Wohn-Riester Nachteile: Lohnt sich Wohn-Riester noch?

Fachlich geprüft durch Oliver Karp
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Welche Nachteile der Wohn-Riester hat, was neu in der Kritik steht und für wen er sich nach der Reform noch lohnt.

Inhalt dieser Seite
  1. Lohnt sich Wohn-Riester noch?
  2. Welche Nachteile hat Wohn-Riester?
  3. Welche Alternativen gibt es zum Wohn-Riester?
  4. Für wen lohnt sich Wohn-Riester (noch)?
  5. Häufige Fragen (FAQ)

Das Wichtigste in Kürze

  • Der größte Nachteil ist das Wohnförderkonto: Das geförderte Kapital wird im Alter versteuert, obwohl Ihnen kein Geld ausgezahlt wird.
  • Neu in der Kritik: Der Bundesgerichtshof hat Jahresentgelte bei Riester-Bausparverträgen für unwirksam erklärt, und ob es nach der Reform noch Wohn-Riester-Angebote gibt, ist offen.
  • Zwei Stichtage: Neuabschluss nach altem Recht bis 31.12.2026, neue Regeln für das Wohnförderkonto erst für Entnahmen ab 01.01.2028.
  • Für Bestandskunden, die bis zur Rente selbst in ihrer Immobilie wohnen, lohnt sich Wohn-Riester meist weiter. Wer unsicher ist, behält seinen Riester-Vertrag besser als Rente.
Oliver Karp

Die Riester-Zulagen senken beim Wohn-Riester-Darlehen die Restschuld, aber keinen Cent vom Zins…

… deshalb federt die Förderung ein höheres Zinsniveau nur teilweise ab. Das ist nur einer der Nachteile, die Sie kennen sollten. Der größte ist das Wohnförderkonto: Das geförderte Kapital wird im Alter versteuert, obwohl kein Geld fließt, und bei Auszug oder Vermietung droht die Versteuerung auf einen Schlag. Neu in der Kritik stehen das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28.07.2026 zu Jahresentgelten bei Riester-Bausparverträgen und die offene Frage, wer ab 2027 noch Wohn-Riester-Verträge anbietet. Wir wägen Nachteile und Vorteile ab, zeigen die Ausnahmen beim Auszug, vergleichen die Alternativen und sagen, für wen sich Wohn-Riester trotzdem lohnt.

Lohnt sich Wohn-Riester noch?

Für Bestandskunden, die bis zur Rente selbst in ihrer Immobilie wohnen, meist ja: Die Förderung bleibt, und die gesparte Miete ersetzt im Alter einen Teil der Rente. Die größten Nachteile sind die Steuer auf das Wohnförderkonto und die Bindung an die selbst genutzte Wohnung. Ein Neuabschluss bis 31.12.2026 lohnt sich nur noch mit konkretem Kaufplan.

Reform 2027: Was das für Ihren Wohn-Riester bedeutet

Ihr Vertrag läuft nach 2026 mit der bisherigen Förderung weiter, und Sie können weiter Geld aus jedem Riester-Vertrag für die eigene Wohnung entnehmen. Neue Verträge nach altem Recht gibt es nur bis 31.12.2026, danach gilt für neue Verträge die neue Förderung, etwa im Altersvorsorgedepot, wo die Entnahme für die Wohnung kein Pflichtangebot mehr ist. Für Entnahmen ab dem 01.01.2028 entfällt die Verzinsung des Wohnförderkontos von zwei Prozent.

Bestandskunden: Weiterführen ist meist richtig

Haben Sie schon einen Wohn-Riester-Vertrag oder Geld für Ihre Wohnung entnommen, ist die wichtigste Entscheidung gefallen. Das verwendete Geld steht auf dem Wohnförderkonto und wird im Alter versteuert, egal was Sie heute tun. Für Ihren Vertrag gilt das bisherige Recht weiter: 175 Euro Grundzulage und je Kind 185 oder 300 Euro Kinderzulage.

