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Unterstützung in der häuslichen Pflege – Welche Leistungen pflegende Angehörige erwarten können

Mit der Diagnose einer altersbedingten Erkrankung wie etwa Demenz, müssen sich Verwandte fortan mit der Pflege des Pflegebedürftigen auseinandersetzen. Dies stellt die Angehörigen nicht nur vor eine psychische Belastungsprobe, sondern fordert auch ihren finanziellen Tribut. Vor allem dann, wenn sie ihrer beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen können und kündigen müssen. Die Pflegekasse hat sich dieser Angelegenheit angenommen und ihre Leistungen erweitert. Damit soll eine gezielte Entlastung der pflegenden Angehörigen erreicht werden.

Abgrenzung von Sachleistung und Pflegegeld

Übernimmt ein Angehöriger die Pflege des bedürftigen Verwandten, wird ein entsprechendes Pflegegeld ausgezahlt. Legt man die Pflege hingegen in den Verantwortungsbereich eines Pflegedienstes, erstattet die zuständige Kasse sogenannte Sachleistungen.

Anspruch auf Pflegegeld

Bei entsprechender Eingruppierung in einen Pflegegrad, steht dem Pflegebedürftigen ein Pflegegeld zwischen 316 und 901 Euro zu. Alternativ zum Geld kann die Kostenübernahme der Pflege auch durch Sachleistungen erfolgen. In Abhängigkeit zum zugehörigen Pflegegrad besteht ein Sachleistungsanspruch zwischen 689 und 1.612 Euro. Handelt es sich bei dem Pflegebedürftigen um einen Härtefall, erhöht sich der Anspruch auf 1.995 Euro.

Beispiel für die Höhe des Pflegegeldes

Befindet sich eine Pflegebedürftiger im Pflegegrad 2 kann er seinen Anspruch folgendermaßen auswählen:

  • 689 Euro Sachleistung oder
  • 316 Euro Pflegegeld

Wird von der zugesprochenen Sachleistung etwa die Hälfte in Anspruch genommen, erhält der Bedürftige noch ein Pflegegeld von zusätzlich 122 Euro.

Pflegeleistungen im Überblick

Damit der pflegende Angehörige entlastet wird, stehen ihm folgende Pflegezusatzleistungen zur Verfügung:

  • Tages- und Nachtpflege
  • Verhinderungs-/Ersatzpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Pflegehilfsmittel
  • Betreuungs- und Entlastungsoptionen
  • Wohnumfeld-verbessernde Maßnahmen
  • Behandlungspflege

Vorübergehende Entlastung durch Tages- und Nachtpflege

Innerhalb der Tages- und Nachtpflege verbringen Pflegebedürftige Tage oder Nächte in einer Pflegeeinrichtung. Diese Option ermöglicht pflegenden Angehörigen, sich kurzzeitig von sämtlichen Verpflichtungen bezüglich der Pflege (zur Pflegeversicherung) zu entbinden. Je nach Pflegegrad erhält der Pflegebedürftige zwischen 125 und 1.995 Euro, zusätzlich zum Pflegegeld bzw. der Sachleistung.

Bei Krankheit oder Urlaub kann Verhinderungspflege beantragt werden

Können sich Angehörige oder Helfer, aufgrund von Krankheit oder Urlaub, nicht um die Pflege des Bedürftigen kümmern, zahlt die Pflegekasse die temporäre Einstellung einer Aushilfe. Der Kostenübernahme wird nur dann stattgegeben, wenn ein vorheriger Pflegezeitraum von mindestens sechs Monaten nachgewiesen werden kann. Hierbei kann die Pflege durch eine Pflegekraft oder den Nachbarn erfolgen. Die dadurch entstandenen Kosten sind der Pflegekasse nachzuweisen. Ab Pflegegrad 2 erstattet die Kasse einen Pflegebetrag in Höhe von 1.612 Euro. Diese Leistung beschränkt sie auf einen Zeitraum von jährlich sechs Wochen. Wird der Pflegeanspruch in der Kurzzeitpflege nur zur Hälfte ausgeschöpft, erstattet die Pflegekasse ein Entgelt von 806 Euro. Kümmert sich ein naher Angehöriger um die Ersatzpflege des Bedürftigen, zahlt die Kasse das 1,5-fache des Pflegegeldes.

