Das erwartet Sie hier
Was die Berufsunfähigkeitsversicherung für Piloten leistet, wenn das Medical wegfällt, und wie sie mit der Loss-of-Licence-Versicherung zusammenspielt.
Inhalt dieser Seite- Bekommen Piloten eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
- Was passiert, wenn Sie Ihr Medical verlieren?
- Ist Fluguntauglichkeit automatisch eine Berufsunfähigkeit?
- Was ist eine Loss of Licence Versicherung?
- BU, Loss of Licence oder beides?
- Worauf sollten Piloten bei der BU achten?
- Was kostet eine BU für Piloten?
- Was gilt für Flugschüler und Anwärter?
- Welche Fehler kosten Piloten den Schutz?
- Häufige Fragen (FAQ)
Das Wichtigste in Kürze
- Piloten können eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die Einstufung legt aber jeder Versicherer nach eigenen Richtlinien fest. Was der Schutz für Sie kostet, zeigt deshalb erst eine anonyme Anfrage bei mehreren Versicherern.
- Das Medical der Klasse 1 gilt zwölf Monate, ab 60 nur noch sechs Monate. Ohne gültiges Zeugnis dürfen Sie Ihre Berufslizenz nicht nutzen, ab 65 fliegen Sie im gewerblichen Luftverkehr ohnehin nicht mehr.
- Fluguntauglich ist nicht automatisch berufsunfähig: Ihr BU-Versicherer prüft nach § 172 VVG selbst, ob Sie Ihren Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben können. Eine gleichwertige Tätigkeit am Boden kann die Rente kosten.
- Die Loss-of-Licence-Versicherung leistet beim gesundheitlich bedingten Verlust des Medicals, oft als Einmalbetrag. Ein Tarifergebnis von 2025 sieht bis zu 160.000 € für Kapitäne vor, psychische Erkrankungen schließen Pilotenklauseln teils aus.
- Beide Verträge ergänzen sich: Die BU zahlt eine Monatsrente bis zum Endalter, für alle Ursachen, die nicht ausgeschlossen sind, und bleibt Ihnen auch nach einem Wechsel der Airline. Klären Sie Annahme und Bedingungen vorab per anonymer Risikovoranfrage.

Patrick Knittel
Unser Experte für die Berufsunfähigkeitsversicherung
Fluguntauglich heißt für Ihren Versicherer noch nicht berufsunfähig …
Wer im Cockpit arbeitet, lebt mit einem Risiko, das andere Berufe nicht kennen: Mindestens einmal im Jahr entscheidet der Fliegerarzt, ob Sie weiterfliegen dürfen. Fällt das Medical weg, ist der Arbeitsplatz oft auch weg. Viele Piloten verlassen sich dann auf die Loss-of-Licence-Versicherung ihrer Airline oder auf ihre Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU. Doch beide Verträge fragen anders als die Behörde, und keiner zahlt automatisch, nur weil das Luftfahrt-Bundesamt Sie für untauglich hält. Hier lesen Sie, wie Medical, BU und Loss of Licence zusammenhängen, welche Klauseln zählen und was Flugschüler beachten sollten.
Bekommen Piloten eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Ja. Piloten können eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Egal, ob sie Verkehrsflugzeuge oder Hubschrauber fliegen oder noch in der Ausbildung sind. Die Versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben können. Der Verlust des Medicals allein reicht dafür nicht in jedem Fall.
Für wen diese Seite gilt
Gemeint sind Verkehrspiloten, Berufspiloten auf Flugzeug und Hubschrauber sowie Flugschüler und Anwärter. Für sie alle hängt die Berufslizenz an einem Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1. Fluglotsen und Flugbegleiter unterliegen eigenen Regeln, die Tabelle grenzt sie ab.
| Gruppe | Lizenz | Tauglichkeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Verkehrspiloten | Verkehrspilotenlizenz (ATPL) oder Multi-Crew-Lizenz (MPL) | Klasse 1, gültig 12 Monate, ab 60 Jahren 6 Monate | Ab 60 nur in Mehrpilotenbesatzung, ab 65 kein gewerblicher Luftverkehr |
| Berufspiloten auf Flugzeug und Hubschrauber | Berufspilotenlizenz (CPL) | Klasse 1, im Einpilotenbetrieb mit Passagieren ab 40 Jahren 6 Monate | Altersgrenzen wie bei Verkehrspiloten |
| Flugschüler und Anwärter | Berufslizenz noch in Ausbildung | Klasse 1 ist Voraussetzung für die Berufslizenz | Ohne Medical keine Berufslizenz |
| Fluglotsen | Fluglotsenlizenz | Klasse 3, gültig 24 Monate, ab 40 Jahren 12 Monate | Eigene Verordnung (EU) 2015/340 |
| Flugbegleiter | Keine Pilotenlizenz | Flugmedizinische Beurteilung höchstens alle 60 Monate | Tarifliche Abfindungen bei Fluguntauglichkeit möglich |
Rechtsgrundlage ist für Piloten und Flugbegleiter die EU-Verordnung 1178/2011 (Quelle: EASA, Part-MED), für Fluglotsen die Verordnung (EU) 2015/340 (Quelle: EASA, Fluglotsen). Andere Berufe finden Sie in unserer Übersicht der Berufsgruppen.
