Vermögen selbst verwalten: Wann lohnt es sich und wann nicht?

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Von Lena Mierbach
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Wie Sie Ihr Vermögen selbst verwalten, was Sie dabei gegenüber einem Vermögensverwalter sparen und wann sich professionelle Hilfe trotzdem lohnt.

Inhalt dieser Seite
  1. Kann ich mein Vermögen selbst verwalten?
  2. Wie verwalten Sie Ihr Vermögen selbst?
  3. Vor und Nachteile
  4. Was kostet es, das Vermögen selbst zu verwalten oder verwalten zu lassen?
  5. Für wen lohnt sich welcher Weg?
  6. Häufige Fragen (FAQ)

Das Wichtigste in Kürze

  • Selbst verwalten ist für viele Anleger gut machbar: Ein breit gestreutes ETF-Depot kostet meist nur 0,07 bis 0,3 % Fondskosten im Jahr.
  • Robo-Advisor kosten laut Stiftung Warentest 0,31 bis über 2,60 % im Jahr einschließlich Fondskosten, eine Vermögens­verwaltung der Bank bis zu 1,6 %.
  • Das größte Risiko ist das eigene Verhalten: Anleger in US-Fonds erzielten in zehn Jahren rund 1,2 Prozentpunkte im Jahr weniger als ihre Fonds.
  • Verwalten lassen lohnt sich vor allem bei größeren Summen, wenig Zeit, komplexem Vermögen oder dem Wunsch, Entscheidungen abzugeben.
Sascha Riemann

Das größte Risiko beim Selbstverwalten steht in keiner Kostenaufstellung, es ist das eigene Verhalten…

… vor allem in Krisen. Wer bei jeder Schwankung umschichtet, in Krisen verkauft oder Trends hinterherläuft, kostet sich damit oft ein gutes Stück Rendite. Bei den Kosten liegt die Eigenregie dagegen klar vorn: Ein breit gestreutes ETF-Depot kostet meist nur die Fondskosten, eine Verwaltungsgebühr fällt nicht an. Für viele Anleger ist das die günstigste und einfachste Lösung, vorausgesetzt, sie bringen Grundwissen, etwas Zeit und Disziplin mit. Wir zeigen, wie Sie in sechs Schritten vorgehen, welche Fonds sich eignen, was Selbermachen gegenüber Robo-Advisor und Vermögensverwalter spart und wann sich professionelle Hilfe trotzdem lohnt.

Kann ich mein Vermögen selbst verwalten?

Ja. Für viele Anleger ist ein breit gestreutes ETF-Depot, das sie selbst führen, die günstigste und einfachste Lösung. Dafür brauchen Sie Grundwissen, etwas Zeit und vor allem Disziplin in schwachen Börsenphasen. Einen Vermögensverwalter zu beauftragen, lohnt sich eher bei größeren Summen, komplexem Vermögen oder wenn Sie Entscheidungen bewusst abgeben wollen.

Vermögens­verwaltung selber machen: Geht das?

Ihre LageUnsere EinschätzungPassender Weg
Sparrate oder Summe unter 10.000 €Selbst machen lohnt sich fast immerETF-Sparplan in Eigenregie
Kleine Summe, wenig ZeitDigital verwalten lassenRobo-Advisor
Ab 10.000 €, Wunsch nach AnsprechpartnerVerwalten lassen kann sich lohnenDigitale Vermögens­verwaltung
Ab 100.000 €, Erbe, mehrere AnlageklassenProfessionelle Hilfe ist meist sinnvollIndividuelle Vermögens­verwaltung
Große Nervosität bei KursverlustenFeste Regeln schützen vor FehlernFester Sparplan oder Verwalter

Das Know-how muss da sein

Grundsätzlich können Sie Ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen. Sie brauchen dafür Grundwissen über Aktien, Anleihen, Fonds und Kosten, etwas Zeit für die Einrichtung und einen Plan, an den Sie sich halten. Fehlt dieses Wissen, steigt die Gefahr, teure Produkte zu kaufen oder in einer Krise mit Verlust zu verkaufen.