Kurzzeitpflege für den Eintritt unerwarteter Umstände

Das Pflegekonzept der Kurzeitpflege beschreibt die vorübergehende Betreuung in einem Pflegeheim. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine pflegegerechte Umbaumaßnahme ansteht, sich der Zustand des Pflegebedürftigen verschlechtert oder aber der Pflegedienst ausfällt. Für die Auszahlung der jeweiligen Pflegeleistung ist es unerheblich, welchem Pflegegrad man angehört. Hierbei erstattet die Pflegekasse für bis zu vier Wochen pro Jahr ein Pflegegeld von 1.612 Euro. Wurde der Anspruch aus der Verhinderungspflege nicht gänzlich ausgeschöpft, kann er auch zur Kurzzeitpflege verwendet werden. Somit entsteht dem Pflegebedürftigen ein Höchstanspruch von 3.224 Euro für bis zu acht Wochen.

Beteiligung bei der Anschaffung von Pflegehilfsmitteln

Für die Pflege eines bedürftigen Verwandten sind die pflegenden Angehörigen zur Nutzung von Einmal-Handschuhen, Desinfektionsmittel und Einmal-Betteinlagen angehalten. Neben der Bereitstellung einiger Verbrauchsmaterialien müssen, je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit, auch technische Hilfsmitte, wie ein Pflegebett, Badewannenlifter oder Pflegerollstuhl betriebsbereit sein. Bei dem Verbrauch der Pflegehilfsmittel beteiligt sich die Pflegekasse mit einem monatlichen Beitrag in Höhe von 40 Euro. Im Gegensatz dazu, werden den Pflegebedürftigen technische Hilfsmittel wie ein Bett, kostenlos zur Verfügung gestellt.

Besondere Leistungen zur Unterstützung der Pflegekraft

Die pflegenden Angehörigen können beispielsweise durch die betreuende Arbeitskraft eines Ehrenamtlichen oder der Anstellung einer Haushaltshilfe entlastet werden. Bei Inanspruchnahme der zusätzlichen Entlastungsangebote müssen die Angehörigen oftmals in Vorleistung treten und erhalten den Aufwand im Nachhinein von der Pflegekasse erstattet.
Dem jeweiligen Betreuungsaufwand entsprechend, erhalten Pflegebedürftige einen Zuschuss von 125 Euro. Wer die Zuschüsse nicht ganz ausreizt, kann sie bis zum 30. Juni des Folgejahres ansparen. Darüber hinaus können bis zu 40 Prozent der Betreuungs- und Entlastungangebote in Anspruch genommen werden, wenn das Budget der Sachleistungen nicht vollständig ausgenutzt wurde.

Wohnumfeld-verbessernde Maßnahmen zur Stärkung der Lebensqualität

In erster Linie handelt es bei den Maßnahmen um notwendige Veränderungen in den eigenen vier Wänden, wie etwa die Installation eines Treppenlifts. Dafür erhält der Pflegebedürftige einen Zuschuss von 4.000 Euro pro Maßnahme. Zuvor muss die Genehmigung durch die Pflegekasse erfolgen.

Behandlungspflege unterstützt bei der täglichen Pflege

Mit der Behandlungspflege erhalten pflegende Angehörige Unterstützung bei der täglichen Arbeit, wie etwa Insulin spritzen, Blutzucker messen und Verbände wechseln. Um die Leistung der Behandlungspflege in Anspruch zu nehmen, muss sie zunächst durch den Arzt verordnet und im Anschluss von der Krankenkasse bezahlt werden. Hierbei werden pro Verordnung zehn Euro sowie zehn Prozent der Kosten fällig. Diese gilt für einen Zeitraum von jährlich vier Wochen. Bei längerer Behandlungspflege sollte der Arzt von vorneherein einen längeren Zeitraum verordnen.

Vereinfachter Zugang zu Pflegeleistungen

Zu Beginn des neuen Jahres hat die Pflegekasse den Ausbau der Pflegeberatung in die Tat umgesetzt. Dahingehend haben auch Angehörige Anspruch auf eine Beratung, wenn der Pflegebedürftige seine Zustimmung gibt. Zum 01.01.2016 ist auch der Leistungspunkt der Übergangspflege neu hinzugekommen. Diese Unterstützung erhalten all jene Patienten, die noch keine Leistungen aus der Pflegekasse erhalten haben, wie zum Beispiel eine vorübergehende Haushaltshilfe nach einer Krankenhausbehandlung. Jedoch muss diese erst durch den Arzt verordnet werden.

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