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Crowdfunding, Crowdinvesting – Chancen und Risiken der Schwarmfinanzierung

Junge Unternehmen finanzieren sich immer häufiger über Crowdinvesting-Plattformen. Doch knapp jedes dritte Startup scheidet innerhalb der ersten drei Jahre wieder aus dem Markt aus. Das Risiko, als Investor sein angelegtes Kapital zu verlieren, ist hierbei dementsprechend hoch, vor allem, wenn man sich in der entsprechenden Branche nicht auskennt. Welche Chancen und Risiken Crowdfunding und Crowdinvesting bieten und wie man sicherer investiert.

Was versteht man unter “Crowdinvesting”?

Das Prinzip des Crowdinvesting ist, dass sich mehrere Investoren mit geringen finanziellen Beiträgen an einem Unternehmen beteiligen. Alle Anleger erhalten dafür im Gegenzug Anteile an dem Unternehmen. Investiert wird meistens in Start-Ups und andere wachstumsstarke Unternehmen. In welche Unternehmen man investieren kann, lässt sich beispielsweise über Crowdinvesting-Portale im Internet herausfinden. Einige Crowdinvesting-Portale überschneiden sich mit Crowdfundingplattformen, da manche Websites beide Formen anbieten. In nur wenigen Minuten kann man über solche Seiten zum Investor werden. Bekannte Crowdinvesting-Portale sind unter anderem

  • companisto.de
  • seedmatch.de
  • bergfürst.com
  • deutsche-mikroinvest.de
  • crowdfinance-portal.de
  • innovestment.de
Mikroinvestoren

Anleger, die in junge Unternehmen investieren, bezeichnet man in der Regel als sogenannte Mikroinvestoren. Diese sind entweder private oder professionelle Investoren. Die Anzahl an Investoren für ein Projekt ist normalerweise begrenzt. Je nach Kampagne und Fundinglimit sind das zwischen ein paar Dutzend und einigen tausend Investoren. Der Geldgeber kann sowohl anonym als auch öffentlich auftreten.

Erfolgreiche Crowdinvesting-Projekte

In den letzten Jahren konnte beispielsweise das Unternehmen URBANARA, ein Unternehmen für Heimtextilien und Einrichtungsgegenstände, vom Crowdinvesting profitieren. Das Unternehmen konnte durch Privatinvestoren ein Emissionsvolumen von insgesamt über 3 Millionen Euro erreichen. Auch evolo, ein US-amerikanisches Architektur-Magazin und Cloud&Heat, ein Rechenzentrum mit dem weltweit niedrigsten Energieverbrauch, konnten über 1 Million Euro auf Crowdinvesting-Plattformen sammeln.

Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding ist eine Art der Finanzierung beispielsweise von bestimmten Projekten, Produkten oder Geschäftsideen. Geldgeber sind eine Vielzahl von Personen, die meist über das Internet auf ein bestimmtes Produkt bzw. eine bestimmte Idee oder Ähnliches aufmerksam geworden sind. Der Begriff Crowdfunding wird im Deutschen meist mit dem Wort “Schwarmfinanzierung” übersetzt. Auch im Crowdfunding-Bereich gibt es einige, mittlerweile etablierte Webseiten, auf denen sich Interessierte über neue Ideen, Projekte etc. informieren können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • indiegogo.com
  • kickstarter.com
  • crowdfunding.de
  • startnext.com
  • visionbakery.com
  • greenrocket.com

Erfolgreiche Crowdfunding-Projekte

Crowdfunding gibt es zwar noch nicht lange, die Finanzierungsform hat sich jedoch sehr schnell etabliert. Erfolgreiche Crowdfunding-Projekte der letzten Jahre sind zum Beispiel „Pebble“, die Smartwatch für Iphone und Android-Smartphones, OUYA – die Android-Spielekonsole, das Computerspiel Star Citizen und aus Deutschland die „The Dash“ Kopfhörer, deren Team etwa 2,5 Millionen Euro auf der Plattform kickstarter.com einsammelte.

Nicht verwechseln: Crowdfunding und Crowdinvesting

Obwohl die Begriffe ähnlich klingen, unterscheiden sich Crowdfunding und Crowdinvesting grundlegend. Der größte Unterschied liegt in der Gegenleistung. Während diese in der Regel beim Crowdfunding aus einer kleineren materiellen Aufmerksamkeit besteht, zum Beispiel aus einer CD oder einer DVD, erwerben Kapitalgeber beim Crowdfunding Anteile des Unternehmens und werden (falls vorhanden) an der Rendite beteiligt.

