Vermögens­verwaltung mit Fonds: So funktioniert die Fonds-Vermögens­verwaltung

Erklärungen, Tipps und Video (2026)

Das erwartet Sie hier

Wie eine Vermögens­verwaltung mit Fonds funktioniert, was sie vom vermögensverwaltenden Fonds unterscheidet, was sie kostet und woran Sie einen seriösen Verwalter erkennen.

Inhalt dieser Seite
  1. Was ist eine Fonds-Vermögens­­verwaltung?
  2. Wie funktioniert eine Fonds-Vermögens­­verwaltung?
  3. Für wen eignet sich eine Fonds-Vermögens­­verwaltung?
  4. Was kostet eine Fonds-Vermögens­­verwaltung?
  5. Wie finden Sie eine seriöse Fonds-Vermögens­­verwaltung?
  6. Was raten wir bei der Fonds-Vermögens­­verwaltung?
  7. Häufige Fragen (FAQ)
Fachlich geprüft durch Sascha Riemann
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Fonds statt Einzelwerte: Eine Fonds-Vermögens­verwaltung legt Ihr Geld in mehrere Investmentfonds und ETFs an, die in einem Depot auf Ihren Namen liegen.
  • Nicht dasselbe wie ein Fonds: Ein vermögensverwaltender Fonds ist ein einzelner Mischfonds für alle Anleger, ohne eigene Strategie für Sie.
  • Kosten auf zwei Ebenen: Zur Gebühr des Verwalters kommen die laufenden Kosten der Fonds. Fragen Sie vorab nach dem Kostenausweis.
  • Erlaubnis prüfen: Wer Ihr Depot verwaltet, braucht eine Erlaubnis der BaFin für die Finanzportfolio­verwaltung.
Sascha Riemann

Zwischen 0,3 und 1,5 Prozent jährlicher Kosten liegen nach 20 Jahren rund 51.600 Euro…

… gerechnet mit 100.000 Euro Anlage und angenommenen fünf Prozent Rendite vor Kosten. Bei einer Fonds-Vermögens­verwaltung fallen Kosten auf zwei Ebenen an: die Gebühr des Verwalters und die laufenden Kosten der Fonds im Depot. Setzt der Verwalter teure aktive Fonds ein, addiert sich das schnell, bei Dachfonds liegen die Gesamtkosten laut Verbraucherzentrale oft bei zwei Prozent und mehr im Jahr. Dafür nimmt er Ihnen Auswahl, Streuung und Umschichtung ab, und die Fondsanteile bleiben in einem Depot auf Ihren Namen. Wir zeigen, wie sich die Fonds-Vermögens­verwaltung vom vermögensverwaltenden Fonds unterscheidet, für wen sie passt, was sie kostet und woran Sie einen seriösen Verwalter erkennen.

Was ist eine Fonds-Vermögens­verwaltung?

Eine Fonds-Vermögens­verwaltung ist eine Vermögens­verwaltung, die Ihr Geld nicht in einzelne Aktien oder Anleihen steckt, sondern in Investmentfonds und ETFs. Der Verwalter entscheidet im Rahmen einer vereinbarten Strategie selbst, welche Fonds er kauft und verkauft. Die Fondsanteile liegen in einem Depot auf Ihren Namen.

Fonds-Vermögens­verwaltung und ihre Alternativen im Vergleich

FormWas Sie besitzenWer entscheidetEinstiegKosten pro Jahr
Fonds-Vermögens­verwaltungMehrere Fonds und ETFs im eigenen DepotVerwalter nach Ihrer StrategieBei Banken ab Sparplan 100 €Beispiel apoBank bis 1,6 % plus Fondskosten
Vermögensverwaltender FondsAnteile an einem MischfondsFondsmanager für alle AnlegerKauf über Ihr DepotAktien- und Mischfonds im Mittel rund 1,5 % mit Ausgabeaufschlag
Individuelle Vermögens­verwaltungFonds, ETFs und oft EinzelwerteVerwalter nach individuellen RichtlinienMeist ab 100.000 bis 250.000 €Beispiel apoBank bis 1,6 %, Fondsmandat Flossbach von Storch ONE 1,20 % All-in-Gebühr
Robo-AdvisorMeist ETFs im eigenen DepotVerwalter mit festen Regeln nach FragebogenAb 1 bis 500 €0,31 bis über 2,60 % inklusive Fondskosten

