Deutschland – Schweiz: So versichert man sich als Grenzgänger

Foto von Munkhjin Enkhsaikhan
zuletzt aktualisiert am

Das erwartet Sie hier

Alle Infos für Grenzgänger zwischen Deutschland und Schweiz auf einen Blick.

Inhalt dieser Seite
  1. Unterschiede am Arbeitsmarkt
  2. Die Arbeitslosen­­versicherung
  3. Die Kranken­­versicherung
  4. Die Pflege­­versicherung
  5. Renten­­versicherung
  6. Unfall­­versicherung
  7. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Die hohen Löhne in der Schweiz kombinieren viele Arbeitnehmer gerne mit den niedrigen Lebenshaltungskosten in Deutschland.
  • Grenzgänger sollten sich aber im Vorhinein informieren, denn in Bezug auf gesetzliche und private Versicherungen gibt es einige Unterschiede.

Der Arbeitsmarkt – Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz

Arbeitserlaubnis

DeutschlandSchweiz
Mit Ausnahme der kroatischen Staatsangehörigen, haben alle Bürger der EU-Mitgliedstaaten sowie von Lichtenstein, Schweiz, Norwegen und Island die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Eine Arbeitserlaubnis ist nicht nötig.Mit Ausnahme der bulgarischen und rumänischen Staatsangehörigen, haben alle Bürger der EU-Mitgliedstaaten sowie von Lichtenstein, Schweiz, Norwegen und Island die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Eine Arbeitserlaubnis für EU-Bürger ist daher nicht notwendig. Allerdings braucht man eine Anmeldebescheinigung, wenn man länger als drei Monate in der Schweiz arbeiten möchte.

Arbeits­bedingungen

DeutschlandSchweiz
Es ist eine maximale wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden gesetzlich erlaubtEs ist eine maximale wöchentliche Arbeitszeit von 45 bis 50 Stunden (je nach Branche) festgelegt. Üblicherweise werden 38,5 bis 42,5 Stunden in der Woche gearbeitet.
24-stündige Sonn- und FeiertagsruheWochenendruhe von 35 Stunden
Eine Probezeit von bis zu sechs Monaten ist üblich, kann jedoch je nach Vertrag variieren. Innerhalb der Probezeit muss eine Kündigungsfrist von zwei Wochen eingehalten werdenDie Probezeit ist gesetzlich auf einen Monat beschränkt, maximal können drei Monate vereinbart werden. In dieser Zeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von 7 Tagen gekündigt werden.
Ein Urlaubsanspruch von 20 Arbeitstagen pro Jahr ist gesetzlich vorgeschriebenEin Urlaubsanspruch von 4 Wochen pro Jahr ist gesetzlich vorgeschrieben, wobei 2 Wochen zusammenhängen sollten.

Mindest­lohn

DeutschlandSchweiz
Gesetzlicher Mindest­lohn von 8,50 €Mindest­löhne der einzelnen Branchen können nur über die Gesamtarbeitsverträge (GAV) geregelt werden

Überstundenzuschläge

DeutschlandSchweiz
Es besteht kein gesetzlicher Anspruch auf ÜberstundenzuschlägeFür Überstunden gebührt ein Zuschlag von 25% oder Zeitausgleich

Kündigung

DeutschlandSchweiz
Muss schriftlich erfolgenWenn im Arbeitsvertrag nichts anderes vereinbart wurde, kann die Kündigung mündlich erfolgen, es benötigt keine besonderen Gründe für eine Kündigung.
Keine unterschiedlichen Kündigungsfristen für Angestellte und ArbeiterUnterschiedliche Kündigungsfristen für Angestellte und Arbeiter
Kein gesetzlicher Anspruch auf eine AbfindungKein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung

Ihr Ansprechpartner für Grenzgänger­versicherungen

ls Grenzgänger benötigen Sie einen besonderen Versicherungs­schutz – und für diesen Schutz benötigen Sie einen Spezialisten an Ihrer Seite! Das Rechtssystem der Schweiz unterscheidet sich mitunter recht deutlich vom deutschen Rechtssystem. Aus diesem Grund arbeiten wir bei der Versicherung von Grenzgängern mit einem spezialisierten Anbieter zusammen, der sich auskennt und der zugleich unsere hohen Standards im Bereich Beratung und Vermittlung erfüllt.

