Allianz Berufs­haftpflicht­versicherung

Tarife, Testergebnisse und Erfahrungen.

Das erwartet Sie hier

Die Allianz führt die Berufs­haftpflicht nicht als einzelnes Produkt, sondern als Haftpflicht-Baustein ihres Unternehmensschutzes mit vier Stufen. Welche Stufe was deckt, für welche Berufe der Vertrag gedacht ist, was er kostet und wie die Allianz in Tests und bei Kunden abschneidet, steht auf dieser Seite.

Inhalt dieser Seite
  1. Auf einen Blick
  2. Aktuelle Testergebnisse
  3. Im Vergleich
  4. Tarife und Leistungen
  5. Für Ihre Gruppe
  6. Preise
  7. Stärken und Schwächen
  8. Erfahrungen und Beschwerden
  9. Unsere Einschätzung
  10. Häufige Fragen
Foto von Nina Ibach
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufs­haftpflicht­versicherung der Allianz erreicht in unserer Gesamtauswertung 73 von 100 Punkten und liegt damit auf Rang sechs der zehn gezeigten Anbieter.
  • Den Haftpflicht-Baustein gibt es in vier Tarifstufen von Basis bis Premium, mit Versicherungssummen von 3 bis 10 Millionen €.
  • Reine Vermögensschäden ohne vorangegangenen Personen- oder Sachschaden bleiben außen vor, dafür verkauft die Allianz die Vermögensschaden­haftpflicht als eigenen Vertrag.
  • Für Heilberufe, Handwerk und Gastronomie passt der Schutz, für produzierende Betriebe nicht: Sie gehören in die Betriebs­haftpflicht­versicherung.
  • Einen Beitragsrechner mit Preisausgabe gibt es nicht, das Angebot entsteht über Telefon, Videoberatung oder eine Agentur.
  • Der Unternehmensschutz ist auf Betriebe mit bis zu 10 Millionen € Umsatz zugeschnitten.

Allianz auf einen Blick

Wie gut ist die Allianz?

73 von 100 Punkten
in unserer Gesamtauswertung

  • ServiceValue 2024: „Sehr gut“ in allen fünf Kategorien
  • ServiceValue 5-Jahres-Ranking: seit 2020 durchgängig als fair bewertet
  • Focus 2021: „Ausreichend“

Bei ServiceValue holt die Allianz 2024 in jeder der fünf Fairness-Kategorien die Höchstwertung, von der Kundenberatung bis zum Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Focus-Vergleich von 2021 kommt zum gegenteiligen Schluss und vergibt ein „Ausreichend“, weil es weder einen Beitragsrechner noch einen Online-Abschluss gibt.

Beides zusammen ergibt 73 von 100 Punkten und Rang sechs von zehn Anbietern, punktgleich mit der HDI. Die Lücke zur Spitze entsteht ausschließlich beim Focus, das Kundenurteil hebt die Wertung wieder an.


Was kostet sie?

Was ein Betrieb zahlt, hängt laut Allianz an der Berufsgruppe, der Versicherungssumme und den gewählten Zusatzbausteinen. Dazu kommt die Selbst­beteiligung: Je höher sie vereinbart wird, desto niedriger fällt der Beitrag aus. Eine Beitragstabelle oder einen Einstiegspreis veröffentlicht das Haus nicht.

ProfilGrundlageBeitrag im Monat
Architekt, höhere DeckungssummeBeispielrechnung unserer Redaktion, 10/2024Rund 45 €
HeilpraktikerBeispielrechnung unserer Redaktion, 10/2024Etwa 20 €

Beide Werte stammen aus Beispielrechnungen unserer Redaktion vom Oktober 2024 und sind kein Angebot. Aus Kundensicht fällt das Preisurteil trotzdem klar aus: Im Fairness-Urteil von ServiceValue 2024 steht das Preis-Leistungs-Verhältnis der Allianz bei „Sehr gut“.


Für wen passt sie?

  • Heilberufe: Arztpraxen und Zahntechniker sind eigene Betriebsarten, die Versicherungssumme reicht bis 10 Millionen Euro
  • Handwerk: Personen-, Sach- und Umweltschäden sind in allen vier Tarifstufen gedeckt
  • Gastro: Gastronomie und Hotels sind vorgesehene Betriebsarten, Mietsachschäden an gepachteten Räumen ab der Smart-Stufe
  • Produktion: Produzierende Betriebe verweist die Allianz auf die Betriebs­haftpflicht­versicherung
  • Bau: Im Baubereich endet die Versicherungssumme bei 5 Millionen Euro statt bei 10 Millionen Euro
  • IT und Freelancer: Reine Vermögensschäden aus Projektfehlern brauchen einen zweiten Vertrag

Was hinter jeder Einordnung steckt, steht mit Konditionen und Stolperfallen im Kapitel Für Ihre Gruppe.