Die Fonds-Vermögens­verwaltung arbeitet nach dem Prinzip eines Dachfonds, nur dass die Fonds in Ihrem eigenen Depot liegen. Banken und Fondsgesellschaften bieten sie meist standardisiert an, mit wenigen Strategien von vorsichtig bis chancenorientiert. Bei der Allianz heißen sie AktivDepots und reichen von reinen Anleihenfonds bis zu 50 bis 100 Prozent Aktienfonds, laut Anbieter mit mindestens vierteljährlicher Überprüfung.

Ein vermögensverwaltender Fonds ist dagegen kein Rechtsbegriff. Meist steckt dahinter ein Mischfonds, dessen Manager die Aktienquote flexibel steuert. Sie kaufen Anteile an einem einzigen Fonds, eine eigene Strategie für Sie gibt es nicht. Mischfonds verwalteten Ende 2025 knapp 390 Milliarden Euro (Quelle: BVI-Jahrbuch 2026).

In der individuellen Vermögens­verwaltung bekommen Sie eigene Anlagerichtlinien, und der Verwalter darf auch einzelne Aktien und Anleihen kaufen. Deutsche Bank und Commerzbank bieten sie ab 250.000 Euro an, Flossbach von Storch ab 100.000 Euro. Was es sonst am Markt gibt, zeigt unsere Übersicht der Anbieter für Vermögens­verwaltung.


Was ist ein Fonds?

Bei einem Investmentfonds sammelt eine Fondsgesellschaft das Geld vieler Anleger und legt es breit gestreut an. Statt einer Aktie kauft der Fonds Aktien vieler Unternehmen. Verluste einzelner Werte fallen so weniger ins Gewicht. Das Gesetz schreibt die Streuung vor: Ein Wertpapierfonds darf in der Regel höchstens fünf Prozent in Papiere eines einzelnen Ausstellers anlegen.

Bis zu zehn Prozent je Aussteller sind erlaubt, wenn die Anlagebedingungen es vorsehen und alle diese größeren Positionen zusammen nicht mehr als 40 Prozent des Fonds ausmachen (Quelle: § 206 KAGB). Eine Fonds-Vermögens­verwaltung streut noch einmal, weil sie Ihr Geld auf mehrere Fonds verteilt.


Welche Anlageklassen gibt es bei Fonds?

Die wichtigsten Fondsarten richten sich danach, worin sie anlegen: Aktienfonds, Anleihen- oder Rentenfonds, Immobilienfonds, Geldmarktfonds und Rohstofffonds. Indexfonds (ETFs) bilden einen Börsenindex nach, statt Werte aktiv auszuwählen. Aktienfonds sind die größte Gruppe der offenen Publikumsfonds in Deutschland, mit rund 930 Milliarden Euro Ende 2025 (Quelle: BVI-Jahrbuch 2026).

Zwei Fondsarten sind nicht auf eine Anlageklasse festgelegt. Mischfonds kombinieren Aktien, Anleihen und weitere Anlagen. Dachfonds kaufen Anteile anderer Fonds, wie ein Anleger. Dachfonds verwalteten laut BVI Ende 2025 rund 91 Milliarden Euro. Ihr Nachteil sind Gebühren auf zwei Ebenen, dazu mehr im Kapitel zu den Kosten.

Verwaltetes Vermögen nach Fondsart Ende 2025
  • Aktienfonds930 Mrd. €
  • Mischfonds390 Mrd. €
  • Dachfonds91 Mrd. €

Quelle: BVI-Jahrbuch 2026, Stand 31.12.2025


Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Fonds

Offene Fonds geben laufend neue Anteile aus und nehmen sie zum Rücknahmepreis zurück. Sie kommen mit kleinen Beträgen hinein und in der Regel wieder heraus, nur offene Immobilienfonds haben feste Haltefristen. Eine Fonds-Vermögens­verwaltung arbeitet mit offenen Fonds und ETFs, weil sie Anteile jederzeit umschichten muss.

