Allianz Private Kranken­versicherung

Tarife, Testergebnisse und Erfahrungen.

Das erwartet Sie hier

Welche Tarife die Allianz in der privaten Kranken­versicherung anbietet, was sie kosten und wie das Haus in Tests und Kundenurteilen abschneidet.

Inhalt dieser Seite
  1. Steckbrief
  2. Aktuelle Testergebnisse
  3. Tarife und Leistungen
  4. Für Ihre Gruppe
  5. Preise
  6. Stärken und Schwächen
  7. Erfahrungen und Beschwerden
  8. Unsere Einschätzung
  9. Häufige Fragen
Foto von Mario Müller
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Die private Kranken­versicherung der Allianz erreicht in unserer Gesamtauswertung 96 von 100 Punkten und liegt punktgleich mit der R+V auf Rang zwei der zehn gezeigten Anbieter.
  • Die Voll­versicherung heißt MeinGesundheitsschutz und ist in den Varianten Plus und Best wählbar, jeweils mit 30 Prozent, 10 Prozent oder ohne Selbst­beteiligung.
  • Ärzte und Medizinstudierende kommen über Gruppenverträge mit nahezu allen Ärztekammern und dem Marburger Bund in eigene Tarife.
  • Beamte und Beihilfeberechtigte sichern die offenen Restkosten mit Beihilfetarifen bis zu 100 Prozent des Beihilfesatzes ab.
  • Wer ein Jahr lang keine Rechnung einreicht, bekommt in den Voll­versicherungstarifen eine Beitragsrückerstattung von bis zu 40 Prozent.
  • Der Optionstarif OptionFlexiMed friert den Gesundheitszustand für bis zu 20 Jahre ein, zahlt selbst aber keine Leistungen.

Allianz im Steckbrief

454 %

Solvenzquote

Allianz Private Kranken­versicherungs-AG, Bericht über Solvabilität und Finanzlage 2025, Vorjahr 391 %

4,7

Kundenbewertungen

19.046 Bewertungen auf Trustpilot, abgerufen am 09.09.2026

2,91

Beschwerdequote bei der BaFin

Je 100.000 Verträge, BaFin-Beschwerdestatistik 2025

AngabeAllianz private Kranken­versicherung
RisikoträgerAllianz Private Kranken­versicherungs-AG, München, Allianz Gruppe
MarktpositionGebuchte Bruttobeiträge 4,66 Milliarden Euro (2025, eigener Solvabilitätsbericht)
Aktuellstes TestergebnisServiceValue, Kundenurteil Fairness 2026: Sehr gut
Status NeugeschäftOffen, alle Voll­versicherungstarife sind im Verkauf

Private Kranken­versicherung der Allianz im Test (2026)

Drei Erhebungen bestimmen das Bild in dieser Sparte: das DFSI-Rating zur Unternehmensqualität, der Unternehmensvergleich des IVFP und das Kundenurteil zur Fairness von ServiceValue. Dazu kommt die Beschwerdestatistik der BaFin.

Gesamtwertung aus allen Testergebnissen

In die Gesamtauswertung fließen für die Allianz vier Quellen ein: das DFSI-Rating 2025/26, der IVFP-Unternehmensvergleich 2025, das ServiceValue-Kundenurteil zur Fairness 2026 und die BaFin-Beschwerdestatistik 2025.

Die Allianz private Kranken­versicherung erhält von möglichen 100 Punkten:

96

„Um Ihnen die Auswahl Ihrer privaten Kranken­versicherung so einfach wie möglich zu machen, bewerten wir jedes Ergebnis der unabhängigen Tests mit Punkten. In der folgenden Tabelle sehen Sie, wie viele Punkte wir für die jeweiligen Testergebnisse vergeben. Die höchste insgesamt zu erreichende Punktzahl beträgt 26.“

„Wurde in einem Test ein Anbieter mit mehreren Tarifen bewertet, wird der Durchschnitt aller Bewertungen für die Gesamtwertung herangezogen. Wurde ein Anbieter in einem Test nicht bewertet, fließt dieser Test nicht in die Gesamtwertung des Anbieters ein. Die Summe aller jeweils erreichten Punkte in Prozent umgerechnet ergibt so unser Anbieter-Ranking der privaten Kranken­versicherung.“

Zur Gesamtauswertung der privaten Kranken­versicherung


Das DFSI-Rating

Das Deutsche Finanz-Service Institut hat für den Jahrgang 2025/26 die 31 wichtigsten in Deutschland aktiven privaten Kranken­versicherer untersucht. Gewichtet werden die Substanzkraft und die Produktqualität mit je 40 Prozent, der Service mit 20 Prozent. Beiträge und Preise bewertet das Rating nicht, es geht um die Qualität des Unternehmens (Quelle: DFSI).