Wie sicher ist das Haus?

Risikoträger ist die Allianz Versicherungs-AG mit Sitz in München, der Sach­versicherer der Allianz Deutschland AG im Allianz-SE-Konzern. Ihre Solvabilitätsquote liegt zum 31. Dezember 2025 bei 269 Prozent, nach 242 Prozent ein Jahr zuvor. Standard und Poor’s bewertet die Finanzstärke der Allianz SE mit AA und stabilem Ausblick, zuletzt bestätigt am 31.03.2026.

Auf Trustpilot kommt die Allianz auf 4,7 von 5 Sternen bei 19.134 Bewertungen. Das Profil misst den Konzern über alle Sparten, nicht die Berufs­haftpflicht, und die Verteilung fällt auseinander: 81 Prozent vergeben fünf Sterne, 14 Prozent nur einen.

  • Risikoträger
    Allianz Versicherungs-AG, München, Sach­versicherer der Allianz Deutschland AG im Allianz-SE-Konzern
  • Tarife
    Basis, Smart, Komfort und Premium im Unternehmensschutz, Versicherungssummen von 3 bis 10 Millionen Euro, im Baubereich höchstens 5 Millionen Euro
  • Finanzstärke
    Solvabilitätsquote 269 Prozent (Bericht über Solvabilität und Finanzlage 2025, Vorjahr 242 Prozent), Rating AA mit stabilem Ausblick von Standard und Poor’s
  • Neugeschäft
    Offen, Abschluss über Telefon, Videoberatung und Agentur vor Ort, kein Beitragsrechner mit Preisausgabe

Berufs­haftpflicht­versicherung der Allianz im Test (2026)

Zwei Erhebungen prägen das Bild dieser Sparte: der Anbietervergleich des Focus und das Fairness-Urteil von ServiceValue. Die Allianz hat in beiden ein Ergebnis, und die zwei Ergebnisse liegen weit auseinander.

Gesamtwertung aus allen Testergebnissen

Die Gesamtwertung fasst die Ergebnisse von Focus (2021) und ServiceValue (2024) zusammen. Wurde ein Anbieter in einem Test nicht bewertet, fließt dieser Test nicht in seine Gesamtwertung ein.

In unserer Gesamtauswertung kommt die Allianz auf 73 von 100 Punkten und liegt punktgleich mit der HDI auf Rang sechs von zehn Anbietern. Getragen wird die Wertung vom Kundenurteil, gebremst vom Vergleich der Zugangswege: einem „Sehr gut“ bei ServiceValue steht ein „Ausreichend“ beim Focus gegenüber.

Zur Gesamtauswertung der Berufs­haftpflicht­versicherung


Der Focus Vergleich

Das Nachrichtenmagazin Focus hat 2021 zusammen mit seinem Partner Netzsieger sieben Anbieter der Berufs­haftpflicht­versicherung verglichen. Geprüft wurde, was der Versicherungsnehmer beim Zugang zum Vertrag vorfindet: Beitragsrechner, Online-Abschluss und Beratung vor Ort. Tarifleistungen und Beiträge spielten in diesem Vergleich keine Rolle.

MerkmalAllianz
BewertungAusreichend
BeitragsrechnerNein
Online abschließbarNein
Beratung vor OrtJa

Für die Allianz bedeutet das ein „Ausreichend“: Das Agenturnetz bringt Punkte, der fehlende Selbstbedienungsweg kostet sie. An dieser Stelle hat sich wenig bewegt. Die Allianz wirbt für den Unternehmensschutz zwar mit einem voll digitalen Abschluss, ein Rechner, der den Beitrag selbst ausgibt, gehört aber weiterhin nicht dazu.


Das ServiceValue-Kundenurteil

Das Analysehaus ServiceValue hat 2024 die Fairness von 29 Firmen­versicherern untersucht und dafür die Urteile von 1.698 Kunden ausgewertet. Ein „Gut“ bekommt, wer über dem Durchschnitt aller Anbieter liegt, ein „Sehr gut“, wer den Durchschnitt der mit „Gut“ bewerteten Häuser übertrifft. Gemessen wird die Wahrnehmung der Kunden, nicht der Leistungsumfang eines Tarifs.