Nutzen Sie das unten stehende Kontakformular, um eine kostenlose und unverbindliche Beratung zu erhalten! Unser Kooperationspartner findet für Sie die leistungsstärkste und zugleich günstigste Versicherung.

Kostenfreier Tarifvergleich und Beratung zur Grenzgänger­­versicherung

Passgenau und individuell von unseren mehrfach ausgezeichneten Experten erstellt.

Die Arbeitslosen­versicherung

Bei der Arbeitslosen­versicherung gelten ebenso die Voraussetzungen des Wohnsitzstaates. In der Schweiz und in Deutschland variieren die ­versicherungs­pflichtigen Beschäftigungszeiten, welche benötigt werden, um einen Anspruch zu erhalten.

Deutschland

Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (Arbeitslosengeld I) kann in Deutschland geltend gemacht werden, wenn der Arbeitnehmer mindestens ein Jahr in den vergangenen zwei Jahren vor der Arbeitslosigkeit ­versicherungs­pflichtig beschäftigt war. Der Beitrags­satz zur Arbeitslosen­versicherung beträgt in Deutschland 3% des Bruttogehalts. Es kann nur in Deutschland Arbeitslosengeld bezogen werden, wenn auch der Wohnsitz im Land ist.

Schweiz

Wer in der Schweiz arbeitet und wohnt, kann nach den gleichen Regeln wie in Deutschland Arbeitslosengeld erhalten: Der Arbeitnehmer muss innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Meldung mindestens ein Jahr ­versicherungs­pflichtig gearbeitet haben.

Die Kranken­versicherung

In der Schweiz und in Deutschland gibt es einige Unterschiede in Bezug auf die Kranken­versicherung. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland ist der Abschluss einer Kranken­versicherung verpflichtend.

  • Anders als in Deutschland gibt es in der Schweiz eine Grund­versicherung, die durch freiwillige Zusatz­versicherungen ergänzt werden kann
  • Während in Deutschland der Arbeitgeber anteilig die Kosten für die Kranken­versicherung übernimmt, müssen Arbeitnehmer in der Schweiz die Versicherung selbst bezahlen.
  • Auch an den Kosten für die ärztlichen Behandlungen müssen sich die Schweizer im Gegensatz zu den Deutschen beteiligen. Zum einen müssen Patienten einen Selbstbehalt von 10 Prozent zahlen, außerdem muss auch ein Voraus festgelegter Betrag, die Franchise, übernommen werden.

Das sollte man als Grenzgänger wissen

Arbeiten in Deutschland, wohnen in der Schweiz:

Ist man in Deutschland sozial­versicherungs­pflichtig beschäftigt, muss man sich bei einer deutschen Krankenkasse versichern. Spätestens beim Arbeitsantritt muss man dem Arbeitgeber mitteilen, bei welcher Krankenkasse man sich versichern lassen möchte, denn dieser übernimmt dann die Anmeldung und einen Teil der Kosten.

Arbeiten in der Schweiz, wohnen in Deutschland:

Wenn man in der Schweiz sozial­versicherungs­pflichtig beschäftigt ist und in Deutschland wohnt, hat man die Möglichkeit, sich entweder in der Schweiz krankenversichern zu lassen oder in Deutschland. Dabei kann entweder eine gesetzliche Schweizer Kranken­versicherung, eine gesetzliche deutsche Kranken­versicherung oder eine private deutsche Kranken­versicherung gewählt werden. Zudem gibt es spezielle Grenzgänger-Modelle, die sich aus der gesetzlichen Schweizer Krankenkasse ÖKK und einer privaten deutschen Kranken­versicherung zusammensetzen.