Warum die gesetzliche Rente Piloten kaum auffängt
Die gesetzliche Rentenversicherung fragt nicht, ob Sie noch fliegen können. Eine volle Erwerbsminderungsrente bekommt in der Regel nur, wer weniger als drei Stunden täglich irgendeine Arbeit leisten kann, befristet auch, wer drei bis unter sechs Stunden schafft und keine passende Teilzeitstelle findet. Wer 2025 neu eine volle Erwerbsminderungsrente erhielt, bekam im Schnitt 1.126 Euro im Monat als Zahlbetrag (Quelle: Deutsche Rentenversicherung).
Einen Schutz für den erlernten Beruf gibt es dort nur noch für Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind (Quelle: SGB VI § 240). Für ein Pilotengehalt ist die gesetzliche Rente deshalb kaum mehr als ein Sockel. Die Lücke schließt nur eine private Absicherung, und die muss zu den Besonderheiten Ihres Berufs passen.
Ausgelöst wird eine Berufsunfähigkeit selten durch einen Unfall. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gehen 38 Prozent der Fälle auf psychische und Nervenerkrankungen zurück, 19 Prozent auf Krebs, 16 Prozent auf Skelett und Bewegungsapparat und acht Prozent auf Unfälle. Im Schnitt tritt die Berufsunfähigkeit mit 48 Jahren ein (Quelle: GDV).
Als Pilot die passende Berufsunfähigkeitsversicherung finden
Wir klären anonym, welche Versicherer Piloten zu welchen Bedingungen annehmen, und vergleichen die Klauseln, die im Cockpit zählen. Kostenfrei und unverbindlich.
- Anonyme Risikovoranfrage bei vielen Versicherern
- Vergleich der Bedingungen für Ihren Beruf
- Begleitung bis in den Leistungsfall
- Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
Was passiert, wenn Sie Ihr Medical verlieren?
Ohne gültiges Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 dürfen Sie Ihre Berufslizenz nicht nutzen. Das Zeugnis läuft ab, wenn Sie es nicht rechtzeitig verlängern, und die Behörde kann es aussetzen oder widerrufen. Schon eine vorübergehende Untauglichkeit hält Sie am Boden, auch wenn Sie medizinisch längst wieder arbeiten könnten.
Wie lange das Medical der Klasse 1 gilt
Wer eine Berufspilotenlizenz, eine Multi-Crew-Lizenz oder eine Verkehrspilotenlizenz nutzt, braucht ein gültiges Zeugnis der Klasse 1. Wie lange es gilt, hängt vom Alter und von der Art des Flugbetriebs ab. Verlängern können Sie es bis zu 45 Tage vor Ablauf, ohne Gültigkeit zu verschenken (Quelle: EASA, MED.A.045).
| Wer | Gültigkeit Klasse 1 | Regel |
|---|---|---|
| Piloten unter 60 Jahren | 12 Monate | MED.A.045 (a)(1) |
| Ab 40 Jahren im gewerblichen Einpilotenbetrieb mit Passagieren | 6 Monate | MED.A.045 (a)(2)(i) |
| Ab 60 Jahren | 6 Monate | MED.A.045 (a)(2)(ii) |
| Zum Vergleich: Privatpiloten mit Klasse 2 ab 50 Jahren | 12 Monate | MED.A.045 (a)(3) |
Wer über Ihre Tauglichkeit entscheidet
Das erste Zeugnis der Klasse 1 stellt nur ein flugmedizinisches Zentrum aus, Verlängerungen übernimmt auch ein zugelassener Fliegerarzt. Bestimmte Befunde muss der Fliegerarzt an die Behörde verweisen. Dann entscheidet der medizinische Sachverständige im Referat L 6 des Luftfahrt-Bundesamts (LBA) abschließend (Quelle: LBA, FAQ Piloten).
Gegen eine Untauglichkeit können Sie nach abgeschlossener Verweisung eine Zweitüberprüfung beim Referat L 6 beantragen, schriftlich und mit Begründung. Den Wechsel der Zuständigkeit in einen anderen EU-Staat schließt das LBA bei Untauglichkeit seit dem 1. Februar 2025 aus (Quelle: LBA, Flugmedizin).
Ihre Pflichten, wenn Sie krank werden
Bemerken Sie, dass Ihre Tauglichkeit nachlässt, dürfen Sie die Rechte Ihrer Lizenz nicht mehr ausüben. Das gilt auch, wenn ein Medikament oder eine Behandlung die sichere Flugdurchführung beeinträchtigen kann. In diesen Fällen müssen Sie sich vor dem nächsten Flug fliegerärztlich beraten lassen (Quelle: EASA, MED.A.020):
- Nach einer Operation oder einem invasiven Eingriff
- Wenn Sie regelmäßig ein Medikament einnehmen
- Nach einer erheblichen Verletzung oder Krankheit, die Sie flugdienstunfähig macht
- Bei Schwangerschaft oder nach einem Klinikaufenthalt
- Wenn Sie erstmals eine Brille oder Kontaktlinsen brauchen
Die Altersgrenzen im gewerblichen Luftverkehr
Neben dem Medical setzt die EU feste Altersgrenzen: Ab 60 dürfen Sie im gewerblichen Luftverkehr nur noch in einer Mehrpilotenbesatzung fliegen, ab 65 gar nicht mehr. Das gilt für Flugzeuge und Hubschrauber (Quelle: EASA, FCL.065). Für die Wahl des Endalters Ihrer BU ist das wichtig, wie der Abschnitt Vertrag und Klauseln zeigt.
