Teilverkauf mit 5,5 Prozent Pauschale156.000 €
  • Teilverkauf mit 3,3 Prozent Pauschale147.200 €
  • Tilgungsfreier Kredit95.080 €

Quelle: Beispielrechnung der Redaktion nach SVRV-Gutachten, Verbraucherzentrale und Deutscher Bundesbank (August 2026)

Den Kredit bekommen Sie aber nur, wenn die Bank Ihre Kreditwürdigkeit bejaht (Quelle: § 505a BGB). Beim Teilverkauf prüft niemand, ob Sie das Nutzungsentgelt dauerhaft zahlen können. Das klingt bequem, ist aber ein Risiko. Alle Kosten im Detail erklärt unsere Seite Was kostet ein Teilverkauf?


Worauf Sie bei einer Scheidung besonders achten

Nach einer Trennung trägt oft ein Einkommen alle Kosten des Hauses. Prüfen Sie deshalb die Punkte unten besonders genau. In den meisten Verträgen reichen laut Verbraucherzentrale Bundesverband drei offene Monatsentgelte, damit der Teilkäufer den Gesamtverkauf einleiten kann (Quelle: vzbv).

  • Nutzungsentgelt meist nur zehn Jahre fest, danach Anpassung an Zinsen oder Preise
  • Bei mehreren Anbietern unter 60 Jahren nur ein befristeter Nießbrauch, oft 20 Jahre
  • Gesamtgrundschuld der Bank des Teilkäufers auf dem ganzen Haus, auch auf Ihrem Anteil
  • Mindestvergütung von meist 117 Prozent für den Teilkäufer, auch ohne Wertsteigerung
  • Gesamtverkauf und Beleihung Ihres Anteils nur mit Zustimmung des Teilkäufers

Ob überhaupt ein Anbieter kauft, ist 2026 offen: Drei Anbieter machen kein reguläres Neugeschäft mehr, neue Konditionen hat seit Ende 2025 keiner prüfbar veröffentlicht (Quelle: IMMO.info). Den Stand je Anbieter zeigt unsere Übersicht der Teilverkauf-Anbieter. Wie das Modell grundsätzlich funktioniert, erklärt unsere Seite zum Immobilien-Teilverkauf.

Das ist neu in 2026

Das Oberlandesgericht Hamburg hat am 20.08.2026 die Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegen EV LiquidHome überwiegend abgewiesen: Ein Teilverkauf ist nach seiner Ansicht kein Verbraucherdarlehen. Mehrere Vertragsklauseln darf der Anbieter aber nicht mehr verwenden, unter anderem eine Nutzungsgebühr über das Ende des Nießbrauchs hinaus (Aktenzeichen 5 UKl 2/25). Rechtskräftig ist das Urteil nicht: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt (XI ZR 86/26).

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Welche Vor- und Nachteile hat ein Teilverkauf für Geschiedene?

Der größte Vorteil: Ein Partner kann mit den Kindern im vertrauten Haus bleiben, ohne dass ein Kredit genehmigt werden muss. Der größte Nachteil: Er zahlt dafür über viele Jahre ein Nutzungsentgelt und bleibt an einen Anbieter gebunden, der beim späteren Verkauf mitverdient. Im Rechenbeispiel ist der Teilverkauf deutlich teurer als ein Kredit.

Das spricht für einen Teilverkauf

  • Ein Partner bleibt wohnen, der Nießbrauch sichert das Wohnen im Grundbuch
  • Der Ex-Partner wird ausgezahlt, ohne dass die Bank eine Kreditwürdigkeitsprüfung verlangt
  • Eine Teilungsversteigerung mit oft niedrigerem Erlös lässt sich vermeiden
  • Der verkaufte Anteil lässt sich später zurückkaufen, meist zum aktuellen Verkehrswert

Den Nießbrauch lassen Sie im Grundbuch eintragen. Er erlaubt Ihnen, selbst zu wohnen oder zu vermieten, und endet mit Ihrem Tod. Wie sich Nießbrauch und Wohnrecht unterscheiden, erklärt unsere Seite Nießbrauch und Wohnrecht. Ein Rückkauf ist ein neuer Kauf mit Notar, Grundbuch und Grunderwerbsteuer.