Bei einem Wohn-Riester-Darlehen fließen die Zulagen weiter in die Tilgung, solange Sie den Mindesteigenbeitrag zahlen. Kündigen ist fast nie sinnvoll, weil Sie dann alle Zulagen und Steuervorteile für das noch nicht verwendete Guthaben zurückzahlen. Haben Sie einen Riester-Bausparvertrag, prüfen Sie Ihre Kontoauszüge auf ein Jahresentgelt, mehr dazu im nächsten Kapitel.


Neuabschluss bis 31.12.2026: nur mit konkretem Kaufplan

Einen Riester-Bausparvertrag oder ein Riester-Darlehen nach altem Recht können Sie nur noch bis 31.12.2026 abschließen. Das lohnt sich höchstens, wenn Sie Kauf oder Bau schon konkret planen, sicher bis zur Rente selbst darin wohnen und Kinderzulagen bekommen. Zum reinen Ansparen ohne Objekt reicht Ihr bestehender Riester-Vertrag, weil die Entnahme aus jedem Vertrag möglich ist.

Ab 2027 können Bauspar- und Darlehensverträge nach neuem Recht zertifiziert werden. Ob Bausparkassen solche Verträge anbieten, ist offen. Schließen Sie ab 2027 einen neuen geförderten Vertrag ab, fallen außerdem alle Ihre bestehenden Riester-Verträge automatisch ins neue Förderrecht. Planen Sie einen Neuabschluss deshalb mit Blick auf alle Ihre Verträge.

WerEmpfehlungWarum
Bestandskunde mit Wohn-Riester-Darlehen, selbst genutztWeiterführenZulagen tilgen weiter, die alte Förderung bleibt bis zum Rentenbeginn
Bestandskunde mit Riester-BausparvertragWeiter besparen, Jahresentgelt prüfenBundesgerichtshof hält Jahresentgelte für unwirksam
Riester-Sparer mit konkretem KaufplanEntnahme aus dem bestehenden Vertrag prüfenkein Neuabschluss nötig, keine neuen Abschlusskosten
Wer Umzug oder Verkauf für möglich hältkein Wohn-Riester, Riester-Vertrag als Rente behaltenAuszug löst das Wohnförderkonto auf
Neuabschluss bis 31.12.2026nur bei sicherer Selbstnutzung und KinderzulagenDanach kein Vertrag nach altem Recht mehr

Was bringt Wohn-Riester Ihnen wirklich?

Wir rechnen kostenfrei mit Ihren Vertragswerten durch, was Ihnen die Entnahme bringt und was Sie im Alter auf das Wohnförderkonto versteuern.

  • Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
  • Rechnung zur Steuer im Alter
  • Auch zu den Regeln ab 2027 und 2028
Foto von Oliver Karp
Experte für Altersvorsorge

Welche Nachteile hat Wohn-Riester?

Neu in der Kritik sind ein Urteil des Bundesgerichtshofs zu Jahresentgelten bei Riester-Bausparverträgen und die offene Frage, wer nach der Reform noch Wohn-Riester anbietet. Die bekannten Nachteile bleiben: die Steuer auf das Wohnförderkonto, viele Regeln, das Zinsrisiko beim Darlehen und die Bindung an die selbst genutzte Wohnung.

Wofür wird die Wohn-Riester-Rente kritisiert?

Die Förderung hilft beim Bauen und Tilgen. Die Rechnung kommt im Alter oder beim Auszug. Diese Nachteile sollten Sie kennen:

  • Jahresentgelte: Der Bundesgerichtshof hat sie bei Riester-Bausparverträgen für unwirksam erklärt.
  • Reform: Neuabschluss nach altem Recht nur bis 31.12.2026, Angebote nach neuem Recht offen.
  • Steuer im Alter: Das Wohnförderkonto wird versteuert, obwohl kein Geld ausgezahlt wird.
  • Bürokratie: Fristen, Mindestbeträge und Nachweise machen Wohn-Riester aufwendig.
  • Zinsrisiko: Die Förderung senkt die Restschuld, nicht den Zins.
  • Bindung an die Wohnung: Auszug, Vermietung oder Verkauf lösen das Wohnförderkonto auf.

