Pflegetagegeld­versicherung: Was leistet sie und was kostet sie?

Tarifrechner, aktuelle Testergebnisse und Ratgeber (2026)

Das erwartet Sie hier

Was eine Pflegetagegeld­versicherung im Pflegefall zahlt, was sie kostet, für wen sie sich lohnt und worauf Sie beim Tarif achten sollten.

Inhalt dieser Seite
  1. Was ist eine Pflegetagegeld­­versicherung?
  2. Wie funktioniert eine Pflegetagegeld­­versicherung?
  3. Für wen lohnt sich eine Pflegetagegeld­­versicherung?
  4. Was kostet eine Pflegetagegeld­­versicherung?
  5. Welche Pflegetagegeld­­versicherung ist die beste?
  6. Worauf sollten Sie beim Abschluss achten?
  7. Häufige Fragen (FAQ)
Foto von Nina Ibach
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Frei verfügbares Geld: Die Pflegetagegeld­versicherung zahlt im Pflegefall einen festen Betrag je Tag, ohne Kostennachweis und auch bei Pflege durch Angehörige.
  • Große Lücke im Heim: Im ersten Jahr im Pflegeheim zahlen Bewohner im Schnitt 3.364 € im Monat selbst (Stand Juli 2026).
  • Früh ist günstiger: Für 2.000 € Monatsleistung zahlen 25-Jährige 38 bis 61 €, 55-Jährige 134 bis 215 € im Monat.
  • Beratung über Holger Rasch: Unser Partner berechnet Ihren Beitrag und vergleicht die Tarife mehrerer Versicherer.
Holger Rasch

Wer sein Pflegetagegeld mit 55 statt mit 25 Jahren abschließt, zahlt am Ende deutlich mehr…

… und das, obwohl er viel kürzer einzahlt. Für 2.000 Euro Monatsleistung kommen bis zum Alter von 85 Jahren laut Assekurata 27.026 bis 43.831 Euro zusammen, wenn Sie mit 25 beginnen, und 48.313 bis 77.563 Euro bei einem Start mit 55. Der Grund: Pflegetagegeldtarife werden nach dem Eintrittsalter kalkuliert, älter werden allein erhöht den Beitrag nicht. Im Pflegefall bekommen Sie dafür Geld für jeden Tag, ohne Kostennachweis und auch dann, wenn Angehörige Sie pflegen. Wir zeigen, wie statische und flexible Tarife zahlen, warum die Pflege zu Hause in Pflegegrad 2 und 3 der wichtigste Prüfpunkt ist, welche Versicherer im Test vorn liegen und welche Schwachstellen Sie meiden sollten.

Was ist eine Pflegetagegeld­versicherung?

Eine Pflegetagegeld­versicherung ist eine private Pflegezusatz­versicherung, die Ihnen im Pflegefall einen vorher vereinbarten Betrag für jeden Tag zahlt. Wie viel davon ankommt, hängt von Ihrem Pflegegrad ab. Einen Kostennachweis brauchen Sie nicht: Sie können mit dem Geld den Pflegedienst, das Heim oder Ihre pflegenden Angehörigen bezahlen.

Pflegetagegeld, Pflegekosten, Pflegerente und Pflege-Bahr im Vergleich

MerkmalPflegetagegeldPflegekostenPflegerentePflege-Bahr
LeistungTagegeld, frei verwendbarAufstockung der gesetzlichen Leistung oder ErstattungLebenslange Rente, frei verwendbarTagegeld oder Monatsgeld, frei verwendbar
GesundheitsprüfungJaJaJaNein
Volle Leistung bei Pflege durch AngehörigeJaNeinJaJa
Geld zurück bei KündigungNeinNeinJa, RückkaufswertNein
BeitragMittelEtwas günstigerZwei- bis dreimal so hochAb 15 € einschließlich 5 € Zulage

Das Pflegetagegeld ist die verbreitetste Form der privaten Pflegezusatz­versicherung. Ende 2024 hatten laut Statistik des Versicherungsverbands GDV gut drei Millionen Menschen einen solchen Vertrag (Quelle: Assekurata-Studie für den PKV-Verband). Rechtlich ist es eine Kranken­versicherung, die Pflegerente dagegen eine Lebens­versicherung mit Sparanteil.

