LV 1871 Altersvorsorge

Tarife, Testergebnisse und Erfahrungen.

Das erwartet Sie hier

Die LV 1871 ist ein Münchner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit und verkauft ihre private Altersvorsorge vor allem als fondsgebundene Renten­versicherung. MeinPlan gibt es ohne Garantie und als Hybrid mit wählbarer Beitragsgarantie, daneben führt das Haus die klassische Rente RT1.

Inhalt dieser Seite
  1. Auf einen Blick
  2. Aktuelle Testergebnisse
  3. Tarife und Leistungen
  4. Für Ihre Gruppe
  5. Preise
  6. Stärken und Schwächen
  7. Erfahrungen und Beschwerden
  8. Unsere Einschätzung
  9. Häufige Fragen
Foto von Mario Müller
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Altersvorsorge der LV 1871 trägt bei Franke und Bornberg 2026 für MeinPlan und MeinPlan (Hybrid) die Höchstwertung FFF+, eine Punktwertung über alle Anbieter führt diese Sparte nicht.
  • MeinPlan startet bei 25 € im Monat, Einmalbeiträge sind ab 3.000 € möglich, Zu- und Auszahlungen jederzeit ab 200 €.
  • Zur Wahl stehen rund 160 Fonds und ETFs, bis zu 20 davon lassen sich gleichzeitig besparen, der Fondswechsel ist kostenlos.
  • Für Berufseinsteiger, Angestellte und Gutverdiener mit langem Anlagehorizont passt das Angebot, für Sparer ab 50 weniger: Bei zwölf Jahren Laufzeit mindern die Kosten die Rendite im Musterfall um 2,5 bis 4,9 % pro Jahr.
  • Beim fondsgebundenen Rentenbezug ist die steuerliche Behandlung nach Angabe der LV 1871 noch nicht abschließend geklärt.
  • Die LV 1871 weist zum 31.12.2025 eine SCR-Quote von 809 % aus, Fitch bewertet ihre Finanzstärke mit A+.

LV 1871 auf einen Blick

Wie gut ist die LV 1871?

Nicht in unserer Gesamtauswertung

  • Franke und Bornberg 2026: „Hervorragend“ (FFF+) für MeinPlan
  • Franke und Bornberg 2026: „Hervorragend“ (FFF+) für MeinPlan (Hybrid)
  • Beitragsgarantie von zehn bis 90 Prozent der Beitragssumme wählbar oder ganz ohne

Franke und Bornberg prüft die Vertragsbedingungen privater Renten­versicherungen und vergibt für MeinPlan und MeinPlan (Hybrid) jeweils die Höchstwertung FFF+ („Hervorragend“).

Eine Punktwertung über alle Anbieter kennt die private Altersvorsorge nicht. Die Tarife werden je Produktkategorie getrennt bewertet, die LV 1871 steht mit der fondsgebundenen und der garantieorientierten hybriden Renten­versicherung in zwei davon.


Was kostet sie?

Den Beitrag legen Sie bei MeinPlan selbst fest, ab 25 Euro im Monat oder ab 3.000 Euro als Einmalbeitrag. Was die Vorsorge tatsächlich kostet, entscheiden Laufzeit und Fondsauswahl. Die LV 1871 rechnet das in ihren Basisinformationsblättern mit Stand 01.01.2026 vor, jeweils für eine Anlage von 1.000 Euro im Jahr bis zum Rentenbeginn mit 67.

ProfilAnlageKosten insgesamt bis Rentenbeginn
27 Jahre, MeinPlan ohne Garantie1.000 € pro Jahr über 40 Jahre9.375 € bis 22.448 €
47 Jahre, MeinPlan ohne Garantie1.000 € pro Jahr über 20 Jahre3.323 € bis 7.022 €
47 Jahre, MeinPlan (Hybrid) mit 80 % Garantie1.000 € pro Jahr über 20 Jahre3.311 € bis 4.466 €

Die Spanne kommt aus den Fonds: Günstige ETFs liegen am unteren Rand, aktiv gemanagte Fonds am oberen. Beim 27-Jährigen mindern die Kosten die Rendite nach Angabe der LV 1871 um 1,0 bis 3,4 Prozent pro Jahr, beim 47-Jährigen ohne Garantie um 1,7 bis 4,0 Prozent. Die Spanne zeigt vor allem, wie stark die Fondswahl den Preis bestimmt.


Für wen passt sie?

