Das erwartet Sie hier
Wie Sie auf eine Preiserhöhung Ihrer Wohngebäudeversicherung reagieren sollten, was es bei einem Versicherungswechsel zu beachten gilt und ob sich das überhaupt lohnt.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
Gebäudeversicherung: Beiträge 2025
Das ist neu in 2026
Neuer Faktor: Die Steigerung des Anpassungsfaktors wurde auf 4,21 Prozent angepasst. Steigt dieser Faktor, steigen auch die Höhe der Versicherungssumme und die Beiträge zur Gebäudeversicherung.
Nachdem Hauseigentümer 2025 etwas aufatmen konnten, werden die Beiträge zur Wohngebäudeversicherung 2026 wieder deutlicher angehoben. Die Beiträge der Gebäudeversicherung werden regelmäßig an die Baupreise und Lohnkosten auf dem Bau angepasst. Diese steigen weiterhin, jedoch nicht so stark wie in den vergangenen Jahren.
| Jahr | Veränderung des Anpassungsfaktors* jeweils zum Vorjahr |
|---|---|
| 2026 | 4,21 % |
| 2025 | 2,41 % |
| 2024 | 7,5 % |
| 2023 | 14,7 % |
| 2022 | 5,5 % |
| 2021 | 2,6 % |
Quelle: Gesamtverband der Versicherer, S. 14
*Faktor, mit dem Beiträge der Gebäudeversicherung an aktuelle Preisentwicklungen im Bausektor angepasst werden.
Wie hoch Ihr Beitrag zur Gebäudeversicherung 2026 konkret ist, erfahren Sie von Ihrem Versicherer.
Gebäudeversicherung teurer: Das können Sie tun
Beitragserhöhung nicht vorschnell ablehnen
Eine Beitragserhöhung sollten Sie nicht mit einer Vertragsumstellung oder Vertragssanierung verwechseln. Eine reine Beitragserhöhung erfordert in der Regel keine Zustimmung von Ihnen. Anders sieht es bei einer vom Versicherer initiierten Vertragsumstellung oder Vertragssanierung aus, die in der Regel eine Anpassung der Versicherungsbedingungen beinhaltet.
Lehnen Sie eine solche Vertragsumstellung ab, kann der Versicherer sein ordentliches Kündigungsrecht nutzen und den Vertrag zum Ende der laufenden Vertragsperiode kündigen. Dies kann für Sie erhebliche Nachteile mit sich bringen, etwa Probleme bei der Anschlussversicherung: Wenn Sie danach eine neue Gebäudeversicherung abschließen möchten, müssen Sie die Kündigung durch den Vorversicherer angeben. Dies kann dazu führen, dass Ihnen neue Versicherer entweder höhere Beiträge berechnen, die Selbstbeteiligung erhöhen oder Ihnen den Versicherungsschutz ganz verweigern.
Um solche Konsequenzen zu vermeiden, sollten Sie die angebotene Vertragsumstellung sorgfältig prüfen und bei Unklarheiten Rücksprache mit Ihrem Versicherer oder einem unabhängigen Berater halten. Ein voreiliges Ablehnen kann langfristig teuer werden.
Selbstbeteiligung erhöhen, Beiträge senken
Sie können die Versicherungsbeiträge senken, indem Sie die Selbstbeteiligung erhöhen. Als Selbstbeteiligung wird der Anteil bezeichnet, den Sie im Schadenfall selbst übernehmen. Nur die darüber hinausgehende Summe wird dann vom Versicherer geleistet.
Erst die neue Versicherung abschließen, dann kündigen
Wenn Sie zu einem anderen Gebäudeversicherer wechseln möchten, ist es wichtig, die bestehende Versicherung erst zu kündigen, nachdem ein neues Angebot vorliegt und Ihr Antrag beim neuen Versicherer eingereicht wurde. Dadurch vermeiden Sie mögliche Risiken, die durch eine vorschnelle Kündigung entstehen könnten.
Warum ist das wichtig?
Sollte zwischen der Kündigung Ihres alten Vertrags und der Einreichung Ihres Neuantrags beispielsweise ein Schaden eintreten, ändern sich die anzugebenden Risikoumstände für den neuen Antrag. Dies kann dazu führen, dass:
- Der neue Versicherer den Vertrag aufgrund der geänderten Risikoumstände nicht mehr zu den zuvor angebotenen Konditionen annimmt.