Neu: Jahresentgelte bei Riester-Bausparverträgen unwirksam

Bausparkassen haben für Riester-Bausparverträge lange ein Jahresentgelt berechnet. Im entschiedenen Fall waren es zuletzt 24 Euro im Jahr. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 28.07.2026, Aktenzeichen XI ZR 83/25: Jahresentgelte in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Riester-Bausparverträge sind nach § 307 BGB unwirksam. Welche Bausparkasse verklagt wurde, nennt der Bundesgerichtshof in seiner Mitteilung nicht.

Haben Sie einen Riester-Bausparvertrag, prüfen Sie Ihre Jahreskontoauszüge auf ein Jahresentgelt. Ob Sie gezahlte Beträge zurückbekommen, regelt die Entscheidung nach der Mitteilung des Gerichts nicht ausdrücklich. Fragen Sie schriftlich bei Ihrer Bausparkasse nach oder lassen Sie sich von einer Verbraucherzentrale beraten.


Reform: zwei Stichtage und offene Angebote

Riester-Bausparverträge und Riester-Darlehen alten Rechts dürfen nach dem 31.12.2026 nicht mehr vertrieben werden. Ob Bausparkassen und Banken ab 2027 Verträge nach neuem Recht anbieten, ist offen. Auch beim Altersvorsorgedepot ist die Entnahme für die Wohnung nur eine Option des Anbieters. Wer seinen Vertrag überträgt und später kaufen will, klärt das vorher.

StichtagWas sich ändertWen es betrifft
31.12.2026Letzter Neuabschluss eines Riester-Vertrags nach altem RechtWer noch einen Riester-Bausparvertrag oder ein Riester-Darlehen will
01.01.2027Neue Förderung, neue Verträge, Entnahme für die Wohnung dort nur optionalNeuabschlüsse und Wechsel in die neue Förderung
01.01.2028keine Verzinsung des Wohnförderkontos mehr, Besteuerung über fünf Jahre, keine Einmalbesteuerung mit 70 %Entnahmen und Verwendungen ab diesem Tag

Wer erst ab 2028 entnimmt, spart die Verzinsung von zwei Prozent im Jahr. Dafür versteuern Sie das Konto in fünf Jahren. Die höheren Jahresbeträge können Ihren Steuersatz im Alter erhöhen.


Nachgelagerte Besteuerung über das Wohnförderkonto

Alle geförderten Beträge, die in Ihre Immobilie fließen, erfasst die Zentrale Zulagenstelle auf dem Wohnförderkonto. Das Konto ist rein rechnerisch, wächst aber bis zum Beginn der Auszahlungsphase jedes Jahr um zwei Prozent. Ab dann versteuern Sie den Stand mit Ihrem persönlichen Steuersatz, verteilt bis zum 85. Lebensjahr oder auf einmal.

Die Steuer fällt an, obwohl Ihnen kein Geld ausgezahlt wird. Das trifft jeden Wohn-Riester gleich, ob Bausparvertrag einer Landesbausparkasse, von Schwäbisch Hall oder Wüstenrot oder Entnahme aus einer Renten­­versicherung. Im Alter ist Ihr Steuersatz aber meist niedriger als im Berufsleben.

Bei der Einmalbesteuerung sind nur 70 Prozent steuerpflichtig, wenn Sie vor 2028 entnommen haben. Ziehen Sie nach der Einmalbesteuerung in den ersten zehn Jahren aus, werden 150 Prozent des noch nicht erfassten Betrags besteuert, vom elften bis zum 20. Jahr 100 Prozent.

Rechenbeispiel: So hoch ist die Steuerlast wirklich
Entnahme von 30.000 Euro für die Wohnung, 20 Jahre vor Beginn der Auszahlungsphase, Einmalbesteuerung

PostenBetrag
Entnahme für die Wohnung30.000 €
Stand nach 20 Jahren mit 2 % VerzinsungRund 44.580 €
Steuerpflichtig bei Einmalbesteuerung (70 %)Rund 31.200 €

Bei der Einmalbesteuerung kommen rund 31.200 Euro zu Ihrem übrigen Einkommen hinzu, das setzt eine Entnahme vor 2028 voraus, für spätere Entnahmen entfallen Verzinsung und Einmalbesteuerung.


