Pflege­versicherung für Kinder: Familien­versicherung, Kosten und Tarife

Tarifrechner, aktuelle Testergebnisse und Ratgeber (2026)

Das erwartet Sie hier

Wann Ihr Kind beitragsfrei pflegeversichert ist, was die Pflege­versicherung für pflegebedürftige Kinder zahlt und wann sich ein Zusatzschutz lohnt.

Inhalt dieser Seite
  1. Wie sind Kinder pflegeversichert?
  2. Wie lange sind Kinder beitragsfrei pflegeversichert?
  3. Was zahlt die Pflege­­versicherung für pflegebedürftige Kinder?
  4. Ist eine Pflegezusatz­­versicherung für Kinder sinnvoll?
  5. Wie sichern Eltern ihr Kind richtig ab?
  6. Häufige Fragen (FAQ)
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Das Wichtigste in Kürze

  • Beitragsfrei mitversichert: Kinder sind in der Familien­versicherung und in der privaten Pflegepflicht­versicherung der Eltern beitragsfrei, in der Regel bis 18, in Ausbildung bis 25.
  • Gleiche Leistungen: Pflegebedürftige Kinder bekommen dieselben Beträge wie Erwachsene, Babys bis 18 Monate werden eine Stufe höher eingestuft.
  • Zusatzschutz kostet eigenen Beitrag: Ein Pflegetagegeld für ein achtjähriges Kind kostet bei der Allianz 22,48 € im Monat für 2.400 € Leistung. Einen Pflege-Bahr gibt es erst ab 18.
  • Kindernach­versicherung nutzen: Hat ein Elternteil ein Pflegetagegeld, wird das Neugeborene ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen, wenn Sie es binnen zwei Monaten anmelden. Unser Partner Holger Rasch berät Sie dazu.
Holger Rasch

Ende 2025 bezogen 348.922 Kinder unter 15 Jahren Leistungen der sozialen Pflege­versicherung…

… dazu 100.820 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Pflege ist also kein reines Altersthema. Wird Ihr Kind pflegebedürftig, zahlt die Pflege­versicherung dieselben Beträge wie bei Erwachsenen, und Eltern, die zu Hause pflegen, bekommen unter bestimmten Voraussetzungen Rentenbeiträge und steuerlich einen Pflege-Pauschbetrag. Ein eigenes Pflegetagegeld für Ihr Kind hilft zusätzlich, den Verdienstausfall eines Elternteils aufzufangen, und sichert vor allem die Versicherbarkeit, auch wenn später eine Krankheit auftritt. Wir zeigen, wie lange Kinder beitragsfrei mitversichert sind, wie die Kindernach­versicherung ohne Gesundheitsprüfung funktioniert, was ein Tarif für Kinder kostet und welche Fehler nach der Geburt teuer werden.

Wie sind Kinder pflegeversichert?

Kinder sind fast immer beitragsfrei über ihre Eltern pflegeversichert: in der sozialen Pflege­versicherung über die Familien­versicherung, in der privaten Pflegepflicht­versicherung als mitversicherte Kinder. Die Pflege­versicherung zahlt im Pflegefall feste Beträge, die tatsächlichen Kosten und den Verdienstausfall der Eltern deckt sie nicht. Eine Zusatz­versicherung kostet für jedes Kind einen eigenen Beitrag.

Die Pflege­versicherung von Kindern auf einen Blick

Wo Ihr Kind pflegeversichert ist, hängt von der Versicherung der Eltern ab und davon, ob die Eltern verheiratet sind. Die Tabelle zeigt die häufigsten Fälle mit Stand 2026. Hat Ihr Kind ein eigenes Einkommen über der Grenze, wird es selbst Mitglied (Quelle: SGB XI § 25).