Die Vereinigung Cockpit warnt vor einem „administrativen Vakuum“: Ein vorübergehender Verlust der Flugtauglichkeit bedeutet nicht zwingend, dass die Krankenversicherung Sie als arbeitsunfähig ansieht. Bis zur Wiederausstellung des Medicals oder zur Anerkennung durch die Loss-of-Licence-Versicherung können Monate vergehen. Die Gewerkschaft rät deshalb zu einem finanziellen Polster (Quelle: Vereinigung Cockpit).
Ist Fluguntauglichkeit automatisch eine Berufsunfähigkeit?
Nein. Über das Medical entscheidet die Luftfahrtbehörde nach den Regeln der EU, über Ihre BU-Rente der Versicherer nach dem Versicherungsvertragsgesetz und Ihren Bedingungen. Beide fragen nach Ihrer Gesundheit, aber mit unterschiedlichem Maßstab und nicht immer mit demselben Ergebnis.
Was das Gesetz unter Berufsunfähigkeit versteht
Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann (Quelle: VVG § 172). Üblich ist in den Bedingungen ein Grad von 50 Prozent.
Wie lange „voraussichtlich auf Dauer“ ist, legt jeder Versicherer in seinen Bedingungen fest. Die Musterbedingungen des GDV lassen eine Mindestdauer offen (Quelle: GDV-Musterbedingungen). Die MetallRente zum Beispiel leistet schon bei einer Prognose von sechs Monaten (Quelle: MetallRente). Ist absehbar, dass Sie nach einigen Wochen wieder fliegen, fehlt diese Prognose.
| Frage | Medical (Behörde) | Berufsunfähigkeitsversicherung |
|---|---|---|
| Wer entscheidet? | Fliegerarzt, bei Verweisung das LBA | Ihr Versicherer anhand ärztlicher Unterlagen |
| Maßstab | Anforderungen der EU-Verordnung an die Flugsicherheit | Mindestens 50 Prozent Ihres zuletzt ausgeübten Berufs nicht mehr möglich |
| Dauer | Schon vorübergehende Untauglichkeit verbietet das Fliegen | Voraussichtlich auf Dauer, je nach Tarif mit Mindestdauer |
| Andere Tätigkeit | Spielt keine Rolle | Kann zur Verweisung führen |
| Ergebnis | Flugverbot | Monatsrente bis zum Endalter |
Wann aus der Fluguntauglichkeit eine Berufsunfähigkeit wird
Das Fliegen ist der Kern Ihres Berufs. Steht fest, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr fliegen dürfen, fehlt Ihnen die prägende Tätigkeit. Ob der Versicherer daraus eine Berufsunfähigkeit macht, hängt an drei Punkten: an der Prognose, an der Verweisung und daran, ob Ihr Vertrag eine eigene Regel für Fluguntauglichkeit enthält.
Ohne eine solche Regel prüft der Versicherer Ihren Fall wie jeden anderen, mit eigenen Gutachten und Ihrer Tätigkeitsbeschreibung. Welche Unterlagen er verlangt, erklärt unser Ratgeber zum Leistungsantrag.
Der Bodenjob als Verweisungsfalle
Nehmen Sie nach dem Verlust des Medicals eine andere Arbeit auf, etwa im Training oder im Flugbetrieb am Boden, kann der Versicherer Sie darauf konkret verweisen. Das darf er nur, wenn die neue Tätigkeit Ihrer Ausbildung, Ihren Fähigkeiten und Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht (Quelle: VVG § 172).
Die Lebensstellung prägen vor allem Vergütung und Ansehen des letzten Berufs. Der neue Beruf darf darin nicht spürbar darunter liegen (BGH, Urteil vom 21. April 2010, IV ZR 8/08). Eine feste Grenze gibt es nicht, eine Einbuße von rund 20 Prozent gilt nur als Richtwert, entschieden wird im Einzelfall (BGH, Urteil vom 26. Juni 2019, IV ZR 19/18).
Gefährlicher ist die abstrakte Verweisung, bei der der Versicherer auf einen Beruf verweist, den Sie gar nicht ausüben. Sie gilt nur, wenn sie vereinbart ist, gute Tarife verzichten darauf. Mehr dazu im Ratgeber zur abstrakten Verweisung.
Experten-Tipp:
Der Bescheid vom Fliegerarzt ersetzt keinen Leistungsantrag
„Viele Piloten warten nach einer Untauglichkeit erst ab, was das LBA entscheidet, und denken dann an die BU. Das kostet Zeit, denn der Versicherer prüft eigenständig und mit eigenem Maßstab. Mein Rat: Melden Sie den Fall Ihrem BU-Versicherer, sobald absehbar ist, dass Sie länger nicht fliegen, und beschreiben Sie Ihren Arbeitstag im Cockpit genau. Der Bescheid über das Medical ist ein Beleg, kein Antrag.“
Was ist eine Loss-of-Licence-Versicherung?