Die Unterschiede im Detail erklären unsere Seiten zur Pflegekosten­versicherung und zur Pflegerenten­versicherung. Für die meisten Menschen ist das Pflegetagegeld die flexibelste Lösung, weil es zu Hause, im Heim und bei Pflege durch Angehörige zahlt. Einen Überblick über alle Arten gibt unsere Seite zur privaten Pflege­versicherung.


Warum reicht die gesetzliche Pflege­versicherung nicht?

Die gesetzliche Pflege­versicherung ist eine Teilabsicherung. In Pflegegrad 3 zahlt sie zum Beispiel 599 Euro Pflegegeld im Monat, wenn Angehörige pflegen, oder bis zu 1.497 Euro für einen Pflegedienst (Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Stand 2026). Was Pflege und Betreuung darüber hinaus kosten, tragen Sie selbst.

Im Pflegeheim bleibt im ersten Jahr im Schnitt ein Eigenanteil von 3.364 Euro im Monat für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten (Quelle: vdek, Stand 1. Juli 2026). Mit längerem Aufenthalt sinkt er durch gesetzliche Zuschläge, ab dem vierten Jahr auf 2.111 Euro. Reichen Rente und Erspartes nicht, springt das Sozialamt ein.

Eigenanteil im Pflegeheim nach Aufenthaltsdauer, Bundesdurchschnitt 1. Juli 2026
  • 1. Jahr3.364 €
  • 2. Jahr3.051 €
  • 3. Jahr2.633 €
  • ab 4. Jahr2.111 €

Quelle: vdek, Eigenanteile im Pflegeheim, Stand 1. Juli 2026

Das Sozialamt kann Ihre Kinder dann nur heranziehen, wenn ihr jährliches Gesamteinkommen über 100.000 Euro liegt. Vorher setzt das Sozialamt aber Ihr eigenes Einkommen und Vermögen ein, bis auf ein kleines Schonvermögen. Ein Pflegetagegeld schützt also vor allem Ihr Erspartes. Wann Angehörige haften, lesen Sie auf unserer Seite zum Elternunterhalt.

Wie funktioniert eine Pflegetagegeld­versicherung?

Sie vereinbaren beim Abschluss einen Tagessatz, zum Beispiel 50 Euro. Wird Ihre Pflegebedürftigkeit festgestellt, zahlt der Versicherer jeden Monat, meist 30 Tagessätze, hier also 1.500 Euro. Zu Hause gibt es den vollen Betrag meist erst in Pflegegrad 5, im Heim zahlen fast alle Tarife ihn schon ab Pflegegrad 2.

Wie hoch kann das Tagegeld sein?

Die Spanne legt jeder Versicherer selbst fest. Bei der Allianz sind laut Anbieter zehn bis 150 Euro je Tag möglich, bei der DKV fünf bis 160 Euro und bei der Concordia fünf bis 120 Euro. Andere Versicherer rechnen gleich in Monatsgeld, die R+V zum Beispiel mit 300 bis 5.000 Euro im Monat (Stand 13. Oktober 2026).


Statische Pflegetagegeldtarife

Statische Tarife sind die häufigste Form. Sie wählen die Leistung für Pflegegrad 5, für die anderen Pflegegrade gibt der Versicherer feste Prozentsätze vor. Bei häuslicher Pflege unterscheiden sich diese Sätze stark, im Heim zahlen fast alle Tarife schon ab Pflegegrad 2 das volle Tagegeld (Quelle: Assekurata-Studie). So sieht das bei 50 Euro Tagessatz aus:

PflegegradAnteil zu HauseMonatlich zu HauseMonatlich im Heim
Pflegegrad 120 %300 €300 €
Pflegegrad 230 %450 €1.500 €
Pflegegrad 350 %750 €1.500 €
Pflegegrad 480 %1.200 €1.500 €
Pflegegrad 5100 %1.500 €1.500 €

Die Tabelle nutzt die Staffel des Allianz-Tarifs PflegetagegeldBest laut Versicherer, die Euro-Beträge hat unsere Redaktion daraus gerechnet. Andere Tarife zahlen zu Hause in Pflegegrad 2 zwischen 25 und 50 Prozent, die Hallesche OLGAflex in Pflegegrad 3 sogar 70 Prozent. Vergleichen Sie die Staffel deshalb genauso sorgfältig wie den Beitrag.