Geschlossene Fonds sammeln Kapital für ein oder wenige Projekte, etwa Immobilien oder Schiffe. Ist das Geld zusammen, werden keine Anteile mehr ausgegeben. Anleger sind lange gebunden und kommen vorher kaum an ihr Geld. Läuft das Projekt schlecht, droht im schlimmsten Fall der Totalverlust. In eine Vermögens­verwaltung für Privatanleger passen sie deshalb kaum.

Wie funktioniert eine Fonds-Vermögens­verwaltung?

Sie schließen mit dem Verwalter einen Vermögens­verwaltungsvertrag und legen darin die Anlagerichtlinien fest. Im Rahmen dieser Richtlinien kauft und verkauft der Verwalter Fondsanteile, ohne Sie vorher zu fragen. Sie bekommen regelmäßig einen Bericht über Ihr Depot, die Käufe und Verkäufe und die Kosten.

Vertrag und Anlagerichtlinien

Mit dem Vertrag erteilen Sie ein Mandat mit Entscheidungsspielraum. Genau das macht die Finanzportfolio­verwaltung aus und unterscheidet sie von einer Beratung (Quelle: § 2 WpIG). Rechtlich wird der Vertrag in der Regel als Geschäftsbesorgung eingeordnet. Die Anlagerichtlinien legen fest, welche Fondsarten erlaubt sind, wie hoch die Aktienquote höchstens sein darf und welche Anlagen ausgeschlossen sind.

Vorher muss der Verwalter Ihre Kenntnisse, Erfahrungen, finanziellen Verhältnisse und Anlageziele erfragen. Er darf nur Geschäfte tätigen, die zu Ihnen passen (Quelle: § 64 WpHG). Diese Geeignetheitsprüfung ist Pflicht, auch bei standardisierten Fondsdepots mit wenigen Strategien. Antworten Sie ehrlich, sonst passt die Strategie später nicht zu Ihnen.


Was ist eine Anlagestrategie?

Die Anlagestrategie ist das Konzept hinter Ihrer Geldanlage: wie viel in Aktienfonds, Anleihenfonds und andere Anlagen fließt und wie der Verwalter auf Kursschwankungen reagiert. Grundlage sind Ihr Ziel, Ihr Anlagehorizont und Ihre Risikotragfähigkeit. Standardisierte Angebote bieten dafür feste Stufen, die individuelle Vermögens­verwaltung baut die Strategie für Sie.

Carsten Faber, Portfoliomanager und stellvertretender Leiter Vermögens­verwaltung bei von Buddenbrock, rät zu Geduld: „Generell sollten Anleger bereit sein, sich auf eine langfristige Investition einzulassen. Im Regelfall sollten sie einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren mitbringen.“ Geld, das Sie früher brauchen, gehört nicht in eine Strategie mit hohem Aktienanteil.


Aktienfonds, Mischfonds, ETFs: Was kommt ins Depot?

Der Aktienanteil bestimmt Chancen und Schwankungen. In einer chancenorientierten Strategie dominieren Aktienfonds und Aktien-ETFs, in einer vorsichtigen Anleihen- und Geldmarktfonds. Viele Verwalter mischen günstige ETFs für breite Märkte mit aktiv verwalteten Fonds für Nischen. Wie oft der Verwalter die Aufteilung überprüft, steht im Vertrag.


Ihr Geld ist als Sondervermögen geschützt

Jeder Investmentfonds ist ein Sondervermögen. Die Fondsgesellschaft muss es getrennt von ihrem eigenen Vermögen halten, und es haftet nicht für ihre Schulden (Quelle: § 92 und § 93 KAGB). Geht die Fondsgesellschaft pleite, greifen ihre Gläubiger nicht auf das Fondsvermögen zu.

Dazu kommt der Schutz Ihres Depots: Die Fondsanteile bleiben Ihr Eigentum, auch wenn Verwalter oder Depotbank in Schwierigkeiten geraten. Bei einer Insolvenz der Bank können Sie verlangen, dass die Papiere herausgegeben oder auf ein anderes Depot übertragen werden (Quelle: BaFin). Vor Kursverlusten schützt Sie das nicht.


