Ist kostenloses Streamen illegal?

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Von Lena Mierbach
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Das erwartet Sie hier

Wann kostenloses Streamen illegal ist, welche Strafen drohen und wie Sie sich schützen können.

Inhalt dieser Seite
  1. Streamen: illegal oder nicht?
  2. Das sollten Sie bei Abmahnung tun
  3. Richtig absichern
  4. Wo legal streamen?
  5. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes von 2017 macht klar: illegales Streamen ist für Anbieter und Nutzer strafbar.
  • Bei illegalem Streamen drohen Abmahnungen und Schadensersatzforderungen vom Rechteinhaber.
  • Sie sollten die Forderungen stets genau prüfen und sich ggf. an einen Anwalt für Internetrecht wenden.
  • Eine Rechtsschutz­versicherung unterstützt Sie dabei und übernimmt die Kosten für Anwalt und Gericht.

Kostenloses Streamen: illegal, oder nicht?

Icon TV Fernseher Stream

Die Nutzung von kostenlosen Streaming-Plattformen lag lange Zeit in einer rechtlichen Grauzone. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus 2017 ist jedoch klar: Das Streamen von Filmen, Serien und Sportübertragungen über offensichtlich rechtswidrige Streaming-Dienste stellt eine Urheberrechts­verletzung dar und kann sowohl zivilrechtliche Ansprüche (Abmahnung, Unterlassung, Schadensersatz) als auch strafrechtliche Folgen nach sich ziehen. Die Wiedergabe multimedialer Inhalte steht nur dem Rechteinhaber zu, was bei kostenlosen Streaming-Plattformen, die aktuelle Filme und Serien bereits kurz nach dem (Kino-)Start zeigen, nicht der Fall ist.

Dies gilt auch für Verbraucher: denn Nutzer würden sich wissentlich und freiwillig einen illegalen Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken verschaffen. Damit gilt die Bereitstellung, Verbreitung und Nutzung als Urheberrechts­verletzung.


Vorsicht bei Nutzung technischer Hilfsmittel

Technische Hilfsmittel wie VPN‑Dienste, Proxys oder spezielle Browser‑Add-ons machen illegales Streaming weder legal noch wirklich risikofrei. Auch wenn Ihre IP‑Adresse im Einzelfall schwerer zuzuordnen ist, können Ermittlungsbehörden und Rechteinhaber über andere Spuren (Zahlungsdaten, Account‑Daten, Logfiles) an Nutzerinformationen gelangen. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf vermeintliche „Anonymität“, sondern nutzen Sie ausschließlich legale Streaming‑Angebote.

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Was ist Streaming?

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Beim Streamen wird, anders als beim Download, nicht der gesamte Film oder die komplette Serie dauerhaft auf dem Computer gespeichert. Die Dateien werden nur stückchenweise und temporär im Cache zwischengespeichert und direkt verarbeitet. Wird der Mediaplayer geschlossen, werden auch die Daten wieder gelöscht.

Das droht Ihnen, wenn Sie illegal streamen

Abmahnung vom Rechteinhaber

In der Regel erfolgt eine zivilrechtliche Verfolgung von Nutzern, die illegale Streaming-Plattformen genutzt haben. So drohen Nutzern Abmahnungen, Unterlassungsansprüche oder Schadensersatzforderungen vom Rechteinhaber, meist in Form eines Anwaltsschreibens. Die Höhe der Schadenersatzforderung hängt vorrangig vom entgangenen Gewinn ab. Sie kann je nach Werk, Nutzungsdauer und Umfang der Rechts­verletzung stark variieren. Pauschale Beträge pro Film oder pro Musiktitel lassen sich nicht verlässlich angeben – die Spannbreite reicht von geringeren Beträgen bis hin zu dreistelligen Forderungen je Werk. Zusätzlich können Anwaltskosten für die Abmahnung anfallen.

So reagieren Sie richtig

Im Falle einer Schadensersatzforderung oder Abmahnung wegen illegalem Streaming haben Sie mehrere Optionen. Wenden Sie sich zur Unterstützung am besten an einen Fachanwalt für Internetrecht.