TeilbereichPunkteRatingNote
Substanzkraft85,29AA+Sehr gut (1,3)
Produktqualität92,76AAAExzellent (0,9)
Service98,83AAAExzellent (0,6)
Gesamtergebnis90,99AAAExzellent (1,0)

Mit der Gesamtnote „Exzellent“ ist die Allianz das einzige Haus im Feld mit dieser Wertung und erreicht zugleich den besten Punktwert aller 31 bewerteten Versicherer. Am stärksten fällt der Service aus, am schwächsten die Substanzkraft, die mit „Sehr gut“ immer noch in der zweitbesten Stufe liegt.


Das IVFP-Rating

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat im Unternehmensvergleich 2025 die Angebote von 34 Gesellschaften in 23 Kriterien geprüft. Bewertet wird die Unternehmensqualität, nicht der einzelne Tarif (Quelle: IVFP).

Die Allianz Private Kranken­versicherungs-AG erhält die Höchstnote „Exzellent“ und ist damit eine von sechs Gesellschaften an der Spitze dieses Ratings.

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Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Tarife und Leistungen der privaten Kranken­versicherung der Allianz

Die Allianz verkauft keinen Einheitsvertrag, sondern staffelt die Voll­versicherung nach Leistungsstufe und Berufsgruppe. Jede Stufe ist zusätzlich mit drei Selbst­beteiligungsvarianten kombinierbar: 70 bedeutet 30 Prozent Eigenanteil bis maximal 1.500 Euro im Jahr, 90 bedeutet zehn Prozent bis maximal 500 Euro, 100 bedeutet keine Selbst­beteiligung.

MeinGesundheitsschutz Plus

LeistungMeinGesundheitsschutz Plus
Ambulante Arztleistungen100 Prozent bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte
Arzneimittel100 Prozent für Generika, mit Zuzahlung für Originalarzneien
Alternative Medizin100 Prozent ohne Hufeland-Verzeichnis
Heilpraktiker100 Prozent, maximal 1.000 Euro im Jahr
Krankenhaus100 Prozent, Einbett- oder Zweibettzimmer
Sehhilfe500 Euro innerhalb von 36 Monaten
Familienleistungen50 Euro täglich für Kinderbetreuung, 50 Euro täglich für Haushaltshilfe

Der Plus-Tarif ist die mittlere Leistungsstufe der Reihe. Er übernimmt Heilmittel, Psychotherapie und Vorsorgeuntersuchungen über die gesetzlichen Programme hinaus zu 100 Prozent. Wer für ein abgelaufenes Jahr keine Rechnungen einreicht, erhält eine Beitragsrückerstattung von bis zu 40 Prozent; garantiert sind für Angestellte zehn Prozent des Jahresbeitrags.

Bei Elterngeldbezug und in der Elternzeit ohne Anspruch auf Elterngeld sind Versicherte sechs Monate lang beitragsfrei. Die Grenze des Tarifs liegt bei den Arzthonoraren: Erstattet wird nur bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung, Rechnungen darüber bleiben offen (Angaben der Allianz).


MeinGesundheitsschutz Best

LeistungMeinGesundheitsschutz Best
Ambulante Arztleistungen100 Prozent, auch über den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte
Arzneimittel100 Prozent, zusätzlich 100 Euro im Jahr für Arzneien ohne ärztliche Verordnung
Alternative Medizin100 Prozent einschließlich Hufeland-Verzeichnis
Heilpraktiker100 Prozent, maximal 2.000 Euro im Jahr
Krankenhaus100 Prozent, Einbett- oder Zweibettzimmer mit Wunschverlegung in eine Klinik der Wahl
Sehhilfe1.000 Euro innerhalb von 36 Monaten
Familienleistungen100 Euro täglich für Kinderbetreuung, 100 Euro täglich für Haushaltshilfe, dazu 3.000 Euro Pauschale bei einer Hausgeburt

Best ist die Höchststufe. Der entscheidende Unterschied zu Plus steht in der ersten Zeile: Honorare über dem Höchstsatz der Gebührenordnung sind mitversichert, und genau das ist bei Spezialisten und in Privatkliniken der häufigste Streitpunkt. Auch die Deckel für Heilpraktiker, Sehhilfen und Familienleistungen liegen in Best deutlich über denen von Plus (Angaben der Allianz).