Bericht und Verlustmeldung

Der Verwalter muss Ihnen grundsätzlich alle drei Monate eine Aufstellung über Ihr Depot schicken. Fällt der Wert Ihres Depots seit Beginn des Berichtszeitraums um zehn Prozent, muss er Sie spätestens am Ende desselben Geschäftstags informieren, danach bei jedem weiteren Verlust von zehn Prozent (Quelle: Artikel 60 und Artikel 62 Delegierte Verordnung (EU) 2017/565).


Fondsberatung oder Fonds-Vermögens­verwaltung?

Bei einer Fondsberatung empfiehlt Ihnen ein Berater bestimmte Fonds, kaufen und verkaufen müssen Sie selbst. Das ist Anlageberatung im Sinne des Gesetzes. Bei der Fonds-Vermögens­verwaltung entscheidet und handelt der Verwalter, Sie geben nur den Rahmen vor. Die Beratung passt zu Anlegern, die jede Entscheidung selbst treffen wollen, die Verwaltung zu Anlegern, die abgeben wollen.

Ihr Fondsdepot professionell verwalten lassen

Unser Portfolio­management stellt Ihr Depot aus ETFs und aktiv verwalteten Fonds zusammen und zeigt Ihnen alle Kosten, bevor Sie unterschreiben.

  • Persönliches Gespräch mit dem Portfolio­management
  • Keine Provisionen von Produktherstellern
  • Digital ab 10.000 Euro oder individuell ab 100.000 Euro
Foto von Sascha Riemann
Berater

Für wen eignet sich eine Fonds-Vermögens­verwaltung?

Eine Fonds-Vermögens­verwaltung passt zu Anlegern, die einen größeren Betrag langfristig anlegen und die Fondsauswahl abgeben wollen. Für kleine Sparraten ist ein breiter ETF-Sparplan in Eigenregie oder ein günstiger Robo-Advisor oft die bessere Wahl, weil dort die Kosten niedriger sind.

Diese Anleger profitieren

Die Fonds-Vermögens­verwaltung lohnt sich vor allem, wenn Sie keine Zeit oder Lust haben, Fonds selbst auszuwählen und regelmäßig umzuschichten. Ein Profi behält die Märkte im Blick und hält Ihre Strategie auch in schwachen Börsenphasen ein. Das schützt vor spontanen Verkäufen im falschen Moment.

  • Sie legen einen größeren Betrag für mindestens fünf Jahre an
  • Sie wollen eine breite Streuung über mehrere Fonds und Anlageklassen
  • Sie möchten Entscheidungen abgeben, aber regelmäßig informiert werden
  • Ihre Strategie soll sich anpassen lassen, wenn sich Ihr Leben ändert

Hier passt sie weniger

Wer monatlich kleine Beträge spart, zahlt in einer Vermögens­verwaltung oft mehr Gebühren, als die Betreuung bringt. Ein ETF-Sparplan auf einen breiten Weltindex kostet nur einen Bruchteil. Wie Sie Ihr Geld ohne Verwalter anlegen, lesen Sie im Ratgeber Vermögen selber verwalten.

  • Sie sparen nur kleine Monatsraten und achten vor allem auf niedrige Kosten
  • Sie brauchen das Geld in wenigen Jahren
  • Sie wollen jede Kauf- und Verkaufsentscheidung selbst treffen

Vorteile

Die Vorteile liegen in der Arbeitsteilung: Sie geben das Ziel vor, der Verwalter kümmert sich um Auswahl, Streuung und Umschichtung. Durch die Anlage in mehrere Fonds verteilt sich das Risiko auf viele Wertpapiere, Märkte und Fondsmanager. Ändert sich Ihre Lage, passt der Verwalter die Strategie an.

  • Individuelle Bedürfnisse: Die Strategie richtet sich nach Lebenssituation, Vermögen und Risikobereitschaft
  • Risikostreuung: Ihr Geld verteilt sich auf mehrere Fonds und damit auf viele Einzelwerte
  • Geringer Aufwand: Sie müssen sich nicht selbst in die Fondsauswahl einarbeiten
  • Flexibel: Ändert sich Ihre Lage, lässt sich die Strategie anpassen

Nachteile

Der größte Nachteil sind die Kosten auf zwei Ebenen. Sie zahlen die Gebühr des Verwalters und zusätzlich die laufenden Kosten der Fonds. Die Verbraucherzentrale hält solche Angebote im Regelfall für teuer und die Renditeaussichten für geringer als bei einem einfachen ETF-Depot (Quelle: Verbraucherzentrale).