KategorieAllianz
KundenberatungSehr gut
KundenkommunikationSehr gut
KundenserviceSehr gut
Schutz und VorsorgeSehr gut
Preis-Leistungs-VerhältnisSehr gut
GesamtbewertungSehr gut

Fünf Kategorien, fünfmal die Höchstwertung: Mehr ist in dieser Erhebung nicht zu holen. Die Allianz gehört damit zu den zehn Gesellschaften mit „Sehr gut“ und steht unter den 17 Häusern, deren Kunden sie als überdurchschnittlich fair wahrnehmen.

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Im Vergleich zu anderen Berufs­haftpflicht­versicherungen

Allianz im Marktvergleich

FocusServiceValue FairnessGesamtwertung von 100
Logo ERGO Direkt AGErgoSehr gutSehr gut100
Logo Sparkassen-FinanzgruppeSV Sparkassen­versicherungSehr gut100
Logo VGH VersicherungenVGHSehr gut100
Logo HiscoxHiscoxGut83
Logo Markel Insurance SEMarkelGut83
AllianzAusreichendSehr gut73
HDIAusreichendSehr gut73
Logo GothaerGothaerGut60
Logo R+V Allgemeine Versicherung AGR+VAusreichendGut55
Logo AXA Konzern AGAxaAusreichendGut55
Quelle: Focus, ServiceValue Kundenurteil Fairness, www.transparent-beraten.de; für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Angaben wird keine Gewähr und keine Haftung übernommen

Ein Strich bedeutet, dass der Anbieter in dieser Erhebung nicht untersucht wurde.

Mit 73 von 100 Punkten steht die Allianz im Mittelfeld dieser Auswertung, auf Rang sechs von zehn und punktgleich mit der HDI. Der Rückstand auf die Spitzengruppe stammt vollständig aus dem Focus-Vergleich. Praktisch heißt das: Wer Beratung vor Ort und ein starkes Kundenurteil sucht, ist hier richtig, wer selbst rechnen und abschließen will, nicht.

An der Spitze der Auswertung steht die Ergo, die als einziges Haus in beiden Erhebungen vorne liegt, allerdings ohne eigene Anbieterseite bei uns. Bei den Zugangswegen stärker sind die Hiscox und die Markel: Beide holen beim Focus ein „Gut“, weil sie Beitragsrechner und Online-Abschluss anbieten.

Alle Berufs­haftpflicht­versicherungen im Vergleich

Tarife und Leistungen der Berufs­haftpflicht­versicherung der Allianz

Die Allianz verkauft die Berufs­haftpflicht als Haftpflicht-Baustein ihres Unternehmensschutzes in vier Stufen. Umweltschäden sind in allen vier Stufen enthalten, Vermögensschäden dagegen nur als Folge eines Personen- oder Sachschadens.

TarifVersicherungssummeMietsachschäden an beweglichen SachenFür wen
Basis3 Millionen €Nicht enthaltenKleine Betriebe in eigenen Räumen
Smart3 oder 5 Millionen €300.000 €Betriebe in gemieteten Büro- oder Praxisräumen
Komfort5 oder 3 Millionen €600.000 €Betriebe mit teurer Einrichtung in Miete
Premium3, 5 oder 10 Millionen €600.000 €Betriebe mit hohem Haftungsrisiko

Basis

Die Einstiegsstufe arbeitet mit einer pauschalen Versicherungssumme von 3 Millionen Euro für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Umweltschäden sind eingeschlossen, Vermögensschäden nur als Folge eines Personen- oder Sachschadens. Mietsachschäden fehlen, dafür lässt sich der Ersatz zum Neuwert statt zum Zeitwert bis 15.000 Euro hinzunehmen.

Damit passt Basis zu Betrieben, die in eigenen Räumen arbeiten und ein überschaubares Haftungsrisiko tragen. Wer in fremden Räumen sitzt, findet den entscheidenden Baustein erst eine Stufe höher.


Smart

Smart lässt die Wahl zwischen 3 und 5 Millionen Euro Versicherungssumme und nimmt Mietsachschäden an Gebäuden und Räumen auf. Für bewegliche Gegenstände in gemieteten Räumen gilt eine eigene Grenze von 300.000 Euro. Schäden durch Feuer und Explosion bleiben bei den Mietsachschäden ausgeschlossen.

Für Praxen, Kanzleien und Büros zur Miete ist das die erste Stufe, die den typischen Schaden am fremden Eigentum überhaupt erfasst.


Komfort

Komfort arbeitet mit 5 Millionen Euro Versicherungssumme, alternativ mit 3 Millionen Euro. Mietsachschäden an beweglichen Gegenständen sind bis 600.000 Euro gedeckt, also doppelt so hoch wie in Smart. Der Ersatz zum Neuwert statt zum Zeitwert steigt auf 25.000 Euro.

