Private Pflege­versicherung: Was sie leistet und was sie kostet

Tarifrechner und Ratgeber (2026)

Das Wichtigste in Kürze

  • Teilabsicherung: Die gesetzliche Pflege­versicherung zahlt feste Beträge. Im ersten Jahr im Pflegeheim bleiben im Schnitt 3.364 € im Monat bei Ihnen (Stand Juli 2026).
  • Zusatzschutz: Eine private Pflegezusatz­versicherung schließt diese Lücke, am flexibelsten als Pflegetagegeld, das auch bei Pflege durch Angehörige zahlt.
  • Früh ist günstiger: Für 2.000 € Monatsleistung zahlen 25-Jährige 38 bis 61 €, 55-Jährige 134 bis 215 € im Monat (Assekurata, Stand März 2026).
  • Beratung über Holger Rasch: Unser Partner berechnet Ihren Beitrag, vergleicht die Tarife mehrerer Versicherer und begleitet Sie bei Antrag und Gesundheitsfragen.
Holger Rasch

Von den 2023 verstorbenen Versicherten der Barmer waren 78 Prozent zu Lebzeiten pflegebedürftig…

… Pflege ist also kein Randrisiko, sondern betrifft fast jeden irgendwann. Die gesetzliche Pflege­versicherung zahlt dafür nur feste Beträge je Pflegegrad, den Rest tragen Sie selbst. Wer zu Hause einen Pflegedienst braucht, zahlt nach einer Berechnung von Assekurata je nach Pflegegrad 375 bis 2.100 Euro im Monat aus eigener Tasche, im Heim ist die Lücke noch größer. Reichen Rente und Erspartes nicht, setzt das Sozialamt zuerst Ihr Einkommen und Vermögen ein. Eine private Pflegezusatz­versicherung schließt diese Lücke, am flexibelsten als Pflegetagegeld, das auch zahlt, wenn Angehörige Sie pflegen. Wir zeigen, welche Arten es gibt, was sie in welchem Alter kosten, wann sie nicht zahlen und welche Versicherer in der Gesamtauswertung vorn liegen.

Was ist eine private Pflege­versicherung?

Mit privater Pflege­versicherung ist meist die freiwillige Pflegezusatz­versicherung gemeint: Sie zahlt im Pflegefall zusätzlich zur gesetzlichen Leistung, sobald ein Pflegegrad festgestellt ist. Davon zu unterscheiden ist die private Pflegepflicht­versicherung, die alle privat Krankenversicherten haben müssen. Die Pflicht­versicherung, gesetzlich wie privat, deckt nur einen Teil der Pflegekosten.

Pflicht­versicherung und Zusatz­versicherung im Überblick

MerkmalSoziale Pflege­versicherungPrivate Pflegepflicht­versicherungPrivate Pflegezusatz­versicherung
Für wenGesetzlich KrankenversichertePrivat KrankenversicherteAlle, die zusätzlich vorsorgen wollen
PflichtJaJa, beim eigenen Kranken­versichererNein, freiwillig
Beitrag 20263,6 % vom Einkommen, kinderlos 4,2 %Eigener Beitrag, nach fünf Jahren höchstens 209,26 €Nach Eintrittsalter, Gesundheit und Leistung
LeistungFeste Beträge je PflegegradGleichwertig, als KostenerstattungVereinbarte Leistung, beim Tagegeld frei verwendbar

Wer gesetzlich krankenversichert ist, ist automatisch in der sozialen Pflege­versicherung, Träger sind die Pflegekassen bei den Krankenkassen. Privat Krankenversicherte müssen bei ihrem Kranken­versicherer eine private Pflegepflicht­versicherung abschließen, die gleichwertige Leistungen erstattet. Beiträge und Leistungen erklärt unser Ratgeber zur gesetzlichen Pflege­versicherung, wer sie trägt, die Seite zu den Trägern der Pflege­versicherung.


Alle Ratgeber zur Pflege­versicherung auf einen Blick

Diese Seite gibt Ihnen den Überblick über Pflicht­versicherung, Zusatzschutz, Kosten und Anbieter. Für jede Detailfrage gibt es einen eigenen Ratgeber. Hier finden Sie alle Seiten nach Thema sortiert, damit Sie direkt dort weiterlesen, wo Ihre Frage beantwortet wird:

Wie funktioniert die private Pflege­versicherung?

Die private Pflege­versicherung zahlt, sobald Ihre Pflegebedürftigkeit festgestellt ist, und zwar zusätzlich zur gesetzlichen Leistung. Wie viel, legen Sie beim Abschluss fest: ein Tagegeld, einen Anteil an den Pflegekosten oder eine Rente. Nötig ist sie, weil die gesetzliche Pflege­versicherung nur feste Beträge je Pflegegrad zahlt und eine große Versorgungslücke bleibt.

So funktioniert die private Pflege­versicherung

Ausschlaggebend ist der Pflegegrad, den Ihre Pflegepflicht­versicherung feststellt: bei gesetzlich Versicherten nach einem Gutachten des Medizinischen Dienstes, bei Privatversicherten nach einem Gutachten von Medicproof. Es gibt fünf Pflegegrade, sie richten sich danach, wie selbständig Sie Ihren Alltag noch bewältigen. Was die Grade bedeuten, steht auf unserer Seite zu den Pflegegraden.