  • Kosten: Verwaltungsgebühr und Fondskosten mindern die Rendite jedes Jahr
  • Steuern: Erträge aus Fonds sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer
  • Keine Garantie: Auch ein Profi kann sich bei der Marktentwicklung irren

Was kostet eine Fonds-Vermögens­verwaltung?

Das kostet eine Fonds-Vermögens­verwaltung: Der Verwalter verlangt meist eine pauschale Gebühr in Prozent des Depotwerts, dazu kommen die laufenden Kosten der Fonds im Depot. Je nach Angebot zahlen Sie so zusammen von deutlich unter einem Prozent bis über zwei Prozent im Jahr.

Kosten auf zwei Ebenen

Die Pauschalgebühr des Verwalters enthält in der Regel Verwaltung, Depot- und Kontoführung sowie die Kosten für Käufe und Verkäufe. Nicht enthalten sind die laufenden Kosten der Fonds, die im Fondspreis stecken. Diese Gesamtkostenquote heißt TER (Total Expense Ratio). ETFs kosten meist 0,07 bis 0,3 Prozent im Jahr, aktiv verwaltete Fonds in der Regel 1,5 bis 2 Prozent.

Setzt eine Vermögens­verwaltung auf teure aktive Fonds, addieren sich die Kosten schnell. Bei Dachfonds liegen die Gesamtkosten laut Verbraucherzentrale oft bei zwei Prozent und mehr im Jahr, weil auf zwei Ebenen Verwaltungsgebühren anfallen (Quelle: Verbraucherzentrale). Für eine Fonds-Vermögens­verwaltung mit aktiven Fonds gilt dasselbe Prinzip.


Kostenspannen am Markt

AngebotGebühr des VerwaltersPlus Fondskosten
Robo-Advisor, getestet von Stiftung Warentest0,31 bis über 2,60 % inklusive FondskostenBereits enthalten
Digitale Vermögens­verwaltung laut Anbietern0,25 bis 1,035 %Rund 0,1 bis 0,25 %
Fondsmandat Bank, Beispiel apoBankBis 1,6 % inklusive MehrwertsteuerJe nach Fonds
Fondsmandat, Beispiel Flossbach von Storch ONE1,20 %, ab 1 Million € 0,95 %Je nach Fonds

Stiftung Warentest hat im Juni 2026 16 Robo-Advisor verglichen. Der günstigste kostete inklusive Fondskosten 0,31 Prozent im Jahr, der teuerste über 2,60 Prozent (Quelle: Stiftung Warentest). Eine feste Obergrenze für eine angemessene Gebühr gibt es nicht. Vergleichen Sie deshalb immer die Gesamtkosten in Prozent und in Euro, nicht nur die Verwaltungsgebühr.


Erfolgsabhängige Vergütung

Manche Verwalter verlangen neben einer niedrigeren Grundgebühr eine Erfolgsbeteiligung. Achten Sie dann auf eine Höchststandsregel: Der Verwalter bekommt seinen Anteil erst, wenn das Depot einen neuen Höchststand erreicht, frühere Verluste also aufgeholt sind. Solidvest zum Beispiel verlangt zehn Prozent des Wertzuwachses, aber nur bei einem neuen Depot-Höchststand im Kalenderjahr.


Auswirkungen der Kosten auf die Rendite

Wie stark Kosten über die Jahre wirken, zeigt eine Beispielrechnung unserer Redaktion: 100.000 Euro, einmal angelegt für 20 Jahre, bei angenommenen fünf Prozent Rendite vor Kosten und ohne Steuern. Die fünf Prozent sind eine Annahme, keine Prognose. Die Gesamtkosten werden jedes Jahr vom Vermögen abgezogen.