Das spricht dagegen

  • Nutzungsentgelt jeden Monat, über die Jahre oft mehr als ein Kredit kostet
  • Wertsteigerung auf den verkauften Teil gehört dem Teilkäufer, Wertverlust trifft vor allem Sie
  • Instandhaltung tragen Sie je nach Vertrag ganz allein
  • Späterer Gesamtverkauf nur nach den Regeln des Vertrags, mit Durchführungsentgelt

Steigt der Hauswert bis zum Verkauf um weniger als 17 Prozent, zahlen Sie die Mindestvergütung aus Ihrem eigenen Anteil. Die Verbraucherzentrale Hamburg spricht von einem Mindestgewinn von meist 14 bis 17 Prozent, den sich die Anbieter sichern (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg). Die übrigen Risiken stehen auf unserer Seite Kritik und Risiken beim Teilverkauf.

Welche Rechte hat der Ex-Partner an der gemeinsamen Immobilie?

Das hängt vom Güterstand und vom Grundbuch ab. Ohne Ehevertrag leben Sie in der Zugewinn­gemeinschaft: Das Haus gehört dem, der im Grundbuch steht, der Wertzuwachs während der Ehe wird aber ausgeglichen. Stehen beide im Grundbuch, gehört jedem sein Anteil, meist die Hälfte, und keiner kann allein über das ganze Haus verfügen.

Was der Güterstand für das Haus bedeutet

GüterstandWann er giltWas mit dem Haus passiert
Zugewinn­gemeinschaftOhne EhevertragEigentum bleibt beim Eigentümer im Grundbuch, der Zugewinn wird ausgeglichen
GütertrennungNur mit EhevertragVermögen bleibt getrennt, kein Ausgleich
Güter­gemeinschaftNur mit EhevertragDas Haus gehört beiden gemeinsam, die Auseinandersetzung folgt eigenen Regeln

In der Zugewinn­gemeinschaft muss der Partner, dessen Vermögen in der Ehe stärker gewachsen ist, den anderen ausgleichen (Quelle: § 1378 BGB). Stichtag für das Endvermögen ist der Tag, an dem der Scheidungsantrag zugestellt wird. Ein Haus, das ein Partner in die Ehe eingebracht hat, behält er, der Wertzuwachs in der Ehe fließt aber in den Ausgleich ein.

Steht nur ein Partner im Grundbuch, gehört ihm das Haus. Der andere kann einen Zugewinnausgleich verlangen, wenn der Wert in der Ehe gestiegen ist. Stehen beide im Grundbuch, meist je zur Hälfte, sind Sie Miteigentümer nach Bruchteilen. Bei Güter­gemeinschaft klären Sie die Aufteilung am besten mit einem Anwalt für Familienrecht.


Kann ein Partner den Verkauf erzwingen?

Ja, über die Teilungsversteigerung. Jeder Miteigentümer kann jederzeit die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen, auch gegen den Willen des anderen (Quelle: § 749 BGB). Aufschieben lässt sich eine Versteigerung nur in Ausnahmefällen und meist nur für eine begrenzte Zeit. Der Erlös liegt oft deutlich unter dem eines freien Verkaufs.

Bis zur Scheidung gilt eine Grenze: Im gesetzlichen Güterstand darf ein Ehegatte nur mit Einwilligung des anderen über sein Vermögen im Ganzen verfügen (Quelle: § 1365 BGB). Das kann den Verkauf eines Hausanteils betreffen, wenn er fast das ganze Vermögen ausmacht. Die Rechtsprechung zieht die Grenze bei etwa 85 bis 90 Prozent.


Steuern: Spekulationsfrist und Grunderwerbsteuer

Ein Gewinn aus dem Verkauf ist nur steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als zehn Jahre liegen und Sie das Haus weder seit dem Kauf noch im Verkaufsjahr und den beiden Jahren davor selbst bewohnt haben. Liegen alle privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres zusammen unter 1.000 Euro, bleiben sie steuerfrei (Quelle: § 23 EStG). Für den Partner, der bleibt, ist der Teilverkauf deshalb meist steuerfrei.

Anders beim Partner, der ausgezogen ist: Überträgt er seinen Anteil innerhalb der Frist gegen Geld, ist das ein steuerbarer Verkauf, auch wenn sonst eine Teilungsversteigerung gedroht hätte. Wohnen nur noch Ex-Partner und Kind im Haus, gilt das nicht als eigene Nutzung (Quelle: BFH, IX R 11/21).

Grunderwerbsteuer fällt nicht an, wenn ein Ex-Partner dem anderen seinen Anteil im Zuge der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung überträgt (Quelle: § 3 GrEStG). Der Verkauf an einen Teilkäufer ist nicht befreit, die Steuer liegt je nach Land bei 3,5 bis 6,5 Prozent. Mehr dazu auf unserer Seite zum Teilverkauf in der Steuer.