Eine Loss-of-Licence-Versicherung, auch Fluguntauglichkeits- oder Lizenzverlustversicherung genannt, leistet, wenn Sie Ihre fliegerärztliche Tauglichkeit aus gesundheitlichen Gründen verlieren. Auslöser ist das Medical, nicht die Berufsunfähigkeit. Oft zahlt sie eine vereinbarte Summe auf einmal und läuft als Gruppenvertrag über die Airline.
Über die Airline versichert: was Tarifverträge regeln
Viele Piloten sind über ihren Arbeitgeber gegen Lizenzverlust versichert. Bei Discover Airlines etwa haben ver.di und die Airline im November 2025 ein Verhandlungsergebnis erzielt, dem die Mitglieder noch zustimmen mussten: Alle Cockpitbeschäftigten sollen kollektiv versichert sein, ohne Rücksicht auf Alter und Betriebszugehörigkeit. Kopiloten sollen mit bis zu 125.000 Euro abgesichert sein, Kapitäne mit bis zu 160.000 Euro (Quelle: ver.di).
Wer lieber selbst vorsorgt, soll dort stattdessen einen jährlichen Zuschuss von 2.100 Euro für eine private Loss-of-Licence-Versicherung wählen können. Bei Malta Air hat die Vereinigung Cockpit einen Tarifvertrag geschlossen, nach dem die Beschäftigten ihre Absicherung selbst wählen und der Arbeitgeber einen gleich hohen Beitrag dazugibt (Quelle: Vereinigung Cockpit).
Wie weit der Schutz reichen kann, zeigt ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2017: Der Manteltarifvertrag einer Airline verpflichtete sie zu einer Loss-of-Licence-Versicherung, ohne eine Altersgrenze zu nennen. Die Airline durfte den Schutz deshalb nicht auf das 60. Lebensjahr begrenzen, er reichte bis zum Beginn der Altersversorgung, längstens bis 65 (Quelle: BAG, 3 AZR 668/15). Entscheidend ist also, was Ihr Tarifvertrag genau regelt.
So sieht eine Pilotenklausel aus
Wie eine solche Absicherung formuliert ist, zeigt eine Loss-of-Licence-Deckung zur BU der österreichischen Allianz Elementar für Verkehrsflugzeugführer bei Airlines mit Sitz in Österreich oder Deutschland, Fassung 2016. Andere Versicherer regeln einzelne Punkte anders, die Fragen bleiben aber dieselben (Quelle: Allianz Elementar).
| Punkt | Regel im Beispiel | Was das für Sie heißt |
|---|---|---|
| Auslöser | Voraussetzungen für Klasse 1 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erfüllt, festgestellt vom Fliegerarzt; Beschränkung der Lizenz, Auflagen und Schwangerschaft zählen nicht | Der Verlust der Klasse 1 genügt, Fliegen mit Auflage löst aber keine Leistung aus |
| Dauer | Voraussichtlich mindestens 6 Monate oder 6 Monate ununterbrochen | Kurze Ausfälle sind nicht versichert |
| Andere Tätigkeit | Keine Leistung, wenn Sie eine Tätigkeit ausüben, die Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht; auf die abstrakte Verweisung wird verzichtet | Ein gleichwertiger Bodenjob kann auch hier die Leistung kosten |
| Psyche | Psychische und psychosomatische Erkrankungen ausgeschlossen | Die häufigste BU-Ursache fällt heraus |
| Wechsel | Airline außerhalb Österreichs und Deutschlands: nur noch Erwerbsunfähigkeit versichert; Bodenjob vor dem Leistungsfall: Klausel entfällt | Der Schutz hängt an Ihrem Lebenslauf |
Wo der Schutz über die Airline endet
Eine Gruppenversicherung gehört Ihrem Arbeitgeber. Scheiden Sie aus, endet in der Regel auch der Schutz. Ob Sie ihn als Einzelvertrag fortführen können, hängt von Ihrem Antrag und vom Versicherer ab. So beschreibt es ein Gastbeitrag aus dem Jahr 2021 auf den Seiten der Vereinigung Cockpit (Quelle: Vereinigung Cockpit).
Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung passend zur Loss of Licence Ihrer Airline
Wir sehen uns mit Ihnen an, was Ihr Schutz über den Arbeitgeber abdeckt, und zeigen, welche Lücken eine eigene BU schließt. Kostenfrei und unverbindlich.
- Prüfung Ihres bestehenden Schutzes über die Airline
- BU-Angebote mit Blick auf Endalter und Verweisung
- Anonyme Risikovoranfrage vor dem Antrag
- Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
Brauchen Piloten eine BU, eine Loss of Licence oder beides?
In der Regel beides, denn die beiden Verträge schließen unterschiedliche Lücken. Die Loss-of-Licence-Versicherung springt ein, wenn Piloten ihr Medical aus gesundheitlichen Gründen verlieren. Die BU zahlt dagegen eine monatliche Rente über viele Jahre, bei jeder Ursache, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Und sie bleibt auch bestehen, wenn die Airline gewechselt wird.