Gesamtkosten pro JahrTypischer FallEndwert nach 20 Jahren
0,3 %ETF-Depot selbst verwaltet250.573 €
0,9 %Robo-Advisor inklusive Fondskosten223.365 €
1,5 %Digitale Bank-Vermögens­verwaltung oder Fondsmandat198.979 €
1,8 %Individuelle Vermögens­verwaltung mit Produktkosten187.756 €
2,5 %Teures Mandat mit Dachfonds163.862 €

Zwischen 0,3 und 1,5 Prozent Kosten liegen nach 20 Jahren rund 51.600 Euro. Eine Vermögens­verwaltung muss diesen Abstand durch bessere Anlageentscheidungen erst wieder hereinholen. Der Verwalter muss Ihnen vor Vertragsschluss und danach mindestens jährlich alle Kosten als Betrag und Prozentsatz ausweisen, mit ihrer Wirkung auf die Rendite (Quelle: § 63 WpHG).


Steuern auf Fondserträge

Erträge aus Fonds sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Ein Teil bleibt steuerfrei: bei Aktienfonds 30 Prozent, bei Mischfonds 15 Prozent der Erträge (Quelle: § 20 InvStG). Die Bank berücksichtigt diese Teilfreistellung schon beim Steuerabzug. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro, für Ehepaare 2.000 Euro.

Bei thesaurierenden Fonds fällt in Jahren mit Wertzuwachs eine Vorabpauschale an, höchstens in Höhe dieses Zuwachses. Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20 Prozent. Die Gebühr der Vermögens­verwaltung können Sie im Privatvermögen nicht von der Steuer absetzen. Mehr dazu auf unserer Seite Vermögens­verwaltung und Steuer.

Wie finden Sie eine seriöse Fonds-Vermögens­verwaltung?

Entscheidend ist nicht der Name, sondern die Tätigkeit. Seriös ist eine Fonds-Vermögens­verwaltung, wenn sie eine Erlaubnis der BaFin hat, einen schriftlichen Vertrag mit klaren Anlagerichtlinien anbietet, alle Kosten offenlegt und Ihr Depot bei einer Depotbank auf Ihren Namen führt.

Zulassung der BaFin

Wer Vermögen für andere mit Entscheidungsspielraum verwaltet, braucht eine schriftliche Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) (Quelle: § 15 WpIG). Die BaFin erteilt die Erlaubnis für die Tätigkeit Finanzportfolio­verwaltung, nicht für eine Bezeichnung. Banken brauchen eine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz.

Prüfen Sie das selbst in der Unternehmensdatenbank der BaFin: Beim Verwalter muss die Finanzportfolio­verwaltung ohne Enddatum eingetragen sein (Quelle: BaFin-Unternehmensdatenbank). Vermittler unter einem Haftungsdach dürfen nur beraten und vermitteln, nicht selbst verwalten. Sie stehen in einem eigenen Register der BaFin.


Schriftlicher Vertrag

Lassen Sie sich den Vermögens­verwaltungsvertrag vor der Unterschrift geben und lesen Sie ihn in Ruhe. Er sollte Ihre Anlagestrategie, die Anlagerichtlinien, die Vergütung und die Grenzen des Mandats klar regeln. Fehlt etwas davon, fragen Sie nach, bevor Sie unterschreiben. Diese Punkte gehören in den Vertrag.

  • Rahmenbedingungen und Ausgestaltung der Anlagestrategie
  • Worauf sich der Verwaltungsauftrag genau bezieht
  • Anlagerichtlinien mit erlaubten Fondsarten und Aktienquote
  • Honorargestaltung und alle weiteren Kosten
  • Wozu die Fonds-Vermögens­verwaltung nicht befugt ist

Honorargestaltung

Achten Sie auf die Gesamtkosten, nicht nur auf die Verwaltungsgebühr. Eine niedrige Pauschale nützt wenig, wenn der Verwalter teure Fonds einsetzt. Bei einer Erfolgsbeteiligung sollte die Höchststandsregel im Vertrag stehen. Fragen Sie auch, ob die Pauschale Depotführung und Transaktionskosten enthält.


Transparenz

In der Finanzportfolio­verwaltung darf der Verwalter keine Zuwendungen von Fondsgesellschaften behalten. Geldzahlungen muss er vollständig an Sie weitergeben (Quelle: § 64 WpHG). Fragen Sie trotzdem nach, ob der Verwalter hauseigene Fonds einsetzt. Nachfragen zu Ihrem Depot sollte er jederzeit verständlich beantworten.