Wichtig ist auch, das ganze Vermögen im Blick zu behalten und sich nicht auf einzelne Investments zu konzentrieren. Eine Vermögens­verwaltung in Eigenregie ist eine langfristige Angelegenheit. Bewahren Sie Ruhe, auch wenn es an den Märkten stürmisch zugeht, und schichten Sie nicht ständig um. Investieren, nicht spekulieren: Das ist auch in Eigenregie die wichtigste Regel.

Viele Menschen in Deutschland legen ihr Geld bereits selbst an. 2025 besaßen 14,1 Millionen Menschen Aktien, Aktienfonds oder ETFs, 5,3 Millionen nutzten einen Sparplan (Quelle: Deutsches Aktieninstitut, Aktionärszahlen 2025). Für die meisten genügt dafür ein Depot bei einer Direktbank mit wenigen breit gestreuten Fonds.

Wie verwalten Sie Ihr Vermögen selbst?

In sechs Schritten: Strategie festlegen, breit streuen, einfache Produkte wählen, auf die Kosten achten, an der Strategie festhalten und einmal im Jahr prüfen. Für die meisten Privatanleger genügt dafür ein Depot bei einer Direktbank oder einem Online-Broker mit wenigen breit gestreuten ETFs.

So funktioniert die Strategie in Eigenregie

1. Anlagestrategie festlegen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihr Vermögen. Legen Sie fest, welches Risiko Sie tragen können und wie viel Geld kurzfristig verfügbar bleiben muss.

2. Breit streuen

Verteilen Sie Ihr Geld auf mehrere Anlageklassen und viele Unternehmen, etwa mit einem weltweiten Aktien-ETF plus Anleihen oder Tagesgeld.

3. Produkte verstehen

Kaufen Sie nur, was Sie verstehen. Einfache Ansätze sind oft genauso erfolgreich wie komplizierte, Einzeltitel im Trend erhöhen das Risiko.

4. Auf Kosten achten

Indexfonds kosten meist deutlich weniger als aktiv gemanagte Fonds. Bei manchen Direktbanken laufen ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr.

5. An der Strategie festhalten

Setzen Sie Ihre Strategie konsequent um. Wer bei jeder Schwankung umschichtet, kostet sich oft Rendite.

6. Einmal im Jahr prüfen

Prüfen Sie jährlich, ob die Aufteilung noch zu Ihrem Plan passt, und gleichen Sie größere Abweichungen aus.

Für den Einstieg brauchen Sie nur ein Depot und einen Sparplan. Bei manchen Direktbanken, zum Beispiel der ING, sind ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr schon ab einem Euro im Monat möglich, das Depot ist kostenlos. Wie Sie einen passenden ETF auswählen und worauf Sie beim Sparplan achten, erklärt unser Ratgeber zum ETF-Sparplan.


Nicht alles in sichere Geldanlagen stecken

Spar- und Tagesgeldkonten sind bequem, das Geld ist schnell verfügbar und bis 100.000 Euro je Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt (Quelle: § 8 Einlagensicherungsgesetz). Liegen die Zinsen unter der Inflation, verliert das Geld aber real an Wert. Für die eiserne Reserve ist Tagesgeld richtig, für Geld, das Sie viele Jahre nicht brauchen, eher nicht.


Verschiedene Formen von Investmentfonds

Fonds bündeln das Geld vieler Anleger und verteilen es auf viele Wertpapiere. Das senkt das Risiko gegenüber einzelnen Aktien. Ein Fonds darf grundsätzlich höchstens fünf Prozent in Wertpapiere eines einzelnen Ausstellers anlegen (Quelle: § 206 Kapitalanlagegesetzbuch). Große Unterschiede gibt es bei den Kosten.

FondsartWas steckt drinKosten oder Besonderheit
ETF (Indexfonds)Bildet einen Index nach, zum Beispiel den DAX oder einen WeltindexMeist 0,07 bis 0,3 % im Jahr
Aktiv gemanagter AktienfondsFondsmanager wählt Aktien nach Region oder Stil ausIn der Regel 1,5 bis 2 % im Jahr
Mischfonds, vermögensverwaltender FondsAktien, Anleihen und weitere Anlageklassen mit flexibler QuoteIm Schnitt rund 1,5 % im Jahr mit Ausgabeaufschlag
DachfondsLegt in andere Fonds anOft 2 % und mehr im Jahr
Offener ImmobilienfondsGewerbe- und WohnimmobilienRückgabe erst nach 24 Monaten Haltefrist

ETFs sind für die Eigenregie meist erste Wahl, weil sie einen ganzen Markt mit einem Produkt abbilden und wenig kosten (Quelle: Verbraucherzentrale). Bei Dachfonds fallen Verwaltungsgebühren auf zwei Ebenen an, beim Dachfonds und bei den Zielfonds. Rentenfonds legen fast nur in Anleihen an, ihre Kurse steigen in der Regel, wenn die Zinsen sinken.