- Der Antrag vollständig abgelehnt wird und Sie ohne Versicherungsschutz dastehen.
Um diesen Worst-Case-Szenarien vorzubeugen, sollten Sie Ihren bestehenden Vertrag erst kündigen, wenn Sie sicherstellen können, dass der neue Versicherer Ihren Antrag zu den gewünschten Konditionen annimmt. Dies garantiert einen nahtlosen Versicherungsschutz ohne finanzielle und rechtliche Nachteile.
So kündigen Sie die Gebäudeversicherung richtig
Beachten Sie, dass sich die Kündigungsfristen bei ordentlichen und außerordentlichen Kündigungen deutlich unterscheiden können:
Kein Sonderkündigungsrecht
Bei einer Wohngebäudeversicherung mit gleitendem Neuwertfaktor werden die Beiträge jährlich an die Entwicklung der Baupreise und Lohnkosten angepasst. Mit dieser sogenannten Indexanpassung wird gewährleistet, dass Gebäude ausreichend hoch versichert sind. In diesem Fall haben Sie kein Sonderkündigungsrecht.
In der Regel müssen Sie die Gebäudeversicherung drei Monate zum Ende der Vertragslaufzeit kündigen. Bei Verträgen mit einer Laufzeit von drei oder fünf Jahren gilt in der Regel ebenfalls eine dreimonatige Kündigungsfrist.
Maximale Vertragslaufzeit: Rechtliche Grundlage
Die maximale Laufzeit von drei Jahren bei Versicherungsverträgen wird im § 11 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt. Konkret heißt es in § 11 Abs.4:
„Ein Versicherungsvertrag, der für die Dauer von mehr als drei Jahren geschlossen worden ist, kann vom Versicherungsnehmer zum Schluss des dritten oder jedes darauf folgenden Jahres unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten gekündigt werden.“
Sonderkündigungsrecht
Wenn Ihre Versicherung außerhalb einer Indexanpassung die Beiträge tarifbedingt erhöht, ohne dass die Leistungen entsprechend angepasst werden, haben Sie ein außerordentliches Kündigungsrecht.
In diesem Fall müssen Sie die Kündigung der Wohngebäudeversicherung innerhalb eines Monats nach Erhalt der Benachrichtigung über die Beitragserhöhung aussprechen.
So kündigen Sie Ihre Gebäudeversicherung richtig (inkl. Muster)
Darum steigen die Versicherungsbeiträge jedes Jahr
Jährliche Preissteigerungen sind bei Gebäudeversicherungen mit einer sogenannten gleitenden Neuwertversicherung normal. Denn Versicherer passen dann die Versicherungssumme laufend an aktuelle Baukosten und die Lohnentwicklungen im Baugewerbe an. So ist garantiert, dass der Versicherer die gesamten Wiederaufbaukosten für ein komplett zerstörtes Gebäude nach den aktuellen Preisen und geltenden Vorschriften leistet. Leistet Ihre Gebäudeversicherung also zum gleitenden Neuwert, dann ist dies vorteilhaft für Sie.
Um die neuen Beiträge zu berechnen, orientieren sich viele Versicherer am sogenannten Anpassungsfaktor. Dieser wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mithilfe von Daten des Statistischen Bundesamtes jährlich neu berechnet. Berechnungsgrundlage ist der Wert 1914.
Sollten Sie eine Gebäudeversicherung abgeschlossen haben, die nicht zum gleitenden Neuwert leistet, dann haben Sie keine jährlichen Beitragserhöhungen. Ihr Haus wäre dann zu einem feststehenden Betrag versichert, der aufgrund der Inflation bald nicht mehr ausreichen würde. Es kommt zu einer Unterversicherung Ihres Gebäudes. Im Schadensfall wird im Verhältnis zur bestehenden Unterversicherung die Schadenzahlung gekürzt.
Mehr Infos zum gleitenden Neuwert
Klimaschäden sorgen für steigende Beiträge
Der Klimawandel führt bereits jetzt zu häufigeren und schwereren Extremwetterereignissen, wie Starkregen, Hochwasser oder auch Tornados. Versicherern entstehen durch diese Klimaschäden hohe Kosten, die sie durch höhere Beiträge auszugleichen versuchen. Laut dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) werden sich dadurch die Beiträge zur Wohngebäudeversicherung in den nächsten zehn Jahren verdoppeln (Quelle: GDV). Prognosen gehen sogar so weit, dass Versicherer in Zukunft keine Gebäudeversicherungen mehr anbieten können, da die Risiken finanziell untragbar werden.