Nach den Musterbedingungen beginnt der Versicherungsfall mit dieser Feststellung, eine eigene Begutachtung durch den Zusatz­versicherer ist nicht vorgesehen. Ein Pflegetagegeld zahlen die Versicherer monatlich, meist in Höhe von 30 Tagessätzen. Wie viel davon in Ihrem Pflegegrad ankommt, steht in der Staffel Ihres Tarifs. Prüfen Sie diese Staffel vor dem Abschluss genau.


Kosten ohne Pflege­versicherung

Die gesetzliche Pflege­versicherung zahlt feste Beträge, die vom Pflegegrad und der Art der Pflege abhängen. Pflegen Angehörige, gibt es Pflegegeld, für einen Pflegedienst die höhere Sachleistung und im Heim eine Pauschale für die Pflege. Diese Monatsbeträge gelten 2026 (Quelle: Bundesgesundheitsministerium):

PflegegradPflegegeldPflegesachleistungPflegeheim
Pflegegrad 2347 €796 €805 €
Pflegegrad 3599 €1.497 €1.319 €
Pflegegrad 4800 €1.859 €1.855 €
Pflegegrad 5990 €2.299 €2.096 €

In Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld, sondern vor allem den Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat. Wer zu Hause einen Pflegedienst braucht, zahlt nach einer Berechnung von Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands je nach Pflegegrad 375 bis 2.100 Euro im Monat selbst (Quelle: Assekurata-Studie).


Die Versorgungslücke im Pflegeheim 2026

Am größten ist die Lücke im Heim. Im ersten Jahr zahlen Bewohner im Bundesdurchschnitt einen Eigenanteil von 3.364 Euro im Monat: 1.775 Euro für die Pflege, 1.068 Euro für Unterkunft und Verpflegung und 521 Euro Investitionskosten (Quelle: vdek, Stand 1. Juli 2026). Je nach Bundesland sind es 2.891 bis 3.761 Euro.

Mit längerem Aufenthalt sinkt der Eigenanteil durch gesetzliche Zuschläge auf den Pflegeanteil, ab dem vierten Jahr auf 2.111 Euro. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten zahlen Sie weiter voll. Reichen Rente und Erspartes nicht, zahlt das Sozialamt Hilfe zur Pflege: Ende 2024 bekamen sie 35,1 Prozent aller Heimbewohner (Quelle: Bundesgesundheitsministerium).

Eigenanteil im Pflegeheim nach Aufenthaltsdauer, Bundesdurchschnitt 1. Juli 2026
  • 1. Jahr3.364 €
  • 2. Jahr3.051 €
  • 3. Jahr2.633 €
  • ab 4. Jahr2.111 €

Quelle: vdek, Eigenanteile im Pflegeheim, Stand 1. Juli 2026

Ihre Kinder werden erst herangezogen, wenn ihr Jahreseinkommen über 100.000 Euro liegt (Quelle: § 94 SGB XII). Vorher setzt das Sozialamt aber Ihr eigenes Einkommen und Vermögen ein. Wann Angehörige zahlen müssen, erklären unsere Ratgeber zum Elternunterhalt und zur Haftung für Angehörige.

Die Bundesregierung plant ab 2027 höhere Leistungsbeträge, zum Beispiel 630 statt 599 Euro Pflegegeld in Pflegegrad 3, und neue Punkteschwellen für die Pflegegrade; beschlossen ist das noch nicht (Stand Oktober 2026). Wer schon einen Pflegegrad hat, soll ihn bis zur nächsten Begutachtung behalten (Quelle: Gesetzentwurf Pflegeneuordnungsgesetz).


Das zahlt die private Pflege­versicherung

Wofür Sie das Geld verwenden dürfen, hängt von der Art ab. Ein Pflegetagegeld ist frei verwendbar, ohne Kostennachweis und auch dann, wenn Angehörige Sie pflegen. Eine Pflegekosten­versicherung stockt dagegen die gesetzliche Leistung auf oder erstattet nachgewiesene Kosten. Typisch fließt das Geld aus der Zusatz­versicherung in diese Posten:

  • Ambulanter Pflegedienst und Betreuung zu Hause
  • Pflege durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn
  • Eigenanteil im Pflegeheim
  • Umbau der Wohnung und Hilfen im Haushalt

Wann leistet die Versicherung?

Die Leistung beginnt mit dem festgestellten Pflegegrad, ihre Höhe richtet sich nach der Staffel Ihres Tarifs. Im Heim zahlen fast alle Pflegetagegeldtarife ab Pflegegrad 2 das volle Tagegeld, zu Hause meist erst in Pflegegrad 5. Sichern Sie Pflegegrad 2 und 3 zu Hause ausreichend ab: Ende 2025 hatten fast 70 Prozent der Leistungsbeziehenden einen dieser beiden Grade.

