Standarddepot oder Garantie: Welches Altersvorsorgedepot passt zu Ihnen?

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Das erwartet Sie hier

Worin sich Standarddepot, freies Altersvorsorgedepot und Garantieprodukt unterscheiden, was jede Variante kostet und für wen sie passt.

Inhalt dieser Seite
  1. Kurz beantwortet
  2. Die Unterschiede im Detail
  3. Rechenbeispiel und Entscheidungshilfe
  4. Worauf Sie achten sollten
  5. Häufige Fragen (FAQ)
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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Standarddepot ist die einfachste Variante des Altersvorsorgedepots: zwei voreingestellte Fonds, Umschichtung vor der Rente und Kosten von höchstens 1,0 Prozent im Jahr. Jeder Anbieter muss es führen.
  • Daneben gibt es das freie Altersvorsorgedepot ohne Garantie und das Garantieprodukt, das zum Rentenbeginn 80 oder 100 Prozent der Beiträge und Zulagen zusagt. Für beide gilt kein Kostendeckel.
  • Die Förderung ist bei allen drei Varianten gleich. Abschließen können Sie erst ab dem 01.01.2027, eine Vormerkung bringt Ihnen keinen Vorteil bei der Förderung.
  • Haben Sie einen Riester-Vertrag, prüfen Sie ihn vor jedem Abschluss: Ein neuer geförderter Vertrag stellt alle Ihre Riester-Verträge unwiderruflich auf die neue Förderung um.
Oliver Karp

Eine Garantie von 100 Prozent schützt Sie vor Verlusten in Euro, aber nicht vor schwindender Kaufkraft…

… denn nach 30 Jahren sind die eingezahlten Beiträge und Zulagen nicht mehr so viel wert wie heute. Dafür nehmen Sie beim Garantieprodukt weniger Rendite in Kauf und Kosten ohne gesetzlichen Deckel. Das Standarddepot geht einen anderen Weg: zwei voreingestellte Fonds, eine automatische Umschichtung in den Jahren vor der Rente und Effektivkosten von höchstens 1,0 Prozent im Jahr. Die Förderung ist bei allen drei Varianten gleich, die Unterschiede liegen bei Anlage, Sicherheit und Kosten. Wir vergleichen Standarddepot, freies Altersvorsorgedepot und Garantieprodukt, rechnen ein Beispiel durch, zeigen, für wen welche Variante passt, und erklären, wie Sie später zwischen Varianten und Anbietern wechseln.

Standarddepot, freies Depot oder Garantie: Was passt zu wem?

Für die meisten Sparer ist das Standarddepot die beste Wahl, weil es einfach ist, einen Kostendeckel hat und vor der Rente automatisch umschichtet. Das freie Altersvorsorgedepot passt, wenn Sie Fonds selbst auswählen wollen. Ein Garantieprodukt lohnt sich nur, wenn Sie zum Rentenbeginn auf keinen Fall weniger als Ihre Einzahlungen haben wollen und dafür auf Rendite verzichten.

Reform 2027: Was für die drei Varianten ab 2027 gilt

Alle drei Varianten stehen im beschlossenen Altersvorsorgereformgesetz und können frühestens ab dem 01.01.2027 zertifiziert und abgeschlossen werden. Offen sind noch die konkreten Produkte und Kosten der Anbieter, das geplante öffentliche Standarddepot und die Frage, ob fondsgebundene Versicherungen als Altersvorsorgedepot ohne Garantie zertifiziert werden. Den Gesamtüberblick finden Sie auf unserer Seite zum Altersvorsorgedepot.

Die drei Varianten auf einen Blick

Das Gesetz unterscheidet drei geförderte Varianten, in die Sie ab 2027 neu einzahlen können. Zulagen und Steuervorteil sind überall gleich. Die Unterschiede liegen bei Garantie, Anlage, Umschichtung vor der Rente und Kosten. Daneben gibt es noch Wohn-Riester-Verträge und ein Auszahlungsprodukt für übertragenes Kapital, die hier keine Rolle spielen.

MerkmalStandarddepotAltersvorsorgedepot ohne GarantieGarantieprodukt
Garantiekeinekeine80 oder 100 Prozent der Beiträge und Zulagen zum Rentenbeginn
Anlagezwei vom Anbieter festgelegte Fonds, Aufteilung wählbarFonds bis Risikoklasse 5 und Euro-Anleihen öffentlicher Stellen aus einer gesetzlichen Listekeine gesetzlichen Vorgaben
Umschichtung vor der Rentegesetzlich vorgeschriebennicht vorgeschriebennicht vorgeschrieben, die Garantie sichert den Mindestwert
Kostenhöchstens 1,0 Prozent Effektivkosten im Jahrkein Deckel, Ausweis Pflichtkein Deckel, Ausweis Pflicht
Passt fürdie meisten Sparer, die es einfach und günstig wollenwer Fonds selbst auswählen willwer keinen Verlust zum Rentenbeginn erträgt

Worin unterscheiden sich die Varianten des Altersvorsorgedepots?