Wie eine Verwaltung mit Fonds funktioniert, erklärt unser Ratgeber zur Vermögens­verwaltung mit Fonds. Gemeinsam ist allen Fondsarten: Sie ersetzen nicht die Entscheidung, wie viel Risiko Sie insgesamt tragen wollen. Diese Aufteilung zwischen Aktien und sicheren Anlagen legen Sie selbst fest, bevor Sie den ersten Fonds kaufen.


Aktien selbst verwalten: Einzeltitel oder Fonds?

Wer einzelne Aktien selbst verwaltet, braucht mehr Zeit und mehr Wissen als mit Fonds. Für eine ausreichende Streuung sind viele Titel aus verschiedenen Branchen und Ländern nötig, und jedes Unternehmen will beobachtet werden. Ein weltweiter Aktien-ETF erreicht diese Streuung mit einem einzigen Produkt. 2025 besaßen in Deutschland 4,9 Millionen Menschen Einzelaktien.

Ein Kompromiss für Interessierte: Der Großteil des Depots liegt in breit gestreuten ETFs, ein kleiner Teil in Einzelaktien, mit denen Sie sich gern beschäftigen. So bleibt das Risiko einzelner Fehlgriffe begrenzt. Legen Sie diesen Anteil vorab fest und halten Sie sich daran, auch wenn eine Aktie gerade stark steigt.


Auf breite Streuung setzen

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Vermögen anzulegen. Entscheidend ist eine breite Streuung über Anlageklassen, Regionen und Branchen. Eine weitere Form, Ihr Vermögen selbst zu verwalten, ist die vermögensverwaltende GmbH. Ob sie sich lohnt, hängt von der Höhe des Vermögens und den laufenden Kosten der Gesellschaft ab.

Strategie und Kosten vorab prüfen lassen

Bevor Sie sich entscheiden, bespricht unser Portfolio­management mit Ihnen Ziel, Anlagehorizont und Risiko und weist alle Kosten vorab aus. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie selbst verwalten oder verwalten lassen.

  • Persönliches Gespräch mit dem Portfolio­management
  • Kostenausweis vor Vertragsschluss
  • Digital ab 10.000 Euro oder individuell ab 100.000 Euro
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Berater

Was spricht für und gegen die Vermögens­verwaltung in Eigenregie?

Für die Eigenregie sprechen vor allem niedrige Kosten und volle Kontrolle. Dagegen sprechen der Zeitaufwand und das Risiko eigener Fehler, besonders in Krisen. Ob die Vorteile überwiegen, hängt weniger von der Höhe Ihres Vermögens ab als von Ihrem Wissen und Ihrer Disziplin.

Diese Vorteile gibt es

  • Geringe Kosten: Ein ETF-Depot kostet oft nur die Fondskosten, eine Verwaltungsgebühr entfällt
  • Volle Kontrolle: Sie entscheiden selbst, was ins Depot kommt, und können jederzeit ändern
  • Keine Mindestanlage: Sparpläne sind teils ab einem Euro möglich
  • Transparenz: Sie wissen jederzeit, warum Ihr Depot so aussieht, und lernen aus eigenen Entscheidungen
  • Kein Abstimmungsaufwand: Sie müssen die Entscheidungen eines Verwalters nicht erst nachvollziehen

Diese Nachteile erwarten Sie

  • Großer Zeitaufwand: Wissen aufbauen, Depot einrichten, regelmäßig prüfen und Steuerunterlagen verstehen
  • Verhaltensfehler: Wer in Krisen verkauft oder Trends hinterherläuft, verliert Rendite
  • Keine Gesamtstrategie für komplexe Vermögen mit Immobilien, Erbe oder Unternehmen
  • Kein Zugang zu institutionellen Fondstranchen, die Vermögensverwalter teils nutzen
  • Keine Pflichtmeldung bei Verlusten, die ein Verwalter Ihnen schuldet

Ein Vermögensverwalter muss Ihnen grundsätzlich alle drei Monate berichten und Sie noch am selben Geschäftstag informieren, wenn Ihr Depot seit Beginn des Berichtszeitraums um zehn Prozent fällt (Quelle: Artikel 60 und Artikel 62 Delegierte Verordnung (EU) 2017/565). In Eigenregie übernehmen Sie diese Kontrolle selbst.