Ärzte Plus und Ärzte Best

LeistungÄrzte PlusÄrzte Best
Ärztliche Leistungen100 Prozent bis zum 3,5-fachen Satz der GebührenordnungUnbegrenzt
Ambulante Psychotherapie100 Prozent für die 1. bis 30. Sitzung, 70 Prozent ab der 31. Sitzung, maximal 50 Sitzungen100 Prozent für die 1. bis 30. Sitzung, 70 Prozent ab der 31. Sitzung, unbegrenzt
Zahnleistungen75 Prozent für Zahnersatz und Inlays, bis zu sechs Implantate pro Kiefer85 Prozent für Zahnersatz, 100 Prozent für Inlays, Implantate unbegrenzt
Stationäre Unterbringung100 Prozent, Zweibettzimmer100 Prozent, Einbettzimmer
SehhilfenBis 250 Euro innerhalb von 24 MonatenBis 400 Euro innerhalb von 24 Monaten
Weltweiter SchutzSechs MonateZwölf Monate

Die Ärztetarife laufen über Gruppenverträge mit nahezu allen Ärztekammern, mit dem Marburger Bund und mit dem Verband der Heilberufe. Sie richten sich an Ärzte und an Medizinstudierende, für die es mit MedizinerPlus100 A einen eigenen Ausbildungstarif gibt. Die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit liegt hier bei bis zu 30 Prozent.

Auffällig ist der Zuschnitt: Beim Arzthonorar sind die Tarife großzügig, bei Sehhilfen und beim Zahnersatz dagegen knapper als die Reihe MeinGesundheitsschutz. Ärzte Plus deckelt den Zahnersatz auf 75 Prozent, Ärzte Best auf 85 Prozent (Angaben der Allianz).


Beihilfe- und Beihilfe­ergänzungs­tarife

Beamte, Beamtenanwärter, Beihilfeberechtigte und berücksichtigungsfähige Angehörige sichern mit diesen Tarifen die Restkosten zum Beihilfesatz bis zu 100 Prozent ab. Der Beihilfesatz selbst hängt vom Bundesland ab und liegt in der Regel zwischen 50 und 80 Prozent, für Kinder meist bei 80 Prozent.

Bleibt ein Jahr ohne Rechnung, erstattet die Allianz in diesen Tarifen bis zu 50 Prozent des Beitrags zurück, das ist der höchste Satz im Haus. Anwärter und Referendare kommen bis zum 38. Geburtstag in den Anwärtertarif, der höchstens 36 Monate läuft; danach wechseln sie ohne neue Gesundheitsprüfung in einen regulären Beihilfetarif (Angaben der Allianz).


OptionFlexiMed

OptionFlexiMed ist ein Optionstarif und keine Kranken­versicherung: Er zahlt keine Leistungen. Er hält den heutigen Gesundheitszustand fest, damit später eine Zusatz­versicherung oder der Wechsel in die private Voll­versicherung ohne neue Gesundheitsprüfung möglich ist.

Der Beitrag hängt vom Eintrittsalter ab und beginnt bei 4,95 Euro im Monat für Eintrittsalter bis 24 Jahre; im höchsten Eintrittsalter sind es 13,95 Euro. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre und ist einmalig um zehn Jahre verlängerbar, also höchstens bis zum 50. Geburtstag. Die Zeit im Optionstarif zählt in vielen Volltarifen später als leistungsfreie Vor­versicherungszeit für die Beitragsrückerstattung (Angaben der Allianz).


Beitragsstabilität

Für die Beitragsentwicklung im Alter hat die Allianz zwei Bausteine. Der Tarif MeineBeitragsentlastung wird zusätzlich zur Voll­versicherung abgeschlossen und senkt den Kranken­versicherungsbeitrag später dauerhaft; der Entlastungsbeginn ist zwischen 60 und 70 Jahren wählbar, voreingestellt ist 67. Wer ab dem 30. Lebensjahr 87,60 Euro im Monat einzahlt, senkt den Beitrag ab 67 um 300 Euro im Monat.