  1. Prüfen Sie die Abmahnung: Eine rechtlich wirksame Abmahnung muss bestimmten formellen Anforderungen entsprechen, sonst ist sie unwirksam.
  2. Bitten Sie um eine Fristverlängerung, um die Forderungen zu prüfen und weitere Schritte einzuleiten.
  3. Bei unberechtigter Forderung die Abmahnung zurückweisen: Wichtig ist ein entsprechender Nachweis und eine Begründung.
  4. Bei berechtigter Forderung die Unterlassungserklärung abgeben bzw. die Strafzahlung begleichen.

Warum der § 53 des Urheberrechtsgesetzes nicht hilft

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Der § 53 des Urheberrechtsgesetzes erlaubt die Vervielfältigung zum Zweck einer Privatkopie, wenn es sich nicht um eine offensichtlich rechtswidrige Vorlage handelt. Dies ist bei illegalem Streamen jedoch selten der Fall.

So können Sie sich im Vorfeld absichern

Beste Option: Rechtsschutz­versicherung

Die beste Möglichkeit, wie Sie im Falle einer Strafe wegen illegalem Streaming hohe Kosten vermeiden können, ist eine private Rechtsschutz­versicherung mit dem Zusatzbaustein Internetrecht. Bei einer Schadensersatzforderung wegen illegalem Streaming übernimmt diese Versicherung die Kosten für einen Beratungs­rechtsschutz bei privaten Urheberrechtsverstößen und ein Straf­rechtsschutz zur Verteidigung bei Urheberrechts­verletzungen – sprich, eine Rechtsschutz­versicherung übernimmt für Sie die Kosten für Anwalt und Gericht. Beachten Sie jedoch etwaige Wartezeiten.

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Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Anbietern legaler Streaming-Portale. Die Angebote beginnen bei 4,99 Euro und die Abonnements können monatlich gekündigt werden. Oft gibt es sogar einen oder mehrere kostenlose Probemonate. Die Qualität der angebotenen Filme und Serien ist zudem weitaus besser als bei illegalen Streaming-Plattformen. Filme, die aktuell noch im Kino laufen, können in der Regel jedoch auch nur dort legal geschaut werden.


Seriöse und bekannte Streaming-Anbieter

Icon Filmrolle

Filme und Serien

  • Netflix
  • Amazon Prime
  • Amazon Freevee
  • Disney+
  • Apple TV+
  • Joyn
  • WOW
  • Paramount+
  • RTL+
  • Maxdome
  • Mediatheken öffentlich-rechtlicher Sender
Icon Kopfhörer

Musik

  • Spotify
  • Apple Music
  • Deezer
  • Amazon Music Unlimited
  • YouTube Music
  • Tidal
  • Audible
Icon Fußball

Sport

  • DAZN
  • WOW
  • Eurosport
  • F1 TV
  • Sportdigital

Die häufigsten Fragen zum Thema kostenloses Streamen

Ist kostenloses Streamen von Filmen und Serien legal oder illegal?

Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2017 gilt das Streamen von urheberrechtlich geschützten Inhalten über illegale Plattformen als strafbar, auch wenn keine dauerhafte Datei gespeichert wird. Die Wiedergabe steht ausschließlich dem Rechteinhaber zu, sodass die Nutzung offensichtlich rechtswidriger Streaming-Angebote als Urheberrechts­verletzung bewertet wird.

Warum ist die bisherige „Grauzone“ beim kostenlosen Streamen weggefallen?

Früher wurde argumentiert, dass beim Streamen keine vollständige Kopie auf dem Gerät entsteht, sondern nur eine temporäre Zwischenspeicherung im Cache, und daher eine rechtliche Grauzone bestehe. Das EuGH-Urteil von 2017 stellte jedoch klar, dass auch diese Nutzung eine Urheberrechts­verletzung darstellen kann, wenn die Quelle offensichtlich rechtswidrig ist.

Welche rechtlichen Folgen drohen bei illegalem Streaming für Verbraucher?