Emotionales und vorschnelles Handeln

Das größte Risiko beim Selbermachen ist das eigene Verhalten. Die Studie „Mind the Gap 2026“ von Morningstar zeigt für US-Fonds und ETFs: Der durchschnittlich investierte Dollar brachte in den zehn Jahren bis Ende 2025 8,7 Prozent im Jahr, die Fonds selbst 9,9 Prozent (Quelle: Morningstar). Die Lücke entsteht durch ungünstig getimte Käufe und Verkäufe.

Für Deutschland gibt es keine vergleichbare Studie. Die Zahlen zeigen aber, worauf es ankommt: Ein Vermögensverwalter entscheidet nach festen Regeln und ohne emotionalen Bezug zum eigenen Geld. Wer sich selbst gut kennt, erreicht Ähnliches mit einem festen Sparplan, den er auch in Krisen weiterlaufen lässt.

Was kostet es, das Vermögen selbst zu verwalten oder verwalten zu lassen?

Selbst verwalten ist fast immer am günstigsten. Ein Robo-Advisor kostet einschließlich Fondskosten laut Stiftung Warentest zwischen 0,31 und über 2,60 Prozent im Jahr. Eine Vermögens­verwaltung bei einer Bank kostet bis zu 1,6 Prozent Gebühr, oft kommen die Kosten der Fonds hinzu.

Selbst machen, Robo-Advisor oder Vermögensverwalter im Vergleich

WegKosten im JahrMindestanlageWer entscheidet
ETF-Depot in EigenregieFondskosten meist 0,07 bis 0,3 %Sparplan teils ab 1 €Sie selbst
Robo-Advisor0,31 bis über 2,60 % einschließlich FondskostenMeist 1 bis 500 €Regelwerk des Anbieters
Digitale Vermögens­verwaltung einer Bank0,75 % plus im Mittel 0,15 % Fondskosten (Deutsche Bank ROBIN)Ab 500 €Die Bank
Individuelle Vermögens­verwaltungBis zu 1,6 % (apoBank), Fondsmandat 1,20 % (Flossbach von Storch ONE)Meist 100.000 bis 250.000 €Portfoliomanager

Die Spanne für Robo-Advisor stammt aus dem Test von 16 Robo-Advisorn mit einem Musteranleger von 40.000 Euro (Quelle: Stiftung Warentest, Finanzen 7/2026). Die günstigsten Angebote liegen nur wenig über einem selbst geführten ETF-Depot. Wie die Anbieter in weiteren Tests abschneiden, zeigt unsere Seite Vermögens­verwaltung im Test.

Die Verbraucherzentrale hält Vermögens­verwaltungen mit Investmentfonds im Regelfall für teuer, weil die Vergütung zusätzlich zu den Fondskosten anfällt (Quelle: Verbraucherzentrale). Vergleichen Sie deshalb immer die Gesamtkosten. Jeder Verwalter muss sie Ihnen vor Vertragsschluss als Betrag und Prozentsatz ausweisen.


Kosten und Gebühren sparen

Wie stark Kosten über die Jahre wirken, zeigt eine Beispielrechnung unserer Redaktion: 100.000 Euro Einmalanlage, angenommen fünf Prozent Rendite im Jahr vor Kosten, 20 Jahre Laufzeit, keine Steuern. Schon ein Unterschied von 0,6 Prozentpunkten im Jahr kostet in dieser Rechnung mehr als 27.000 Euro.