Mit MeineWechseloption lässt sich der Schutz bis zum 50. Geburtstag dreimal ohne neue Risikoprüfung erhöhen. Beides ändert nichts daran, dass die Allianz die Beiträge wie jeder private Kranken­versicherer anpassen darf, wenn die kalkulierten Leistungsausgaben überschritten werden. Die Alterungsrückstellung dämpft diese Anpassungen, sie verhindert sie nicht (Angaben der Allianz).

Die private Kranken­versicherung der Allianz für Ihre Gruppe

Angestellte über JAEG

Angestellte dürfen erst wechseln, wenn ihr Bruttogehalt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt: 2026 sind das 77.400 Euro im Jahr, also 6.450 Euro im Monat (Quelle: Bundesregierung). Für diese Gruppe ist bei der Allianz MeinGesundheitsschutz Plus der Regelfall, Best lohnt sich vor allem, wenn Honorare über dem Höchstsatz der Gebührenordnung erstattet werden sollen.

Sonderkonditionen gibt es beim Bonus: Für Angestellte sind zehn Prozent Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit garantiert, mehr ist möglich. Die Stolperfalle liegt nicht beim Tarif, sondern beim Weg zurück: Wer einmal privat versichert ist, kommt in die gesetzliche Kasse nur zurück, wenn das Einkommen wieder unter die Grenze fällt, und ab 55 Jahren praktisch gar nicht mehr.


Beamte mit Beihilfe

Für Beamte ist die Allianz einer der breiter aufgestellten Anbieter, weil sie den offenen Anteil zum Beihilfesatz vollständig abdeckt und für das Krankenhaus zwei Ergänzungsstufen anbietet, eine für das Einbettzimmer und eine für das Zweibettzimmer. Der Restkostentarif lässt sich damit auf den Prozentsatz zuschneiden, den das eigene Bundesland offen lässt.

Sonderkondition ist die Beitragsrückerstattung von bis zu 50 Prozent bei Leistungsfreiheit. Ein Beamtenanwärter mit 50 Prozent Beihilfe und 19 Jahren zahlt nach Angaben der Allianz ab 72,34 Euro im Monat, eine 27-jährige Beamtin ab 352,24 Euro. Die Stolperfalle: Kürzt ein Bundesland später den Beihilfesatz, muss der Restkostentarif aufgestockt werden, und diese Aufstockung ist nur im vereinbarten Rahmen ohne neue Gesundheitsprüfung möglich.


Studenten

Studierende können die Ausbildungstarife MeinGesundheitsschutz Plus 70A und Best 70A bis zum vollendeten 39. Lebensjahr abschließen. Im Eintrittsalter 21 bis 24 Jahre kostet die Plus-Variante 290,56 Euro im Monat, die Best-Variante 324,17 Euro (Angaben der Allianz, abgerufen am 09.09.2026).

Die Sonderkondition ist der Ausbildungsbeitrag selbst: Er liegt deutlich unter dem regulären Tarif, weil er nur für die Studienzeit kalkuliert ist. Die Stolperfalle ist die Frist davor: Die Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht ist nur innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Pflicht möglich und gilt dann für das ganze Studium. Wer sie versäumt, kommt bis zum Examen nicht mehr in die private Voll­versicherung.


Selbständige

Für Selbständige entscheidet das Krankentagegeld. Die Allianz bietet es zur Voll­versicherung mit Karenz ab dem 43. Tag und Tagessätzen von 100, 130 oder 200 Euro an. Ein 30-jähriger Selbständiger zahlt mit Krankentagegeld ab dem 43. Tag und 100 Euro Tagessatz nach Angaben der Allianz 777,26 Euro im Monat.

Wer schwankende Einnahmen hat, kann über die Selbst­beteiligungsstufe steuern: Stufe 70 senkt den Beitrag, verlangt aber im Krankheits­jahr bis zu 1.500 Euro aus eigener Tasche. Die Stolperfalle ist die Karenzzeit: 42 Tage ohne Einkommen muss ein Betrieb überbrücken können, sonst ist die günstige Variante die teure.