Gibt es auch Risiken bei einer Fonds-Vermögens­verwaltung?

Ja. Der Verwalter muss in Ihrem Interesse handeln, kann sich aber bei der Marktentwicklung irren. Einen Anlageerfolg garantiert niemand. Setzt er hauseigene Fonds ein, kann ein Interessenkonflikt entstehen. Die gesetzliche Anlegerentschädigung zahlt nur, wenn ein Institut Ihr Geld veruntreut, nicht bei Verlusten durch eine fehlerhafte Strategie.

  • Kursverluste trotz Streuung, vor allem bei hohem Aktienanteil
  • Interessenkonflikte bei hauseigenen Fonds
  • Hohe Gesamtkosten durch teure aktive Fonds oder Dachfonds

Was raten wir bei der Fonds-Vermögens­verwaltung?

Eine Fonds-Vermögens­verwaltung lohnt sich, wenn Sie einen größeren Betrag langfristig anlegen und die Gesamtkosten im Rahmen bleiben. Vergleichen Sie das Angebot immer mit einem einfachen ETF-Depot und mit einem vermögensverwaltenden Fonds. Erst wenn die Betreuung Ihnen etwas bringt, das Sie allein nicht schaffen, ist sie ihr Geld wert.

Unser Angebot

Wir empfehlen die Vermögens­verwaltung von von Buddenbrock, unserer Muttergesellschaft. Die digitale Vermögens­verwaltung ab 10.000 Euro legt Ihr Geld in ETFs, aktiv verwaltete Fonds, Edelmetalle und Rohstoffe an. Die Anlageentscheidungen trifft das eigene Portfolio­management um Sascha Riemann und Carsten Faber, kein Robo-Advisor.

Ab 100.000 Euro gibt es die individuelle Vermögens­verwaltung mit eigener Strategie. Die Verwaltung übernimmt die Reuss Private Bank, die Beratung läuft über das Haftungsdach der BN und Partners Capital AG. Das Depot liegt bei einer Depotbank auf Ihren Namen, hauseigene Produkte und Provisionen von Produktherstellern gibt es nicht. Ablauf und Ansprechpartner zeigt unsere Beratung zur Vermögens­verwaltung.

Experten-Tipp:
Leiter Vermögens­verwaltung bei von Buddenbrock

„Bei einer Vermögens­verwaltung mit Fonds zahlen Sie zweimal: den Verwalter und die Fonds darin. Ich schaue deshalb zuerst auf die Gesamtkosten im Kostenausweis. Wo ein günstiger ETF einen Markt gut abbildet, nehmen wir den ETF. Aktiv verwaltete Fonds setzen wir nur dort ein, wo ein Manager wirklich etwas besser machen kann. Hauseigene Fonds haben wir nicht.“

Foto von Sascha Riemann
Berater

Ihre Anlage mit Fonds und ETFs verwalten lassen

Wir besprechen mit Ihnen Ziel, Anlagehorizont und Risiko und sagen Ihnen offen, ob eine Vermögens­verwaltung für Ihre Summe passt.

  • Anlagestrategie nach Ziel, Risiko und Anlagehorizont
  • Depot auf Ihren Namen bei einer Depotbank
  • Digital ab 10.000 Euro oder individuell ab 100.000 Euro
Foto von Sascha Riemann
Berater

Häufige Fragen zur Fonds-Vermögens­verwaltung

Was ist eine Fonds-Vermögens­verwaltung?

Eine Vermögens­verwaltung, die Ihr Geld in Investmentfonds und ETFs anlegt statt in einzelne Aktien oder Anleihen. Der Verwalter entscheidet im Rahmen Ihrer Anlagerichtlinien selbst, welche Fonds er kauft und verkauft. Die Anteile liegen in einem Depot auf Ihren Namen.

Was ist ein vermögensverwaltender Fonds?

Ein vermögensverwaltender Fonds ist meist ein Mischfonds, dessen Manager die Aufteilung zwischen Aktien, Anleihen und anderen Anlagen flexibel steuert. Der Begriff ist gesetzlich nicht definiert. Sie besitzen Anteile an einem Fonds, eine eigene Strategie für Sie gibt es nicht.

Warum kaufen Anleger vermögensverwaltende Fonds?