SituationPflege­versicherung des KindesBeitrag für das Kind
Eltern gesetzlich versichertSoziale Pflege­versicherung über die Familien­versicherungBeitragsfrei
Eltern privat versichertPrivate Pflegepflicht­versicherung, beim Elternteil mitversichertBeitragsfrei
Verheiratet, der privat versicherte Elternteil verdient mehr und über 6.450 € im MonatKeine Familien­versicherung, das Kind wird privat versichertIn der Pflegepflicht­versicherung beitragsfrei
Nicht verheiratet, ein Elternteil gesetzlich versichertFamilien­versicherung über den gesetzlich versicherten Elternteil möglichBeitragsfrei
Kind mit eigenem Einkommen über 565 € im Monat (Minijob 603 €)Eigene MitgliedschaftEigener Beitrag

Kinder in der gesetzlichen Pflege­­versicherung

Sind die Eltern gesetzlich krankenversichert, ist das Kind über die Familien­versicherung automatisch in der sozialen Pflege­versicherung mitversichert. Sind die Eltern privat versichert, braucht das Kind zwar eine eigene private Kranken­versicherung, in der Pflegepflicht­versicherung ist es aber beitragsfrei mitversichert, unter denselben Voraussetzungen wie in der Familien­versicherung (Quelle: SGB XI § 110).

Leistungen und Pflegegrade sind in beiden Systemen gleich. Bei gesetzlich versicherten Kindern begutachtet der Medizinische Dienst, bei privat versicherten Medicproof. Wie die soziale Pflege­versicherung insgesamt funktioniert, steht im Ratgeber zur gesetzlichen Pflege­versicherung. Für Kinder von Beamten gilt zusätzlich die Beihilfe, mehr dazu im Ratgeber für Beamte.


Zusatzschutz für Kinder

Eine private Pflegezusatz­versicherung zahlt zusätzlich zur gesetzlichen Leistung, am flexibelsten als Pflegetagegeld ohne Kostennachweis. Anders als in der Pflicht­versicherung gibt es hier keine Familien­versicherung, jedes Kind braucht einen eigenen Vertrag. Der größte Vorteil für Familien ist die Kindernach­versicherung direkt nach der Geburt, ohne Gesundheitsprüfung.

Wie lange sind Kinder beitragsfrei pflegeversichert?

Beitragsfrei mitversichert sind Kinder bis 18 Jahre, ohne Erwerbstätigkeit bis 23 und in Schule, Ausbildung oder Studium bis 25. Für Kinder mit Behinderung gilt unter Umständen keine Altersgrenze. Voraussetzung ist außerdem, dass das eigene Einkommen 2026 nicht über 565 Euro im Monat liegt, bei einem Minijob nicht über 603 Euro.

Wie lange sind Kinder bei den Eltern mitversichert?

Die Altersgrenzen stehen im Gesetz und gelten in der sozialen wie in der privaten Pflegepflicht­versicherung. Leistet Ihr Kind einen Freiwilligendienst, verlängert sich die Grenze von 25 Jahren um diese Zeit, höchstens um zwölf Monate. Die Tabelle zeigt, bis wann Ihr Kind beitragsfrei bleibt (Quelle: SGB XI § 25).

Situation des KindesBeitragsfrei mitversichert bis
Grundsatz18 Jahre
Nicht erwerbstätig23 Jahre
Schul- oder Berufsausbildung, auch Studium, Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr25 Jahre, verlängert um Dienstzeiten
Behinderung, die innerhalb dieser Altersgrenzen eingetreten ist, Kind kann sich nicht selbst unterhaltenOhne Altersgrenze

Verdient Ihr Kind mehr als die Einkommensgrenze von 565 Euro im Monat, endet die Familien­versicherung, egal wie alt es ist. Bei einem Minijob liegt die Grenze bei 603 Euro. Beginnt Ihr Kind eine Ausbildung mit Vergütung über dieser Grenze, wird es selbst Mitglied und zahlt eigene Beiträge.


Wenn Eltern unterschiedlich versichert sind

Ist ein Elternteil gesetzlich und der andere privat versichert, kommt es auf Ehe und Einkommen an. Sind die Eltern verheiratet oder eingetragene Lebenspartner, ist das Kind nicht familienversichert, wenn der privat versicherte Elternteil mehr verdient als der gesetzlich versicherte und 2026 über 6.450 Euro im Monat liegt. Dann wird das Kind privat versichert.