Ärzte

Ärzte sind bei der Allianz eine eigene Zielgruppe mit eigenen Tarifen. Über die Gruppenverträge mit nahezu allen Ärztekammern, dem Marburger Bund und dem Verband der Heilberufe kommen sie zu Konditionen, die sie einzeln nicht bekommen; Ärzte Best erstattet ärztliche Leistungen unbegrenzt, also auch weit über dem Höchstsatz der Gebührenordnung.

Medizinstudierende steigen mit dem Ausbildungstarif MedizinerPlus100 A ein, der laut Allianz ab 314,57 Euro im Monat kostet; ein 30-jähriger Mediziner zahlt im Tarif Ärzte Plus 100 ab 642,18 Euro. Die Stolperfalle liegt bei den Nebenleistungen: Sehhilfen sind auf 250 Euro in 24 Monaten begrenzt und der Zahnersatz auf 75 Prozent, beides schwächer als in der Reihe MeinGesundheitsschutz.


Existenzgründer

Existenzgründer behandelt die Allianz tariflich wie Selbständige, es gibt keinen eigenen Gründertarif. Der Einstieg lässt sich aber über zwei Wege verbilligen: über die Selbst­beteiligungsstufe 70 und über den Optionstarif OptionFlexiMed, der ab 4,95 Euro im Monat den Gesundheitszustand sichert und den späteren Wechsel in die Voll­versicherung ohne neue Gesundheitsprüfung offenhält.

Die Stolperfalle ist genau dieser Optionstarif: Er zahlt in der Gründungsphase keinen Cent an Leistungen. Wer ihn als Absicherung missversteht, steht im Krankheits­fall ohne Schutz da. Und ohne Arbeitgeberzuschuss trägt ein Gründer den vollen Beitrag allein, was den Unterschied zwischen den Selbst­beteiligungsstufen deutlich spürbarer macht als bei Angestellten.

Weitere Berufsgruppen und ihre Besonderheiten finden Sie in der Übersicht der Berufsgruppen der privaten Kranken­versicherung.


Private Kranken­versicherung für Ihre Berufsgruppe

Preise der privaten Kranken­versicherung der Allianz

Was Sie bei der Allianz zahlen, hängt vom Eintrittsalter, vom Gesundheitszustand, von der Leistungsstufe und von der gewählten Selbst­beteiligung ab. Das Haus veröffentlicht dafür Musterbeiträge, die zeigen, in welcher Größenordnung sich die Voll­versicherung bewegt.

MusterprofilTarifGesamtbeitrag im Monat
Angestellt, 24 JahreMeinGesundheitsschutz Plus 90717,26 €
Angestellt, 34 JahreMeinGesundheitsschutz Plus 90834,26 €
Selbständig, 30 Jahre, Krankentagegeld ab dem 43. TagMeinGesundheitsschutz Plus 90777,26 €

Die Beträge sind Musterbeiträge der Allianz, abgerufen am 09.09.2026, und enthalten neben der Voll­versicherung Bausteine wie die Zahn­versicherung. Angestellte zahlen davon nur die Hälfte selbst: Der Arbeitgeber übernimmt 50 Prozent, 2026 höchstens 508,59 Euro im Monat. Aus dem Beitrag der 24-jährigen Person werden damit 358,63 Euro Eigenanteil, aus dem der 34-jährigen 417,13 Euro.

Zwei Größen verändern den Beitrag dauerhaft. Die Selbst­beteiligungsstufe senkt ihn sofort, verlagert aber Kosten in das Krankheits­jahr. Die Beitragsrückerstattung wirkt im Jahr danach: Wer keine Rechnung einreicht, bekommt Beitrag zurück, je nach Tarif bis zu 40 Prozent, in den Beihilfetarifen bis zu 50 Prozent. Wer die Sparte insgesamt vergleichen will, findet die Grundlagen auf unserer Seite zur privaten Kranken­versicherung.

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Stärken und Schwächen

Wichtige Leistungen einer privaten Kranken­versicherung

Eine private Kranken­versicherung ersetzt den gesetzlichen Schutz vollständig, deshalb entscheidet allein der Vertrag darüber, was Sie später erstattet bekommen. Wichtig sind die freie Arztwahl, die Erstattungshöhe für ambulante Behandlungen bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung, klar benannte Erstattungssätze für Zahnersatz und die Wahl zwischen Ein-, Zwei- und Mehrbettzimmer im Krankenhaus. Ebenso wichtig ist, was der Vertrag über die Jahre zulässt: ein Wechsel in einen anderen Tarif desselben Versicherers unter Mitnahme der Alterungsrückstellungen, ein Optionsrecht auf höhere Leistungen ohne neue Gesundheitsprüfung und eine Beitragsentwicklung, die im Alter tragbar bleibt. Weil Leistungen nach Vertragsabschluss nicht mehr nachverhandelt werden können, zählt beim Abschluss weniger der erste Beitrag als die Frage, was in 20 Jahren noch gilt.