  • Berufseinsteiger: Start ab 25 Euro im Monat, bei 40 Jahren Laufzeit mindern die Kosten die Rendite im Musterfall um 1,0 bis 3,4 Prozent pro Jahr
  • Angestellte: Beiträge lassen sich erhöhen, senken und bis zu 24 Monate stunden, Zu- und Auszahlungen gehen ab 200 Euro
  • Gutverdiener: Zuzahlungen in unbegrenzter Höhe, Einmalbeiträge ab 3.000 Euro und eine Nettovariante ohne einkalkulierte Abschlusskosten
  • Selbständige und Freiberufler: Stundung, Beitragsfreistellung und Wiederaufnahme innerhalb von drei Jahren ohne neue Gesundheitsfragen
  • Sparer ab 50: Bei zwölf Jahren Laufzeit mindern die Kosten die Rendite im Musterfall um 2,5 bis 4,9 Prozent pro Jahr

Was hinter jeder Einordnung steckt, steht mit Konditionen und Stolperfallen im Kapitel Für Ihre Gruppe.


Wer steckt hinter der LV 1871?

Risikoträger ist die Lebens­versicherung von 1871 a. G. München, ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Ihre SCR-Quote lag zum 31.12.2025 bei 809 Prozent, im Vorjahr bei 716 Prozent. Ohne Volatilitätsanpassung sind es 798 Prozent, Übergangs­maßnahmen nutzt das Haus nicht. Die Ratingagentur Fitch hat das Finanzstärkerating A+ mit stabilem Ausblick im August 2026 bestätigt.

Für den Ernstfall gehört die LV 1871 dem gesetzlichen Sicherungsfonds bei der Protektor Lebens­versicherungs-AG an (Quelle: VAG § 221). Auf Trustpilot kommt die LV 1871 auf 2,6 von 5 Sternen bei nur 18 Bewertungen, abgerufen am 23.09.2026, gemessen wird dort das Unternehmen insgesamt.

  • Risikoträger
    Lebens­versicherung von 1871 a. G. München, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit Sitz in München
  • Tarife
    MeinPlan ohne Garantie, MeinPlan (Hybrid) mit Beitragsgarantie von zehn bis 90 Prozent, klassische Rente RT1, MeinPlan auch als Nettovariante
  • Finanzstärke
    SCR-Quote 809 Prozent zum 31.12.2025 (Vorjahr 716 Prozent), ohne Volatilitätsanpassung 798 Prozent; Fitch A+ mit stabilem Ausblick, bestätigt 08/2026
  • Neugeschäft
    Offen, MeinPlan, MeinPlan (Hybrid) und Rente RT1 im Verkauf

Altersvorsorge der LV 1871 im Test (2026)

Private Renten­versicherungen werden nicht als Ganzes benotet, sondern je Produktkategorie. Die LV 1871 steht in zwei der fünf Kategorien mit der Bestnote.

Gesamtwertung aus allen Testergebnissen

Die LV 1871 ist in einer Gesamtauswertung mit Punkten nicht vertreten, weil die private Altersvorsorge keine Punktwertung von 100 über alle Anbieter kennt. Für das Haus liegt das Rating von Franke und Bornberg mit dem Testseiten-Stand 02/2026 vor, in der fondsgebundenen und in der garantieorientierten hybriden Renten­versicherung.

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat verschiedene Tarife der privaten Renten­versicherung untersucht, darunter Formen der klassischen Renten­versicherung, klassischen Renten­versicherung mit Indexpartizipation, fondsgebundene Renten­versicherungen sowie beitragsorientierte und garantierte hybride Renten­versicherungen.

Alle Testsieger der privaten Altersvorsorge


Der Franke und Bornberg Test

Franke und Bornberg bewertet die Tarifqualität anhand der Vertragsbedingungen, getrennt nach fünf Produktkategorien. Beiträge, Kosten und erzielte Renditen fließen nicht ein. Die Skala reicht von FFF+ bis F-, jede Note trägt zusätzlich einen Notenwert (Quelle: Franke und Bornberg).

KategorieTarifRatingnoteNotenwert
Fondsgebundene Renten­versicherungMeinPlan Tarif FRV„Hervorragend“ (FFF+)0,5
Fondsgebundene Renten­versicherungMeinPlan Tarif FRV + Mindesttodesfallschutz MeinPlan„Hervorragend“ (FFF+)0,5
Garantieorientierte hybride Renten­versicherungMeinPlan (Hybrid) Tarif FRV + fondsgebundene Verrentung„Hervorragend“ (FFF+)0,5
Garantieorientierte hybride Renten­versicherungMeinPlan (Hybrid) Tarif FRV + Mindesttodesfallschutz (Hybrid) MeinPlan„Hervorragend“ (FFF+)0,5

In der fondsgebundenen Kategorie bewertet das Institut 106 Tarife, 35 davon mit FFF+. In der garantieorientierten hybriden Kategorie sind es 56 Tarife und elf mit der Bestnote. Die LV 1871 erreicht sie in beiden Kategorien mit jeweils zwei Varianten, mit und ohne Mindesttodesfallschutz.

