Das erwartet Sie hier
Welche einheitlichen Sirenensignale in Deutschland gelten und wie die Bevölkerung derzeit gewarnt wird. Mit Ton-Beispielen.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
Bundesweiter Warntag
Warntag am 10. September 2026
Der bundesweite Warntag 2026 findet am 10. September statt. Ab 11 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine Probewarnung aus, die Personen auf verschiedenen Kanälen erreichen soll. Darunter sind:
- Cell Broadcast (Warnhinweise direkt aufs Handy)
- Warn-Apps (zum Beispiel NINA oder KATWARN)
- Sirenen
- Lautsprecherdurchsagen, zum Beispiel in Zügen und auf Bahnsteigen
- Radio, Fernsehen und Internet
- Digitale Stadtanzeigetafeln
Gegen 11:45 Uhr folgt die Entwarnung. Wie gut die Probewarnung Sie erreicht hat, können Sie dem BBK bis zum 17. September 2026 über die Warntag-Umfrage zurückmelden.
Auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe finden Sie mehr Informationen zum aktuellen Warntag.
Warnkanal Cell Broadcast
Am bundesweiten Warntag 2022 wurde erstmals Cell Broadcast als Warnkanal in Deutschland getestet. Beim sogenannten Cell Broadcast System geht eine automatische Benachrichtigung an jedes Handy, das zu diesem Zeitpunkt eingeschaltet ist, Empfang hat und mit einer aktuellen Software läuft, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Die Nachricht sieht aus wie eine SMS und kann auch von Menschen, die kein Smartphone, sondern nur ein Mobiltelefon benutzen, empfangen werden. Weitere Informationen zu Cell Broadcast als Warnkanal finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Seit dem 25. November 2025 verschickt das BBK über Cell Broadcast auch Entwarnungen. Am Warntag 2026 wird das bundesweit erprobt. Die Entwarnung läuft über die niedrigste Warnstufe und ist deshalb deutlich leiser als die Warnung: Auf dem Handy klingt sie wie eine gewöhnliche SMS. Damit das funktioniert, muss in den Handyeinstellungen auch die niedrigste Warnstufe aktiviert sein.
Warnstufen und Einstellungen am Handy
Cell Broadcast kennt drei Warnstufen. Die höchste erreicht Sie in jedem Fall, sie lässt sich am Handy nicht abschalten. Die mittlere und die niedrige Stufe können Sie dagegen einzeln stummschalten (Quelle: BBK).
Genau daran hängt die neue Entwarnung. Sie läuft über die niedrigste Warnstufe. Wer diese Stufe abgeschaltet hat, bekommt zwar die Warnung, aber keine Entwarnung.
Damit überhaupt eine Meldung ankommt, muss das Gerät eingeschaltet sein, Empfang haben und darf nicht im Flugmodus stehen. Das Betriebssystem sollte aktuell sein, nach Angaben des BBK mindestens Android 11 oder iOS 16.1.
- iPhone: Einstellungen öffnen, auf „Mitteilungen“ tippen und ganz unten alle Punkte unter „Offizielle Warnmeldungen“ aktivieren
- Android: Einstellungen öffnen, den Bereich „Sicherheit und Notfälle“ oder „Notfallbenachrichtigungen“ suchen und dort alle Warnstufen aktivieren
Warum die Warnung manchmal nicht ankommt
Nicht jedes Handy meldet sich, und nicht überall heult eine Sirene. Die häufigsten Gründe lassen sich schnell prüfen:
- Das Gerät ist zu alt oder das Betriebssystem ist veraltet
- Der Flugmodus ist eingeschaltet oder es besteht kein Netz
- Die mittlere und die niedrige Warnstufe wurden in den Einstellungen abgeschaltet
- Am Wohnort steht keine Sirene, viele Regionen haben kein durchgehendes Netz
- Die Warn-App ist installiert, aber es wurde kein Ort abonniert
Jährliche Warntage
Der bundesweite Warntag findet jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September statt. Er prüft die Technik des modularen Warnsystems und macht die Bevölkerung zugleich mit den Warnkanälen vertraut. Der nächste Termin ist der 9. September 2027.