Die Varianten unterscheiden sich nicht bei der Förderung, sondern bei Anlage, Sicherheit, Kosten und Abschluss. Das Standarddepot ist gesetzlich am engsten geregelt, das Garantieprodukt am wenigsten. Wechseln können Sie zwischen allen Varianten, in den ersten fünf Jahren darf der alte Anbieter bei einem Anbieterwechsel aber bis zu 150 Euro verlangen.

Förderung und Steuer: bei allen Varianten gleich

Ob Standarddepot, freies Depot oder Garantie: Sie bekommen dieselbe Grundzulage von bis zu 540 Euro im Jahr, bis zu 300 Euro je Kind und denselben Steuervorteil. Erträge bleiben bis zur Rente steuerfrei, die Auszahlung des geförderten Teils wird voll versteuert. Wie die Zulagen berechnet werden, steht auf unserer Seite zur Förderung des Altersvorsorgedepots.

Gefördert werden höchstens zwei neue Verträge, die nach dem 31.12.2026 abgeschlossen werden. Laufen Standarddepot und freies Depot als zwei getrennte Verträge, sind diese zwei Plätze schon belegt. Ab dem dritten neuen Vertrag gelten Ihre Beiträge nicht mehr als geförderte Altersvorsorgebeiträge, auch wenn der Vertrag zertifiziert ist.


Anlage: zwei Fonds, freie Auswahl oder Sache des Anbieters

Im Standarddepot legt der Anbieter zwei Investmentfonds nach EU-Standard fest: einen schwankungsarmen der Risikoklasse 1 oder 2 und einen chancenreichen der Risikoklasse 3 bis 5. Sie bestimmen die Aufteilung, sonst gilt die Voreinstellung im Vertrag. Rutscht ein Fonds aus seiner Klasse, muss der Anbieter ihn ersetzen und Sie informieren.

Im freien Altersvorsorgedepot gilt eine gesetzliche Liste: Investmentfonds und bestimmte Publikumsfonds bis Risikoklasse 5 sowie Euro-Anleihen von Bund, Ländern, Gemeinden und anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, von Euro-Staaten und europäischen Einrichtungen. Grundsätzlich wählt der Anbieter aus. Selbst entscheiden dürfen Sie nur, wenn Ihr Vertrag eine solche Wahl vorsieht. Für das Garantieprodukt macht das Gesetz keine Vorgaben zur Anlage.


Sicherheit: Garantie oder Umschichtung vor der Rente

Das Garantieprodukt sagt zu, dass zu Beginn der Auszahlung mindestens 80 oder 100 Prozent Ihrer eingezahlten Beiträge einschließlich Zulagen vorhanden sind. Um das sicher zu erfüllen, wird der Anbieter aus unserer Sicht einen Teil des Geldes schwankungsarm anlegen. Die Garantie kostet deshalb über die ganze Laufzeit Rendite, ohne die Kaufkraft Ihres Geldes zu sichern.

Das Standarddepot hat keine Garantie, senkt das Risiko aber vor der Rente: Fünf Jahre vor Auszahlungsbeginn dürfen höchstens 50 Prozent im chancenreichen Fonds liegen, zwei Jahre vorher höchstens 30 Prozent. Sie können andere Anteile verlangen. Im freien Depot gibt es weder Garantie noch vorgeschriebene Umschichtung, Mindestwerte sind dort ausdrücklich verboten.


Kosten: Deckel nur beim Standarddepot

Nur beim Standarddepot sind die Effektivkosten auf 1,0 Prozent im Jahr gedeckelt. Maßgeblich ist der Wert im individuellen Produktinformationsblatt, das Sie vor dem Abschluss bekommen. Ein Wirtschaftsprüfer oder Aktuar muss mindestens alle drei Jahre bestätigen, dass der Anbieter richtig rechnet und den Deckel einhält. Für freies Depot und Garantie gibt es keine Obergrenze.

Neu ist die Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten: Sie müssen gleichmäßig auf die gesamte vereinbarte Ansparphase verteilt werden, soweit sie nicht als fester Anteil jedes Beitrags abgezogen werden. Bei Riester reichte eine Verteilung auf mindestens fünf Jahre. Das gilt für Garantieprodukt und Altersvorsorgedepot, so verlieren Sie bei einem frühen Wechsel weniger.