Wohn-Riester ist kompliziert: Fristen und Nachweise

Wohn-Riester bringt mehr Sonderregeln mit als eine Riester-Rente oder eine normale Baufinanzierung. Die Grundregeln stehen in § 92a EStG. Die meisten Fehler entstehen nicht beim Kauf, sondern bei Fristen und Nachweisen. Heben Sie Kaufvertrag, Rechnungen und Meldebescheinigung auf. Diese Hürden sollten Sie kennen:

  • Fristen: Die Entnahme beantragen Sie spätestens zehn Monate vor Beginn der Auszahlungsphase bei der Zentralen Zulagenstelle. Einziehen müssen Sie spätestens zwölf Monate nach der Auszahlung.
  • Mindestbeträge: Sie entnehmen mindestens 3.000 Euro. Bei einer Teilentnahme müssen mindestens 3.000 Euro im Vertrag bleiben.
  • Umbau: Für einen Umbau gelten 6.000 Euro innerhalb von drei Jahren nach dem Kauf oder 20.000 Euro, mit Bestätigung eines Sachverständigen oder Arbeiten eines Fachunternehmens.
  • Änderungen melden: Neue Kinder, Heirat oder Scheidung teilen Sie auch mit Dauerzulagenantrag selbst mit. Sonst drohen Rückforderungen.
  • Anbieterwechsel: Es gilt eine Frist von drei Monaten zum Quartalsende. Der alte Anbieter darf höchstens 150 Euro berechnen.

Für Verwendungen ab 2028 entfallen die Mindestbeträge für den Umbau und die Pflicht, bei einer Teilentnahme Restkapital im Vertrag zu lassen.


Zinsrisiko: Die Förderung senkt nicht den Zins

Viele Wohn-Riester-Verträge sind ein Annuitätendarlehen, oft kombiniert mit einem Bausparvertrag. Beiträge und Zulagen fließen in die Tilgung. Auf den Zinssatz wirken sie nicht. Ein Riester-Sparer mit zwei Kindern ab Jahrgang 2008 bekommt 775 Euro Zulagen im Jahr: 175 Euro Grundzulage und zweimal 300 Euro Kinderzulage. Die Tabelle zeigt die Zinsen eines Jahres auf ein Darlehen über 200.000 Euro, bevor ein Euro getilgt ist. Die Zinssätze sind Beispielwerte.

ZinssatzZinsen im JahrMehrkosten gegenüber 1,5 %
1,5 %3.000 €keine
4 %8.000 €5.000 € im Jahr

Die Mehrkosten übersteigen die Zulagen um ein Vielfaches. Achten Sie deshalb auf eine lange Zinsbindung, vor allem wenn die Anschlussfinanzierung bis ins Rentenalter reicht.


Nur selbst genutztes Wohneigentum wird gefördert

Gefördert sind ein eigenes Haus, eine Eigentumswohnung oder eine Genossen­schaftswohnung in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum, die Ihr Hauptwohnsitz oder Lebensmittelpunkt ist. Ein Dauerwohnrecht ist gleichgestellt. Ziehen Sie dauerhaft aus, vermieten oder verkaufen Sie, wird das Wohnförderkonto aufgelöst und auf einmal versteuert. Zulagen zahlen Sie dabei nicht zurück. Wann die Zulagenstelle Zulagen doch zurückfordert, steht unter Rückforderung der Riester-Zulagen.

Ein Ferienhaus oder Zweitwohnsitz ist nicht gefördert. Überlassen Sie die Wohnung Angehörigen und ziehen selbst aus, zählt das nicht als Selbstnutzung, auch ohne Miete. Bei Trennung oder Scheidung wandert das Wohnförderkonto anteilig mit dem Eigentumsanteil. Mehr dazu unter Riester bei Scheidung. Im Todesfall wird es aufgelöst und dem Verstorbenen zugerechnet. Ein überlebender Ehepartner kann es übernehmen.