Diese Regel gilt nur für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner. Sind die Eltern nicht verheiratet, kann das Kind über den gesetzlich versicherten Elternteil familienversichert werden, auch wenn der andere Elternteil privat versichert ist und mehr verdient. Dass bei unverheirateten Eltern nur die Versicherung der Mutter zählt, ist ein verbreiteter Irrtum.


Beiträge für Kinder zur gesetzlichen Pflege­­versicherung

Für mitversicherte Kinder zahlen Sie keinen eigenen Beitrag. Kinder senken sogar Ihren eigenen Beitrag: Mit Kind entfällt der Kinderlosenzuschlag von 0,6 Beitragssatzpunkten. Ab dem zweiten Kind sinkt Ihr Satz um je 0,25 Punkte, solange das Kind unter 25 ist, bis zum fünften Kind (Quelle: SGB XI § 55). Die Abschläge gelten nur für Ihren Anteil, nicht für den des Arbeitgebers.

Ihre KinderIhr Anteil als Beschäftigter 2026Gesamtsatz
Keine Kinder (ab 23 Jahren)2,4 %4,2 %
Ein Kind oder Kinder über 251,8 %3,6 %
Zwei Kinder unter 251,55 %3,35 %
Drei Kinder unter 251,30 %3,10 %
Vier oder mehr Kinder unter 251,05 % oder 0,80 %2,85 % oder 2,60 %

Die Werte gelten außerhalb Sachsens, wo Beschäftigte einen höheren Anteil tragen. Der Arbeitgeber zahlt immer 1,8 Prozent. Wie sich der Kinderlosenzuschlag berechnet und wer davon befreit ist, steht im Ratgeber für Kinderlose. In der privaten Pflegepflicht­versicherung hängt Ihr Beitrag nicht von der Zahl der Kinder ab.


Nachweis für Beitragsnachlass in der sozialen Pflege­­versicherung

Für den Abschlag muss Ihre Elterneigenschaft nachgewiesen sein, auch für Adoptiv-, Stief- und Pflegekinder. Wird sie automatisiert an Ihre Pflegekasse übermittelt, gilt der Abschlag ab dem Geburtsmonat. Sonst reichen Sie einen Nachweis wie die Geburtsurkunde ein. Liegt er innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt vor, wirkt er rückwirkend.

Pflegetagegeld für die ganze Familie berechnen

Unser Partner Holger Rasch berechnet Ihren Beitrag und zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Kind über die Kindernach­versicherung ohne Gesundheitsprüfung mitversichern.

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  • Vergleich der Tarife mehrerer Versicherer
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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Was zahlt die Pflege­versicherung für pflegebedürftige Kinder?

Pflegebedürftige Kinder bekommen dieselben Leistungen wie Erwachsene, je nach Pflegegrad: Pflegegeld, Sachleistungen für einen Pflegedienst oder einen Zuschuss für die Pflege in einer Einrichtung. Bei der Begutachtung werden sie mit gesunden Kindern gleichen Alters verglichen. Den Verdienstausfall der Eltern, die ihr Kind pflegen, ersetzt die Pflege­versicherung nicht.

Wie viele Kinder sind pflegebedürftig?

Pflege ist kein reines Altersthema. Ende 2025 bezogen in der sozialen Pflege­versicherung 348.922 Kinder unter 15 Jahren Leistungen, dazu 100.820 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren (Quelle: BMG, Leistungsempfänger nach Altersgruppen). Laut Bundesgesundheitsministerium sind 3,3 Prozent der Versicherten unter 20 Jahren pflegebedürftig, Stand Juli 2026.