Flexible Pflegetagegeldtarife

In flexiblen Tarifen legen Sie die Leistung je Pflegegrad selbst fest, bei manchen Versicherern sogar getrennt für Pflege zu Hause und im Heim. So sichern Sie niedrige Pflegegrade hoch ab, ohne das Tagegeld für Pflegegrad 5 und damit den Beitrag unnötig hochzusetzen. Flexible Tarife sind seltener: Das DFSI hat 2026 sechs flexible und 14 statische Tarife getestet.


Staatlich geförderter Pflege-Bahr

Der Pflege-Bahr ist ein gefördertes Pflegetagegeld. Zahlen Sie mindestens zehn Euro im Monat ein, legt der Staat fünf Euro dazu (Quelle: § 127 SGB XI). Dafür muss der Versicherer jeden ab 18 Jahren ohne Gesundheitsprüfung annehmen. Die Leistung ist klein: In Pflegegrad 5 sind mindestens 600 Euro im Monat Pflicht, ab etwa 50 Jahren gibt es oft nicht mehr.

Pflegetagegeld jetzt berechnen

Unser Partner Holger Rasch zeigt Ihnen den Beitrag für die Tarifstufen Basis, Komfort und Premium und berät Sie persönlich zur passenden Höhe.

  • Beitrag sofort online berechnen
  • Persönliche Beratung durch Holger Rasch am Telefon oder per Video
  • Vergleich der Tarife mehrerer Versicherer
Foto von Holger Rasch
Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Die Wartezeit darf bis zu fünf Jahre dauern. Dass sie nach einem Unfall entfällt, sehen viele Tarife vor, das Gesetz verlangt es nicht. Wir raten zum Pflege-Bahr vor allem, wenn Sie wegen Vor­erkrankungen keinen anderen Tarif bekommen, oder als Ergänzung zu einem Pflegetagegeld. Alle Regeln stehen auf unserer Seite zum Pflege-Bahr.


Wer bestimmt den Pflegegrad?

Die Pflegetagegeld­versicherung übernimmt in der Regel die Einstufung der Pflegepflicht­versicherung. Bei gesetzlich Versicherten begutachtet der Medizinische Dienst, bei Privatversicherten Medicproof. Mit der Feststellung des Pflegegrads beginnt der Leistungsfall. Prüfen Sie in den Bedingungen, dass Ihr Tarif diese Einstufung anerkennt und keine eigene Begutachtung verlangt.

Die Bundesregierung plant ab 2027 neue Punkteschwellen für die Pflegegrade, Pflegegrad 2 zum Beispiel ab 30 statt ab 27 Punkten; beschlossen ist das noch nicht (Stand Oktober 2026). Wer schon einen Pflegegrad hat, soll ihn bis zur nächsten Begutachtung behalten (Quelle: Gesetzentwurf Pflegeneuordnungsgesetz). Für Ihr Pflegetagegeld zählt der Pflegegrad, der festgestellt wird.

Für wen lohnt sich eine Pflegetagegeld­versicherung?

Eine Pflegetagegeld­versicherung lohnt sich für alle, die den Eigenanteil im Pflegefall nicht sicher aus Rente und Vermögen zahlen können und ihre Angehörigen entlasten wollen. Am meisten bringt sie, wenn Sie gesund und vergleichsweise jung abschließen. Wer schon pflegebedürftig ist oder einen Pflegegrad beantragt hat, bekommt in der Regel keinen Vertrag mehr.

Ist eine Pflegetagegeld­versicherung sinnvoll?

Für die meisten Menschen ja, denn Pflege betrifft fast jeden. Von den 2023 verstorbenen Versicherten der Barmer waren 78 Prozent irgendwann pflegebedürftig (Quelle: Barmer Pflegereport 2024). Bei Frauen ist der Anteil höher als bei Männern. Wer 2022 pflegebedürftig wurde, bleibt es nach Berechnung der Barmer im Schnitt 7,5 Jahre.

Wie wahrscheinlich Pflege in Ihrem Alter ist, zeigt die Statistik des Bundesgesundheitsministeriums: Zwischen 20 und 65 Jahren sind 2,6 Prozent pflegebedürftig, zwischen 80 und 85 Jahren 37,8 Prozent und zwischen 85 und 90 Jahren 56,8 Prozent (Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Stand Juli 2026). Die meisten werden also spät pflegebedürftig, dann aber oft für Jahre.