Nicht jeder Auszug kostet die Förderung. In diesen Fällen bleibt das Wohnförderkonto bestehen (§ 92a EStG, Absatz 3 und 4):

  • Neue eigene Wohnung: Sie kaufen oder bauen eine neue selbst genutzte Wohnung, im Zeitraum von zwei Jahren vor bis fünf Jahre nach dem Auszug.
  • Einzahlung in einen Riester-Vertrag: Sie zahlen den Betrag innerhalb eines Jahres auf einen zertifizierten Vertrag ein.
  • Rückkehr: Sie ziehen innerhalb von fünf Jahren wieder selbst ein.
  • Beruflicher Umzug: Auf Antrag bei der Zentralen Zulagenstelle bleibt das Konto bestehen, wenn Sie spätestens mit 67 wieder selbst einziehen.
  • Pflege oder Krankheit: Sie ziehen wegen Pflegebedürftigkeit oder Krankheit aus, die Wohnung bleibt aber in Ihrem Eigentum.
  • Zuweisung an den Ehepartner: Die Wohnung wird nach Trennung oder Scheidung Ihrem Ehepartner zugewiesen.

Was für den Wohn-Riester spricht

Den Nachteilen stehen echte Vorteile gegenüber, vor allem für Familien, die lange in ihrer Immobilie bleiben. Die Förderung ist dieselbe wie bei der Riester-Rente, nur dass das Geld schon heute in die Wohnung fließt statt erst im Alter als Rente. Diese Punkte sprechen für den Wohn-Riester:

  • Förderung ohne Rückzahlung: Die Entnahme für die eigene Wohnung ist keine schädliche Verwendung, Zulagen und Steuervorteil bleiben erhalten.
  • Entnahme aus jedem Vertrag: Sie brauchen keinen eigenen Wohn-Riester-Vertrag, die Entnahme geht aus jeder Riester-Vertragsart.
  • Zulagen für die Tilgung: Beim Wohn-Riester-Darlehen fließen Beiträge und Zulagen jedes Jahr in die Tilgung.
  • Kinderzulagen: Für Kinder ab Jahrgang 2008 gibt es 300 Euro je Kind und Jahr, solange Kindergeld festgesetzt ist.
  • Mietfrei im Alter: Eine schuldenfreie Immobilie ersetzt einen Teil der Rente, auch wenn Sie das Wohnförderkonto versteuern.

Welche Alternativen gibt es zum Wohn-Riester?

Wer im Alter mietfrei wohnen will, braucht nicht zwingend Wohn-Riester. Ein bestehender Riester-Vertrag kann als Rente weiterlaufen, ab 2027 kommt das Altersvorsorgedepot dazu, und für den Kauf selbst gibt es Förderkredite, Bausparen ohne Riester und Eigenkapital aus einem ETF-Sparplan.

Die Alternativen im Vergleich

AlternativeFörderungBindung an die WohnungFür wen
Riester-Rente statt Wohn-RiesterZulagen und Steuervorteil wie bisherkeine, Auszahlung als RenteWer unsichere Wohnpläne hat
Altersvorsorgedepotbis 540 € Grundzulage, bis 300 € je KindEntnahme nur, wenn der Anbieter sie vorsiehtGutverdiener, Jüngere mit langer Laufzeit
KfW-FörderkreditFörderkredit, Bedingungen je Programmkeine Bindung im AlterKäufer und Bauherren mit Kreditbedarf
Bausparen ohne RiesterKaum staatliche Förderungkeine Pflicht zur SelbstnutzungWer früh plant und feste Zinsen will
ETF-Sparplan und freies DarlehenkeinekeineWer Kursschwankungen aushält

Für die reine Altersvorsorge ohne Immobilie kommen außerdem die betriebliche Altersvorsorge und die Basisrente in Frage. Beide zielen auf eine Rente im Alter, eine Entnahme für die eigene Wohnung wie beim Riester-Vertrag sehen sie nicht vor. Für den Hauskauf sind die folgenden Wege wichtiger.


Altersvorsorgedepot

Das Altersvorsorgedepot startet am 01.01.2027. Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt es 50 Prozent Grundzulage, auf jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro noch 25 Prozent, zusammen höchstens 540 Euro im Jahr. Die Kinderzulage beträgt bis zu 300 Euro je Kind. Die Entnahme für die Wohnung ist dort aber kein Pflichtangebot.