Anteil Pflegebedürftiger nach Altersgruppe in der sozialen Pflege­versicherung
  • unter 203,3 %
  • 20 bis 652,6 %
  • 65 bis 708,6 %
  • 70 bis 7513,3 %
  • 75 bis 8021,9 %
  • 80 bis 8537,8 %
  • 85 bis 9056,8 %
  • ab 9074,7 %

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung, Stand Juli 2026


Leistungen für Kinder in der gesetzlichen Pflege­­versicherung

Die Beträge hängen nur vom Pflegegrad ab, nicht vom Alter und nicht davon, ob Ihr Kind sozial oder privat pflegeversichert ist. Pflegen Sie Ihr Kind zu Hause, erhalten Sie Pflegegeld, das Sie frei verwenden. Für einen Pflegedienst gibt es Sachleistungen, privat Versicherte bekommen die Kosten in gleicher Höhe erstattet.

PflegegradPflegegeld im MonatPflegesachleistung bisTages- oder Nachtpflege bis
2347 €796 €721 €
3599 €1.497 €1.357 €
4800 €1.859 €1.685 €
5990 €2.299 €2.085 €

Zusätzlich gibt es ab Pflegegrad 2 einen gemeinsamen Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, etwa wenn Sie selbst krank sind oder Urlaub brauchen. Er gilt seit Juli 2025 für alle Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 (Quelle: SGB XI § 42a). Dazu kommt der Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro im Monat, schon ab Pflegegrad 1.

Die Bundesregierung plant ab 2027 ein Sozialraumbudget statt des Entlastungsbetrags: 175 Euro im Monat ab Pflegegrad 2, für Pflegebedürftige unter 25 Jahren 300 Euro, nur für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag. Beschlossen ist das noch nicht, der Bundestag berät den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (Stand Oktober 2026; Quelle: BMG).


Wie wird eine Pflegebedürftigkeit bei Kindern festgestellt?

Kinder brauchen auch ohne Krankheit viel Hilfe im Alltag. Deshalb vergleicht der Gutachter ein Kind mit altersentsprechend entwickelten Kindern und bewertet nur den Hilfebedarf, der darüber hinausgeht (Quelle: SGB XI § 15). Bei gesetzlich Versicherten begutachtet der Medizinische Dienst, bei privat Versicherten Medicproof. Was die einzelnen Pflegegrade bedeuten, erklären wir gesondert.


Sonderregelung für Babys

Kinder bis 18 Monate werden nach einer eigenen Tabelle eine Stufe höher eingestuft. Schon 12,5 bis unter 27 Punkte ergeben bei ihnen Pflegegrad 2, bei Erwachsenen wäre das Pflegegrad 1. Der Grund: In diesem Alter sind alle Kinder auf umfassende Hilfe angewiesen, ein Mehrbedarf lässt sich nur schwer abgrenzen. Ab 18 Monaten gelten die normalen Schwellen.


Unterstützung für pflegende Eltern

Pflegen Sie Ihr Kind ab Pflegegrad 2 mindestens zehn Stunden an zwei Tagen pro Woche und arbeiten höchstens 30 Stunden, zahlt die Pflege­versicherung Rentenbeiträge für Sie, 2026 bis zu 735,63 Euro im Monat in Pflegegrad 5. In einer akuten Pflegesituation dürfen Beschäftigte bis zu zehn Arbeitstage im Jahr fernbleiben und erhalten Pflegeunterstützungsgeld.

Rentenbeiträge der Pflege­versicherung für pflegende Angehörige im Monat nach Pflegegrad (Höchstwerte bei reinem Pflegegeld, 2026)
  • Pflegegrad 2198,62 €
  • Pflegegrad 3316,32 €
  • Pflegegrad 4514,94 €
  • Pflegegrad 5735,63 €

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung, Stand Juli 2026

Steuerlich steht Ihnen ein Pflege-Pauschbetrag zu: 600 Euro im Jahr in Pflegegrad 2, 1.100 Euro in Pflegegrad 3 und 1.800 Euro in Pflegegrad 4 und 5. Das Pflegegeld, das Sie für Ihr behindertes Kind erhalten, zählt dabei nicht als Einnahme (Quelle: EStG § 33b). Mehr dazu im Ratgeber Pflege­versicherung und Steuer.

Ist eine Pflegezusatz­versicherung für Kinder sinnvoll?