Was passiert mit dem laufenden Hauskredit?

Der Kredit und die Grundschuld bleiben bestehen, bis sie abgelöst sind. Haben Sie den Kredit gemeinsam aufgenommen, haften beide weiter, bis die Bank einen Partner entlässt. Das tut sie nur, wenn der andere die Raten allein tragen kann. Für einen Teilverkauf verlangt die Bank des Teilkäufers in der Regel eine Grundschuld auf dem ganzen Haus.

Die alte Grundschuld muss deshalb meist abgelöst werden oder im Rang zurücktreten, dafür braucht es die Zustimmung Ihrer Bank (Quelle: § 880 BGB). Lösen Sie den Kredit vorzeitig ab, kann die Bank eine Vorfälligkeits­entschädigung verlangen. Wie ein Teilverkauf mit Restschuld funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite Teilverkauf trotz Kredit.


Was passiert mit einem gemeinsamen Nießbrauch?

Manche Paare haben ihr Haus schon an die Kinder übertragen und sich einen gemeinsamen Nießbrauch vorbehalten. Er bleibt auch nach der Scheidung bestehen. Verkaufen lässt er sich nicht, nur die Ausübung kann einem anderen überlassen werden (Quelle: § 1059 BGB). Ein Partner kann aber gegen einen Ausgleich auf seinen Nießbrauch verzichten.

Für die Löschung im Grundbuch reicht eine öffentlich beglaubigte Bewilligung des Berechtigten, eine Beurkundung ist nicht nötig (Quelle: § 29 GBO). Ohne Einverständnis beider Berechtigten bleibt der Nießbrauch stehen. Möglich ist auch, dass beide ausziehen und das Haus vermieten.

Welche Alternativen gibt es zum Teilverkauf bei einer Scheidung?

Vor einem Teilverkauf lohnt der Blick auf vier Wege: die Übernahme mit einem Kredit, die bauliche Teilung des Hauses, die gemeinsame Vermietung und den Verkauf mit Rückmiete. Soll das Haus ohnehin an die Kinder gehen, kommt auch eine Schenkung infrage. Welcher Weg passt, hängt von Ihrem Geld, Ihren Plänen und davon ab, wie gut Sie sich noch einigen können.

Übernahme mit einem Kredit

Bekommt der Partner, der bleibt, einen Kredit, ist das im Rechenbeispiel der günstigere Weg: Bei 200.000 Euro Auszahlung bleiben ihm in zehn Jahren gut 52.000 Euro mehr als beim Teilverkauf. Fragen Sie zuerst Ihre Hausbank, auch nach einem tilgungsfreien Kredit für Ältere. Weitere Wege vergleicht unsere Seite Alternativen zum Teilverkauf.


Realteilung

Lässt die Bauweise es zu, können Sie das Haus in zwei getrennte Wohnungen aufteilen, und jeder erhält eine davon. Beide bleiben Eigentümer, aber jeder von seiner eigenen Einheit. Das setzt einen Umbau und eine Teilung im Grundbuch voraus und funktioniert nur, wenn Sie danach als Nachbarn miteinander auskommen.


Vermietung

Ziehen beide aus, können Sie das Haus gemeinsam vermieten und die Mieteinnahmen teilen. Das kann sich mehr lohnen als ein schneller Verkauf, vor allem, wenn die Preise gerade schwach sind. Voraussetzung ist, dass Sie Mieter, Reparaturen und Nebenkosten weiter gemeinsam verwalten können. Die Mieteinnahmen versteuern Sie jeweils anteilig.


Verkauf mit Rückmiete

Sind Sie und alle, die im Haus bleiben, mindestens 55 Jahre alt, können Sie das Haus auch ganz verkaufen, und einer von Ihnen bleibt als Mieter. Beide erhalten ihren Anteil am vollen Kaufpreis, ein Nutzungsentgelt fällt nicht an. Wie das funktioniert und wo die Grenzen liegen, erklärt unsere Seite Rückmietverkauf, den Vergleich zeigt Rückmietverkauf oder Teilverkauf.


Übertragung auf die Kinder

Soll das Haus ohnehin an die Kinder gehen, können Sie es ihnen schon jetzt schenken. Sind die Kinder minderjährig, kann die Zustimmung des Familiengerichts nötig sein. Mit dem Haus gehen auch Pflichten auf die Kinder über, etwa Grundsteuer und Instandhaltung. Was dabei steuerlich gilt, erklärt unsere Seite Haus überschreiben, den Überblick über alle Wege bietet die Immobilienrente.