Ihren Riester-Vertrag können Sie ab 2027 förderunschädlich übertragen. Der alte Anbieter darf höchstens 150 Euro berechnen, Garantien und Rechnungszins bleiben zurück. Der Abschluss des Depots stellt außerdem alle Ihre Riester-Verträge automatisch auf die neue Förderung um, auch einen Wohn-Riester-Vertrag. Wie der Wechsel abläuft, steht unter Riester-Wechsel.


Riester-Rente statt Wohn-Riester

Sie müssen sich heute nicht für den Wohn-Riester entscheiden. Lassen Sie Ihren Riester-Vertrag als Rentenvertrag weiterlaufen, behalten Sie die Förderung und bleiben flexibel. Kaufen Sie später doch, können Sie bis spätestens zehn Monate vor Beginn der Auszahlungsphase Geld entnehmen. Wie das geht, zeigt die Seite Riester in Wohn-Riester umwandeln.


KfW-Förderkredite

Die KfW bietet Förderkredite für den Kauf oder Bau selbst genutzter Immobilien und für energieeffiziente Neubauten an, ohne Riester-Bindung. Die Kredite sind an das Vorhaben geknüpft, nicht an Ihre Altersvorsorge, und lösen im Alter keine Steuer aus. Welche Programme gerade laufen und zu welchen Bedingungen, erfahren Sie bei der KfW oder Ihrer Bank.


Bausparen ohne Riester-Förderung

Auch ein klassischer Bausparvertrag kann eine sinnvolle Alternative sein, vor allem wenn Sie früh beginnen und einen festen Darlehenszins suchen. Ohne Riester-Förderung entfallen die Pflicht zur Selbstnutzung und die Steuer auf das Wohnförderkonto. Dafür gibt es kaum staatliche Förderung, und das Guthaben wird in der Sparphase meist niedrig verzinst.


ETF-Sparplan und freies Annuitätendarlehen

Flexibel ist die Kombination aus einem ETF-Sparplan für das Eigenkapital und einem normalen Annuitätendarlehen. Sie sparen über einige Jahre an und finanzieren dann ohne Förderbedingungen. Es gibt keine Nutzungsauflagen und keine Steuer im Alter auf ein Wohnförderkonto. Kursschwankungen können aber Ihr Eigenkapital zum falschen Zeitpunkt schmälern.

Für wen lohnt sich Wohn-Riester (noch)?

Wohn-Riester lohnt sich, wenn Sie sicher bis zur Rente und darüber hinaus selbst in der Immobilie wohnen, Kinderzulagen bekommen und die Steuer auf das Wohnförderkonto einplanen. Bestandskunden mit diesen Plänen führen ihren Vertrag weiter, wer unsicher ist, behält seinen Riester-Vertrag besser als Rente.

Für diese Personengruppen kann sich ein Wohn-Riester lohnen

Die Förderung ist für alle gleich, ihr Wert nicht. Am meisten profitieren Haushalte mit hohen Zulagen und langer Eigennutzung. Für einen neuen Vertrag nach altem Recht gilt das nur bis 31.12.2026. Haben Sie schon einen Riester-Vertrag, erreichen Sie dasselbe meist über die Entnahme aus Ihrem bestehenden Vertrag:

  • Familien mit Kindern: 300 Euro Kinderzulage je Kind ab Jahrgang 2008 und 185 Euro für ältere Kinder bringen über die Jahre eine hohe Fördersumme, solange Kindergeld festgesetzt ist.
  • Ehepaare mit nur einem Hauptverdiener: Ist ein Partner nicht selbst förderberechtigt, kann er mittelbar riestern und bekommt mit 60 Euro Eigenbeitrag im Jahr eigene Zulagen.
  • Berufseinsteiger unter 25 Jahren: Wer zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 ist, bekommt einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus.
  • Bauherren, die ohnehin mit einem Darlehen finanzieren: Die Zulagen fließen über ein Riester-Darlehen direkt in die Tilgung.
  • Personen mit sicherer Eigennutzung bis zum Rentenbeginn: Nur wer dauerhaft selbst darin wohnt, vermeidet die Auflösung des Wohnförderkontos.