WegKosten im JahrEndwert nach 20 JahrenWeniger als im ETF-Depot
ETF-Depot selbst0,3 %250.573 €0 €
Robo-Advisor0,9 %223.365 €27.208 €
Bank digital oder Fondsmandat1,5 %198.979 €51.594 €
Individuelle Vermögens­verwaltung1,8 %187.756 €62.817 €
Teures Mandat mit Dachfonds2,5 %163.862 €86.711 €

Rechenbeispiel: Sparplan mit niedrigen und hohen Kosten
Fünf Prozent Rendite als Annahme, keine Prognose, Kostenstufen typische Werte aus den Spannen oben, keine Preise eines bestimmten Anbieters

Posten0,2 % Kosten1,8 % Kosten
Sparrate im Monat500 €500 €
Laufzeit20 Jahre20 Jahre
Endwert199.268 €167.381 €

Ein Verwalter, der Ihnen Verhaltensfehler erspart, kann einen Teil des Abstands ausgleichen, sicher ist das nicht.


Selbst verwalten geht mit jeder Summe

Selbst verwalten können Sie jede Summe, vom kleinen Sparplan bis zum großen Depot. Bei professionellen Verwaltern liegen die Einstiegsschwellen heute niedriger als oft angenommen: Digitale Angebote starten bei wenigen Euro, Flossbach von Storch bei 100.000 Euro, Deutsche Bank und Commerzbank bei 250.000 Euro für die individuelle Verwaltung. Einen Überblick über Anbieter gibt unsere Seite Vermögensverwalter im Überblick.

Für wen lohnt sich welcher Weg?

Selbst verwalten lohnt sich für alle, die ein breit gestreutes ETF-Depot aufbauen, die Kosten niedrig halten und auch in Krisen bei ihrem Plan bleiben wollen. Verwalten lassen lohnt sich bei größeren Summen, wenig Zeit, komplexem Vermögen oder wenn Sie wissen, dass Sie in schwachen Börsenphasen nervös werden.

Sollten Sie das Vermögen nun selbst verwalten?

Beantworten Sie sich vorab ehrlich die folgenden Fragen. Können Sie die meisten mit Ja beantworten, spricht wenig gegen die Eigenregie. Bei mehreren Nein lohnt es sich, über einen festen Sparplan mit wenigen Entscheidungen, einen Robo-Advisor oder eine Vermögens­verwaltung nachzudenken.

  • Ich verstehe, wie ETFs, Anleihen und Kosten funktionieren, oder will es lernen
  • Ich habe Zeit, mein Depot einzurichten und einmal im Jahr zu prüfen
  • Ich bewahre bei Kursverlusten Ruhe und verkaufe nicht vorschnell
  • Ich kann eine Strategie festlegen und langfristig daran festhalten
  • Ich habe den Mut, die Strategie zu ändern, wenn sich mein Leben ändert

Zumindest am Anfang beraten lassen

Ist das Interesse groß, das Wissen aber noch klein, kann eine Beratung am Anfang sinnvoll sein. Für kleinere Beträge raten wir Ihnen offen zum ETF-Sparplan oder zu einem günstigen Robo-Advisor, eine Vermögens­verwaltung rechnet sich dort selten. Ab 10.000 Euro bieten wir eine digitale Vermögens­verwaltung an, ab 100.000 Euro eine individuelle.

Bei uns trifft das eigene Portfolio­management die Anlageentscheidungen, es arbeitet nicht mit einem Robo-Advisor. Die Verwaltung übernimmt die Reuss Private Bank, die Beratung läuft über das Haftungsdach der BN und Partners Capital AG. Ihr Depot liegt bei einer Depotbank auf Ihren Namen. Wie die Beratung abläuft, lesen Sie auf unserer Seite zur Beratung.

Experten-Tipp:
Leiter Vermögens­verwaltung bei von Buddenbrock

„Ein breit gestreutes ETF-Depot können viele Anleger gut selbst führen, und für kleinere Summen rate ich genau dazu. Schwierig wird es selten bei der Auswahl, sondern im Abschwung: Wer dann verkauft, macht Verluste endgültig. Rechnen Sie ehrlich, was Ihnen Ihre Zeit und Ihre Ruhe wert sind.“

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Ihr Vermögen von Profis verwalten lassen

Sie möchten die Entscheidungen abgeben? Unser Portfolio­management stellt eine Anlagestrategie nach Ihrem Ziel und Ihrer Risikobereitschaft zusammen und verwaltet Ihr Vermögen laufend.