Leistungsbeziehende der sozialen Pflege­versicherung nach Pflegegrad, Ende 2025
  • Pflegegrad 115,8 %
  • Pflegegrad 240,1 %
  • Pflegegrad 329,2 %
  • Pflegegrad 411,0 %
  • Pflegegrad 53,9 %

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung, Stand Juli 2026


Wann leistet die private Pflege­versicherung nicht?

Kein Geld gibt es, wenn die Bedingungen des Tarifs nicht erfüllt sind. Lesen Sie deshalb vor dem Abschluss, wann Ihr Versicherer leistet und wann nicht. Typische Gründe, warum eine private Pflege­versicherung nicht oder noch nicht zahlt, sind diese:

  • Es ist kein Pflegegrad festgestellt oder der Antrag wurde abgelehnt
  • Ihr Pflegegrad liegt unter der Schwelle des Tarifs, etwa bei einem Einsteigertarif ab Pflegegrad 4
  • Der Versicherer hat wegen einer Vorerkrankung einen Leistungsausschluss vereinbart
  • Eine vereinbarte Wartezeit läuft noch, im Pflege-Bahr bis zu fünf Jahre
  • Sie haben Gesundheitsfragen falsch beantwortet und der Versicherer ist zurückgetreten

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Unser Partner Holger Rasch zeigt Ihnen den Beitrag für die Tarifstufen Basis, Komfort und Premium und berät Sie persönlich zur passenden Höhe.

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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Für wen ist eine private Pflege­versicherung sinnvoll?

Sinnvoll ist sie für alle, die den Eigenanteil im Pflegefall nicht sicher aus Rente und Vermögen zahlen können und ihr Erspartes oder ihre Angehörigen schützen wollen. Am meisten bringt sie, wenn Sie gesund und vergleichsweise jung abschließen. Wer schon pflegebedürftig ist, bekommt in der Regel keinen Vertrag mehr.

Wann ist die Pflege­versicherung sinnvoll?

Pflege betrifft fast jeden irgendwann: Von den 2023 verstorbenen Versicherten der Barmer waren 78 Prozent zu Lebzeiten pflegebedürftig (Quelle: Barmer Pflegereport 2024). Wer 2022 pflegebedürftig wurde, bleibt es nach Berechnung der Barmer im Schnitt 7,5 Jahre. Das Risiko steigt dabei stark mit dem Alter.

Zwischen 20 und 65 Jahren sind 2,6 Prozent pflegebedürftig, zwischen 80 und 85 Jahren 37,8 Prozent und ab 90 Jahren 74,7 Prozent (Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Stand Juli 2026). Die Verbraucherzentrale hält eine Zusatz­versicherung unter etwa 50 Jahren meist noch nicht für nötig, ein früher Abschluss senkt aber den Beitrag. Beide Seiten wägt unser Ratgeber Ist eine private Pflege­versicherung sinnvoll? ab.

Anteil Pflegebedürftiger nach Altersgruppe in der sozialen Pflege­versicherung
  • unter 203,3 %
  • 20 bis 652,6 %
  • 65 bis 708,6 %
  • 70 bis 7513,3 %
  • 75 bis 8021,9 %
  • 80 bis 8537,8 %
  • 85 bis 9056,8 %
  • ab 9074,7 %

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung, Stand Juli 2026


Vorteile einer privaten Pflege­versicherung

Ihre Stärken zeigt die private Pflege­versicherung vor allem als Pflegetagegeld, weil es zu Hause, im Heim und bei Pflege durch Angehörige zahlt. Wichtig ist, dass Sie den Tarif so wählen, dass er auch in den niedrigen Pflegegraden spürbar leistet. Diese Vorteile sprechen für eine Zusatz­versicherung:

  • Sie bestimmen selbst, ob Angehörige, ein Pflegedienst oder ein Heim Sie versorgen
  • Ihr Erspartes bleibt geschützt, Ihre Kinder werden entlastet
  • Je nach Tarif zahlt die Versicherung schon ab Pflegegrad 1
  • Der Beitrag steigt nicht, nur weil Sie älter werden
  • Die Leistungen sind einkommensteuerfrei

Nachteile der privaten Pflege­versicherung

Eine Pflegezusatz­versicherung ist eine reine Risiko­versicherung, der Beitrag muss deshalb über Jahrzehnte in Ihr Budget passen. Alle Argumente einzeln abgewogen finden Sie auf unserer Seite Pro und Contra der privaten Pflege­versicherung. Diese Nachteile sollten Sie vor dem Abschluss kennen:

  • Sie zahlen über Jahrzehnte Beiträge, bei einer Kündigung gibt es kein Geld zurück
  • Beitragserhöhungen sind möglich, wenn die Leistungen eines Tarifs dauerhaft steigen
  • Mit Vor­erkrankungen drohen Zuschlag, Leistungsausschluss oder Ablehnung
  • Wer nie pflegebedürftig wird, bekommt keine Leistung

Sonderinformationen für bestimmte Berufsgruppen

Für einige Gruppen gelten eigene Regeln bei Beitrag, Leistung oder Abschluss. Die wichtigsten Unterschiede stehen in der Tabelle, jeweils mit dem passenden Ratgeber. Alle Gruppen finden Sie in der Übersicht der Berufsgruppen:

GruppeWas anders istRatgeber
BeamtePflege­versicherung und Beihilfe zahlen je anteilig, zusammen nur die gesetzlichen BeträgePflege­versicherung für Beamte
RentnerAbschluss oft noch möglich, viele Tarife ohne Höchstalter, Beitrag deutlich höherPflege­versicherung für Rentner
SelbständigeZusatzbeitrag wirkt steuerlich oft nicht, weil die Basisbeiträge den Höchstbetrag ausschöpfenPflege­versicherung für Selbständige
KinderNach­versicherung über einen Elternteil binnen zwei Monaten nach der Geburt ohne RisikozuschlagPflege­versicherung für Kinder
KinderloseAb 23 Jahren 0,6 Punkte Zuschlag, 2026 also 4,2 % BeitragPflege­versicherung für Kinderlose

Welche Arten der privaten Pflege­versicherung gibt es?

Es gibt drei Arten: Pflegetagegeld, Pflegekosten­versicherung und Pflegerente. Dazu kommt der staatlich geförderte Pflege-Bahr, eine Sonderform des Pflegetagegelds. Für die meisten Menschen ist das Pflegetagegeld die flexibelste Lösung, weil es zu Hause, im Heim und bei Pflege durch Angehörige zahlt.

Arten der privaten Pflege­versicherung im Vergleich

MerkmalPflegetagegeldPflegekostenPflegerentePflege-Bahr
LeistungTagegeld, frei verwendbarAufstockung der gesetzlichen Leistung oder ErstattungLebenslange Rente, frei verwendbarTagegeld oder Monatsgeld, frei verwendbar
AnbieterKranken­versichererKranken­versichererLebens­versichererKranken­versicherer, staatlich gefördert
GesundheitsprüfungJaJaJaNein
Volle Leistung bei Pflege durch AngehörigeJaNeinJaJa
BeitragMittelEtwas günstigerZwei- bis dreimal so hochAb 15 € einschließlich 5 € Zulage

Die Angaben gelten für typische Tarife und stammen aus der Studie von Assekurata und der Bewertung der Verbraucherzentrale. Im Einzelfall entscheiden die Bedingungen. Eine Übersicht mit allen drei Arten finden Sie auf der Seite Arten der privaten Pflege­versicherung.


1. Die Pflegetagegeld­versicherung

Sie vereinbaren einen Tagessatz, zum Beispiel 50 Euro, und bekommen im Pflegefall monatlich bis zu 30 Tagessätze, hier also 1.500 Euro. Zu Hause zahlt der Tarif je nach Pflegegrad einen Anteil, im Heim fast immer ab Pflegegrad 2 den vollen Satz. Mit gut drei Millionen Versicherten Ende 2024 ist es die verbreitetste Form der Pflegezusatz­versicherung.

Alle Details zur Pflegetagegeld­versicherung


2. Die Pflegekosten­versicherung

Sie stockt die gesetzlichen Leistungen um einen festen Prozentsatz auf, meist 50 oder 100 Prozent, oder erstattet Restkosten bis zu einem Höchstbetrag. Sie ist etwas günstiger, leistet aber bei Pflege durch Angehörige weniger und meist erst ab Pflegegrad 2. Laut Assekurata bieten nur fünf private Kranken­versicherer sie überhaupt an.

Alle Details zur Pflegekosten­versicherung


3. Die Pflegerenten­versicherung

Die Pflegerente ist ein Produkt der Lebens­versicherer und zahlt im Pflegefall lebenslang eine monatliche Rente, voll meist erst ab Pflegegrad 4 oder 5. Der Beitrag ist laut Verbraucherzentrale etwa zwei- bis dreimal so hoch wie bei den anderen Arten, dafür meist stabil und im Pflegefall oft beitragsfrei. Bei Kündigung gibt es einen Rückkaufswert. Wir halten sie für ein Nischenprodukt.

Alle Details zur Pflegerenten­versicherung


Staatlich geförderter Pflege-Bahr

Beim Pflege-Bahr legt der Staat fünf Euro im Monat dazu, wenn Sie mindestens zehn Euro einzahlen (Quelle: § 127 SGB XI). Der Versicherer muss jeden ab 18 Jahren ohne Gesundheitsprüfung annehmen. Die Leistung ist aber klein: In Pflegegrad 5 sind mindestens 600 Euro im Monat Pflicht, und die Wartezeit darf bis zu fünf Jahre dauern.

Wir raten zum Pflege-Bahr vor allem, wenn Sie wegen Vor­erkrankungen keinen anderen Tarif bekommen, oder als Ergänzung zu einem Pflegetagegeld. Bei einigen Versicherern entfällt die Wartezeit, wenn Sie beide Verträge zusammen abschließen. Alle Regeln, Kosten und Testergebnisse stehen auf unserer Seite zum Pflege-Bahr.


Nachträgliche Leistungserhöhungen

Pflege wird mit den Jahren teurer, deshalb sollte die Leistung mitwachsen. Viele Tarife haben eine Dynamik: Am häufigsten steigen Tagegeld und Beitrag alle drei Jahre um zehn Prozent. Bei einigen Versicherern endet sie mit 65 oder 70 Jahren, und wer drei Erhöhungen in Folge ablehnt, verliert das Recht meist dauerhaft. Wichtig ist, dass die Dynamik auch im Pflegefall weiterläuft.