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Berater

Tarife und Leistungen der Altersvorsorge der LV 1871

Alle drei Tarife zahlen zum Rentenbeginn eine lebenslange Rente oder auf Wunsch das Kapital aus. Sie unterscheiden sich in der Anlage, in der Garantie und in der Form des Rentenbezugs.

TarifAnlageGarantie zum RentenbeginnRisikoklasse laut BasisinformationsblattRentenbezug
MeinPlanBis zu 20 aus rund 160 Fonds und ETFsKeine Beitragsgarantie, garantierter Rentenfaktor3 bis 5 von 7Klassisch oder fondsgebunden
MeinPlan (Hybrid)Fonds und SicherungsvermögenBeitragsgarantie von 10 bis 90 % der Beitragssumme2 von 7 (Musterfall mit 80 % Garantie)Klassisch oder fondsgebunden
Rente RT1Sicherungsvermögen mit Rechnungszins 1,00 %Garantierte Leistung aus dem Rechnungszins1 von 7Klassisch

MeinPlan

MeinPlan ist die fondsgebundene Renten­versicherung der LV 1871 ohne Beitragsgarantie. Der Einstieg liegt bei 25 Euro im Monat, Einmalbeiträge nimmt das Haus ab 3.000 Euro an. Zur Wahl stehen rund 160 Fonds und ETFs, bis zu 20 lassen sich gleichzeitig besparen, jeder mit mindestens einem Prozent Anteil. Wer nicht selbst auswählen will, nimmt eines von drei exklusiven Portfolios, darunter das ETF-Portfolio Plus und das nachhaltige Aktiv-Portfolio Weitsicht.

Beweglich ist der Tarif bei Zu- und Auszahlungen: Beide gehen jederzeit ab 200 Euro, die Cash-to-Go-Option zahlt monatlich einen festen Betrag aus dem Fondsguthaben aus, in der Anspar- und in der Rentenphase. Nach einer Auszahlung müssen mindestens 1.000 Euro im Vertrag bleiben. Fondswechsel für das Guthaben und für künftige Beiträge sind jederzeit kostenlos. Kostenfrei sind auch das Ablauf­management über zwölf bis 120 Monate vor Rentenbeginn und das Rebalancing.

Gegen Kursverluste gibt es die Lock-in-Funktion: Sie sichert einen Teil des Fondsguthabens zum Rentenbeginn ab, einmal pro Versicherungsjahr und über die Laufzeit bis 200.000 Euro. Damit wechselt der Vertrag in die Variante mit Garantie. MeinPlan ohne Garantie ist der Tarif, den Franke und Bornberg in der fondsgebundenen Kategorie mit FFF+ bewertet, mit und ohne Mindesttodesfallschutz.


MeinPlan (Hybrid)

MeinPlan (Hybrid) ist derselbe Tarif mit einer garantierten Leistung zum Rentenbeginn. Die LV 1871 nennt eine Spanne von zehn bis 90 Prozent der Beitragssumme. Welcher Höchstwert im Einzelfall möglich ist, hängt nach den Bedingungen unter anderem von der Zeit bis zum Rentenbeginn ab. Der garantierte Teil liegt im Sicherungsvermögen und wird mit einem Rechnungszins von einem Prozent verzinst, der Rest geht in Fonds.

Das Garantieniveau lässt sich nach dem ersten Versicherungsjahr für künftige Beiträge einmal pro Jahr ändern, auch auf null. Für bereits gezahlte Beiträge bleibt die vereinbarte Garantie bestehen. Ein Lock-in und eine Änderung der Garantie im selben Versicherungsjahr schließen sich aus, beide kosten eine Gebühr. Im Basisinformationsblatt mit 80 Prozent Garantie stuft die LV 1871 den Hybrid in Risikoklasse 2 von 7 ein, MeinPlan ohne Garantie in 3 bis 5.


Rente RT1

Die Rente RT1 ist die klassische Renten­versicherung der LV 1871. Das Geld liegt vollständig im Sicherungsvermögen, der garantierte Rechnungszins beträgt derzeit 1,00 Prozent, dazu kommt die nicht garantierte Überschussbeteiligung. Zum Rentenbeginn zahlt der Tarif eine lebenslange Rente oder das Kapital aus.