Anteil Pflegebedürftiger nach Altersgruppe in der sozialen Pflege­versicherung
  • unter 203,3 %
  • 20 bis 652,6 %
  • 65 bis 708,6 %
  • 70 bis 7513,3 %
  • 75 bis 8021,9 %
  • 80 bis 8537,8 %
  • 85 bis 9056,8 %
  • ab 9074,7 %

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung, Stand Juli 2026

Die Verbraucherzentrale hält eine Pflegezusatz­versicherung unter etwa 50 Jahren meist noch nicht für nötig und rät, zuerst Haftpflicht, Berufs­unfähigkeit und Altersvorsorge zu klären (Quelle: Verbraucherzentrale). Dagegen spricht der Beitrag: Wer früh abschließt, zahlt monatlich und insgesamt weniger. Beide Seiten wägen wir unter Ist eine private Pflege­versicherung sinnvoll? ab.


Pflege zu Hause durch Angehörige

86 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt, 3,1 Millionen erhalten nur Pflegegeld und werden meist von Angehörigen gepflegt (Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand Dezember 2023). Genau hier ist das Pflegetagegeld stark: Es zahlt auch bei Pflege durch Angehörige den vollen Satz Ihres Pflegegrads. Besonders passt es, wenn diese Punkte auf Sie zutreffen:

  • Sie möchten im Pflegefall frei entscheiden, ob Angehörige, ein Pflegedienst oder ein Heim Sie versorgen
  • Ihre Rente und Ihr Erspartes reichen nicht für einen Eigenanteil von über 3.000 Euro im Monat
  • Sie wollen Ihr Vermögen erhalten und Ihre Kinder finanziell entlasten
  • Sie sind gesund und können die Gesundheitsfragen ohne Einschränkungen beantworten

Wann passt ein Pflegetagegeld weniger?

Ein Pflegetagegeld ist eine reine Risiko­versicherung. Sie zahlen über Jahrzehnte Beiträge, ohne dass ein Guthaben für Sie entsteht, und bei einer Kündigung gibt es kein Geld zurück. Der Beitrag muss deshalb dauerhaft in Ihr Budget passen. In diesen Fällen ist der Vertrag weniger sinnvoll oder nicht mehr möglich:

  • Sie sind bereits pflegebedürftig oder haben einen Pflegegrad beantragt
  • Der Beitrag würde Ihr Budget auf Dauer überfordern
  • Ihr Vermögen deckt die Pflegekosten auch über viele Jahre sicher

Kinder, Rentner und Beamte

Für Kinder gibt es eine Abkürzung: Hat ein Elternteil am Tag der Geburt ein Pflegetagegeld, muss sein Versicherer das Kind ohne Risikozuschlag und Wartezeit aufnehmen, wenn Sie es binnen zwei Monaten anmelden (Quelle: § 198 VVG). Der Schutz des Kindes darf nicht höher sein als der des Elternteils. Mehr dazu auf der Seite Pflege­versicherung für Kinder.

Auch über 60 Jahren ist ein Abschluss oft möglich, viele Tarife kennen kein Höchstalter. Der Beitrag ist dann aber deutlich höher, und die Gesundheitsfragen entscheiden über die Annahme. Beamte bekommen aus der Pflegepflicht­versicherung nur einen Teil der Leistungen, aktive Bundesbeamte die Hälfte, Pensionäre beim Bund 30 Prozent, den Rest trägt die Beihilfe. Ein Pflegetagegeld zahlt zusätzlich dazu in voller Höhe.

Was kostet eine Pflegetagegeld­versicherung?

Was eine Pflegetagegeld­versicherung kostet, hängt vor allem vom Eintrittsalter, der Leistungshöhe und Ihrer Gesundheit ab. Für 2.000 Euro Monatsleistung im Heim zahlen 25-Jährige 38 bis 61 Euro im Monat, 55-Jährige 134 bis 215 Euro. Das hat Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands für vier reale Tarife berechnet (Stand März 2026).

Beiträge nach Eintrittsalter

Eintrittsalter2.000 € im Monat3.500 € im Monat
25 Jahre38 bis 61 €66 bis 107 €
35 Jahre55 bis 87 €96 bis 152 €
45 Jahre78 bis 130 €136 bis 227 €
55 Jahre134 bis 215 €235 bis 377 €

Die Werte sind Monatsbeiträge für vier Tarife, deren Namen die Studie nicht nennt (Quelle: Assekurata-Studie für den PKV-Verband). 2.000 Euro decken laut Studie die rein pflegebedingten Kosten im Heim, 3.500 Euro die gesamte Lücke. Die Verbraucherzentrale nennt für 50-Jährige und 50 Euro Tagessatz mit Beitragsbefreiung 70 bis 160 Euro im Monat.