Was kostet eine private Pflege­versicherung?

Der Beitrag hängt vor allem vom Eintrittsalter, der Leistung und Ihrer Gesundheit ab. Für ein Pflegetagegeld mit 2.000 Euro Monatsleistung zahlen 25-Jährige 38 bis 61 Euro im Monat, 45-Jährige 78 bis 130 Euro und 55-Jährige 134 bis 215 Euro. Das hat Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands für vier reale Tarife berechnet (Stand März 2026).

Rechenbeispiel Pflegetagegeld­versicherung

Eintrittsalter2.000 € im Monat3.500 € im Monat
25 Jahre38 bis 61 €66 bis 107 €
35 Jahre55 bis 87 €96 bis 152 €
45 Jahre78 bis 130 €136 bis 227 €
55 Jahre134 bis 215 €235 bis 377 €

Die Werte sind Monatsbeiträge für vier Tarife, deren Namen die Studie nicht nennt (Quelle: Assekurata-Studie für den PKV-Verband). 2.000 Euro decken laut Studie die rein pflegebedingten Kosten im Heim, 3.500 Euro die gesamte Lücke. Wer mit 25 Jahren die kleinere Absicherung wählt, zahlt bis zum Alter von 85 Jahren insgesamt 27.026 bis 43.831 Euro, wer mit 55 beginnt, 48.313 bis 77.563 Euro.

Auch die Versicherer nennen Beispielbeiträge: Die Allianz gibt für ihr PflegetagegeldBest bei Eintritt mit 35 Jahren 16,80 Euro im Monat für 600 Euro Monatsleistung an, mit 63 Jahren 106,68 Euro für 1.050 Euro (laut Versicherer, abgerufen am 13. Oktober 2026). Die Verbraucherzentrale nennt für 50-Jährige mit 50 Euro Tagessatz und Beitragsbefreiung 70 bis 160 Euro im Monat.


Diese Faktoren geben den Ausschlag für den monatlichen Beitrag

Eintrittsalter

Der Beitrag richtet sich nach Ihrem Alter bei Vertragsbeginn. Eine Erhöhung allein, weil Sie älter werden, ist ausgeschlossen, denn der Versicherer bildet Alterungsrückstellungen.

Gesundheit

Vor dem Abschluss beantworten Sie Gesundheitsfragen. Bei erhöhtem Risiko darf der Versicherer einen Zuschlag oder Leistungsausschluss vereinbaren oder den Antrag ablehnen.

Art des Tarifs

Pflegekostentarife sind etwas günstiger als ein Pflegetagegeld. Eine Pflegerente kostet laut Verbraucherzentrale etwa zwei- bis dreimal so viel.

Leistung

Entscheidend ist, wie viel der Tarif in welchem Pflegegrad zahlt, ob die Leistung dynamisch steigt und ab wann der Beitrag im Pflegefall entfällt.


Was kostet die Pflegepflicht­versicherung?

Neben einer Zusatz­versicherung zahlen Sie immer den Beitrag zur Pflicht­versicherung. In der sozialen Pflege­versicherung sind es 2026 3,6 Prozent Ihres beitragspflichtigen Einkommens bis 5.812,50 Euro im Monat, Kinderlose ab 23 Jahren zahlen 4,2 Prozent. Beschäftigte teilen sich den Beitrag mit dem Arbeitgeber, den Zuschlag für Kinderlose tragen sie allein.

VersicherteBeitragssatz 2026Ihr Anteil
Beschäftigte mit Kind3,6 %1,8 %, Arbeitgeber 1,8 %
Beschäftigte ohne Kind ab 234,2 %2,4 %, Arbeitgeber 1,8 %
Beschäftigte in Sachsen mit Kind3,6 %2,3 %, Arbeitgeber 1,3 %
Rentner3,6 %, kinderlos 4,2 %Voller Beitrag aus der Rente
Privat VersicherteEigener Beitrag des VersicherersNach fünf Jahren höchstens 209,26 € im Monat

In der privaten Pflegepflicht­versicherung kalkuliert jeder Versicherer den Beitrag selbst. Nach fünf Jahren Versicherungszeit darf er den Höchstbeitrag der sozialen Pflege­versicherung nicht übersteigen, 2026 sind das 209,26 Euro im Monat. Beamte mit Beihilfe zahlen höchstens die Hälfte davon. Mehr dazu auf den Seiten zur Pflege­versicherung in Sachsen und für Kinderlose.


Kann der Beitrag steigen?

Ja, aber nicht wegen Ihres Alters. Weichen die tatsächlichen Leistungen eines Tarifs dauerhaft von der Kalkulation ab, muss der Versicherer die Beiträge prüfen und anpassen, ein Treuhänder muss zustimmen (Quelle: § 155 VAG). Nach einer Erhöhung können Sie binnen zwei Monaten kündigen. Ist Ihnen der Beitrag zu hoch, senken Sie besser die Leistung, statt den Vertrag aufzugeben.