Rechenbeispiele

Drei typische Fälle zeigen, wie unterschiedlich die Bilanz ausfällt. Entscheidend sind Kinderzulagen, die Zeit bis zur Rente und die Sicherheit, dass Sie in der Immobilie bleiben. Die Einschätzung gilt für die Entnahme aus einem bestehenden Vertrag ebenso wie für einen Neuabschluss bis 31.12.2026.

FallFörderungSteuerrisiko WohnförderkontoEinschätzung
Familie mit zwei Kindern, Eltern Mitte 30Hoch: Grundzulagen und KinderzulagenGering bei langer EigennutzungKann sich lohnen
Single über 50 ohne KinderGering: Grundzulage und SteuervorteilHoch, kurze Tilgungszeit bis zur Rentenur eingeschränkt, freie Finanzierung oft günstiger
Gutverdiener ohne Kinder, Mitte 30Mittel: vor allem Steuervorteil, dazu GrundzulageMittel bis hochAltersvorsorgedepot oder freies Darlehen oft flexibler

Behalten, entnehmen oder kündigen?

Haben Sie einen Wohn-Riester-Vertrag und wohnen selbst in der Immobilie, führen Sie ihn weiter. Fehlt gerade das Geld, ist beitragsfrei stellen der übliche Weg, die Förderung bleibt im Vertrag. Kündigen ist fast nie die Lösung, weil Sie für das nicht verwendete Guthaben alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

Planen Sie einen Kauf, prüfen Sie zuerst die Entnahme aus Ihrem bestehenden Riester-Vertrag, bevor Sie bis 31.12.2026 noch einen Bausparvertrag abschließen. Rechnen Sie die Steuer auf das Wohnförderkonto im Alter mit ein. Eine Übertragung ins Altersvorsorgedepot kommt eher in Frage, wenn Sie keine Wohnpläne haben.

Experten-Tipp:
Die Selbstnutzung entscheidet

„Beim Wohn-Riester entscheidet nicht die Höhe der Zulage, sondern die Frage, ob Sie bis zur Rente selbst in der Immobilie wohnen. Wer das sicher weiß, bekommt mit den Zulagen einen echten Schub bei der Tilgung. Wer in einigen Jahren vielleicht verkauft, holt sich mit dem Wohnförderkonto eine Steuerrechnung ins Haus, die er heute nicht sieht. Und wer einen Riester-Bausparvertrag hat, sollte jetzt seine Kontoauszüge auf Jahresentgelte prüfen.“

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Experte für Altersvorsorge

Lassen Sie Ihren Wohn-Riester durchrechnen

Wir prüfen kostenfrei, ob Weiterführen, Entnahme oder Übertragung für Sie besser ist, und rechnen die Steuer auf Ihr Wohnförderkonto mit Ihren eigenen Zahlen durch.

  • Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
  • Rechnung mit Ihren Vertragswerten
  • Ehrliche Empfehlung, auch zum Behalten
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Experte für Altersvorsorge

Die häufigsten Fragen zu Nachteilen und Kritik am Wohn-Riester

Was ist das größte Problem beim Wohn-Riester?

Die größte Schwäche ist das Wohnförderkonto. Die geförderten Beträge werden dort jedes Jahr mit zwei Prozent verzinst und müssen ab Beginn der Auszahlungsphase versteuert werden, obwohl Ihnen kein Geld ausgezahlt wird. Für Entnahmen ab 2028 entfällt die Verzinsung.

Warum gilt Wohn-Riester als bürokratisch?

Wohn-Riester ist an viele Bedingungen geknüpft: Sie müssen die Immobilie selbst nutzen, die Entnahme spätestens zehn Monate vor Beginn der Auszahlungsphase bei der Zentralen Zulagenstelle beantragen und Mindestbeträge einhalten. Bei Auszug, Umzug oder Scheidung gelten eigene Fristen und Ausnahmen.

Lohnt sich Wohn-Riester bei steigenden Zinsen überhaupt noch?