Früher Abschluss spart auch insgesamt

Ein früher Start lohnt sich nicht nur beim Monatsbeitrag. Wer mit 25 eine Leistung von 2.000 Euro absichert, zahlt bis zum Alter von 85 Jahren insgesamt 27.026 bis 43.831 Euro, wer mit 55 beginnt, 48.313 bis 77.563 Euro (Assekurata). Zum Vergleich: Schon ein Jahr im Heim kostet beim durchschnittlichen Eigenanteil gut 40.000 Euro.

Der Grund für den Unterschied: Pflegetagegeldtarife werden nach dem Eintrittsalter kalkuliert. Der Versicherer bildet Alterungsrückstellungen, und eine Beitragserhöhung allein, weil Sie älter werden, ist ausgeschlossen. Wer jung abschließt, verteilt die Kosten auf mehr Jahre und beantwortet die Gesundheitsfragen meist noch ohne Befund.


Beispielbeiträge einzelner Versicherer

Was einzelne Tarife kosten, zeigen die Beispiele der Versicherer auf ihren eigenen Seiten. Sie gelten für das genannte Eintrittsalter, also Ihr Alter bei Vertragsbeginn, und den Stand des Abrufs am 13. Oktober 2026. Ihr eigener Beitrag kann abweichen. Die Monatsleistung entspricht jeweils 30 Tagessätzen:

Tarif laut VersichererEintrittsalterTagessatzMonatsbeitrag
Allianz PflegetagegeldBest35 Jahre20 € (600 € im Monat)16,80 €
DEVK PT/PA30 Jahre45 € (1.350 € im Monat)41,14 €
LVM PZT-Komfort35 Jahre60 € (1.800 € im Monat)57,24 €
Allianz PflegetagegeldBest30 Jahre105 € (3.150 € im Monat)72,24 €
Allianz PflegetagegeldBest63 Jahre35 € (1.050 € im Monat)106,68 €

Das Allianz-Beispiel mit 63 Jahren zeigt, was ein später Abschluss kostet: gut 100 Euro im Monat für eine Leistung von 1.050 Euro. Mit 30 Jahren bekommen Sie beim selben Tarif für 72,24 Euro dreimal so viel Leistung. Welcher Tagessatz für Sie passt, hängt davon ab, was Rente und Erspartes im Pflegefall schon tragen.


Kann der Beitrag steigen?

Ja, aber nicht wegen Ihres Alters. Weichen die tatsächlichen Leistungen eines Tarifs um mehr als zehn Prozent von der Kalkulation ab, muss der Versicherer die Beiträge prüfen und anpassen, viele Pflegetarife setzen die Schwelle schon bei fünf Prozent. Jede Anpassung braucht die Zustimmung eines Treuhänders (Quelle: § 155 VAG).


Muss das Pflegetagegeld versteuert werden?

Nein. Leistungen aus einer Pflege­versicherung sind einkommensteuerfrei, das gilt auch für das private Pflegetagegeld (Quelle: § 3 EStG). Ihre Beiträge zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen und sind zusammen mit den Kranken- und Pflegepflichtbeiträgen bis 1.900 Euro im Jahr abziehbar, für Selbständige ohne Zuschuss bis 2.800 Euro.

Übersteigen schon die Pflichtbeiträge diese Grenze, wirkt der Beitrag zum Pflegetagegeld steuerlich nicht mehr. Bei Selbständigen ist das häufig der Fall. Welche Pflegekosten Sie und Ihre Angehörigen steuerlich geltend machen können, steht auf unserer Seite zur Pflege­versicherung und Steuer.

Welche Pflegetagegeld­versicherung ist die beste?

In unserer Gesamtauswertung aus fünf Tests und der Beschwerdestatistik der BaFin liegt die Allianz mit 92 von 100 Punkten vorn, vor der R+V mit 85 und der Württembergischen mit 79 Punkten. Im Pflegetagegeld-Test des DFSI für Focus Money 2026 bekamen Allianz, HanseMerkur, Inter und Württembergische die Bestnote „Hervorragend“.