Beiträge steuerlich absetzen

Beiträge zur Pflegezusatz­versicherung zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Abziehbar sind sie zusammen mit den Kranken- und Pflegepflichtbeiträgen bis 1.900 Euro im Jahr, für Selbständige ohne Zuschuss bis 2.800 Euro. Schöpfen schon die Pflichtbeiträge die Grenze aus, wirkt der Zusatzbeitrag nicht. Die Leistungen sind steuerfrei. Mehr dazu unter Pflege­versicherung und Steuer.

Experten-Tipp:
Experte für Pflege­­versicherungen

„Verbraucher sollten spätestens zwischen Mitte 40 und Ende 50 eine private Pflege­versicherung abgeschlossen haben. Denn in diesem Alter sind die empfehlenswerten Tarife noch bezahlbar. Wer sich noch früher für eine private Pflege­versicherung entscheidet, kann noch mehr Geld sparen. Je jünger die Versicherten beim Vertragsabschluss sind, desto geringer ist die Beitragshöhe.“

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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Ihren Beitrag mit dem Tarifrechner berechnen

Mit unserem Tarifrechner sehen Sie sofort, was Ihr Schutz kostet, und unser Partner Holger Rasch berät Sie anschließend persönlich.

  • Beitrag sofort online berechnen
  • Vergleich der Tarife mehrerer Versicherer
  • Begleitung bei Antrag und Gesundheitsfragen
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Experte für Pflege­versicherungen

Welche private Pflege­versicherung ist die beste?

In unserer Gesamtauswertung aus fünf Tests und der Beschwerdestatistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) liegt die Allianz mit 92 von 100 Punkten vorn, vor der R+V mit 85 und der Württembergischen mit 79 Punkten. Unsere Experten empfehlen unter anderem Allianz, DKV und Barmenia.

Ausschnitt der aktuellen Testsieger (2026)

RangAnbieterGesamtauswertungDFSI Pflegetagegeld 2026
1Allianz92 von 100 PunktenHervorragend
2R+V85 von 100 PunktenSehr gut
3Württembergische79 von 100 PunktenHervorragend
4HanseMerkur78 von 100 PunktenHervorragend
5Barmenia75 von 100 PunktenSehr gut

Dahinter folgen die LVM mit 72, Debeka und Generali mit je 71, die DKV mit 70 und die ARAG mit 66 Punkten. In die Gesamtauswertung fließen der Pflegetagegeld-Test des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) für Focus Money, die Ratings von Franke und Bornberg und Morgen und Morgen, zwei Kundenstudien von ServiceValue und die Beschwerdequote der BaFin ein.


Diese Versicherer empfehlen unsere Experten

Unsere Experten empfehlen unter anderem Allianz, DKV und Barmenia. Alle drei liegen auch in unserer Gesamtauswertung unter den besten zehn. Warum wir sie empfehlen und wie die Einzeltests ausfallen, steht im Test der privaten Pflege­versicherung. Alle Versicherer mit eigener Seite finden Sie unter Anbieter der privaten Pflege­versicherung.

Ein gutes Testergebnis ersetzt nicht den Vergleich für Ihr Alter und Ihre Gesundheit, denn der günstigste gute Tarif ist für jeden ein anderer. Achten Sie neben der Note auf die Staffel in den Pflegegraden 2 und 3, die Dynamik im Pflegefall und den Pflegegrad, ab dem der Beitrag entfällt.

Wie schließen Sie eine private Pflege­versicherung ab?

Klären Sie zuerst Ihren Bedarf, vergleichen Sie dann Tarife und beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig. Am einfachsten geht das mit unserem Partner Holger Rasch: Er berechnet Ihren Beitrag, vergleicht die Tarife mehrerer Versicherer und begleitet Sie bei Antrag und Gesundheitsfragen. Die Beratung ist für Sie kostenfrei.

Analysieren Sie Ihren Versicherungsbedarf

Überlegen Sie vor dem Abschluss, wie Sie im Pflegefall leben möchten und was Rente und Erspartes dann tragen. Rechnen Sie mit einem Eigenanteil im Heim von über 3.000 Euro im Monat und ziehen Sie ab, was Sie selbst aufbringen können. Die Differenz ist Ihre Lücke. Diese Fragen helfen Ihnen bei der Einschätzung:

  • Wer würde Sie pflegen: Angehörige, ein Pflegedienst oder ein Heim?
  • Wie hoch sind Ihre Rente und Ihr Vermögen im Alter?
  • Sollen Ihre Kinder oder Ihr Partner finanziell entlastet werden?
  • Leben Sie allein, oder planen Sie im Alter einen Umzug, vielleicht ins Ausland?

Wer im Alter ins Ausland ziehen will, sollte auf den Geltungsbereich achten: Nach den Musterbedingungen gilt ein Pflegetagegeld nur in Deutschland, viele Tarife leisten aber weltweit. Was in diesem Fall für die Pflicht­versicherung gilt, steht auf unserer Seite zur Pflege­versicherung im Ausland.