So viele Menschen erreicht der Warntag
Nach jedem Warntag fragt das BBK die Bevölkerung, was angekommen ist. Beim Warntag 2025 gaben 97 Prozent der Befragten an, über mindestens einen Kanal gewarnt worden zu sein. Ausgewertet wurden 117.073 Fragebögen (Quelle: BBK).
Am weitesten trug Cell Broadcast: 73 Prozent der Befragten erhielten die Probewarnung aufs Handy. Die Warn-Apps kamen auf 67 Prozent, die Sirenen auf 65 Prozent. Beide legten gegenüber 2024 zu, die Apps um acht und die Sirenen um sechs Prozentpunkte.
Der aktuelle Stand
Die Signale sind bundesweit einheitlich, das Sirenennetz ist es nicht. Seit 2019 gilt in ganz Deutschland derselbe Warnton und dieselbe Entwarnung, festgelegt vom Arbeitskreis Feuerwehrwesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung. Ob an Ihrem Wohnort überhaupt eine Sirene steht, entscheidet dagegen Ihre Kommune (Quelle: BBK).
Nach dem Kalten Krieg gab der Bund sein Zivilschutz-Sirenennetz auf, viele Kommunen bauten ihre Anlagen ab. Seit der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 läuft der Ausbau in die Gegenrichtung: Bund und Länder fördern neue Sirenen gemeinsam, das Programm läuft in zweiter Auflage bis 2026.
Wie stark das wirkt, zeigt Rheinland-Pfalz. Dort kamen seit der Flut 869 Sirenen dazu, das Warnmittelkataster des Landes führt inzwischen 3.458 betriebsbereite Anlagen (Quelle: Innenministerium Rheinland-Pfalz).
Flächendeckend ist das Netz trotzdem nicht. Das BBK weist ausdrücklich darauf hin, dass Sirenen und der von ihnen ausgelöste Weckeffekt nicht überall vorhanden sind. Wer sicher gewarnt werden will, braucht deshalb einen zweiten Kanal auf dem Handy.
Städte, Kreise und Gemeinden entscheiden selbst
Nach verschiedenen Ereignissen mit Katastrophen-Charakter haben einige Städte allerdings wieder ein Netz eingerichtet. Die Hansestadt Hamburg unterhält weiterhin ein Hochleistungs-Sirenennetz, um die Bevölkerung vor Hochwasser warnen zu können.
Diese Sirenensignale gelten in Deutschland
Das allgemeine Warnsignal für die Bevölkerung ist der einminütige auf- und abschwellende Heulton. Er ertönt bei Gefahrenlagen wie Großbränden, Chemieunfällen oder Hochwasser. Der Ton bedeutet in jedem Bundesland dasselbe: Gehen Sie hinein, schließen Sie Fenster und Türen und informieren Sie sich.
Allgemeiner Warnton
1 Minute auf- und abschwellend
Je nach Region gelten folgende Aufforderungen beim Ertönen des Warntons:
- Die Rundfunkgeräte einzuschalten
- auf die Durchsagen zu achten
- Fenster und Türen umgehend zu schließen
- Aufenthalte im Freien zu vermeiden
Als Entwarnung gilt weithin der einminütige, ununterbrochene Dauerton.
Entwarnung
1 Minute Dauerton
Dieser Ton hebt alle vorherigen Alarmsignale auf und bedeutet, dass keine akute Gefahr mehr besteht. Man kann die Schutzräume wieder verlassen und Geräte wieder einschalten. Es empfiehlt sich, sich über die aktuelle Lage zu informieren und weiteren Hinweisen Folge zu leisten.
Feueralarm
Einsatzkräfte werden noch bundesweit einheitlich mit dem Feuersignal zweimal unterbrochener Dauerton von einer Minute alarmiert. Dieses Signal richtet sich ausschließlich an die Einsatzkräfte, nicht an die Bevölkerung.
Informationen zu den Bedeutungen und den periodischen Tests gibt es unter anderem auf den Websites der zuständigen Landesratsämter. Die betroffenen Haushalte werden häufig zudem über Postwurfsendungen über den aktuellen Stand informiert.
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