Ausschnitt der aktuellen Testsieger (2026)

RangAnbieterDFSI Pflegetagegeld 2026Gesamtauswertung
1AllianzHervorragend92 von 100 Punkten
2R+VSehr gut85 von 100 Punkten
3WürttembergischeHervorragend79 von 100 Punkten
4HanseMerkurHervorragend78 von 100 Punkten
5BarmeniaSehr gut75 von 100 Punkten

Das DFSI hat für Focus Money (Heft 32/2026) 14 statische und sechs flexible Tarife in vier Eintrittsaltern bewertet (Quelle: DFSI). Unsere Gesamtauswertung nimmt dazu die Ratings von Franke und Bornberg und Morgen und Morgen, zwei Kundenbefragungen von ServiceValue und die Beschwerdequote der BaFin.

Ein gutes Testergebnis ersetzt nicht den Vergleich für Ihr Alter und Ihre Gesundheit, denn der günstigste gute Tarif ist für jeden ein anderer. Alle Ergebnisse, die Einzeltests und warum wir Allianz, DKV und Barmenia besonders empfehlen, finden Sie im Test der privaten Pflege­versicherung.

Worauf sollten Sie beim Abschluss achten?

Achten Sie vor allem darauf, dass der Tarif schon bei Pflege zu Hause in Pflegegrad 2 und 3 spürbar zahlt, eine Dynamik den Wert der Leistung erhält und der Beitrag spätestens ab Pflegegrad 4 entfällt. Beantworten Sie die Gesundheitsfragen vollständig, sonst riskieren Sie Ihren Schutz genau dann, wenn Sie ihn brauchen.

Nicht nur hohe Pflegegrade absichern

Pflegegrad 2 und 3 sind die häufigsten Pflegegrade: Ende 2025 hatten 40,1 Prozent der Leistungsbeziehenden der sozialen Pflege­versicherung Pflegegrad 2 und 29,2 Prozent Pflegegrad 3, nur 3,9 Prozent Pflegegrad 5 (Quelle: Bundesgesundheitsministerium). Was die Grade bedeuten, erklärt unsere Seite zu den Pflegegraden.

Leistungsbeziehende der sozialen Pflege­versicherung nach Pflegegrad, Ende 2025
  • Pflegegrad 115,8 %
  • Pflegegrad 240,1 %
  • Pflegegrad 329,2 %
  • Pflegegrad 411,0 %
  • Pflegegrad 53,9 %

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung, Stand Juli 2026

Tarife, die erst ab Pflegegrad 4 zahlen, sind auffällig günstig: Der Grundschutz der AXA für Pflegegrad 4 und 5 kostet 35-Jährige laut Versicherer 8,15 Euro im Monat. Dafür bleiben die meisten Pflegefälle ohne Leistung. Als alleiniger Schutz reichen solche Einsteigertarife deshalb nicht.


Unterscheidung zwischen ambulanter und stationärer Pflege

Im Heim ist der Eigenanteil für die Pflege ab Pflegegrad 2 in allen Graden gleich hoch. Deshalb zahlen fast alle Tarife dort schon ab Pflegegrad 2 das volle Tagegeld. Zu Hause staffeln sie nach Pflegegrad, und genau dort unterscheiden sich die Tarife am stärksten. Achten Sie darauf, dass Ihr Tarif die Pflege zu Hause in Pflegegrad 2 und 3 ausreichend absichert.


Beitrags- und Leistungsdynamik in der Pflegetagegeld­versicherung

Eine Dynamik erhöht Tagegeld und Beitrag regelmäßig, damit die Leistung mit den Pflegekosten Schritt hält. Am häufigsten ist eine Erhöhung um zehn Prozent alle drei Jahre. Bei einigen Versicherern endet sie mit 65 oder 70 Jahren, und wer drei Erhöhungen in Folge ablehnt, verliert das Recht meist dauerhaft (Quelle: Assekurata-Studie).

Wichtig ist die Dynamik im Pflegefall: Dann steigt das Tagegeld weiter, während Sie es schon beziehen. In der ungeförderten Pflegetagegeld­versicherung ist das üblich, laut Assekurata schließen nur vier Anbieter es aus. Die Allianz und die AXA zum Beispiel erhöhen laut eigenen Angaben auch im Leistungsfall.