Die Stufe lohnt sich dort, wo teure Technik in gemieteten Räumen steht: Küchen, Praxisgeräte, Werkstatteinrichtungen.


Premium

Premium ist die einzige Stufe mit 10 Millionen Euro Versicherungssumme, wahlweise gibt es auch 5 oder 3 Millionen Euro. Dazu kommt die Forderungsausfalldeckung über 150.000 Euro, die einspringt, wenn ein Schädiger selbst nicht zahlen kann. Die Erweiterungen der Komfort-Stufe sind enthalten.

Eine Grenze zieht die Allianz ausgerechnet dort, wo die Summen am größten werden: Im Baubereich endet die Versicherungssumme bei 5 Millionen Euro.


Betriebsarten und Zusatzbausteine

Der Unternehmensschutz ist auf Betriebe mit bis zu 10 Millionen Euro Umsatz ausgelegt, beim Firmen-Rechtsschutz liegt die Grenze bei 5 Millionen Euro. Ausdrücklich genannte Betriebsarten sind Arztpraxen, Bauhandwerker, Dienstleister, Einzelhandel, Friseure, Gastronomie und Hotels, Handwerker, Maler und Lackierer, Orthopädie- und Zahntechniker sowie Vereine. Neben der Haftpflicht lassen sich gewerbliche Inhalts­versicherung, Firmen-Immobilien­versicherung und Firmen-Rechtsschutz im selben Vertragswerk bündeln.

Wichtig ist die Grenze zur Vermögensschaden­haftpflicht. Finanzielle Schäden ohne vorangegangenen Personen- oder Sachschaden gehören nicht in diesen Vertrag. Für Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ist dieser Schutz ohnehin gesetzlich vorgeschrieben, die Allianz führt ihn als eigenen Vertrag. Beschäftigte im öffentlichen Dienst brauchen dagegen keinen Gewerbevertrag: Für sie gibt es den Dienst-Haftpflichtschutz als Zusatzbaustein zur privaten Haftpflicht­versicherung.

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Die Berufs­haftpflicht­versicherung der Allianz für Ihre Gruppe

Eigene Gruppentarife mit eigenen Beiträgen gibt es bei der Allianz nicht. Eingeordnet wird jeder Betrieb über seine Betriebsart im Antrag, und daran hängt, was der Vertrag deckt.

IT und Freelancer

Für IT-Dienstleister ist der Haftpflicht-Baustein mit 3 Millionen Euro Versicherungssumme die Grundlage. Das eigentliche Risiko dieser Gruppe liegt aber woanders: Ein Projektfehler, der beim Kunden Geld kostet, ohne dass etwas zu Schaden kommt, ist ein reiner Vermögensschaden und damit Sache der Vermögensschaden­haftpflicht. Die Allianz führt dazu ein eigenes Beispiel, in dem ein IT-Startup wegen einer versäumten Förderinformation 55.000 Euro verliert.

Sonderkonditionen für Freelancer weist das Haus nicht aus, wohl aber ein abgestimmtes Paket: Cyber-Schutz, Vertrauensschaden­versicherung und Elektronik­versicherung lassen sich daneben legen. Die Stolperfalle ist die Abgrenzung. Ein Hackerangriff auf die eigene Firma ist ein Fall für den Cyber-Vertrag, nicht für die Haftpflicht.


Handwerk

Handwerksbetriebe sowie Maler und Lackierer sind ausdrücklich vorgesehene Betriebsarten. Für sie zählt vor allem der Schutz beim Kunden: Personen- und Sachschäden sind in allen vier Stufen bis zur Versicherungssumme gedeckt, Umweltschäden ebenfalls. Wer in gemieteten Räumen arbeitet, braucht mindestens Smart, weil Mietsachschäden erst dort dazukommen.

Sonderkonditionen für einzelne Gewerke gibt es nicht, die Einstufung läuft über die Betriebsart im Antrag. Die Stolperfalle ist der Weg zum Preis: Ohne Beitragsrechner lässt sich der Beitrag nicht selbst ermitteln, jeder Vergleich führt über Agentur oder Telefon.


Bau

Architekten und Ingenieure nennt die Allianz ausdrücklich als Zielgruppe der Berufs­haftpflicht. Für sie ist die Versicherungssumme die entscheidende Größe, weil Planungs- und Überwachungsfehler mit dem Bauvolumen wachsen. Genau hier zieht die Allianz eine Grenze: Im Baubereich endet die Höchstsumme bei 5 Millionen Euro, die 10 Millionen Euro der übrigen Branchen gibt es nicht.