Jeder Anbieter muss die Effektivkosten ausweisen und eine Musterinformation je Tarif öffentlich bereitstellen. Einmal im Jahr erfahren Sie die tatsächlichen Kosten des Vorjahres. Bei einem Versicherungsvertrag können Sie zusätzlich eine Aufstellung aller Kosten und Gebühren verlangen. Erhöht der Anbieter die Kosten, muss er das vier Monate vorher zum Quartalsende ankündigen.


Abschluss: Standarddepot online und ohne Beratungspflicht

Das Standarddepot muss sich elektronisch abschließen lassen. Jeder Anbieter, der ein freies Depot oder ein Garantieprodukt zertifizieren lässt, muss auch ein Standarddepot anbieten, notfalls über einen Partner. Ausgenommen sind nur Anbieter, die ausschließlich Verträge für die selbst genutzte Wohnung führen. Ein öffentlich getragenes Standarddepot ist geplant, aber ohne Termin.

Eine Beratung soll der Anbieter beim Standarddepot nicht mehr schulden, auch nicht als Versicherer. Er muss nur Ihre Wünsche und Bedürfnisse abfragen. Diese Regel steht im Frühstart-Gesetz, das der Bundestag am 16.10.2026 beschlossen hat. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus. Für freies Depot und Garantieprodukt bleibt es bei den bisherigen Pflichten.


Wechsel: zwischen Varianten und Anbietern

Sie können jeden Vertrag mit drei Monaten Frist zum Quartalsende kündigen, um das Geld auf einen anderen geförderten Vertrag zu übertragen. In den ersten fünf Jahren darf der alte Anbieter bei einem Anbieterwechsel höchstens 150 Euro verlangen. Danach, nach einer Kostenerhöhung oder beim Wechsel innerhalb desselben Anbieters ist der Wechsel kostenfrei.

Der neue Anbieter darf auf das übertragene geförderte Kapital keine Abschluss- und Vertriebskosten nehmen, nur eine einmalige Pauschale von höchstens 150 Euro. Wer aus einem Garantieprodukt wechselt, nimmt den aktuellen Wert mit. Die Garantie bezieht sich auf den Rentenbeginn im alten Vertrag und gilt nach dem Wechsel nicht weiter.

Welche Variante passt zu Ihnen?

Entscheidend ist, wie viel Schwankung Sie bis zur Rente aushalten und ob Sie Fonds selbst auswählen wollen. Für die meisten passt das Standarddepot. Eine Garantie sichert nur die Summe Ihrer Einzahlungen und Zulagen, nicht deren Kaufkraft, wie das folgende Rechenbeispiel zeigt.

Was eine Garantie in Euro bedeutet

Rechnung unserer Redaktion für eine förderberechtigte Person ohne Kinder: Sie zahlt 30 Jahre lang 1.800 Euro im Jahr ein und bekommt jedes Jahr 540 Euro Grundzulage. Im Vertrag landen also 2.340 Euro im Jahr, nach 30 Jahren 70.200 Euro an Beiträgen und Zulagen. Erträge sind dabei nicht eingerechnet.

VarianteWas zum Rentenbeginn sicher istWas Sie dafür in Kauf nehmen
Garantieprodukt 100 Prozentmindestens 70.200 Euroaus unserer Sicht weniger Rendite, kein Kostendeckel
Garantieprodukt 80 Prozentmindestens 56.160 Euroweniger Renditeverzicht als bei 100 Prozent, kein Kostendeckel
Standarddepotkein fester Betrag, ab zwei Jahren vor Rentenbeginn höchstens 30 Prozent im chancenreichen FondsKursschwankungen, Kosten höchstens 1,0 Prozent im Jahr
Altersvorsorgedepot ohne Garantiekein fester Betrag, keine vorgeschriebene UmschichtungKursschwankungen, Kosten ohne Deckel

Die 70.200 Euro sind nach 30 Jahren nicht mehr so viel wert wie heute. Eine Garantie von 100 Prozent schützt also vor einem Verlust in Euro, nicht vor dem Verlust an Kaufkraft. Wie hoch Erträge und Kosten der einzelnen Angebote ausfallen, zeigen erst die Produktinformationsblätter ab Januar 2027.


Für wen passt was?

Standarddepot

Für die meisten Sparer: einfache Anlage in zwei Fonds, automatische Umschichtung vor der Rente, Kosten höchstens 1,0 Prozent. Gut auch, wenn Sie sich nicht laufend um die Anlage kümmern wollen.