Weil sie mit einem einzigen Fonds eine gemischte Anlage bekommen, die ein Profi laufend anpasst. Das ist einfacher als ein eigenes Mandat und schon mit kleinen Beträgen möglich. Dafür gibt es keine individuelle Strategie, und aktive Mischfonds kosten oft deutlich mehr als ETFs.

Was ist der Unterschied zwischen Fondsberatung und Fonds-Vermögens­verwaltung?

Bei der Fondsberatung empfiehlt Ihnen ein Berater Fonds, entscheiden und handeln müssen Sie selbst. Bei der Fonds-Vermögens­verwaltung trifft der Verwalter die Entscheidungen im Rahmen Ihrer Anlagerichtlinien. Dafür braucht er eine Erlaubnis der BaFin für die Finanzportfolio­verwaltung.

Was kostet eine Fonds-Vermögens­verwaltung?

Zur Gebühr des Verwalters kommen die laufenden Kosten der Fonds. Digitale Angebote verlangen laut Anbietern 0,25 bis 1,035 Prozent, meist zuzüglich Fondskosten, Bankmandate bis 1,6 Prozent. Stiftung Warentest fand bei Robo-Advisorn Gesamtkosten von 0,31 bis über 2,60 Prozent im Jahr.

Ab welchem Betrag lohnt sich eine Fonds-Vermögens­verwaltung?

Standardisierte Fondsdepots von Banken gibt es schon ab einem Sparplan von 100 Euro im Monat, individuelle Vermögens­verwaltungen meist ab 100.000 bis 250.000 Euro. Bei kleinen Beträgen fressen die Gebühren einen großen Teil der Rendite, ein ETF-Sparplan ist dann meist günstiger.

Sind meine Fondsanteile geschützt, wenn die Fondsgesellschaft pleitegeht?

Ja. Jeder Investmentfonds ist laut § 93 KAGB ein Sondervermögen, das nicht für die Schulden der Fondsgesellschaft haftet. Ihre Anteile im Depot bleiben Ihr Eigentum, auch bei einer Insolvenz der Depotbank. Vor Kursverlusten schützt das nicht.

Wie werden Fonds in der Vermögens­verwaltung besteuert?

Erträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent, bei Mischfonds 15 Prozent der Erträge steuerfrei. Bei thesaurierenden Fonds zieht die Bank in Jahren mit Wertzuwachs Steuer auf die Vorabpauschale ab, soweit Ihr Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft ist.

Kann ich die Gebühren der Fonds-Vermögens­verwaltung von der Steuer absetzen?

Nein, nicht im Privatvermögen. Laut § 20 EStG sind Werbungskosten mit dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro abgegolten. Abziehbar sind nur Kauf- und Verkaufskosten einzelner Geschäfte und bei einer Pauschalgebühr der im Vertrag ausgewiesene Transaktionskostenanteil, höchstens die Hälfte der Gebühr.

Wie oft bekomme ich einen Bericht über mein Depot?

Grundsätzlich alle drei Monate. Fällt der Depotwert seit Beginn des Berichtszeitraums um zehn Prozent, muss der Verwalter Sie noch am selben Geschäftstag informieren und danach bei jedem weiteren Verlust von zehn Prozent. Mindestens einmal im Jahr bekommen Sie zudem einen Kostenausweis.

Sind Aktienfonds in einer Vermögens­verwaltung riskanter?

Aktienfonds schwanken stärker als Anleihen- oder Geldmarktfonds, bieten aber langfristig höhere Ertragschancen. Wie hoch der Aktienanteil in Ihrer Vermögens­verwaltung ist, legen Sie in den Anlagerichtlinien fest. Je kürzer Ihr Anlagehorizont, desto niedriger sollte er sein.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir helfen Ihnen gern. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E‑Mail.

Foto von Lena Mierbach
Lena Mierbach
Ihre Ansprechpartnerin
Eigenkapitalrendite Die Eigenkapitalrendite bei Immobilien zeigt, wie stark sich das eigene Geld durch Mieteinnahmen vermehrt. Sie hilft Anlegern zu prüfen, ob sich der Kauf einer Immobilie wirklich lohnt.
transparent-beraten.de GmbH 685 Bewertungen auf ProvenExpert.com