  • Persönliches Gespräch mit dem Portfolio­management
  • Depot auf Ihren Namen bei einer Depotbank
  • Keine hauseigenen Produkte
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Die häufigsten Fragen zum Vermögen selbst verwalten

Kann ich mein Vermögen selbst verwalten?

Ja. Mit einem Depot bei einer Direktbank und wenigen breit gestreuten ETFs können viele Anleger ihr Vermögen gut selbst verwalten. Sie brauchen Grundwissen, etwas Zeit und die Disziplin, auch bei Kursverlusten bei Ihrer Strategie zu bleiben.

Was brauche ich, um mein Vermögen selbst zu verwalten?

Sie brauchen ein Depot, eine Anlagestrategie mit klarer Risikogrenze und ein paar breit gestreute Produkte, meist ETFs. Dazu kommen ein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto und die Bereitschaft, das Depot einmal im Jahr zu prüfen. Wie Sie einen Sparplan einrichten, erklärt unser Ratgeber zum ETF-Sparplan.

Was kostet es, das Vermögen selbst zu verwalten?

In Eigenregie zahlen Sie vor allem die laufenden Kosten der Fonds. Bei ETFs sind das laut Verbraucherzentrale meist 0,07 bis 0,3 Prozent im Jahr. Depot und Sparplan sind bei manchen Direktbanken kostenlos.

Wie viel kostet eine Vermögens­verwaltung im Vergleich?

Robo-Advisor kosten laut Stiftung Warentest einschließlich Fondskosten zwischen 0,31 und über 2,60 Prozent im Jahr. Vermögens­verwaltungen von Banken verlangen bis zu 1,6 Prozent, oft zuzüglich Fondskosten. Entscheidend sind immer die Gesamtkosten, die der Verwalter vorab ausweisen muss.

Ab welchem Vermögen lohnt sich ein Vermögensverwalter?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Für kleine Sparraten ist ein ETF-Sparplan oder ein Robo-Advisor meist günstiger. Eine Vermögens­verwaltung lohnt sich eher bei größeren Summen, komplexem Vermögen oder wenig Zeit. Individuelle Angebote beginnen häufig bei 100.000 bis 250.000 Euro.

Ist ein Robo-Advisor eine Alternative zum Selbermachen?

Ja, für alle, die die Auswahl der Fonds und das Umschichten abgeben wollen. Ein Robo-Advisor legt Ihr Geld nach festen Regeln meist in ETFs an und gleicht das Depot automatisch aus. Er kostet mehr als ein selbst geführtes Depot. Einen Überblick über digitale Angebote gibt unser Ratgeber zur Vermögens­verwaltung per App.

Wie kann ich Aktien selbst verwalten?

Eröffnen Sie ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker und legen Sie fest, wie viel Ihres Vermögens in Aktien fließt. Für eine breite Streuung eignen sich Aktien-ETFs besser als wenige Einzeltitel. Einzelaktien sollten nur einen kleinen, vorab festgelegten Teil des Depots ausmachen.

Welche Fehler machen Anleger, die ihr Vermögen selbst verwalten?

Die häufigsten Fehler sind Verkäufe nach Kursverlusten, Käufe von Trendaktien, zu wenig Streuung und teure Produkte. Laut der Studie „Mind the Gap 2026“ von Morningstar erzielten Anleger in US-Fonds wegen ungünstig getimter Käufe und Verkäufe rund 1,2 Prozentpunkte im Jahr weniger als ihre Fonds.

Ist mein Geld bei einem Vermögensverwalter sicher?

Ihre Wertpapiere liegen bei einer Depotbank und bleiben laut BaFin Ihr Eigentum, auch wenn die Bank in Schwierigkeiten gerät. Vor Kursverlusten schützt das nicht. Prüfen Sie vorab in der BaFin-Datenbank, ob der Verwalter eine Erlaubnis zur Finanzportfolio­verwaltung hat.

Kann ich eine Vermögens­verwaltung kündigen und selbst weitermachen?

Ja. Ein Vermögens­verwaltungsvertrag lässt sich in der Regel kündigen, und Sie können Ihr Depot ohne Verkauf auf ein eigenes Depot übertragen. Dabei fällt keine Steuer an, weil die Bank die Anschaffungsdaten weitergibt. Was dabei gilt, lesen Sie unter Vermögens­verwaltung kündigen.

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