Die häufigsten Fragen zum Thema „Steigende Beiträge in der Wohngebäudeversicherung“
Warum steigt die Wohngebäudeversicherung 2026 wieder?
Die Beiträge zur Wohngebäudeversicherung werden regelmäßig an die Baupreise und Lohnkosten im Baugewerbe angepasst. 2026 steigt der Anpassungsfaktor um 4,21 Prozent. Diese Erhöhungen sind bei Versicherungen mit gleitendem Neuwertfaktor normal und gewährleisten, dass Ihr Gebäude stets ausreichend gegen Wiederaufbaukosten versichert ist.
Habe ich ein Kündigungsrecht bei einer Beitragserhöhung?
Bei einer reinen Beitragserhöhung mit gleitendem Neuwertfaktor haben Sie kein Sonderkündigungsrecht. Erhöht der Versicherer die Beiträge jedoch tarifbedingt ohne entsprechende Leistungsanpassung, erhalten Sie ein außerordentliches Kündigungsrecht. Sie müssen die Kündigung dann innerhalb eines Monats nach Mitteilung der Erhöhung aussprechen.
Sollte ich eine Vertragsumstellung ablehnen?
Ein voreiliges Ablehnen einer Vertragsumstellung wird nicht empfohlen. Wenn Sie diese ablehnen, kann der Versicherer sein ordentliches Kündigungsrecht nutzen. Später können neue Versicherer höhere Beiträge verlangen, die Selbstbeteiligung erhöhen oder den Schutz verweigern. Prüfen Sie Vertragsumstellungen sorgfältig und holen Sie bei Unklarheiten Rücksprache mit Ihrem Versicherer oder einem Berater.
Wie kann ich meine Gebäudeversicherungsbeiträge senken?
Sie können die Versicherungsbeiträge reduzieren, indem Sie die Selbstbeteiligung erhöhen. Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den Sie im Schadensfall selbst tragen. Je höher dieser Betrag, desto niedriger fällt in der Regel der Versicherungsbeitrag aus.
In welcher Reihenfolge sollte ich die Versicherung wechseln?
Schließen Sie erst die neue Versicherung ab und reichen Sie Ihren Antrag ein, bevor Sie die alte Versicherung kündigen. So vermeiden Sie Versicherungslücken. Falls zwischen Kündigung und Neuabschluss ein Schaden eintritt, können geänderte Risikoumstände dazu führen, dass der neue Versicherer den Vertrag ablehnt oder zu anderen Konditionen anbietet.
Wie lange sind die Kündigungsfristen?
Bei ordentlichen Kündigungen beträgt die Kündigungsfrist in der Regel drei Monate zum Ende der Vertragslaufzeit. Bei einem außerordentlichen Kündigungsrecht aufgrund einer tarifbedingten Beitragserhöhung haben Sie nur einen Monat Zeit, nachdem Sie die Benachrichtigung erhalten haben.
Was ist der gleitende Neuwertfaktor?
Der gleitende Neuwertfaktor passt Ihre Versicherungssumme automatisch an aktuelle Baukosten und Lohnentwicklungen an. So ist gewährleistet, dass Ihr Haus nach einem Totalschaden zu den aktuellen Preisen vollständig wiederaufgebaut wird. Ohne diese Anpassung droht eine Unterversicherung.
Warum werden Wohngebäudeversicherungen aufgrund von Klimaschäden teurer?
Der Klimawandel führt zu häufigeren Extremwetterereignissen wie Starkregen, Hochwasser und Tornados. Diese Klimaschäden verursachen Versicherern hohe Kosten. Laut Gesamtverband der Versicherer könnten sich die Beiträge in den nächsten zehn Jahren verdoppeln, da die finanziellen Risiken für Versicherer zunehmen.
Was passiert, wenn ich eine Vertragsumstellung nicht akzeptiere?
Der Versicherer kann den Vertrag zum Ende der laufenden Vertragsperiode ordentlich kündigen. Dies führt oft zu Problemen bei der Anschlussversicherung, da neue Versicherer die Vorkündigung berücksichtigen und Ihnen höhere Beiträge berechnen, die Selbstbeteiligung erhöhen oder den Versicherungsschutz verweigern können.
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