Die Garantie deckt nicht zwingend alle Beiträge. Im Basisinformationsblatt für eine 55-Jährige mit zwölf Jahresbeiträgen von je 1.000 Euro liegt die Mindestleistung bei 11.480 Euro. Stirbt die versicherte Person vor Rentenbeginn, zahlt die LV 1871 die Beiträge abzüglich eines Stückbeitrags zurück. Als Zusatz bietet das Haus eine erhöhte Rente bei schwerer Krankheit und eine verdoppelte Rente im Pflegefall an.


Rentenfaktor, Rentenbezug und Zusatzoptionen

Der garantierte Rentenfaktor sagt, wie viel Rente je 10.000 Euro Guthaben mindestens fließt. MeinPlan rechnet ihn mit einem Rechnungszins von einem Prozent und einer Unisex-Sterbetafel auf Basis der DAV 2004 R, auf die ein Sicherheitsabschlag von 30 Prozent kommt. Ergibt sich zum Rentenbeginn aus den dann geltenden Grundlagen ein höherer Faktor, gilt der höhere.

Wer die Rente fondsgebunden bezieht, bleibt mit freier Fondsauswahl am Kapitalmarkt und erhält eine garantierte Rente plus eine variable Zusatzrente. Die garantierte Rente beträgt dann 75 Prozent dessen, was der klassische Rentenbezug garantieren würde. Mit dem ­versicherungstechnischen Alter 90 wechselt der Vertrag in den klassischen Bezug. Zur Besteuerung schreibt die LV 1871 selbst, sie sei beim fondsgebundenen Rentenbezug noch nicht abschließend geklärt; die Grundlagen zur Rentenbesteuerung stehen auf unserer Seite zur Altersvorsorge und Steuer.

Zum Rentenbeginn kennt MeinPlan die eXtra-Renten-Option: Die LV 1871 schätzt dann einmalig den Gesundheitszustand ein und bietet bei geringerer Lebenserwartung eine höhere Rente an. Voraussetzung ist eine garantierte Monatsrente von mindestens 100 Euro. Diese Option und die Pflege-Option entfallen, wenn Sie den fondsgebundenen Rentenbezug wählen. Die jährliche Rente muss mindestens 300 Euro betragen, sonst zahlt die LV 1871 das Guthaben aus.

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Berater

Die Altersvorsorge der LV 1871 für Ihre Gruppe

Ob die LV 1871 passt, entscheidet sich vor allem an der Laufzeit: Die Kosten verteilen sich über die Jahre, und je länger der Vertrag läuft, desto weniger wiegen sie pro Jahr.

Angestellte

Für Angestellte, die aus dem Netto sparen, ist MeinPlan der naheliegende Tarif. Er startet bei 25 Euro im Monat, und der Beitrag lässt sich erhöhen, senken oder bis zu 24 Monate stunden, ohne Zinsen und bei vollem Todesfallschutz. Zu- und Auszahlungen gehen jederzeit ab 200 Euro, einen Teil der Verwaltung erledigen Sie im Kundenportal.

Die Stolperfalle ist ein früher Ausstieg. Die Abschluss- und Vertriebskosten werden in den ersten fünf Vertragsjahren getilgt, und in dieser Zeit ist kaum Guthaben vorhanden. Wer den Beitrag nur teilweise freistellen will, muss mindestens 300 Euro im Jahr weiterzahlen.


Selbständige und Freiberufler

Selbständige mit schwankenden Einnahmen profitieren von den Pausen im Vertrag: Stundung bis 24 Monate, vollständige Beitragsfreistellung ab 1.000 Euro Vertragsguthaben und Wiederaufnahme innerhalb von drei Jahren, ohne neue Gesundheitsfragen, solange keine frei gewählte Todesfallsumme vereinbart ist. In guten Jahren fließen Zuzahlungen ohne Obergrenze ins Fondsguthaben. Die Bedingungen sehen auch die Umwandlung in einen pfändungsgeschützten Vertrag vor (Quelle: VVG § 167).

Zwei Punkte kosten Geld: Die Umwandlung zum Pfändungsschutz stellt die LV 1871 gesondert in Rechnung. Und bei MeinPlan (Hybrid) zieht das Haus bei Beitragsfreistellung einen Abzug von anfangs vier Prozent der eingezahlten Beiträge ab, ohne Garantie sind es 50 Euro. Wer die Steuerförderung einer Rürup-Rente sucht, braucht einen eigenen Vertrag, MeinPlan ist eine private Renten­versicherung der dritten Schicht.