Für viele Familien ja, vor allem über die Kindernach­versicherung: Ihr Kind wird dann ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen und bleibt versichert, auch wenn später eine Krankheit auftritt. Der Beitrag ist im Kindesalter niedrig. Weil das Pflegerisiko in jungen Jahren gering ist, sollten Sie aber zuerst Ihre eigene Absicherung und die Ihres Partners klären.

Ist eine private Pflegezusatz­­versicherung für Kinder sinnvoll?

Ein Pflegetagegeld für Ihr Kind hilft im Pflegefall, den Verdienstausfall eines Elternteils und zusätzliche Kosten aufzufangen. Sein größter Wert liegt aber oft woanders: Es sichert die Versicherbarkeit. Wer als Kind versichert ist, muss später keine Gesundheitsfragen mehr beantworten, auch nach einer schweren Erkrankung. Sinnvoll ist der Vertrag besonders, wenn diese Punkte zutreffen:

  • Ein Elternteil hat selbst ein Pflegetagegeld, Ihr Kind lässt sich ohne Gesundheitsprüfung nachversichern
  • Sie möchten Ihrem Kind einen lebenslangen Schutz zum Beitrag eines jungen Eintrittsalters sichern
  • Ein Elternteil müsste im Pflegefall die Arbeit reduzieren und das Einkommen würde fehlen
  • Der Beitrag passt über viele Jahre in Ihr Familienbudget

Weniger dringend ist der Vertrag, wenn Ihre eigene Absicherung noch fehlt. Die Verbraucherzentrale hält eine Pflegezusatz­versicherung unter etwa 50 Jahren meist noch nicht für nötig und rät, zuerst Haftpflicht, Berufs­unfähigkeitsvorsorge und Altersvorsorge zu klären (Quelle: Verbraucherzentrale). Abwarten ist sinnvoll, wenn:

  • Ihre eigene Haftpflicht, Berufs­unfähigkeitsvorsorge oder Altersvorsorge noch fehlt
  • Der Beitrag für mehrere Kinder Ihr Budget dauerhaft belasten würde
  • Sie die Kindernach­versicherung verpasst haben und das Kind ohnehin gesund ist, dann eilt der Abschluss weniger

Kindernach­versicherung ohne Gesundheitsprüfung

Besteht am Tag der Geburt für einen Elternteil eine Pflegetagegeld- oder Pflegekosten­versicherung, muss der Versicherer das Neugeborene ohne Risikozuschläge und Wartezeiten aufnehmen. Sie müssen das Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt rückwirkend anmelden, und sein Schutz darf nicht höher sein als Ihrer (Quelle: VVG § 198). Für Kinder, die minderjährig adoptiert werden, gilt das ebenso, allerdings darf der Versicherer bei ihnen einen Risikozuschlag bis zur Höhe des einfachen Beitrags verlangen.

Der Versicherer darf verlangen, dass Ihr eigener Vertrag bis zu drei Monate besteht, die Musterbedingungen sehen das so vor. Einige wenige Versicherer verzichten darauf, wenn Sie Ihren Vertrag vor der 21. Schwangerschaftswoche beantragt haben. Für eine Pflegerenten­versicherung gilt die Kindernach­versicherung nicht, weil sie eine Lebens­versicherung ist.


Pflege-Bahr für Kinder nicht möglich

Den staatlich geförderten Pflege-Bahr können nur Versicherte ab 18 Jahren abschließen. Für Kinder kommt deshalb nur ein ungeförderter Tarif infrage (Quelle: SGB XI § 126). Mit dem 18. Geburtstag kann Ihr Kind einen Pflege-Bahr zusätzlich abschließen, ohne Gesundheitsfragen, mit fünf Euro Zulage im Monat.


Die drei Formen der privaten Pflegezusatz­­versicherung für Kinder

Für Kinder passt meist die Pflegetagegeld­versicherung: Sie zahlt einen festen Betrag ohne Kostennachweis, auch wenn Sie Ihr Kind selbst pflegen, und lässt sich nachversichern. Die Pflegekosten­versicherung stockt nur die gesetzlichen Leistungen auf und zahlt bei Pflege durch Angehörige wenig. Die Pflegerenten­versicherung kostet etwa zwei- bis dreimal so viel und ist ohne Nach­versicherung.