Planungsfehler, die niemanden verletzen und nichts beschädigen, sondern nur Geld kosten, fallen zudem in die Vermögensschaden­haftpflicht. Wer beides absichern will, braucht zwei Verträge. Oberhalb von 10 Millionen Euro Umsatz endet der Unternehmensschutz, dann ist eine einzeln kalkulierte Lösung nötig.


Handel

Der Einzelhandel ist eine der genannten Betriebsarten. Interessant ist für ihn die Forderungsausfalldeckung über 150.000 Euro in der Premium-Stufe, die greift, wenn ein Schädiger selbst nicht zahlen kann. Mietsachschäden an Ladenflächen sind ab Smart versichert, an beweglichen Einrichtungsgegenständen bis 300.000 Euro, in Komfort und Premium bis 600.000 Euro.

Das Beratungsrisiko im Handel deckt der Vertrag dagegen nicht ab. Ein mangelhaftes Produkt, das ein Kind verletzt, ist ein Personenschaden und versichert. Ein falscher Rat, der den Kunden nur Geld kostet, ist es nicht.


Gastro

Gastronomie und Hotels sind ausdrücklich vorgesehen, und der Kern passt: Personenschäden von Gästen sind in allen vier Stufen gedeckt, Mietsachschäden an gepachteten Räumen ab Smart. Für Betriebe in Miete oder Pacht ist die Mietsachschadendeckung deshalb das Merkmal, an dem die Tarifwahl hängt.

Einen eigenen Gastro-Tarif mit Sonderkonditionen gibt es nicht, der Betrieb wird über die Betriebsart eingeordnet. Die Stolperfalle sind die beweglichen Gegenstände: Küchentechnik in gemieteten Räumen ist in Smart nur bis 300.000 Euro gedeckt, bei großen Küchen wird das schnell knapp.


Heilberufe

Für Heilberufe ist die Allianz erkennbar aufgestellt. Ärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten, Ernährungsberater und Heilpraktiker nennt sie namentlich, Arztpraxen sowie Orthopädie- und Zahntechniker sind eigene Betriebsarten. Weil bei der Arbeit am Menschen das Personenschadenrisiko am höchsten liegt, sollte die Versicherungssumme entsprechend hoch gewählt werden, für Praxen also eher Komfort oder Premium als Basis.

Sonderkonditionen für einzelne Heilberufe weist die Allianz nicht aus, sie führt stattdessen eigene Produktseiten je Berufsbild. Die Stolperfalle ist die Delegation: Wer Angestellte behandeln lässt, muss das im Antrag angeben, sonst wird der Schaden aus deren Tätigkeit strittig.


Produktion

Produzierende Betriebe verweist die Allianz auf die Betriebs­haftpflicht­versicherung, die sie ausdrücklich als Absicherung für produzierende Unternehmen und ihre Mitarbeitenden beschreibt. Die Berufs­haftpflicht zielt dagegen auf beratende und behandelnde Berufe. Wer fertigt, ist hier im falschen Vertrag, auch wenn die Deckungsarten auf dem Papier ähnlich aussehen.

Innerhalb des Unternehmensschutzes bleiben Tarifstufen und Umsatzgrenze dieselben. Die Stolperfalle ist die erweiterte Produkt­haftpflicht: Sie ist kein Bestandteil der Berufs­haftpflicht und muss über den Betriebs­haftpflicht-Baustein und passende Zusatzbausteine abgebildet werden.


Vereine

Vereine sind eine der genannten Betriebsarten und profitieren doppelt: Personenschäden bei Veranstaltungen deckt die Haftpflicht ab, Fehler in der Vereins­verwaltung dagegen die Vermögensschaden­haftpflicht, für die die Allianz Vereine, Verbände und Stiftungen ausdrücklich als Zielgruppe führt. Ihr Beispiel dazu ist ein Kulturverein, der durch einen Fehler bei der Beitragseinziehung 15.000 Euro verliert.

Eigene Vereinstarife mit reduzierten Beiträgen gibt es nicht. Die Stolperfalle ist die Haftung der handelnden Personen: Der Vorstand haftet persönlich, und ob diese Haftung mitversichert ist, hängt am gewählten Baustein und nicht an der Tarifstufe. Das gehört vor dem Abschluss geklärt.


Berufs­haftpflicht­versicherung für Ihre Berufsgruppe

Preise der Berufs­haftpflicht­versicherung der Allianz

Einen Einstiegsbeitrag und eine Beitragstabelle veröffentlicht die Allianz für die Berufs­haftpflicht nicht. Nach ihrer eigenen Angabe hängt der Beitrag an Berufsgruppe, Versicherungssumme und Zusatzbausteinen, dazu kommt der Umsatz des Betriebs. Weil ein Rechner mit Preisausgabe fehlt, steht der Beitrag erst nach dem Gespräch mit einer Agentur oder der telefonischen Beratung fest.