Nutzern drohen in erster Linie zivilrechtliche Konsequenzen wie Abmahnungen, Unterlassungsansprüche und Schadensersatzforderungen durch die Rechteinhaber, meist per Anwaltsschreiben. Die Höhe des Schadensersatzes orientiert sich am entgangenen Gewinn, wobei übliche Forderungen bei etwa 5 bis 10 Euro pro konsumiertem Film oder Musiktitel liegen und die Abmahnkosten im privaten Bereich derzeit auf rund 150 Euro gedeckelt sind.

Wie sollte ich auf eine Abmahnung wegen illegalen Streamings reagieren?

Nach Erhalt einer Abmahnung sollten Sie die formellen Anforderungen prüfen und sich im Zweifel an einen Fachanwalt für Internetrecht wenden, um die Berechtigung der Forderung einschätzen zu lassen. Je nach Ergebnis kommen eine Fristverlängerung zur Prüfung, das Zurückweisen unberechtigter Forderungen oder bei berechtigter Abmahnung die Abgabe einer Unterlassungserklärung und Zahlung des geforderten Betrags in Betracht.

Gilt die Privatkopie-Regelung nach § 53 UrhG auch beim Streaming?

Die Privatkopie nach § 53 UrhG ist nur zulässig, wenn keine offensichtlich rechtswidrige Vorlage genutzt wird. Bei illegalen Streaming-Plattformen ist diese Voraussetzung in der Regel nicht erfüllt, sodass man sich auf die Privatkopie-Regelung meist nicht wirksam berufen kann.

Wie unterscheidet sich Streaming technisch vom Download?

Beim Streaming wird der Inhalt nicht vollständig und dauerhaft gespeichert, sondern in kleinen Datenpaketen laufend geladen, im Cache zwischengespeichert und direkt wiedergegeben. Schließen Sie den Mediaplayer, werden diese temporären Daten in der Regel automatisch gelöscht, anders als bei einem klassischen Download mit dauerhafter Datei auf dem Gerät.

Wie kann ich mich rechtlich gegen Folgen von illegalem Streaming absichern?

Zur finanziellen Absicherung empfiehlt sich eine private Rechtsschutz­versicherung mit dem Baustein Internetrecht, die bei urheberrechtlichen Auseinandersetzungen Beratungskosten und gegebenenfalls Straf­rechtsschutz übernehmen kann. Wichtig ist, auf Wartezeiten im Vertrag zu achten und sich im Vorfeld beraten zu lassen, ob der gewünschte Umfang der Deckung ausreichend ist.

Welche legalen Streaming-Alternativen gibt es und was kosten sie ungefähr?

Es existiert eine große Auswahl seriöser Streaming-Anbieter für Filme, Serien, Musik und Sport, deren Nutzung rechtlich unbedenklich ist. Die Preise beginnen laut Seite bei etwa 4,99 Euro im Monat, oft mit monatlich kündbaren Abonnements und teilweise kostenlosen Probemonaten.

Woran erkenne ich, ob ein Streaming-Angebot illegal sein könnte?

Ein Warnsignal sind aktuelle Kinofilme oder exklusive Serien, die kostenlos und ohne erkennbare Lizenzangaben in eher anonymer Umgebung angeboten werden. Wenn Plattformen keine transparenten Impressums- und Kontaktdaten haben oder sich durch aggressive Pop-up-Werbung und dubiose Links auszeichnen, spricht dies ebenfalls für ein rechtswidriges Angebot.

Machen sich auch Nutzer strafbar, wenn sie „nur“ streamen und nicht hochladen?

Nach der aktuellen Rechtslage können sich auch Nutzer strafbar machen, wenn sie wissentlich auf offensichtlich rechtswidrige Streaming-Angebote zugreifen, selbst wenn sie keine Dateien hochladen. Die Rechtsprechung behandelt das reine Konsumieren solcher Streams als Beteiligung an einer Urheberrechts­verletzung, was zivilrechtliche Schritte nach sich ziehen kann.

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