Unterschiede im Überblick
| Merkmal | Loss-of-Licence-Versicherung | Berufsunfähigkeitsversicherung |
|---|---|---|
| Auslöser | Verlust der Klasse 1 aus gesundheitlichen Gründen | Mindestens 50 % berufsunfähig im zuletzt ausgeübten Beruf |
| Leistung | Oft eine Summe auf einmal | Monatliche Rente bis zum Endalter |
| Psychische Erkrankungen | In Pilotenklauseln teils ausgeschlossen | Versichert, wenn kein Ausschluss vereinbart ist |
| Bei Jobwechsel | Gruppenschutz endet meist mit dem Arbeitsvertrag | Vertrag bleibt bei Ihnen |
| Verweisung | Je nach Bedingungen; im Beispiel keine Leistung, wenn Sie einen gleichwertigen Bodenjob ausüben | Konkrete Verweisung auf einen gleichwertigen Bodenjob möglich |
Beispielrechnung unserer Redaktion: Eine Einmalzahlung von 160.000 Euro entspricht bei einer Monatsrente von 3.000 Euro rund 53 Monatsrenten, also gut vier Jahren Einkommen. Erkennt der Versicherer bei einem 45-jährigen Kapitän nach dem dauerhaften Verlust des Medicals eine Berufsunfähigkeit an und besteht sie fort, zahlt eine BU mit 3.000 Euro Rente bis zum Endalter 67 dagegen bis zu 792.000 Euro, ohne Dynamik gerechnet.
Welche Lücke welche Versicherung schließt
Am deutlichsten wird der Unterschied an typischen Fällen. Die Beispiele folgen der Pilotenklausel aus Österreich und üblichen BU-Bedingungen. Was Sie tatsächlich bekommen, entscheiden die Bedingungen Ihrer eigenen Verträge.
| Fall | Loss of Licence (Klausel wie im Beispiel) | Berufsunfähigkeitsversicherung |
|---|---|---|
| Depression, Medical dauerhaft weg | Keine Leistung, Psyche ausgeschlossen | Rente möglich, wenn kein Ausschluss besteht |
| Herzbefund, Klasse 1 dauerhaft weg | Leistung, wenn der Fliegerarzt es feststellt und Sie keinen gleichwertigen Bodenjob ausüben | Rente, wenn der Versicherer die Prognose teilt und keine Verweisung greift |
| Medical für 3 Monate ausgesetzt | Keine Leistung unter 6 Monaten | In der Regel keine Rente, weil die Prognose fehlt |
| Wechsel zu einer Airline außerhalb Deutschlands und Österreichs, später krank | Im Beispiel nur noch Leistung bei Erwerbsunfähigkeit, ein Gruppenschutz der alten Airline endet | Vertrag läuft weiter |
Experten-Tipp:
Die Loss of Licence der Airline gehört Ihrem Arbeitgeber, nicht Ihnen
„Wer über seine Airline gegen Lizenzverlust versichert ist, fühlt sich oft rundum geschützt. Nur hängt dieser Schutz am Arbeitsvertrag. Wer wechselt, gekündigt wird oder sich selbständig macht, steht ohne da und muss mit seiner Gesundheit von heute neu beantragen. Eine eigene BU nehmen Sie überallhin mit. Ich rate deshalb, die BU zu sichern, solange Sie jung und gesund sind, und die Gruppenversicherung als Zugabe zu sehen.“
Worauf sollten Piloten bei der BU achten?
Entscheidend sind die Klauseln, die bei Fluguntauglichkeit über Geld entscheiden: Verweisung, Prognose, Endalter und eine mögliche Pilotenklausel. Der Beitrag kommt erst danach. Ein günstiger Vertrag nützt wenig, wenn er Sie nach dem Verlust des Medicals auf einen Bodenjob verweist oder mit 60 endet.
Die wichtigsten Punkte im Bedingungswerk
Prüfen Sie jeden Vertrag auf diese Punkte, bevor Sie Angebote nach dem Preis sortieren. Was die Klauseln bedeuten, erklärt unser Ratgeber zu Klauseln und Regelungen.
- Verzicht auf die abstrakte Verweisung, in der Erstprüfung und in der Nachprüfung
- Kurzer Prognosezeitraum, möglichst sechs Monate statt „auf Dauer“
- Endalter möglichst 67 und Verlängerungsoption, falls das Rentenalter steigt
- Nachversicherung ohne neue Gesundheitsfragen, etwa bei einem Gehaltssprung
- Falls Ihnen eine Pilotenklausel angeboten wird: nur, wenn sie die normalen BU-Bedingungen ergänzt und nicht ersetzt
- Leistung bei Pflegebedürftigkeit und eine Regel für längere Krankschreibungen
Endalter: Warum 67 auch für Piloten passt
Im gewerblichen Luftverkehr ist mit 65 Schluss, viele Piloten wählen deshalb ein frühes Endalter. Ihre reguläre Altersrente beginnt aber erst mit der Regelaltersgrenze, und die liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 67 (Quelle: SGB VI § 235). Endet die BU mit 60, bleibt jede Fluguntauglichkeit danach unversichert.
Gerade die letzten Jahre im Cockpit sind riskant: Ab 60 müssen Sie Ihr Medical alle sechs Monate erneuern. Ein Vertrag bis 67 kostet etwa das 1,7- bis 2-Fache eines Vertrags bis 60. Wie Sie Laufzeit und Beitrag abwägen, zeigt unser Ratgeber zur Laufzeit der BU.