Berufseinsteiger

Für Berufseinsteiger spricht die lange Laufzeit. Im Basisinformationsblatt für einen 27-Jährigen mit 40 Jahresbeiträgen von 1.000 Euro mindern die Kosten die Rendite nur um 1,0 bis 3,4 Prozent pro Jahr, je nach Fonds. Mit 25 Euro im Monat ist der Einstieg niedrig, und eine Berufs­unfähigkeits-Zusatz­versicherung lässt sich einschließen.

Der Haken ist das erste Jahr. Im selben Musterfall fallen nach zwölf Monaten 376 bis 397 Euro Kosten an, bei 1.000 Euro Einzahlung. Wer früh kündigt, verliert also viel Geld. Der Vertrag lohnt sich nur, wenn er wirklich bis zur Rente läuft.


Familien und Alleinerziehende

Familien bekommen in der Elternzeit mehr Luft: Dann lässt sich der Beitrag bis zu 36 Monate stunden statt 24. Für Hinterbliebene wählen Sie unter mehreren Todesfallleistungen, von der Rückzahlung der Beiträge über das Vertragsguthaben bis zum Mindesttodesfallschutz ohne Gesundheitsfragen. Für Kinder gibt es denselben Tarif als MeinPlan Kids.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Der Mindesttodesfallschutz ohne Gesundheitsfragen greift erst nach drei Versicherungsjahren, vorher zahlt die LV 1871 nur das Vertragsguthaben. Und für Kinder unter sieben Jahren ist jede Todesfallleistung auf 8.000 Euro begrenzt (Quelle: VVG § 150).


Gutverdiener

Wer größere Summen unterbringen will, hat bei der LV 1871 mehrere Wege. Einmalbeiträge beginnen bei 3.000 Euro, Zuzahlungen ins Fondsguthaben sind in unbegrenzter Höhe möglich, und ein kostenfreies Anlauf­management verteilt eine große Summe über drei bis 60 Monate in die Zielfonds. Mehr zum Thema steht bei der Altersvorsorge mit Einmalzahlung.

Die Stolperfalle liegt in den Kosten und im Absicherungsrahmen. Bei einem Einmalbeitrag verrechnet die LV 1871 3,3 Prozent der Anlage sofort als Einstiegskosten, der Lock-in sichert über die ganze Laufzeit höchstens 200.000 Euro ab. Wer über einen Berater gegen Honorar abschließt, kann MeinPlan als Nettovariante ohne einkalkulierte Abschlusskosten wählen. Steuerlich zählt bei Kapitalauszahlung für Verträge ab 2012 nach dem 62. Geburtstag und zwölf Jahren Laufzeit nur die Hälfte des Ertrags (Quelle: EStG § 20).


Beamte

Beamte haben mit der Pension eine Basis und ergänzen gezielt. Dafür passt MeinPlan, weil das Kapitalwahlrecht zum Rentenbeginn bleibt: Sie nehmen das ganze Guthaben, einen Teil ab 200 Euro oder die lebenslange Rente. Der Rentenbeginn lässt sich ab dem 60. Geburtstag vorziehen, bei laufendem Beitrag ab dem sechsten Versicherungsjahr, und bis zum 85. Lebensjahr aufschieben.

Zurückhaltung empfiehlt sich beim fondsgebundenen Rentenbezug. Er garantiert nur 75 Prozent der klassischen Garantierente, und seine steuerliche Behandlung ist nach Angabe der LV 1871 noch offen. Für eine planbare Ergänzung zur Pension ist der klassische Rentenbezug die sicherere Wahl.


Sparer ab 50

Bei kurzer Ansparzeit zählen Garantie und Verrentung mehr als Renditechancen. MeinPlan (Hybrid) sichert einen wählbaren Teil der Beiträge ab, und die eXtra-Renten-Option kann bei schlechter Gesundheit eine höhere Rente bringen. Ab 60 entfällt der Kündigungsabzug der Garantievariante, wenn bis zum Rentenbeginn höchstens sieben Jahre bleiben und der Vertrag älter als drei Jahre ist.

Der Nachteil sind die Kosten pro Jahr. Im Basisinformationsblatt für eine 55-Jährige mit zwölf Jahresbeiträgen von 1.000 Euro mindern sie die Rendite um 2,5 bis 4,9 Prozent pro Jahr, bei der klassischen Rente RT1 im selben Musterfall um 1,5 Prozent. Die Rente muss außerdem mindestens 300 Euro im Jahr erreichen, sonst zahlt die LV 1871 das Kapital aus.