Stärken der Allianz

  • Honorare über dem Höchstsatz der Gebührenordnung sind in MeinGesundheitsschutz Best und in Ärzte Best mitversichert, dem häufigsten Streitpunkt bei Spezialistenrechnungen.
  • Eigene Tarifwelten für Ärzte und für Beihilfeberechtigte statt Zuschläge auf einen Einheitstarif, bei den Ärzten über Gruppenverträge mit nahezu allen Ärztekammern.
  • Beitragsrückerstattung in allen Volltarifen, bis zu 40 Prozent, in den Beihilfetarifen bis zu 50 Prozent.
  • Sechs Monate Beitragsfreiheit bei Elterngeldbezug und in der Elternzeit.
  • Zwei Werkzeuge gegen den Beitrag im Alter: der Entlastungstarif MeineBeitragsentlastung und MeineWechseloption für drei Erhöhungen ohne neue Risikoprüfung.
  • Rechnungen laufen per Foto oder Code-Scan über die Gesundheits-App, mit Statusverfolgung bis zur Erstattung.

Schwächen der Allianz

  • MeinGesundheitsschutz Plus erstattet Arzthonorare nur bis zum Höchstsatz der Gebührenordnung; alles darüber trägt der Versicherte, wenn er nicht in die Best-Stufe geht.
  • Heilpraktikerleistungen sind in Plus auf 1.000 Euro im Jahr gedeckelt, die Sehhilfe auf 500 Euro in 36 Monaten.
  • Die Ärztetarife sind bei Nebenleistungen knapp: Sehhilfen bis 250 Euro in 24 Monaten, Zahnersatz in Ärzte Plus nur 75 Prozent.
  • Ambulante Psychotherapie wird ab der 31. Sitzung nur noch zu 70 Prozent erstattet, in Ärzte Plus zusätzlich auf 50 Sitzungen begrenzt.
  • Die Selbst­beteiligungsstufe 70 verlangt im Krankheits­jahr bis zu 1.500 Euro aus eigener Tasche, was den günstigeren Beitrag relativiert.
  • OptionFlexiMed sichert nur den Gesundheitszustand und endet mit dem 50. Geburtstag; Leistungen zahlt der Tarif nicht.

Erfahrungen und Beschwerden

Bewertungen auf Bewertungsplattformen

Auf Trustpilot führt die Allianz ein Profil mit 19.046 Bewertungen. Bewertet wird dort das Gesamtunternehmen Allianz Deutschland über alle Sparten, nicht die private Kranken­versicherung allein. Die Verteilung ist zweigeteilt: 81 Prozent der Bewertungen geben fünf Sterne, 14 Prozent nur einen. Auf negative Bewertungen antwortet das Haus laut Plattform in 98 Prozent der Fälle (Trustpilot, abgerufen am 09.09.2026).

Publikumsbewertungen und Testergebnisse messen Verschiedenes: Auf Trustpilot bewerten Kunden vor allem einzelne Kontakte mit dem Versicherer, das DFSI-Rating bewertet Substanz, Produkte und Service des Unternehmens.


Was Kunden berichten

Zwei Themen wiederholen sich in den Bewertungen. Positiv genannt werden die digitale Abwicklung und das Tempo im Schadenfall, etwa: „Der Schadensfall wurde schnell und perfekt bearbeitet.“ Negativ genannt wird der Wegfall persönlicher Ansprechpartner: „Persönliche Beratung fehlt und oder wurde auf ein nicht ausreichendes Minimum reduziert.“ (beide Trustpilot, abgerufen am 09.09.2026).

Häufigster Kritikpunkt ist damit nicht die Erstattung, sondern die Erreichbarkeit: lange Wege über das Kundenpostfach, ausbleibende Rückrufe und Nachfragen, die über Wochen offen bleiben. Wer viel Wert auf einen festen Ansprechpartner legt, sollte das vor dem Abschluss klären.