Alles zur gesetzlichen Kranken­versicherung

Alles zur privaten Kranken­versicherung

Die Pflege­versicherung

Auch bei der Pflege­versicherung bestehen nur geringe Unterschiede zwischen dem österreichischen und deutschen System. Allerdings ist in der Schweiz eine Pflege­versicherung, wie sie in Deutschland vorgesehen ist, nicht verpflichtend. In Deutschland müssen von krankenversicherten Personen Pflichtbeiträge für die Pflege­versicherung gezahlt werden. Die Krankenpflege­versicherung nach KGV deckt entsprechende Leistungen (Spitex) ab.

Das sollte man als Grenzgänger wissen

Arbeiten in Deutschland, wohnen in der Schweiz:

Durch die Versicherung bei einer deutschen Krankenkasse zahlt man automatisch auch die Pflege­versicherung. Dadurch hat man einen Anspruch auf das Pflegegeld, selbst wenn man sich in einem anderen EU-Mitgliedsland aufhält.

Arbeiten in der Schweiz, wohnen in Deutschland:

Grenzgänger haben keinen Anspruch auf das Pflegegeld, da der Wohnsitz in der Schweiz eingetragen sein muss.

Alles zur gesetzlichen Pflege­versicherung

Renten­versicherung

  • In der Schweiz gliedert sich die Renten­versicherung in die Alters- und Hinterlassens­versicherung und in die Invaliden­versicherung, diese bilden die erste Säule der Alters- und Erwerbs­ausfallvorsorge
  • Versichert sind alle, die in der Schweiz erwerbstätig sind, also auch Grenzgänger
  • Der Beitrag in Höhe von 10,3 Prozent wird in der Schweiz zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer gezahlt
  • Die zweite Säule bildet die berufliche Vorsorge (Pensionskasse), auch sie ist obligatorisch. Wer nicht in der Schweiz wohnt, sollte sich in diesem Zusammenhang an die Schweizerische Ausgleichkasse in Genf wenden.
  • Die dritte Säule ist die freiwillige und individuelle private Vorsorge, die zur Ergänzung der ersten beiden Säulen gewählt werden kann und die die Lücke zwischen Grundversorgung und gewohntem Lebensstandard schließen kann.

Das sollte man als Grenzgänger wissen

Wer in Deutschland wohnt und in der Schweiz arbeitet, kann zwar von den beiden ersten Säulen des Schweizer Systems profitieren, nicht aber an der geförderten Variante der dritten Säule. Auch in Deutschland bleibt ihnen der Zugang zur Riester-Rente verwehrt. Über den Schweizer Arbeitgeber kann allerdings unter bestimmten Umständen eine Direkt­versicherung abgeschlossen werden.

Alles zur Rente

Unfall­versicherung

In der Schweiz sind Arbeitnehmer in der Regel obligatorisch unfallversichert. Die Unfall­versicherung leistet bei Berufsunfällen und Berufskrankheiten. Die Beiträge werden von dem Arbeitgeber bezahlt. Beiträge zur Absicherung von nicht-Berufsunfällen werden in der Regel auch mitversichert, allerdings muss der Arbeitnehmer diese selbst zahlen. Bei einem jährlichen Einkommen von bis zu 126.000 CHF beträgt der Beitrags­satz 1,1%, danach 0,5 Prozent. In Deutschland sind Berufsunfälle über die gesetzliche Unfall­versicherung als teil der Sozial­versicherung abgesichert.

Alles zur privaten Unfall­versicherung

Fazit

Zwischen der Schweiz und Deutschland gibt es in Bezug auf die Arbeits- und Sozial­versicherungs­­bedingungen Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede. Allerdings sind die Regelungen innerhalb der EU für Grenzgänger sehr vorteilhaft ausgestaltet. Auf die zusätzliche private Renten­versicherung sollte der Arbeitnehmer besonders achten, denn diese kommt bei Grenzgängern oft zu kurz.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir helfen Ihnen gerne. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E–Mail.

Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
Ihre Ansprechpartnerin