Checkliste: Achten Sie auf diese Details im Vertrag

Achten Sie beim Vergleich nicht nur auf einen günstigen Beitrag. Entscheidend ist, dass der Tarif in den Situationen zahlt, die am wahrscheinlichsten sind, und dass die Leistung ihren Wert behält. Diese Punkte sollte ein guter Tarif erfüllen:

  • Spürbare Leistung zu Hause schon in Pflegegrad 2 und 3
  • Volle Leistung auch bei Pflege durch Angehörige
  • Dynamik, die auch im Pflegefall weiterläuft
  • Beitragsbefreiung spätestens ab Pflegegrad 4
  • Keine Wartezeit und Anerkennung des Pflegegrads der Pflegepflicht­versicherung
  • Schutz auch bei einem Umzug ins Ausland

Diese Fehler sollten Sie beim Abschluss der privaten Pflege­versicherung vermeiden

Viele Fehler passieren schon beim Antrag. Wie Sie die Fragen richtig beantworten und was mit Vor­erkrankungen möglich ist, erklärt unsere Seite zu den Gesundheitsfragen in der Pflege­versicherung. Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Zu lange warten: Mit den Jahren steigen Beitrag und Risiko, wegen einer Krankheit abgelehnt zu werden
  • Zu geringe Leistung in den niedrigen Pflegegraden vereinbaren
  • Nur auf den Beitrag schauen und nicht auf die Bedingungen
  • Gesundheitsfragen unvollständig oder falsch beantworten
  • Ohne Vergleich mehrerer Angebote abschließen

Beratung mit Holger Rasch

Unser Partner Holger Rasch ist Gründer der „Pflege­versicherung Spezialisten“ in Grafschaft und auf Pflege­versicherungen spezialisiert. Ihre Anfrage stellen Sie über unser Formular, Holger Rasch bearbeitet sie und berät Sie persönlich. So läuft die Beratung in vier Schritten ab:

1. Beitrag berechnen

Sie geben Geburtsjahr, Berufsgruppe und Gesundheitszustand an und sehen den Beitrag für die Tarifstufen Basis, Komfort und Premium.

2. Persönliche Beratung

Holger Rasch bespricht mit Ihnen am Telefon oder per Video, welche Leistung Sie brauchen, und vergleicht die Tarife mehrerer Versicherer.

3. Antrag und Gesundheitsfragen

Er begleitet Sie beim Antrag und hilft Ihnen, die Gesundheitsfragen vollständig zu beantworten.

4. Hilfe im Leistungsfall

Tritt der Pflegefall ein, unterstützt er Sie dabei, die Leistung beim Versicherer zu beantragen.

Die Beratung ist für Sie kostenfrei und unverbindlich. Holger Rasch erhält für die Vermittlung eine Vergütung vom Versicherer, die im Beitrag des Tarifs enthalten ist. Wie die Beratung im Detail abläuft und wer Sie berät, lesen Sie auf der Seite Beratung zur privaten Pflege­versicherung.


Pflegefall: Was passiert jetzt?

Den Pflegegrad beantragen Sie bei Ihrer Pflegekasse, als Privatversicherter bei Ihrem Versicherer. Danach kommt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes oder von Medicproof, die Entscheidung muss innerhalb von 25 Arbeitstagen fallen. Leistungen gibt es ab dem Monat des Antrags, stellen Sie ihn deshalb sofort. Rat bekommen Sie bei Ihrer Pflegekasse und in Pflegestützpunkten.

Den Bescheid über den Pflegegrad reichen Sie anschließend bei Ihrer Zusatz­versicherung ein. Angehörige, die kurzfristig die Pflege organisieren, dürfen bis zu zehn Arbeitstage im Jahr der Arbeit fernbleiben und bekommen dafür Pflegeunterstützungsgeld. Für den Fall, dass Sie nicht mehr selbst entscheiden können, sorgt eine Vorsorgevollmacht vor.

Experten-Tipp:
Experte für Pflege­­versicherungen

„Die Gesundheitsfragen müssen unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Ist dies nicht der Fall und kommt es zum Pflegefall, kann es passieren, dass die Versicherung nur einen Teil der Leistung auszahlt oder die Auszahlung sogar komplett verweigert. Achten Sie im Fall einer Pflegebedürftigkeit außerdem darauf, die Leistungen Ihrer Pflegezusatz­versicherung möglichst schnell zu beantragen. Nicht alle Versicherer sehen eine rückwirkende Leistung vor.“

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Experte für Pflege­versicherungen

Mit uns die ideale private Pflege­­versicherung finden

Gemeinsam mit unserem Partner Holger Rasch schließen wir Ihre Versorgungslücke und sichern Ihr Vermögen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ab.

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  • Unterstützung im Leistungsfall
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Experte für Pflege­versicherungen

Die häufigsten Fragen zur privaten Pflegezusatz­versicherung

Wie sind Privatversicherte pflegeversichert?

Über die private Pflegepflicht­versicherung bei ihrem Kranken­versicherer. Sie ist Pflicht für alle privat Krankenversicherten, ihre Leistungen müssen laut § 23 SGB XI gleichwertig zur sozialen Pflege­versicherung sein, statt Sachleistungen gibt es Kostenerstattung in gleicher Höhe. Eine Pflegezusatz­versicherung können Privatversicherte wie gesetzlich Versicherte zusätzlich abschließen.