Kundenurteil zur Fairness

ServiceValue hat für das Kundenurteil zur Fairness von privaten Kranken­versicherern 2026 die Bewertungen von 2.716 Versicherten ausgewertet, verteilt auf 30 Gesellschaften. Gefragt wurde nach fünf Teildimensionen: faires Produktangebot, faire Kundenberatung, faire Leistungsabwicklung, faires Preis-Leistungs-Verhältnis und faire Kundenkommunikation.

Die Allianz erhält in allen fünf Teildimensionen und in der Gesamtwertung das Urteil „Sehr gut“ (Quelle: ServiceValue). Im 5-Jahres-Ranking derselben Studie gehört sie zu den Versicherern, die seit 2022 durchgängig ausgezeichnet sind.


Beschwerden bei der BaFin

Die Beschwerdequote der Allianz liegt für 2025 bei 2,91 Beschwerden je 100.000 Verträge. Dahinter stehen 90 Beschwerden, die die BaFin abschließend bearbeitet hat, bei einem Bestand von 3.090.849 Verträgen; der Branchendurchschnitt liegt bei 6,27 (Quelle: BaFin).

Die Quote sagt, wie viele Beschwerden auf 100.000 Verträge kommen, nicht wie viele Beschwerden berechtigt waren. Über die Qualität des Versicherungsgeschäfts trifft die Statistik nach Angaben der Aufsicht ausdrücklich keine Aussage.

Unsere Einschätzung als Experten

Einordnung

Die Allianz ist in der privaten Kranken­versicherung kein Preisanbieter, sondern ein Substanzanbieter. Mit einer Solvenzquote von 454 Prozent und gebuchten Bruttobeiträgen von 4,66 Milliarden Euro gehört die Allianz Private Kranken­versicherungs-AG zu den finanzstärksten und größten Häusern der Sparte, und das schlägt in der Gesamtauswertung mit 96 von 100 Punkten durch.

Der Zuschnitt der Tarife ist konsequent zweistufig: Plus deckt den Standard einer guten Voll­versicherung, Best kauft die Freiheit bei Arzthonoraren und Klinikwahl dazu. Wer nur den Einstiegsbeitrag vergleicht, wird die Allianz selten oben finden. Wer die Erstattung über dem Höchstsatz der Gebührenordnung und die Regeln für den Beitrag im Alter vergleicht, sehr wohl.


Für wen ja, für wen nein

Ja für Ärzte und Medizinstudierende, weil die Gruppenverträge und die unbegrenzte Honorarerstattung in Ärzte Best in dieser Form selten sind. Ja für Beamte, die den offenen Beihilfeanteil punktgenau schließen wollen. Ja für Angestellte, die eine hohe Leistungsstufe langfristig durchhalten können.

Nein für alle, die zuerst auf den Beitrag schauen: Wer die Voll­versicherung möglichst günstig braucht, ist bei der Allianz an der falschen Adresse und sollte die Angebote mehrerer Häuser rechnen lassen. Nein auch für Gründer, die eine Absicherung suchen und OptionFlexiMed für eine solche halten; der Tarif zahlt keine Leistungen.


Regulierungspraxis

Zur Leistungsabwicklung liegt ein eigener Wert vor: In der Teildimension faire Leistungsabwicklung des ServiceValue-Kundenurteils 2026 erhält die Allianz „Sehr gut“. Das Urteil stammt von Versicherten, die in den zwölf Monaten vor der Befragung Kunde waren, misst also die erlebte Abwicklung und nicht die Vertragsbedingungen.

Mit uns die ideale private Kranken­versicherung finden

Unsere Beratung zur privaten Kranken­versicherung ist von Finanztip empfohlen. Wir können Ihnen kostengünstige und leistungsstarke private Kranken­versicherungen anbieten:

  • Anonyme Risikovoranfrage vorab
  • Innovative ETF-Altersabsicherung der PKV-Beiträge
  • Immer ein direkter Ansprechpartner
Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Häufige Fragen zur privaten Kranken­versicherung der Allianz

Wie reiche ich meine Arztrechnungen bei der Allianz ein?