Nicht unbedingt. Die Zulagen senken die Restschuld, nicht den Zins. Bei hohen Darlehenszinsen kann die teurere Finanzierung die Förderung schnell wieder aufzehren. Ohne lange Zinsbindung wird es riskant, wenn die Anschlussfinanzierung bis ins Rentenalter reicht.

Was passiert, wenn ich aus dem geförderten Haus ausziehe?

Geben Sie die Selbstnutzung auf, wird das Wohnförderkonto aufgelöst und versteuert. Das vermeiden Sie, wenn Sie innerhalb von fünf Jahren eine neue eigene Wohnung beziehen, den Betrag innerhalb eines Jahres in einen Riester-Vertrag einzahlen oder innerhalb von fünf Jahren zurückkehren. Für einen beruflichen Umzug gibt es eine Ausnahme auf Antrag.

Kann ich Wohn-Riester vererben?

Die Immobilie können Sie vererben, das Wohnförderkonto nicht ohne Weiteres. Im Todesfall wird es aufgelöst und der Betrag dem Verstorbenen zugerechnet und versteuert. Ein überlebender Ehepartner kann das Wohnförderkonto übernehmen.

Ist Wohn-Riester für junge Familien sinnvoll?

Für Familien mit mehreren Kindern und langfristiger Selbstnutzung oft ja, weil für Kinder ab Jahrgang 2008 je 300 Euro Kinderzulage im Jahr fließen. Voraussetzung ist, dass Sie die Immobilie bis ins Rentenalter bewohnen und die Steuer auf das Wohnförderkonto einplanen.

Kann ich nach 2026 noch einen Wohn-Riester-Vertrag abschließen?

Nach altem Recht nur bis 31.12.2026. Ab 2027 können Bauspar- und Darlehensverträge nach neuem Recht zertifiziert werden, ob Bausparkassen sie anbieten, ist offen. Ein solcher Neuabschluss stellt alle Ihre Riester-Verträge auf die neue Förderung um.

Was bedeutet das BGH-Urteil zu Jahresentgelten für mich?

Der Bundesgerichtshof hat am 28.07.2026 Jahresentgelte in den Bedingungen für Riester-Bausparverträge für unwirksam erklärt (XI ZR 83/25). Haben Sie einen solchen Vertrag, prüfen Sie Ihre Kontoauszüge und fragen Sie schriftlich bei Ihrer Bausparkasse nach, ob das Entgelt auch Sie betrifft.

Ändert die Reform etwas an meinem Wohnförderkonto?

Für Entnahmen vor dem 01.01.2028 bleiben die Verzinsung von zwei Prozent und die Verteilung bis 85 erhalten. Das gilt auch für den Nachlass von 30 Prozent bei der Einmalbesteuerung, selbst wenn Ihre Rente erst später beginnt. Für Verwendungen ab 2028 entfällt die Verzinsung, und das Konto wird über fünf Jahre versteuert.

Brauche ich für Wohn-Riester einen Bausparvertrag?

Nein. Sie können Guthaben aus jedem Riester-Vertrag für die eigene Wohnung entnehmen, auch aus einer Renten­versicherung oder einem Fondssparplan. Den Antrag stellen Sie bei der Zentralen Zulagenstelle, mindestens 3.000 Euro.

Was passiert mit dem Wohnförderkonto bei einer Scheidung?

Geht Ihr Eigentumsanteil auf den Ex-Partner über, wandert das Wohnförderkonto anteilig mit. Wird die Wohnung dem anderen Ehepartner zugewiesen, wird das Konto nicht aufgelöst. Wie Riester-Verträge sonst geteilt werden, steht auf der Seite Riester bei Scheidung.

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Entgeltumwandlung Bei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen. Regelaltersgrenze Das gesetzlich festgelegte Renteneintrittsalter, ab dem eine Person ohne Abschläge die reguläre Altersrente beziehen kann. Aktuell liegt dies bei 67 Jahren. Nachgelagerte Besteuerung Renten werden erst bei Auszahlung besteuert, während die Beiträge in der Ansparphase steuerfrei oder steuermindernd sind. Ziel ist es, die Steuerlast ins Rentenalter zu verlagern, wenn das Einkommen meist geringer ist.
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