Nachversicherung für den Sprung zum Kapitän
Ein Pilotengehalt steigt mit den Jahren deutlich, vom ersten Kopiloten-Vertrag bis zum Kapitän. Ihre BU-Rente sollte mitwachsen. Die Nachversicherungsgarantie erhöht die Rente bei bestimmten Anlässen ohne neue Gesundheitsfragen, aber mit Prüfung von Anlass und Einkommen. Welche Anlässe zählen, erklärt unser Ratgeber zur Nachversicherungsgarantie.
Achten Sie darauf, ob eine Pilotenklausel die Option ausschließt. In der Beispielklausel aus Österreich gilt die Erhöhungsoption der BU mit der Loss-of-Licence-Deckung nicht. Wer sich dafür entscheidet, sollte die Rente von Beginn an so hoch wählen, wie Einkommen und Budget es erlauben.
Experten-Tipp:
Bei einer Pilotenklausel zählt zuerst, wann sie endet
„Eine Klausel, die beim Verlust der Klasse 1 zahlt, klingt nach der perfekten Lösung. Entscheidend sind aber die Sätze dahinter: Gilt sie noch nach einem Wechsel zu einer ausländischen Airline? Was passiert, wenn Sie vor dem Leistungsfall ins Training am Boden wechseln? Sind psychische Erkrankungen ausgeschlossen? Mein Rat: Wird Ihnen eine Pilotenklausel angeboten, lesen Sie sie immer zusammen mit den normalen BU-Bedingungen darunter, denn auf die fallen Sie zurück.“
Was kostet eine BU für Piloten und wann lehnen Versicherer ab?
Einen festen Preis für Piloten gibt es nicht. Jeder Versicherer ordnet Berufe nach eigenen, nicht öffentlichen Richtlinien in Risikogruppen ein. Was Sie zahlen, zeigt deshalb erst eine anonyme Anfrage bei mehreren Versicherern mit Ihrem genauen Beruf und Ihrer Gesundheit.
Wovon der Beitrag abhängt
Der Beruf ist der größte Hebel. Bei der Allianz zahlt ein 30-jähriger Informatiker für 1.500 Euro Rente bis 67 im Tarif BU Komfort 43,20 Euro im Monat, ein Dachdecker 268,18 Euro, das 6,2-Fache (Quelle: Allianz). Für Piloten veröffentlicht die Allianz dort keinen Beitrag, er lässt sich nur einzeln anfragen.
| Faktor | Wirkung | Beispiel |
|---|---|---|
| Beruf und Einstufung | Größter Preishebel, je Versicherer verschieden | Informatiker 43,20 €, Dachdecker 268,18 € (Allianz, 30 Jahre, 1.500 €) |
| Eintrittsalter | Je später, desto teurer | Elektrotechniker mit 40 statt 30 Jahren: plus 15,2 % (Allianz) |
| Endalter | Längere Laufzeit kostet mehr | Bis 67 etwa das 1,7- bis 2-Fache von bis 60 |
| Gesundheit | Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung | 2023: 3 % abgelehnt, 10 % mit Ausschluss (GDV) |
Wie Sie den Beitrag senken, ohne beim Schutz zu sparen, lesen Sie im Ratgeber zu den Kosten der BU, wie Risikoberufe eingeordnet werden, auf unserer Seite zu den 13 gefährlichsten Berufen.
Gesundheitsfragen: Was Piloten besonders beachten
Im Antrag müssen Sie alle Gesundheitsfragen beantworten, die der Versicherer in Textform stellt, vollständig und wahrheitsgemäß (Quelle: VVG § 19). Fragt der Antrag nach Untersuchungen und Befunden, können auch Ergebnisse aus Ihren fliegerärztlichen Untersuchungen darunterfallen, etwa eine Auflage im Medical.
Falsche Angaben rächen sich spät: Der Versicherer kann wegen einer verletzten Anzeigepflicht bis zu fünf Jahre nach Vertragsschluss zurücktreten, bei Vorsatz oder Arglist bis zu zehn Jahre (Quelle: VVG § 21). Falsche oder unvollständige Antragsangaben waren 2024 bei 27,0 Prozent der Leistungsablehnungen der Grund (Quelle: Franke und Bornberg).
Typische Gründe für Ablehnung und Ausschluss
Abgelehnt wird selten wegen des Berufs allein, meist wegen der Gesundheit. Nach der Erfahrung unseres Experten Patrick Knittel führen schwere Diagnosen wie Multiple Sklerose oder die Bluterkrankheit fast immer zur Ablehnung. Psychische Vorerkrankungen enden dagegen meist mit einem Ausschluss und nicht mit einer Ablehnung. In unserer Beratung wird etwa jede fünfte Risikovoranfrage zu normalen Bedingungen angenommen.
Ein Ausschluss für Psyche wiegt bei Piloten doppelt schwer, deshalb lohnt der Vergleich. Wie eine anonyme Risikovoranfrage abläuft, erklärt unser Ratgeber zur Risikovoranfrage. Was nach einer Absage möglich ist, lesen Sie unter BU abgelehnt, was nun?