Freies Altersvorsorgedepot

Für Sparer, die Fonds selbst auswählen wollen und Kosten selbst vergleichen. Prüfen Sie, ob der Vertrag die eigene Auswahl wirklich erlaubt und welche Fonds zur Wahl stehen.

Garantieprodukt

Für Sparer, die zum Rentenbeginn keinesfalls weniger als ihre Einzahlungen haben wollen. Rechnen Sie mit weniger Rendite und vergleichen Sie die Kosten besonders genau.

Riester-Vertrag behalten

Für Sparer mit einem günstigen Riester-Vertrag, etwa mit Kinderzulage. Ein neuer Vertrag stellt alle Riester-Verträge auf die neue Förderung um, das sollte vorher gerechnet sein.

Wenn Sie schon einen Riester-Vertrag haben, steht die Wahl der Variante erst an zweiter Stelle. Zuerst klären Sie, ob Sie Ihren Vertrag behalten, in die neue Förderung wechseln oder sein Guthaben in ein Altersvorsorgedepot übertragen. Wie die Übertragung abläuft und was sie kostet, erklärt unsere Seite zum Riester-Wechsel.

Erst den Riester-Vertrag prüfen, dann die Variante wählen

Wir prüfen kostenfrei, ob Ihr Riester-Vertrag weiterlaufen sollte und welche Variante des Altersvorsorgedepots ab 2027 zu Ihnen passt.

  • Prüfung Ihres bestehenden Riester-Vertrags
  • Ehrliche Rechnung, auch wenn Behalten besser ist
  • Immer ein direkter Ansprechpartner
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Experte für Altersvorsorge

Worauf sollten Sie bei der Wahl der Variante achten?

Die meisten Fehler entstehen nicht bei der Wahl zwischen Standarddepot und Garantie, sondern drumherum: bei Vormerkungen, bei bestehenden Riester-Verträgen und bei Kosten ohne Deckel. Prüfen Sie vor dem Abschluss das Produktinformationsblatt mit den Effektivkosten und klären Sie, was mit Ihren alten Verträgen passiert.

Die typischen Fehler

  • Eine Vormerkung für einen Vertrag halten: Geförderte Verträge gibt es erst ab dem 01.01.2027, eine Warteliste bringt keinen Vorteil bei der Förderung.
  • Neben einem Riester-Vertrag ungeprüft abschließen: Ein neuer geförderter Vertrag stellt alle Riester-Verträge unwiderruflich auf die neue Förderung um. Der Anbieter muss Sie vorher darauf hinweisen.
  • Eine Garantie mit Sicherheit gleichsetzen: Sie sichert die Summe der Einzahlungen zum Rentenbeginn, nicht deren Kaufkraft, und hat keinen Kostendeckel.
  • Nur auf den Namen schauen: Gefördert wird nur ein vom Bundeszentralamt für Steuern zertifizierter Vertrag. Ob fondsgebundene Versicherungen als Depot ohne Garantie zertifiziert werden, ist noch offen.
  • Drei oder mehr neue Verträge abschließen: Ab dem dritten Vertrag nach dem 31.12.2026 gibt es keine Förderung mehr.
  • Kündigen statt wechseln: Eine Kündigung mit Auszahlung kostet alle Zulagen und den Steuervorteil, ein Wechsel zu einer anderen Variante nicht.

Zertifikat unter Vorbehalt

Die ersten Zertifikate erteilt das Bundeszentralamt für Steuern unter Widerrufsvorbehalt, bei Anträgen bis Ende 2028 für vier Jahre. Wird ein Zertifikat widerrufen, können Sie innerhalb von sechs Monaten kündigen und förderunschädlich übertragen. Der Anbieter muss Ihnen dann alle verrechneten Abschluss- und Vertriebskosten erstatten.

Experten-Tipp:
Eine Garantie sichert Euro, keine Kaufkraft

„Viele greifen zur Garantie, weil sie sicher klingt. Gesichert ist aber nur die Summe aus Beiträgen und Zulagen zum Rentenbeginn, und dafür liegt über Jahrzehnte weniger Geld in Aktien. Das Standarddepot schichtet ohnehin fünf Jahre vor der Rente um und ist gedeckelt. Für die meisten ist es deshalb der bessere Schutz. Wer einen Riester-Vertrag hat, sollte vor jedem Abschluss rechnen lassen, denn der neue Vertrag stellt alle alten um.“

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Welche Variante passt zu Ihnen?

Wir erklären Ihnen kostenfrei, ob Standarddepot, freies Depot oder Garantie zu Ihrer Lage passt, und prüfen dabei Ihren bestehenden Riester-Vertrag.