Altersvorsorge für Ihre Berufsgruppe

Preise der Altersvorsorge der LV 1871

Einen festen Preis hat eine fondsgebundene Rente nicht, den Beitrag bestimmen Sie selbst. MeinPlan beginnt bei 25 Euro im Monat, Einmalbeiträge nimmt die LV 1871 ab 3.000 Euro an, Zuzahlungen ab 200 Euro. Was den Preis ausmacht, sind die Kosten im Vertrag, und die rechnet das Haus in seinen Basisinformationsblättern mit Stand 01.01.2026 vor.


Kostenverrechnung im Überblick

Bei laufenden Beiträgen verrechnet MeinPlan Einstiegskosten von 2,5 Prozent der kumulierten Anlage und tilgt sie in den ersten fünf Vertragsjahren. Dazu kommen Verwaltungskosten von 9,0 Prozent jeder Einzahlung und 0,3 Prozent des Guthabens pro Jahr, mindestens 30 Euro. Die Fonds kosten je nach Auswahl 0,1 bis 2,4 Prozent pro Jahr. Ausgabeaufschläge erhebt die LV 1871 nicht.

Die Musterfälle der LV 1871 zeigen, was das über die Laufzeit heißt. Bei 1.000 Euro im Jahr über 40 Jahre fallen insgesamt 9.375 bis 22.448 Euro Kosten an, über 20 Jahre 3.323 bis 7.022 Euro. In MeinPlan (Hybrid) mit 80 Prozent Garantie sind es über 20 Jahre 3.311 bis 4.466 Euro. Die klassische Rente RT1 kostet eine 55-Jährige mit zwölf Jahresbeiträgen von je 1.000 Euro insgesamt 1.313 Euro.

Günstiger wird es in der Nettovariante von MeinPlan, die über Berater gegen Honorar läuft. Dort entfallen die einkalkulierten Einstiegskosten, die Verwaltung sinkt auf 4,0 Prozent jeder Einzahlung und 0,2 Prozent des Guthabens. Im Musterfall über 20 Jahre mindern die Kosten die Rendite dann um 0,8 bis 3,1 Prozent pro Jahr statt um 1,7 bis 4,0 Prozent. Das Honorar des Beraters kommt allerdings noch hinzu.

Teuer ist ein früher Ausstieg. Im Musterfall über 20 Jahre sind nach dem ersten Jahr schon 274 bis 296 Euro Kosten angefallen, bei 1.000 Euro Einzahlung. Bei Kündigung zieht die LV 1871 ohne Garantie zusätzlich 50 Euro ab, mit Garantie anfangs vier Prozent der eingezahlten Beiträge, bei Einmalbeiträgen zwei Prozent.

Mit uns die ideale private Altersvorsorge finden

Unsere mehrfach ausgezeichneten Experten können Ihnen ETF-basierte Altersvorsorge-Produkte anbieten mit niedrigen Kosten und Renditechancen am Kapitalmarkt:

  • ETF-basiert, kostengünstig und transparent
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Berater

Stärken und Schwächen

Wichtige Leistungen einer privaten Altersvorsorge

Eine private Altersvorsorge schließt die Lücke zwischen der gesetzlichen Rente und dem gewohnten Lebensstandard. Sie zahlt im Ruhestand eine lebenslange Rente oder das angesparte Kapital aus. Worauf es ankommt, steht in den Bedingungen: Höhe der Garantie, Kosten des Vertrags, Flexibilität bei Beiträgen und Entnahmen sowie der Rentenfaktor, mit dem das Guthaben später in eine Rente umgerechnet wird. Dazu kommen die steuerliche Behandlung und die Absicherung von Hinterbliebenen.

Stärken der LV 1871

  • Rund 160 Fonds und ETFs, bis zu 20 gleichzeitig bespart, Fondswechsel für Guthaben und künftige Beiträge jederzeit kostenlos.
  • Beitragsgarantie von zehn bis 90 Prozent der Beitragssumme wählbar und für künftige Beiträge einmal im Jahr änderbar.
  • Zu- und Auszahlungen jederzeit ab 200 Euro, dazu die kostenfreie Cash-to-Go-Option als monatlicher Auszahlplan in Anspar- und Rentenphase.
  • Fondsgebundener Rentenbezug mit freier Fondsauswahl, sodass das Geld auch im Ruhestand am Kapitalmarkt bleiben kann.
  • Kostenfreies Anlauf-, Ablauf- und Ausgleichs­management, keine Ausgabeaufschläge und keine Zusatzkosten für die exklusiven Portfolios.
  • Ohne Garantie beträgt der Abzug bei Kündigung oder Beitragsfreistellung nur 50 Euro.
  • Stundung bis 24 Monate, in der Elternzeit bis 36 Monate, ohne Zinsen und bei vollem Todesfallschutz.
  • Sehr hohe Kapitalausstattung mit einer SCR-Quote von 809 Prozent zum 31.12.2025, auch ohne Volatilitätsanpassung noch 798 Prozent.