Ist die private Pflege­versicherung Pflicht?

Nein, die private Pflegezusatz­versicherung ist freiwillig. Pflicht ist nur die Pflegepflicht­versicherung: Gesetzlich Krankenversicherte sind automatisch in der sozialen Pflege­versicherung, privat Krankenversicherte müssen bei ihrem Kranken­versicherer eine private Pflegepflicht­versicherung abschließen. Beide decken nur einen Teil der Kosten, mehr dazu bei der gesetzlichen Pflege­versicherung.

Ist es sinnvoll, eine private Pflege­versicherung abzuschließen?

Für die meisten Menschen ja, weil die gesetzliche Leistung nur einen Teil der Kosten deckt und im Heim im ersten Jahr im Schnitt 3.364 Euro im Monat selbst zu zahlen sind. Sie schützen Ihr Erspartes und entlasten Ihre Angehörigen. Werden Sie nie pflegebedürftig, haben Sie die Beiträge allerdings ohne Gegenleistung gezahlt. Mehr unter Ist eine private Pflege­versicherung sinnvoll?

Wie hoch sollte die private Pflege­versicherung sein?

So hoch, dass sie Ihre Lücke schließt. Im Heim lag der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr laut vdek bei 3.364 Euro im Monat (Stand Juli 2026), das sind rund 112 Euro am Tag. Ziehen Sie ab, was Rente und Erspartes tragen, und sichern Sie auch die Pflege zu Hause in Pflegegrad 2 und 3 ausreichend ab.

Wie teuer ist eine private Pflege­versicherung?

Das hängt vor allem vom Eintrittsalter und der Leistung ab. Für ein Pflegetagegeld mit 2.000 Euro Monatsleistung zahlen 25-Jährige laut einer Studie von Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands 38 bis 61 Euro im Monat, 35-Jährige 55 bis 87 Euro, 45-Jährige 78 bis 130 Euro und 55-Jährige 134 bis 215 Euro (Stand März 2026).

Wann sollten Sie eine private Pflege­versicherung abschließen?

Möglichst früh und solange Sie gesund sind. Der Beitrag richtet sich nach dem Eintrittsalter und steigt danach nicht wegen des Alters, und die Gesundheitsfragen entscheiden über die Annahme. Die Verbraucherzentrale hält eine Zusatz­versicherung unter etwa 50 Jahren meist noch nicht für nötig, ein später Abschluss kostet aber deutlich mehr.

Wie können Sie die private Pflege­versicherung kündigen?

Zum Ende jedes Versicherungsjahres mit drei Monaten Frist, nach einer Beitragserhöhung auch binnen zwei Monaten, so regelt es § 205 VVG. Eine Mindestvertragsdauer darf bei Pflegetagegeld und Pflegekosten nicht vereinbart werden. Geld zurück gibt es nicht, die angesparten Alterungsrückstellungen gehen verloren. Nur die Pflegerente hat einen Rückkaufswert.

Gibt es eine private Pflege­versicherung ohne Gesundheitsfragen?

Ja, den Pflege-Bahr: Er nimmt jeden ab 18 Jahren ohne Gesundheitsprüfung auf, die Leistung ist aber begrenzt und die Wartezeit dauert bis zu fünf Jahre. Neugeborene kann ein versicherter Elternteil binnen zwei Monaten ohne Prüfung nachversichern. Einige Tarife arbeiten außerdem mit einer Liste ausgeschlossener Krankheiten statt mit Fragen.

Was kostet die Pflegepflicht­versicherung im Monat?

In der sozialen Pflege­versicherung 3,6 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens, für Kinderlose ab 23 Jahren 4,2 Prozent (Stand 2026). Beschäftigte zahlen davon 1,8 beziehungsweise 2,4 Prozent, den Rest der Arbeitgeber. In der privaten Pflegepflicht­versicherung hat jeder Versicherer einen eigenen Beitrag, nach fünf Jahren höchstens 209,26 Euro im Monat.

Ab welchem Pflegegrad zahlt die private Pflege­versicherung?

Das legt der Tarif fest. Viele Pflegetagegeldtarife zahlen schon in Pflegegrad 1 einen kleinen Anteil, meist zehn bis 20 Prozent des Tagegelds, Einsteigertarife oft erst ab Pflegegrad 4. Pflegekostentarife leisten meist erst ab Pflegegrad 2, der Pflege-Bahr in jedem Pflegegrad. Im Heim zahlen fast alle Pflegetagegeldtarife ab Pflegegrad 2 das volle Tagegeld.

Welche private Pflege­versicherung ist die beste?

In unserer Gesamtauswertung aus fünf Tests und der BaFin-Beschwerdestatistik liegt die Allianz mit 92 von 100 Punkten vorn, vor R+V mit 85 und Württembergischer mit 79 Punkten. Welcher Tarif für Sie der beste ist, hängt aber von Alter, Gesundheit und Ihren Wünschen ab. Alle Ergebnisse stehen im Test der privaten Pflege­versicherung.

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Lena Mierbach
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