  • Klare Einordnung der drei Varianten vor dem Start am 01.01.2027
  • Prüfung Ihres Riester-Vertrags
  • Ehrliche Rechnung, auch wenn Abwarten besser ist
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Experte für Altersvorsorge

Die häufigsten Fragen zu Standarddepot und Garantie

Wo und wie eröffne ich ein Standarddepot?

Ab dem 01.01.2027 bei jedem Anbieter, der ein Altersvorsorgedepot oder ein Garantieprodukt zertifizieren lässt, denn er muss auch ein Standarddepot anbieten. Der Abschluss muss online möglich sein. Vorher kann kein Anbieter einen geförderten Vertrag abschließen, heutige Angebote sind Vormerkungen oder Wartelisten.

Was ist das Standarddepot?

Das Standarddepot ist die einfachste Variante des Altersvorsorgedepots. Der Anbieter legt zwei Fonds fest, einen schwankungsarmen und einen chancenreichen, und schichtet vor der Rente automatisch um. Die Effektivkosten dürfen höchstens 1,0 Prozent im Jahr betragen.

Gibt es beim Altersvorsorgedepot eine Garantie?

Das Altersvorsorgedepot selbst und das Standarddepot haben keine Garantie. Wer eine Garantie will, wählt ein Garantieprodukt, das zum Rentenbeginn 80 oder 100 Prozent der eingezahlten Beiträge einschließlich Zulagen zusagt. Für Garantieprodukte gilt kein Kostendeckel.

Was kostet das Standarddepot höchstens?

Die Effektivkosten dürfen höchstens 1,0 Prozent im Jahr betragen, maßgeblich ist das individuelle Produktinformationsblatt. Für freie Depots und Garantieprodukte gibt es keine Obergrenze, die Kosten müssen dort nur ausgewiesen werden.

Muss jeder Anbieter ein Standarddepot anbieten?

Ja. Wer ein freies Altersvorsorgedepot oder ein Garantieprodukt zertifizieren lässt, muss auch ein Standarddepot anbieten, notfalls über einen kooperierenden Anbieter. Ausgenommen sind nur Anbieter, die ausschließlich Verträge für die selbst genutzte Wohnung führen.

Gibt es ein staatliches Standarddepot?

Geplant ist ein öffentlich getragenes Standarddepot, es muss dieselben Regeln erfüllen wie die privaten. Die nötige Verordnung gibt es noch nicht, Träger und Termin sind offen. Planen Sie deshalb nicht fest damit.

Brauche ich für das Standarddepot eine Beratung?

Voraussichtlich nicht. Nach dem Frühstart-Gesetz, das der Bundestag am 16.10.2026 beschlossen hat, soll der Anbieter beim Standarddepot keine Beratung mehr schulden, er fragt nur Ihre Wünsche und Bedürfnisse ab. Der Bundesrat muss noch zustimmen. Eine Prüfung Ihres Riester-Vertrags vor dem Abschluss bleibt trotzdem sinnvoll.

Kann ich später von einem Garantieprodukt ins Standarddepot wechseln?

Ja, mit drei Monaten Frist zum Quartalsende, ohne Verlust der Förderung. In den ersten fünf Jahren darf der alte Anbieter bei einem Anbieterwechsel höchstens 150 Euro verlangen, beim selben Anbieter ist der Wechsel kostenfrei. Übertragen wird der aktuelle Wert, die Garantie des alten Vertrags gilt danach nicht weiter.

Kann ich Standarddepot und freies Depot kombinieren?

Ja, viele Anbieter planen beides. Bedenken Sie aber, dass höchstens zwei Verträge gefördert werden, die nach dem 31.12.2026 abgeschlossen werden. Laufen Standarddepot und freies Depot als getrennte Verträge, sind diese zwei Plätze belegt.

Was passiert mit meinem Riester-Vertrag, wenn ich ein Standarddepot abschließe?

Mit dem Abschluss gilt für alle Ihre Riester-Verträge automatisch und unwiderruflich die neue Förderung. Die Vertragsbedingungen bleiben, die alte Zulage aber nicht. Lassen Sie das vorher durchrechnen, vor allem wenn Sie heute Kinderzulagen bekommen.

Welche Risikoklasse haben die Fonds im Standarddepot?

Einer der beiden Fonds liegt in Risikoklasse 1 oder 2, der andere in Risikoklasse 3 bis 5 laut Basisinformationsblatt. Fällt ein Fonds aus seiner Klasse heraus, muss der Anbieter ihn ersetzen, umschichten und Sie informieren.

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