Schwächen der LV 1871

  • Der fondsgebundene Rentenbezug garantiert nur 75 Prozent der klassischen Garantierente, seine steuerliche Behandlung ist laut Anbieter noch nicht abschließend geklärt.
  • Der garantierte Rentenfaktor beruht auf einem Rechnungszins von einem Prozent und einem Sicherheitsabschlag von 30 Prozent auf die Sterbetafel.
  • Hohe Kosten im ersten Jahr: Im Musterfall über 20 Jahre sind nach zwölf Monaten 274 bis 296 Euro von 1.000 Euro Einzahlung verbraucht.
  • Verwaltungskosten von 9,0 Prozent jeder Einzahlung zusätzlich zu 0,3 Prozent des Guthabens pro Jahr, mindestens 30 Euro.
  • Mit Beitragsgarantie liegt der Abzug bei Kündigung zu Beginn bei vier Prozent der eingezahlten Beiträge.
  • Die klassische Rente RT1 garantiert im Musterfall weniger als die eingezahlten Beiträge: 11.480 Euro bei 12.000 Euro Einzahlung.
  • Ein exklusives Portfolio lässt sich nur zu 100 Prozent wählen und nicht mit Einzelfonds kombinieren.

Erfahrungen und Beschwerden

Bewertungen auf Bewertungsplattformen

Auf Trustpilot kommt die LV 1871 auf 2,6 von 5 Sternen bei nur 18 Bewertungen, abgerufen am 23.09.2026 (Quelle: Trustpilot). Gemessen wird dort das Unternehmen insgesamt, und die meisten ausführlichen Texte betreffen Leistungsfälle der Berufs­unfähigkeits­versicherung, nicht die Altersvorsorge.

Bei so wenigen Stimmen sagt der Mittelwert wenig über einen Rentenvertrag aus. Das Rating von Franke und Bornberg misst etwas anderes, nämlich die Vertragsbedingungen eines einzelnen Tarifs. Wer sich für die Erfahrungen im BU-Leistungsfall interessiert, findet sie auf unserer Seite zur Berufs­unfähigkeits­versicherung der LV 1871.


Was Kunden berichten

Zur Renten­versicherung selbst wiederholen sich zwei Themen: die Erreichbarkeit des Service und die pünktliche Auszahlung. Ein Kunde beklagt im Februar 2026 eine verspätete Rente: „Die Versicherung schuldet die Zahlung der aktuellen Monatsrente Februar 2026!“ Weitere Stimmen kritisieren ausbleibende Antworten auf Anfragen und Beschwerden.

Positiv fällt vor allem das Kundenportal auf, über das Zuzahlungen und Fondswechsel laufen. Eine Kundin mit Renten­versicherung schreibt im Juli 2025: „Die Bedienung ist intuitiv, und ich finde mich gut zurecht.“ Mehrere Bewertungen loben außerdem schnelle und freundliche Rückmeldungen im Kundenkontakt.

Unsere Einschätzung als Experten

Einordnung

Die Stärke der LV 1871 liegt in der flexiblen Fondsrente. Beide MeinPlan-Varianten tragen bei Franke und Bornberg die Bestnote, und kaum ein Merkmal ist im Vertrag starr: Garantie, Beitrag, Fonds und Auszahlungen lassen sich während der Laufzeit anpassen.

Der Preis für diese Freiheit steckt in den Kosten und im Rentenbezug. Die Verwaltungskosten auf jede Einzahlung wiegen bei kurzen Laufzeiten schwer, und der fondsgebundene Rentenbezug garantiert weniger als der klassische. Hinter dem Tarif steht ein außergewöhnlich kapitalstarker Versicherungsverein.


Für wen ja, für wen nein

Ja für Sparer mit langem Horizont, die ihre Vorsorge in Fonds und ETFs aufbauen und unterwegs beweglich bleiben wollen. Ja auch für Gutverdiener, die größere Summen einzahlen, und für alle, die über einen Berater gegen Honorar die Nettovariante nutzen können.

Nein für alle, die nur wenige Jahre sparen oder früh aussteigen könnten: Die Kosten der ersten Jahre machen einen kurzen Vertrag teuer. Nein auch für Anleger, die im Ruhestand eine steuerlich klare Lösung wollen und trotzdem am Kapitalmarkt bleiben möchten, solange die Besteuerung des fondsgebundenen Rentenbezugs offen ist. Welche Variante zu Ihnen passt, klären wir in unserer Beratung zur Altersvorsorge.