Experten-Tipp:
Ihre Befunde beim Fliegerarzt gehören vor den Antrag auf den Tisch
„Piloten werden jedes Jahr fliegerärztlich untersucht, ab 60 alle sechs Monate. Das ist ein Vorteil, weil Ihr Gesundheitsbild gut dokumentiert ist. Es ist auch eine Falle, weil dort Dinge stehen, die Sie längst vergessen haben: ein auffälliger Herzbefund, eine Auflage für die Brille, eine kurze Medikation. Die Befunde anzufordern ist keine Pflicht, hilft aber. Sehen Sie sie vor dem Antrag durch und lassen Sie sie per anonymer Voranfrage bewerten.“
Erst anonym anfragen, dann die Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen
Ob Befunde aus Ihren fliegerärztlichen Untersuchungen zu Zuschlag oder Ausschluss führen, klären wir vorab ohne Ihren Namen bei vielen Versicherern.
- Anonyme Risikovoranfrage ohne Ihren Namen
- Vergleich der Annahmebedingungen für Piloten
- Antrag erst, wenn das Ergebnis passt
- Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
Was gilt für Flugschüler und Anwärter?
Für Flugschüler ist die BU besonders wertvoll, weil sie meist jung und gesund sind und den Gesundheitszustand von heute für das ganze Berufsleben sichern. Gleichzeitig ist das Risiko groß: Wer in der Ausbildung sein Medical verliert, wird nicht Pilot und hat oft schon viel Geld investiert.
Das Medical als Eintrittskarte
Wer Verkehrspilot werden will, braucht eine Tauglichkeitsuntersuchung der Klasse 1. Die Erstuntersuchung findet in einem anerkannten flugmedizinischen Zentrum statt (Quelle: LBA, FAQ Piloten). Auch in der Ausbildung gilt nach MED.A.020: Wer eine Verschlechterung seiner Tauglichkeit bemerkt, darf nicht allein fliegen.
Ausbildungskosten und Finanzierung
Die Ausbildung ist teuer. Die European Flight Academy der Lufthansa Group nennt für Kursstarts ab November 2024 einen Preis von 120.000 Euro, bei einem Eigenanteil von 10.000 Euro. Den Rest finanziert ein einkommensabhängiges Modell: Zurückgezahlt wird erst ab 30.000 Euro Bruttojahreseinkommen, über elf Jahre und bei voller Förderung mit elf Prozent des Bruttoeinkommens (Quelle: Lufthansa Aviation Training).
Was bei einem Abbruch wegen Fluguntauglichkeit mit der Finanzierung geschieht, nennt die Mitteilung nicht. Lesen Sie das im Finanzierungsvertrag nach. Ein klassischer Ausbildungskredit läuft weiter, egal ob Sie je im Cockpit arbeiten. Dann muss eine Absicherung auch die Raten tragen.
Früh abschließen und die Karriere einplanen
Je früher Sie abschließen, desto jünger und gesünder gehen Sie in die Gesundheitsprüfung. Wie Versicherer Flugschüler einstufen und welche Rente sie zulassen, regelt jeder anders. Was für Studierende und Auszubildende allgemein gilt, zeigen unsere Seiten zu den Themen.
Wichtig ist, dass der Vertrag mit Ihnen wächst. Mit dem ersten Arbeitsvertrag im Cockpit sollte die Rente über die Nachversicherung steigen können, ohne neue Gesundheitsfragen. Ob ein späterer Berufswechsel gemeldet werden muss, erklärt unser Ratgeber zum Berufswechsel.
Schon als Flugschüler die Berufsunfähigkeitsversicherung sichern
Wer jung und gesund abschließt, sichert die Gesundheit von heute für das ganze Berufsleben. Wir zeigen Ihnen, welche Versicherer Flugschüler annehmen und wie der Schutz mit der Karriere wächst.
- Anonyme Risikovoranfrage vor dem Antrag
- Nachversicherung für den Berufsstart eingeplant
- Vergleich vieler Versicherer
- Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
Welche Fehler kosten Piloten den Schutz?
Die teuersten Fehler passieren nicht im Leistungsfall, sondern vorher: beim Abschluss, beim Jobwechsel und in den ersten Wochen nach einer Untauglichkeit. Fast alle lassen sich mit einem Blick in die Bedingungen vermeiden.
Diese Fehler sollten Piloten nicht begehen
- Sich allein auf die Loss of Licence der Airline verlassen, die mit dem Arbeitsvertrag endet
- Die BU mit Endalter 60 abschließen, obwohl die reguläre Altersrente erst mit 67 beginnt
- Eine Pilotenklausel wählen, die psychische Erkrankungen ausschließt, und das für vollständigen Schutz halten
- Den Antrag ohne anonyme Risikovoranfrage stellen und Befunde aus dem Medical nicht prüfen
- Nach einer Untauglichkeit nur auf das LBA warten und den BU-Versicherer spät informieren
- Einen Bodenjob annehmen, ohne vorher die Folgen für die Verweisung zu klären
Läuft bereits ein Leistungsfall, holen Sie sich früh Hilfe. Wie hoch die Chancen stehen und wie lange die Prüfung dauert, zeigt unser Ratgeber zur Leistungsquote. Laut GDV werden 80 Prozent der Anträge auf BU-Rente bewilligt (Quelle: GDV).