Kosten der privaten Pflegezusatz­­versicherung für Kinder

In der Zusatz­versicherung zahlt jedes Kind einen eigenen Beitrag, er richtet sich nach Eintrittsalter und Leistung. Viele Tarife nehmen schon Kinder auf: Die DKV nennt für ihr Pflegetagegeld kein Mindestalter, der Münchener Verein versichert ab Geburt, online unter zehn Jahren aber nur die Pflegegrade 4 und 5. Die Allianz versichert Kinder unter 16 bis zu einem Tagessatz von 90 Euro.

BeispielEintrittsalterLeistung im MonatMonatsbeitrag
Allianz PflegetagegeldBest8 Jahre2.400 € (80 € je Tag)22,48 €
Assekurata, vier Pflegetagegeldtarife25 Jahre2.000 € bei Pflege im Heim38 bis 61 €
Allianz PflegetagegeldBest30 Jahre3.150 € (105 € je Tag)72,24 €

Die Beispiele der Allianz stammen von ihrer eigenen Seite, abgerufen am 13. Oktober 2026, die Spanne aus einer Studie von Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands mit Stand März 2026 (Quelle: Assekurata-Studie). Sie zeigen: Was ein Kind heute für gut 20 Euro bekommt, kostet mit 30 Jahren ein Vielfaches. Ihr eigener Beitrag kann abweichen.


Private Pflege­­versicherung für Kinder im Test

Eigene Tests für Kindertarife gibt es nicht, die Tests bewerten die Tarife für alle Altersgruppen. In unserer Gesamtauswertung aus fünf Tests und der Beschwerdestatistik der BaFin liegt die Allianz mit 92 von 100 Punkten vorn, vor der R+V mit 85 und der Württembergischen mit 79 Punkten. Unsere Redaktion empfiehlt besonders Allianz, DKV und Barmenia. Alle Ergebnisse stehen im Test der privaten Pflege­versicherung.

Wie sichern Eltern ihr Kind richtig ab?

Am einfachsten ist der Weg über Ihren eigenen Vertrag: Schließen Sie vor der Geburt ein Pflegetagegeld für sich ab und melden Sie Ihr Kind innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt an. Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Kind in der Pflicht­versicherung richtig zugeordnet ist und ob Ihre Pflegekasse von Ihrer Elternschaft weiß.

1. Früh planen

Schließen Sie Ihr eigenes Pflegetagegeld rechtzeitig vor der Geburt ab, damit die Mindestdauer bis zum Geburtstag erfüllt ist.

2. Rechtzeitig anmelden

Melden Sie Ihr Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt bei Ihrem Versicherer an, dann ohne Gesundheitsprüfung.

3. Tarif prüfen

Achten Sie auf Leistung zu Hause ab Pflegegrad 2, eine Dynamik und die Höchstsätze für Kinder.

4. Nachweis erbringen

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Pflegekasse Ihre Elternschaft kennt, damit Ihr Beitrag sinkt.


Private Pflegezusatz­­versicherung für Kinder abschließen: Darauf sollten Sie achten

Die meisten pflegebedürftigen Kinder werden zu Hause von ihren Eltern gepflegt. Ein Tarif für Kinder sollte deshalb vor allem bei häuslicher Pflege durch Angehörige spürbar zahlen. Weil der Vertrag Jahrzehnte läuft, zählt außerdem die Dynamik. Diese Punkte sollten Sie vor dem Abschluss in den Versicherungs­bedingungen prüfen:

  • Spürbare Leistung bei Pflege durch Angehörige schon in Pflegegrad 2 und 3
  • Dynamik, die die Leistung regelmäßig erhöht, möglichst auch im Pflegefall
  • Höchster Tagessatz, den der Tarif für Kinder zulässt, und Erhöhung ohne neue Gesundheitsfragen
  • Beitragsbefreiung spätestens ab Pflegegrad 4

Die gängigste Dynamik erhöht das Tagegeld alle drei Jahre um zehn Prozent, der Beitrag steigt mit. Bei einigen Anbietern endet die Dynamik mit 65 oder 70 Jahren, und wer drei Erhöhungen in Folge widerspricht, verliert das Recht normalerweise dauerhaft (Quelle: Assekurata-Studie). Bei Kinderverträgen lohnt es, die Erhöhungen mitzunehmen.