Eine Stellschraube benennt die Allianz selbst: Je höher die vereinbarte Selbst­beteiligung, desto niedriger der Beitrag. Die zweite ist die Versicherungssumme. Wer statt der Premium-Stufe mit 10 Millionen Euro die Komfort-Stufe mit 5 Millionen Euro wählt, zahlt weniger und gibt Deckung ab.

Zwei Beispielrechnungen unserer Redaktion aus dem Oktober 2024 zeigen die Größenordnung: Ein Architekt mit höherer Deckungssumme kam auf rund 45 Euro im Monat, ein Heilpraktiker auf etwa 20 Euro. Der Abstand entsteht vor allem aus Berufsgruppe und Versicherungssumme, die in der Basis-Stufe bei 3 Millionen Euro beginnt.

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Stärken und Schwächen

Wichtige Leistungen einer Berufs­haftpflicht­versicherung

Eine Berufs­haftpflicht­versicherung deckt Schäden, die Dritten durch Fehler bei der Berufsausübung entstehen. Kern ist bei Beratungsberufen die Vermögensschaden­haftpflicht. Personen- und Sachschäden sind je nach Anbieter mitversichert oder brauchen eine eigene Betriebs­haftpflicht­versicherung. Unberechtigte Ansprüche wehrt der Versicherer als passiver Rechtsschutz ab. Entscheidend sind eine zur Auftragsgröße passende Deckungssumme, eine kurze Ausschlussliste und eine zeitlich unbegrenzte Nachhaftung.


Stärken der Allianz

  • Vier Tarifstufen von Basis bis Premium, damit lässt sich der Schutz an das Haftungsrisiko anpassen, statt einen Einheitsvertrag zu kaufen.
  • Versicherungssummen bis 10 Millionen Euro, deutlich mehr als die 3 Millionen Euro, die als Standard gelten.
  • Umweltschäden sind in allen Stufen eingeschlossen und nicht in einen Zusatzbaustein ausgelagert.
  • Forderungsausfalldeckung über 150.000 Euro in der Premium-Stufe, sie greift, wenn ein Schädiger selbst nicht zahlen kann.
  • Es gilt das Verstoßprinzip: Entscheidend ist, wann der Schaden verursacht wurde, nicht wann er entdeckt oder gemeldet wird.
  • Haftpflicht, Inhalts-, Immobilien- und Rechtsschutz­versicherung laufen im selben Vertragswerk, das erspart parallele Verträge mit unterschiedlichen Laufzeiten.
  • Dichtes Agenturnetz mit Beratung vor Ort, dazu Videoberatung und eine Servicenummer mit Wochenend-Erreichbarkeit.

Schwächen der Allianz

  • Kein Beitragsrechner mit Preisausgabe, der Beitrag ist ohne Beratungsgespräch nicht zu erfahren.
  • Reine Vermögensschäden ohne Personen- oder Sachschaden sind ausgeschlossen, beratende Berufe brauchen einen zweiten Vertrag.
  • Im Baubereich endet die Premium-Stufe bei 5 Millionen Euro Versicherungssumme statt bei 10 Millionen Euro.
  • Mietsachschäden gibt es erst ab der Smart-Stufe, der Basistarif lässt gemietete Räume ungedeckt.
  • Bei beweglichen Gegenständen in gemieteten Räumen liegt die Grenze in Smart bei 300.000 Euro, für technisch ausgestattete Betriebe ist das knapp.
  • Erfüllungsschäden, Vertragsstrafen und Bußgelder sowie Schäden am eigenen Betriebseigentum bleiben außen vor.
  • Oberhalb von 10 Millionen Euro Umsatz ist der Unternehmensschutz nicht mehr zeichenbar.
  • Nachhaftungsfristen und die vollständige Ausschlussliste veröffentlicht die Allianz nicht, sie stehen erst im Angebot.

Erfahrungen und Beschwerden

Bewertungen auf Bewertungsplattformen

PlattformBewertungAnzahlWas die Plattform misstStand
Trustpilot4,7 von 519.134 BewertungenZufriedenheit mit dem Konzern Allianz Deutschland über alle Sparten17.09.2026
eKomi4,8 von 516.832 BewertungenAbschlüsse und Service über allianz.de, überwiegend Privatkunden-Sparten17.09.2026

Beide Profile bewerten das Gesamtunternehmen, nicht die Berufs­haftpflicht, und sie messen anderes als ein Tariftest. Auffällig ist bei Trustpilot die Verteilung: 81 Prozent der Bewertungen vergeben fünf Sterne, 14 Prozent nur einen, die Mitte bleibt fast leer. Wer dort schreibt, ist entweder sehr zufrieden oder gerade im Streit.