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Piloten
Zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn ich mein Medical verliere?
Nicht automatisch. Ihr Versicherer prüft nach § 172 VVG selbst, ob Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Ob er nach dem Verlust des Medicals zahlt, hängt an der Prognose, an einer möglichen Verweisung auf einen gleichwertigen Bodenjob und daran, ob Ihr Vertrag eine eigene Regel für Fluguntauglichkeit enthält.
Was ist der Unterschied zwischen Loss of Licence und Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Loss-of-Licence-Versicherung knüpft an den Lizenzverlust an: Sie leistet, wenn Sie die Tauglichkeit der Klasse 1 aus gesundheitlichen Gründen verlieren, oft mit einer Einmalzahlung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung knüpft an Ihren Beruf an und zahlt eine Monatsrente bis zum Endalter. Sie deckt alle Ursachen ab, wenn nichts ausgeschlossen ist, und bleibt bei Ihnen, auch wenn Sie die Airline wechseln.
Brauche ich eine eigene Loss-of-Licence-Versicherung, wenn mein Arbeitgeber eine hat?
Das hängt von Ihrem Tarifvertrag ab. Prüfen Sie, wie hoch die Summe ist, ob psychische Erkrankungen ausgeschlossen sind und was beim Ausscheiden passiert, denn eine Gruppenversicherung endet in der Regel mit dem Arbeitsvertrag. Manche Airlines zahlen stattdessen einen Zuschuss zur privaten Absicherung, bei Discover Airlines nach dem Verhandlungsergebnis von 2025 laut ver.di 2.100 Euro im Jahr.
Wie lange ist das Medical der Klasse 1 gültig?
Zwölf Monate. Ab 60 gilt es nur noch sechs Monate, ebenso ab 40 für Piloten, die im gewerblichen Einpilotenbetrieb Passagiere befördern. Die Verlängerungsuntersuchung können Sie bis zu 45 Tage vor Ablauf machen, die neue Gültigkeit läuft dann ab dem Ablaufdatum des alten Zeugnisses. So steht es in MED.A.045 der EU-Verordnung 1178/2011.
Bis zu welchem Alter dürfen Piloten fliegen?
Im gewerblichen Luftverkehr ab 60 nur noch in einer Mehrpilotenbesatzung und ab 65 gar nicht mehr. Die Grenze gilt für Flugzeuge und Hubschrauber und steht in FCL.065 der EU-Verordnung. Für Ihre BU ist das kein Grund für ein frühes Endalter, denn die reguläre Altersrente beginnt ab Jahrgang 1964 erst mit 67.
Können Hubschrauberpiloten eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
Ja. Für Hubschrauberpiloten mit Berufslizenz gelten dieselben Grundregeln wie für Piloten auf Flugzeugen: Sie brauchen ein Medical der Klasse 1, und die Altersgrenzen im gewerblichen Luftverkehr gelten auch für sie. Wie ein Versicherer Ihren Einsatzbereich einstuft, etwa Rettungs- oder Arbeitsflüge, klärt eine anonyme Anfrage.
Was zahlt die Krankenversicherung, wenn ich nur vorübergehend fluguntauglich bin?
Sind Sie arbeitsunfähig, zahlt zuerst der Arbeitgeber das Gehalt nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz bis zu sechs Wochen weiter, danach gibt es Krankengeld oder Krankentagegeld. Eine vorübergehende Fluguntauglichkeit bedeutet nach dem Hinweis der Vereinigung Cockpit aber nicht zwingend Arbeitsunfähigkeit. Manche Krankentagegeldtarife stellen Fluguntauglichkeit ausdrücklich der Arbeitsunfähigkeit gleich. Der Bundesgerichtshof hat entschieden (Aktenzeichen IV ZR 42/24), dass eine solche Klausel auch die Zeit bis zur Wiederzulassung durch die Behörde erfasst.
Was gilt für Flugbegleiter und Fluglotsen?
Für beide gelten eigene Regeln. Flugbegleiter werden vor dem ersten Einsatz und danach höchstens alle 60 Monate flugmedizinisch beurteilt, Fluglotsen brauchen ein Zeugnis der Klasse 3, das 24 Monate gilt, ab 40 zwölf Monate. Eine BU können beide abschließen. Bei Discover Airlines sieht das Verhandlungsergebnis von ver.di und Airline aus dem Jahr 2025 für die Kabine höhere Abfindungen bei dauerhafter Fluguntauglichkeit und 20 Euro Zuschuss im Monat zur privaten Absicherung vor.
Muss ich meiner BU melden, wenn ich vom Cockpit an den Boden wechsle?
Ohne ausdrückliche Vereinbarung in Textform gibt es bei einem Berufswechsel in der Regel keine Meldepflicht. Anders kann es bei einer Pilotenklausel sein: Im Beispiel der österreichischen Allianz Elementar entfällt die Klausel, wenn Sie vor dem Leistungsfall eine nicht fliegerische Tätigkeit aufnehmen. Lesen Sie deshalb vor jedem Wechsel Ihre Bedingungen.
Haben Sie alles gefunden?
Hier finden Sie weitere interessante Inhalte zum Thema:
Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?
Wir helfen Ihnen gern. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E‑Mail.