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Häufige Fragen zur Altersvorsorge der LV 1871

Wie viel muss ich bei der LV 1871 mindestens einzahlen?

MeinPlan startet bei 25 Euro im Monat, als Einmalbeitrag nimmt die LV 1871 mindestens 3.000 Euro an. Zuzahlungen sind jederzeit ab 200 Euro möglich und ins Fondsguthaben in unbegrenzter Höhe. Die Beiträge zieht das Haus ausschließlich per Lastschrift ein.

Kann ich vor Rentenbeginn Geld aus MeinPlan entnehmen?

Ja, einzelne Auszahlungen aus dem frei verfügbaren Fondsguthaben sind ab 200 Euro möglich und kosten nichts. Alternativ richten Sie mit der Cash-to-Go-Option einen monatlichen Auszahlplan ein. Nach jeder Auszahlung müssen mindestens 1.000 Euro im Vertrag bleiben. Bei MeinPlan (Hybrid) gilt eine Auszahlung aus dem Vertragsguthaben als teilweise Kündigung und senkt die Garantie.

Wie oft kann ich die Fonds wechseln?

Jederzeit und kostenlos, sowohl für das vorhandene Guthaben als auch für künftige Beiträge. Gleichzeitig besparen lassen sich bis zu 20 Fonds, im Vertrag liegen dürfen insgesamt bis zu 40. Wer ein exklusives Portfolio gewählt hat und dann einzelne Fonds tauscht, beendet damit das Portfolio.

Wie kündige ich meine Renten­versicherung bei der LV 1871?

Sie kündigen in Textform zum Ende der laufenden Versicherungsperiode, also des Monats, Quartals oder Jahres Ihrer Zahlweise. Ausgezahlt wird der Rückkaufswert abzüglich eines Abzugs: 50 Euro ohne Garantie, mit Garantie anfangs vier Prozent der eingezahlten Beiträge. Statt zu kündigen, können Sie den Vertrag beitragsfrei stellen, sofern mindestens 1.000 Euro Guthaben vorhanden sind.

Kann ich den Rentenbeginn verschieben?

Ja, in beide Richtungen. Vorziehen lässt sich die Rente ab dem 60. Geburtstag, bei laufenden Beiträgen frühestens ab dem sechsten Versicherungsjahr, und die vorgezogene Monatsrente muss mindestens 25 Euro betragen. Aufschieben geht ohne neue Gesundheitsprüfung bis zum 85. Lebensjahr, auch mehrmals.

Was passiert mit dem Vertrag, wenn ich vor der Rente sterbe?

Das hängt von der vereinbarten Todesfallleistung ab. Zur Wahl stehen unter anderem die Rückzahlung der Beiträge, das vorhandene Vertragsguthaben, ein Mindesttodesfallschutz ohne Gesundheitsfragen ab dem vierten Versicherungsjahr oder eine frei wählbare Todesfallsumme. Wer keine Todesfallleistung vereinbart, hinterlässt aus dem Vertrag nichts.

Was ist die eXtra-Renten-Option?

Mit ihr lassen Sie zum Rentenbeginn einmalig Ihren Gesundheitszustand prüfen. Ist Ihre Lebenserwartung dadurch geringer als bei Vertragsschluss angenommen, bietet die LV 1871 eine höhere Rente an, unter Umständen mit kürzerer Rentengarantiezeit. Voraussetzung ist eine garantierte Monatsrente von mindestens 100 Euro, beim fondsgebundenen Rentenbezug gibt es die Option nicht.

Was passiert mit meinem Vertrag, wenn die LV 1871 in Schieflage gerät?

Die LV 1871 gehört dem gesetzlichen Sicherungsfonds der Lebens­versicherer bei der Protektor Lebens­versicherungs-AG an, geregelt in § 221 VAG. Er übernimmt im Ernstfall die Verträge. Nach dem Basisinformationsblatt der LV 1871 kann die Aufsicht die garantierten Leistungen dann um höchstens fünf Prozent herabsetzen.

Kann ich MeinPlan auch für mein Kind abschließen?

Ja, denselben Tarif gibt es als MeinPlan Kids mit den gleichen Fonds und Optionen. Bis zum siebten Geburtstag des Kindes ist jede Todesfallleistung gesetzlich auf 8.000 Euro begrenzt, geregelt in § 150 VVG. Danach entfällt die Grenze.

Haben Sie alles gefunden?

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Lena Mierbach
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