Diese Fehler sollten Eltern vermeiden

Die teuersten Fehler passieren in den ersten Wochen nach der Geburt und bei der Wahl der Pflicht­versicherung. Manche lassen sich später nicht mehr korrigieren, weil die Frist für die Nach­versicherung abgelaufen ist. Prüfen Sie Ihre Situation gegen diese Liste:

  • Die Frist von zwei Monaten für die Kindernach­versicherung verstreichen lassen
  • Den eigenen Vertrag erst nach der Geburt abschließen, wenn der Tarif eine Mindestdauer verlangt
  • Bei unverheirateten Eltern auf die Familien­versicherung verzichten, weil nur die Versicherung der Mutter zählen soll
  • Den Nachweis der Elternschaft nicht einreichen und weiter den Kinderlosenzuschlag zahlen
  • Eine Pflegerente wählen und damit die Nach­versicherung verlieren

Unser Partner Holger Rasch von „Die Pflege­versicherung Spezialisten“ in Grafschaft prüft mit Ihnen, welcher Tarif die Kindernach­versicherung am besten ermöglicht und welche Leistung für Sie und Ihr Kind passt. Er vergleicht Tarife mehrerer Versicherer und begleitet Sie bei Antrag und Anmeldung, damit keine Frist verloren geht.

Experten-Tipp:
Experte für Pflege­­versicherungen

„Ich rate werdenden Eltern, die Nach­versicherung von Neugeborenen zu nutzen. Hat ein Elternteil bereits eine Pflegetagegeld­versicherung abgeschlossen, kann das Kind laut § 198 VVG nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung nachversichert werden, mit höchstens demselben Schutz. Melden Sie das Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt an. Viele Tarife verlangen, dass Ihr eigener Vertrag dann schon drei Monate besteht.“

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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Mit uns die ideale private Pflege­­versicherung finden

Gemeinsam mit unserem Partner Holger Rasch schließen wir Ihre Versorgungslücke und sichern Ihr Vermögen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ab.

  • Vergleich der Tarife mehrerer Versicherer
  • Begleitung bei Antrag und Gesundheitsfragen
  • Unterstützung im Leistungsfall
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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

So läuft unsere kostenfreie Beratung zur Pflege­versicherung ab

Die häufigsten Fragen zur Pflege­versicherung für Kinder

Sind Kinder automatisch pflegeversichert?

Ja, in aller Regel. Sind die Eltern gesetzlich versichert, ist das Kind über die Familien­versicherung in der sozialen Pflege­versicherung beitragsfrei mitversichert. Sind die Eltern privat versichert, ist es in deren privater Pflegepflicht­versicherung beitragsfrei mitversichert. Eine eigene Mitgliedschaft entsteht erst mit eigenem Einkommen über 565 Euro im Monat.

Wie lange sind Kinder in der Pflege­versicherung beitragsfrei?

Grundsätzlich bis 18 Jahre, ohne Erwerbstätigkeit bis 23 und in Schule, Ausbildung oder Studium bis 25, verlängert um Dienstzeiten. Für Kinder mit Behinderung, die sich nicht selbst unterhalten können, gilt laut § 25 SGB XI keine Altersgrenze, wenn die Behinderung innerhalb dieser Grenzen eingetreten ist.

Sind Kinder in der privaten Pflegepflicht­versicherung beitragsfrei?