Die häufigsten Fragen zum Teilverkauf bei Scheidung

Ist ein Teilverkauf bei Scheidung möglich?

Ja, wenn beide Eigentümer zustimmen und das Haus die Voraussetzungen der Anbieter erfüllt, meist mindestens 200.000 Euro Wert. Der Anbieter kauft bis zur Hälfte, mit dem Geld wird der Partner ausgezahlt, der auszieht. Der andere bleibt mit Nießbrauch wohnen und zahlt ein monatliches Nutzungsentgelt.

Reicht ein Teilverkauf, um den Ex-Partner komplett auszuzahlen?

Nur, wenn dessen Anspruch nicht höher ist als das, was der Anbieter zahlt. Gehört Ihnen das Haus je zur Hälfte, müssen Sie für die volle Auszahlung die Hälfte verkaufen, die Obergrenze der meisten Anbieter. Ein laufender Hauskredit und ein Zugewinnausgleich verändern die Rechnung.

Müssen beide Ex-Partner dem Teilverkauf zustimmen?

Ja, solange beide im Grundbuch stehen. Keiner kann allein über das ganze Haus verfügen. Stimmt einer nicht zu, bleibt nur die Teilungsversteigerung, die jeder Miteigentümer laut § 749 BGB verlangen kann.

Wer zahlt nach der Scheidung das Nutzungsentgelt?

Der Partner, der im Haus bleibt und den Nießbrauch erhält. Laut IMMO.info lagen die Sätze 2024 und 2025 bei rund 4,9 bis 6,2 Prozent des Kaufpreises im Jahr, meist zehn Jahre fest. Konditionen für 2026 hat kein Anbieter prüfbar veröffentlicht. Bei 200.000 Euro Kaufpreis und 5,0 Prozent sind das rund 833 Euro im Monat.

Fällt bei einer Scheidung Spekulationssteuer auf das Haus an?

Nur, wenn der Kauf weniger als zehn Jahre zurückliegt und der Verkäufer das Haus weder seit dem Kauf noch im Verkaufsjahr und den beiden Vorjahren selbst bewohnt hat. Laut Bundesfinanzhof zählt es nicht als eigene Nutzung, wenn nur noch Ex-Partner und Kind darin wohnen.

Fällt Grunderwerbsteuer an, wenn ein Ex-Partner den Anteil des anderen übernimmt?

Nein, wenn die Übertragung zur Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung gehört, ist sie laut § 3 GrEStG befreit. Verkaufen Sie dagegen einen Anteil an einen Teilkäufer, fällt Grunderwerbsteuer von 3,5 bis 6,5 Prozent an, je nach Bundesland.

Was passiert mit dem gemeinsamen Hauskredit bei einer Scheidung?

Er läuft weiter, und beide haften, bis die Bank einen Partner entlässt. Für einen Teilverkauf muss die alte Grundschuld meist abgelöst werden oder im Rang zurücktreten. Bei vorzeitiger Ablösung kann die Bank eine Vorfälligkeits­entschädigung verlangen.

Kann mein Ex-Partner die Teilungsversteigerung erzwingen?

Ja, jeder Miteigentümer kann die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen, bei einem Haus über die Zwangsversteigerung nach § 753 BGB. Aufschieben lässt sie sich nur in Ausnahmefällen. Weil der Erlös oft niedrig ist, lohnt fast immer eine Einigung vorher.

Gibt es eine Altersgrenze für den Teilverkauf?

Ein festes Mindestalter haben viele Anbieter nicht mehr. Mehrere geben Verkäufern unter 60 Jahren aber nur einen befristeten Nießbrauch, oft 20 Jahre. Gerade bei einer Scheidung im mittleren Alter kann das Wohnen danach unsicher werden. Lassen Sie sich die Laufzeit des Nießbrauchs schriftlich geben.

Ist ein Kredit günstiger als ein Teilverkauf?

Im Rechenbeispiel ja. Für 200.000 Euro Auszahlung kostet ein tilgungsfreier Kredit zu 4,04 Prozent in zehn Jahren 95.080 Euro, der Teilverkauf 147.200 bis 156.000 Euro. Den Kredit gibt es aber nur nach einer Prüfung der Kreditwürdigkeit. Mehr dazu auf unserer Seite zu den Kosten des Teilverkaufs.

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