Crowdfundings und Crowdinvesting: Chancen und Risiken für Kapitalgeber

Beim Crowdfunding kann man in der Regel keine großen Verluste machen, denn der Unterstützer ist sowieso nicht an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt. Hierbei geht es in der Regel nur um die Unterstützung einer Idee, die man gut findet. Neben den vielen Vorteilen, die Crowdinvesting-Modelle bieten, gibt es bei diesen Formen der Investition aber auch einige Nachteile und höhere Risiken als beim Crowdfunding, dessen sollten sich die Investoren bewusst sein. Beispielsweise kann der Geldgeber sein gesamtes investiertes Kapital verlieren, Rückzahlungen sind bei einer Insolvenz kaum zu erwarten.

ChancenRisiken
Möglichkeit, innovative Geschäftsmodelle, Projekte, Ideen etc. zu unterstützen. Unterstützerkreis beschränkt sich nicht mehr nur auf ausgewählten, finanzstarken Personenkreis, „Demokratisierung der Finanzierung“Kapital kann komplett verloren gehen. Gerade bei unkonventionellen Projekten oder Unternehmen in der Frühphase sind Investitionen besonders riskant. Rückzahlungen sind in der Regel nicht zu erwarten.
Beim Crowdfunding haben Investoren die Möglichkeit, sich nicht nur per Finanzierung an dem Geschäftsmodell zu beteiligen, sondern können auch Ratschläge und Impulse zur Weiterentwicklung geben. Geldgeber können sich somit gegebenenfalls an der Ausgestaltung des Projektes beteiligen.Als kleiner Teil der großen Finanzierungs-„Crowd“ hat der einzelne Anleger meist nur wenig Mitspracherecht in Bezug auf die Ausgestaltung des Unternehmens/Projekts.
Durch die Crowdfundig-/Crowdinvestingprojekte entstehen neue Anlagemöglichkeiten, die der Investor nach seinen Vorstellungen auswählen kann.Da es noch wenig regulierende Gesetze in Bezug auf den Bereich des Crowdfundings gibt, gibt es in diesem Bereich auch Betrüger, die sich die Investitionen von Ahnungslosen zunutze machen.
Relative Sicherheit dadurch, dass das Kapital des Investors erst an das Projekt/Unternehmen ausgezahlt wird, wenn sich genügend Investoren gefunden haben und es das Potenzial hat, an den Markt zu gehen.Privatpersonen, die beim Investieren wenig Erfahrung und geringes Branchenwissen haben, sind anfälliger für Fehlentscheidungen.
In jüngster Zeit wurde auf Crowdfunding-Plattformen vermehrt das „partiarische Nachrangdarlehen“ als Investitionsform eingesetzt. In diesem Fall ist der Anleger Kreditgeber des Unternehmens, er gewährt dem Unternehmen einen zeitlich befristeten Kredit. Wenn das Unternehmen insolvent wird, bedeutet dies für den Kreditgeber aber, dass er so gut wie keine Chance auf die Rückzahlung seines Kredites hat.

Kleinanlegerschutzgesetz sorgt für mehr Sicherheit beim Investieren

In Deutschland dürfen Vermögensanlagen nicht öffentlich angeboten werden, solange der Prospekt nicht von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) genehmigt wurde. Dies dient dem Schutz der Investoren. Bis letztes Jahr war dies allerdings der Fall beim Crowdfunding und Crowdinvesting. Das Problem für die Schwarmfinanzierungs-Projekte ist, dass ein Prospekt schnell mehrere zehntausend Euro kosten kann. Das im Juli letzten Jahres verabschiedete Kleinanlegerschutzgesetz schützt jedoch das Crowdfunden, denn die Prospektpflicht gilt nur für Unternehmen ab einem Wert von 2,5 Millionen Euro. Für den Investor bedeutet das Gesetz eine größere Sicherheit, denn die Crowdfunding-Portale müssen die Kapitalgeber nun darüber aufklären, welche Risiken die Investition birgt. Außerdem darf ein Anleger maximal 10.000 Euro pro Anlage investieren. Ab einem Anlagebetrag von 1.000 Euro muss der Investor außerdem nachweisen, dass er maximal zwei Netto-Monatsgehälter anlegt.

Fazit: Nicht blauäugig investieren

Um die Anlage möglichst sicher zu gestalten, sollte sich der Geldgeber vor seiner Investition ausführlich mit den Business-Plänen der Unternehmen auseinandersetzen, die auf der Crowdfunding-Plattform veröffentlicht sind. Außerdem ist es von Vorteil einen Experten aus dem bestimmten Bereich, in den man investieren will, zu Rate zu ziehen.

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