Ja. Anders als in der privaten Kranken­versicherung zahlen privat versicherte Eltern für ihre Kinder in der Pflegepflicht­versicherung keinen Beitrag. Die Kinder sind unter denselben Voraussetzungen wie in der Familien­versicherung mitversichert, also mit denselben Alters- und Einkommensgrenzen. Für eine Pflegezusatz­versicherung zahlt dagegen jedes Kind einen eigenen Beitrag.

Wo ist mein Kind versichert, wenn ein Elternteil privat versichert ist?

Bei verheirateten Eltern ist das Kind nicht familienversichert, wenn der privat versicherte Elternteil mehr verdient als der gesetzlich versicherte und über 6.450 Euro im Monat liegt. Dann wird es privat versichert. Bei unverheirateten Eltern gilt diese Regel nicht, das Kind kann über den gesetzlich versicherten Elternteil familienversichert werden.

Ab welchem Alter kann ich mein Kind privat pflegeversichern?

Bei vielen Tarifen ab Geburt. Die DKV nennt für ihr Pflegetagegeld kein Mindestalter, der Münchener Verein versichert ab Geburt. Über die Kindernach­versicherung nach § 198 VVG geht es ohne Gesundheitsprüfung, wenn ein Elternteil versichert ist. Den Pflege-Bahr gibt es erst ab 18 Jahren.

Was kostet eine Pflegezusatz­versicherung für Kinder?

Das hängt von Tarif und Leistung ab. Die Allianz nennt für ein achtjähriges Kind mit 80 Euro Tagessatz, also 2.400 Euro im Monat, einen Beitrag von 22,48 Euro im Monat, abgerufen am 13. Oktober 2026. Jedes Kind braucht einen eigenen Vertrag, eine beitragsfreie Mit­versicherung gibt es in der Zusatz­versicherung nicht.

Was ist die Kindernach­versicherung?

Hat ein Elternteil am Tag der Geburt ein Pflegetagegeld oder eine Pflegekosten­versicherung, muss der Versicherer das Neugeborene ohne Risikozuschlag und Wartezeit aufnehmen. Sie müssen es spätestens zwei Monate nach der Geburt anmelden, der Schutz darf nicht höher sein als Ihrer. Der Versicherer darf eine Mindestdauer Ihres Vertrags von bis zu drei Monaten verlangen.

Gibt es den Pflege-Bahr für Kinder?

Nein. Den staatlich geförderten Pflege-Bahr können nur Versicherte ab 18 Jahren abschließen. Für Kinder kommt nur ein ungeförderter Tarif infrage, am besten ein Pflegetagegeld über die Kindernach­versicherung. Ab dem 18. Geburtstag kann Ihr Kind einen Pflege-Bahr zusätzlich abschließen.

Welche Leistungen bekommen pflegebedürftige Kinder?

Dieselben wie Erwachsene, je nach Pflegegrad: 2026 Pflegegeld von 347 bis 990 Euro im Monat oder Sachleistungen bis 2.299 Euro, dazu Tages- und Nachtpflege, ab Pflegegrad 2 einen Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege und den Entlastungsbetrag von 131 Euro. Pflegende Eltern erhalten unter Umständen Rentenbeiträge.

Wie wird der Pflegegrad bei Babys festgestellt?

Der Gutachter vergleicht das Kind mit gesunden Kindern gleichen Alters. Kinder bis 18 Monate werden laut § 15 SGB XI eine Stufe höher eingestuft: Schon 12,5 bis unter 27 Punkte ergeben Pflegegrad 2. Bei gesetzlich Versicherten begutachtet der Medizinische Dienst, bei privat Versicherten Medicproof.

Können Eltern eines pflegebedürftigen Kindes Steuern sparen?

Ja, mit dem Pflege-Pauschbetrag von 600 Euro im Jahr in Pflegegrad 2, 1.100 Euro in Pflegegrad 3 und 1.800 Euro in Pflegegrad 4 und 5. Das Pflegegeld, das Sie für Ihr behindertes Kind bekommen, zählt laut § 33b EStG nicht als Einnahme. Sie müssen Ihr Kind persönlich pflegen.

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Lena Mierbach
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