Am schnellsten geht es über die Allianz Gesundheits-App: Rechnung abfotografieren oder den aufgedruckten Code scannen, absenden, fertig. Ein Einreichungsformular ist nicht nötig. In der App sehen Sie anschließend den Status jedes eingereichten Dokuments bis zur Erstattung. Alternativ nimmt die Allianz Rechnungen über den Online-Service und per Post an.

Wie komme ich innerhalb der Allianz in einen günstigeren Tarif?

Sie haben ein gesetzliches Recht auf einen Tarifwechsel innerhalb desselben Versicherers, und zwar unter Mitnahme Ihrer Alterungsrückstellung, geregelt in § 204 VVG. Für Mehrleistungen gegenüber dem alten Tarif darf die Allianz eine Gesundheitsprüfung verlangen oder einen Leistungsausschluss vereinbaren. Für den gleichwertigen oder niedrigeren Teil darf sie das nicht.

Warum steigen die Beiträge der Allianz, obwohl ich keine Leistungen abgerufen habe?

Private Kranken­versicherer kalkulieren die Beiträge für ein ganzes Kollektiv, nicht für einzelne Versicherte. Weichen die tatsächlichen Leistungsausgaben oder die Sterbewahrscheinlichkeiten dauerhaft von der Kalkulation ab, muss der Versicherer die Beiträge überprüfen und gegebenenfalls anpassen; die Voraussetzungen dafür stehen in § 203 VVG. Ihr eigenes Verhalten wirkt nur über die Beitragsrückerstattung.

Wie kündige ich meine private Kranken­versicherung bei der Allianz?

Die Kündigung ist zum Ende jedes Versicherungsjahres mit einer Frist von drei Monaten möglich, bei einer Voll­versicherung aber nur, wenn Sie den Nachweis über einen neuen Versicherungsschutz vorlegen; das regelt § 205 VVG. Ohne diesen Nachweis bleibt der Vertrag bestehen, weil in Deutschland eine Kranken­versicherungspflicht gilt. Nach einer Beitragserhöhung haben Sie zusätzlich ein Sonderkündigungsrecht.

Nimmt die Allianz auch Kunden mit Vor­erkrankungen an?

Ja, eine Vorerkrankung führt nicht automatisch zur Ablehnung. Die Allianz kann bei der Gesundheitsprüfung einen Risikozuschlag erheben, einzelne Leistungen ausschließen oder den Antrag ablehnen. Gefragt wird in der Regel nach Behandlungen der letzten drei bis fünf Jahre. Wie das Haus Ihren Fall bewertet, lässt sich vorher über einen anonymen Probeantrag klären, der ohne Namen und Adresse eingereicht wird und deshalb keinen Eintrag hinterlässt.

Wie viel Beitrag bekomme ich zurück, wenn ich keine Rechnungen einreiche?

In den Voll­versicherungstarifen sind es bis zu 40 Prozent eines Jahresbeitrags, in den Beihilfetarifen bis zu 50 Prozent und in den Ärztetarifen bis zu 30 Prozent. Angestellten garantiert die Allianz in der Reihe MeinGesundheitsschutz zehn Prozent. Entscheidend ist, dass Sie für das komplette Kalenderjahr keine Rechnung eingereicht haben, nicht, dass Sie nicht beim Arzt waren.

Lohnt OptionFlexiMed, wenn der Tarif keine Leistungen zahlt?

Der Tarif ist eine Wette auf Ihre Gesundheit, kein Versicherungsschutz. Er hält den heutigen Gesundheitszustand für zehn Jahre fest, verlängerbar um weitere zehn, und erlaubt danach den Wechsel in die private Voll­versicherung ohne neue Gesundheitsprüfung. Sinnvoll ist er für junge Leute, die noch gesetzlich versichert sind, den Wechsel aber absehbar planen. Wer den Wechsel nicht plant, zahlt für nichts.

Was passiert mit meinem Allianz-Vertrag, wenn ich die Beiträge nicht mehr zahlen kann?

Melden Sie sich früh, dann lässt sich meist über eine höhere Selbst­beteiligung oder einen Tarifwechsel nach § 204 VVG etwas ändern. Bleiben Beiträge über längere Zeit offen, stellt der Versicherer den Vertrag in den Notlagentarif um, der nur noch akute Erkrankungen, Schmerzzustände und Schwangerschaft abdeckt; das schreibt § 193 VVG vor. Sind die Rückstände beglichen, geht es in den alten Tarif zurück.

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Lena Mierbach
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