Was Kunden berichten

Gelobt wird in den Bewertungen vor allem das Tempo im Leistungsfall, kritisiert die Dauer und die Nachvollziehbarkeit einzelner Schadenfälle. Drei Stimmen zeigen das Muster.

  • „Die Betreuung von Anfang an, die Schnelligkeit und Freundlichkeit der ALLIANZ-Kranken­versicherung ist beispielhaft.“ (Nutzer Hans Albeser bei Trustpilot, 12.09.2026)
  • „Die Schnelligkeit in der Bearbeitung eines Leistungsfalls ist sehr positiv zu bewerten. Bleibt aber mal ein Punkt offen, wartet man und es ist nicht ersichtlich warum.“ (Nutzer Jörg bei Trustpilot, 21.07.2026)
  • „Finger weg von der Allianz, Unfallregelung wird nach einem dreiviertel Jahr erst bearbeitet und dann nicht mal richtig.“ (Nutzerin Outlaw Cowgirl bei Trustpilot, 16.09.2026)

Die zweite Stimme ist die aufschlussreichste, weil sie beides enthält: schnelle Bearbeitung und trotzdem eine offene Frage ohne Erklärung. Genau diese Kombination aus Tempo und fehlender Rückmeldung zieht sich durch die Bewertungen.


Kundenurteil zur Fairness

ServiceValue führt die Allianz zusätzlich im 5-Jahres-Ranking für dauerhafte Fairness. Aufgenommen wird dort nur, wer seit 2020 durchgängig als mindestens durchschnittlich fair wahrgenommen wurde und mindestens dreimal die Topplatzierung erreicht hat. Über den Ausschnitt eines einzelnen Jahres hinaus ist das die belastbarere Aussage: Das Kundenurteil zur Allianz ist stabil und nicht der Ausschlag einer Erhebung.

Unsere Einschätzung als Experten

Einordnung

Die Allianz behandelt die Berufs­haftpflicht nicht als eigenes Produkt, sondern als einen Baustein ihres Unternehmensschutzes, und das prägt den ganzen Vertrieb: Beratung statt Selbstbedienung. Mit einer Solvabilitätsquote von 269 Prozent und einem Rating von AA steht das Haus finanziell außer Frage.

An den Zugangswegen scheiden sich die Urteile. Beim Kundenurteil zur Fairness steht die Allianz an der Spitze, beim Vergleich der Zugangswege am Ende. Wer eine Agentur in der Nähe und einen festen Ansprechpartner will, bekommt hier viel. Wer den Beitrag selbst ausrechnen und den Vertrag abends abschließen möchte, ist bei einem Spezial­versicherer besser aufgehoben.


Für wen ja, für wen nein

Ja für Heilberufe, Handwerk und Gastronomie mit Beratungsbedarf, für Betriebe, die Haftpflicht, Inhalt und Rechtsschutz in einem Vertragswerk bündeln wollen, und für alle, denen eine hohe Versicherungssumme wichtiger ist als ein niedriger Einstiegsbeitrag.

Nein für beratende Berufe, die mit einem Vertrag auskommen wollen: Reine Vermögensschäden brauchen bei der Allianz einen zweiten. Nein auch für Architektur- und Ingenieurbüros mit großen Projekten, weil im Baubereich bei 5 Millionen Euro Schluss ist, für produzierende Betriebe, die in die Betriebs­haftpflicht gehören, und für Preisbewusste, die vor dem Gespräch wissen wollen, woran sie sind.

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Häufige Fragen zur Berufs­haftpflicht­versicherung der Allianz

Wie schließe ich die Berufs­haftpflicht­versicherung der Allianz ab?

Über einen Menschen, nicht über ein Formular. Die Allianz bietet für die Berufs­haftpflicht telefonische Beratung unter 089 2 620 1078 an, montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 18 Uhr, dazu Videoberatung und Ansprechpartner in den Agenturen vor Ort. Die Unterschrift selbst läuft digital, den Beitrag nennt aber erst das persönliche Angebot, weil der Vertrag auf Branche und Risikoprofil zugeschnitten wird.

Welche Versicherungssumme bietet die Allianz in der Berufs­haftpflicht?

Zwischen 3 und 10 Millionen Euro, je nach Tarifstufe. Basis arbeitet mit 3 Millionen Euro pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, Smart mit 3 oder 5 Millionen Euro, Komfort mit 5 oder 3 Millionen Euro und Premium mit bis zu 10 Millionen Euro. Im Baubereich ist die Höchstsumme auf 5 Millionen Euro begrenzt.

Wie sind reine Vermögensschäden bei der Allianz abgesichert?

Über einen eigenen Vertrag, die Vermögensschaden­haftpflicht­versicherung. In der Berufs­haftpflicht sind Vermögensschäden nur als Folge eines Personen- oder Sachschadens versichert, ein finanzieller Schaden ohne solchen Auslöser bleibt dort ausgeschlossen. Für Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ist der eigene Vertrag ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Auch Unternehmensberatungen, Werbeagenturen, Vereine, Verbände und Stiftungen nennt die Allianz dafür als Zielgruppe.

Für welche Berufe ist die Berufs­haftpflicht der Allianz gedacht?

Für beratende und behandelnde Berufe. Namentlich nennt die Allianz unter anderem Ärzte, Zahnärzte, Physiotherapeuten, Heilpraktiker, Architekten, Ingenieure, Ernährungsberater, Journalisten und Influencer. Als Betriebsarten kommen Arztpraxen, Handwerk, Bauhandwerk, Einzelhandel, Friseure, Gastronomie und Hotels, Orthopädie- und Zahntechniker sowie Vereine dazu. Eine Übersicht nach Beruf finden Sie bei den Berufsgruppen der Berufs­haftpflicht­versicherung.

Wie senke ich den Beitrag meiner Allianz Berufs­haftpflicht?

Über die Selbst­beteiligung. Die Allianz gibt selbst an, dass der Beitrag sinkt, je höher die vereinbarte Selbst­beteiligung liegt. Die zweite Schraube ist die Versicherungssumme: Wer statt der Premium-Stufe mit 10 Millionen Euro die Komfort-Stufe mit 5 Millionen Euro wählt, zahlt weniger und gibt Deckung ab. Zusatzbausteine, die der Betrieb nicht braucht, sind die dritte.

Was zahlt die Allianz in der Berufs­haftpflicht nicht?

Vorsätzlich herbeigeführte Schäden, Erfüllungsschäden an der eigenen Leistung, Vertragsstrafen und Bußgelder sowie Schäden am eigenen Betriebseigentum. Ebenfalls außen vor bleiben reine Vermögensschäden ohne Personen- oder Sachschaden und Schäden im Zusammenhang mit Fahrzeugen. Die vollständige Ausschlussliste steht in den Bedingungen zum jeweiligen Angebot.

Wie melde ich einen Schaden aus der Berufs­haftpflicht bei der Allianz?

Telefonisch oder per E‑Mail. Für Schäden aus der Vermögensschaden-Haftpflicht nennt die Allianz die Nummer 089 92529 63240 und die Adresse vh-schaden@allianz.de. Wichtig ist, den Anspruch nicht selbst anzuerkennen und nichts zu zahlen, bevor der Versicherer die Haftungsfrage geprüft hat, denn genau diese Prüfung gehört zur Leistung.

Was passiert, wenn ich einen alten Schaden erst spät bemerke?

Es zählt der Zeitpunkt, an dem der Schaden verursacht wurde. Die Allianz arbeitet mit dem Verstoßprinzip und stellt darauf ab, wann der Schaden entstanden ist, nicht wann er entdeckt oder gemeldet wird. Lag der Verstoß im Versicherungszeitraum, besteht also grundsätzlich Schutz. Melden sollten Sie den Fall trotzdem sofort, denn eine verspätete Meldung kann die Leistung kürzen.

Was gilt für Beschäftigte im öffentlichen Dienst?

Sie brauchen keinen Gewerbevertrag. Die Allianz bietet den Dienst-Haftpflichtschutz als Zusatzbaustein zur privaten Haftpflicht­versicherung an, gedacht für Beamte, Soldaten, Richter, Lehrer und Beschäftigte in Medizin- und Pflegeberufen. Versichert sind zum Beispiel der Verlust von Diensteschlüsseln und Schäden an dienstlich genutzten Sachen.

Wie kündige ich meine Berufs­haftpflicht­versicherung bei der Allianz?

In Textform, also per Brief oder E‑Mail, und spätestens drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres. Diese Frist gilt laut § 11 VVG für Verträge mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie außerdem nach einer Beitragserhöhung ohne mehr Leistung sowie dann, wenn das versicherte Risiko wegfällt, etwa bei der Abmeldung des Gewerbes.

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Foto von Lena Mierbach
Lena Mierbach
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