Beitragsbefreiung im Pflegefall

Mit einer Beitragsbefreiung zahlen Sie ab einem bestimmten Pflegegrad keine Beiträge mehr. Die meisten Anbieter befreien ab Pflegegrad 4 oder 5, die LVM und die Versicherungskammer Bayern laut eigenen Angaben schon ab Pflegegrad 3. Assekurata sieht eine Befreiung ab Pflegegrad 1 bis 3 kritisch, weil sie das Risiko späterer Beitragserhöhungen für alle Versicherten im Tarif erhöht.


Wartezeit, Einmalleistung und Ausland

Eine Wartezeit von drei Jahren sehen die Musterbedingungen zwar vor, die meisten Tarife verzichten aber darauf. Manche zahlen bei der ersten Einstufung zusätzlich eine Einmalleistung, etwa für den Umbau der Wohnung, die Allianz mit einem Baustein bis 15.000 Euro ab Pflegegrad 2. Prüfen Sie außerdem den Geltungsbereich: Nach den Musterbedingungen gilt der Schutz nur in Deutschland, viele Tarife leisten weltweit.


Kann eine Pflegetagegeld­versicherung gekündigt werden?

Ja, Sie können zum Ende jedes Versicherungsjahres mit drei Monaten Frist kündigen, nach einer Beitragserhöhung auch binnen zwei Monaten (Quelle: § 205 VVG). Der Versicherer verzichtet auf sein ordentliches Kündigungsrecht. Geld zurück gibt es nicht, und die angesparten Alterungsrückstellungen gehen verloren. Ist Ihnen der Beitrag zu hoch, senken Sie besser die Leistung, das empfiehlt auch Assekurata.


Gesundheitsfragen vollständig beantworten

Vor dem Abschluss fragt der Versicherer nach Ihrer Gesundheit, oft nach Krankheiten der letzten fünf Jahre. Alles, wonach er in Textform fragt, müssen Sie vollständig angeben (Quelle: § 19 VVG). Bei falschen Angaben kann er je nach Verschulden zurücktreten, kündigen oder den Vertrag rückwirkend anpassen, bis drei Jahre nach Abschluss, bei Vorsatz oder Arglist zehn Jahre. Mehr dazu unter Gesundheitsfragen.


Typische Schwachstellen im Tarif

Ein günstiger Beitrag nützt wenig, wenn der Tarif im Pflegefall an der falschen Stelle spart. Prüfen Sie die Bedingungen vor dem Abschluss deshalb auf diese typischen Schwachstellen und lassen Sie sich die Antworten im Zweifel vom Versicherer oder Ihrem Berater bestätigen:

  • Leistung erst ab Pflegegrad 4
  • Zu Hause in Pflegegrad 2 und 3 nur ein kleiner Teil des Tagegelds
  • Keine Dynamik im Pflegefall oder Ende der Dynamik schon mit 65
  • Beitragsbefreiung erst ab Pflegegrad 5
  • Schutz nur in Deutschland, kein Weiterlaufen bei Umzug ins Ausland

Experten-Tipp:
Experte für Pflege­­versicherungen

„Ich schaue bei jedem Pflegetagegeld zuerst auf die Pflege zu Hause in Pflegegrad 2 und 3, denn dort beginnen die meisten Pflegefälle. Viele Tarife zahlen gerade da nur einen kleinen Teil. Danach prüfe ich, ob die Dynamik auch im Pflegefall weiterläuft und ab wann der Beitrag entfällt. Und ich rate jedem, die Gesundheitsfragen vollständig zu beantworten, auch wenn das Zeit kostet.“

Foto von Holger Rasch
Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Mit uns die ideale Pflegetagegeld­versicherung finden

Gemeinsam mit unserem Partner Holger Rasch schließen wir Ihre Versorgungslücke und sichern Ihr Vermögen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ab.

  • Vergleich der Tarife mehrerer Versicherer
  • Begleitung bei Antrag und Gesundheitsfragen
  • Unterstützung im Leistungsfall
Foto von Holger Rasch
Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Die häufigsten Fragen zur Pflegetagegeld­versicherung

Wie teuer ist eine Pflegetagegeld­versicherung?

Das hängt vor allem vom Eintrittsalter und der Leistung ab. Für 2.000 Euro Monatsleistung zahlen 25-Jährige laut einer Studie von Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands 38 bis 61 Euro im Monat, 45-Jährige 78 bis 130 Euro und 55-Jährige 134 bis 215 Euro (Stand März 2026).

Wann wird das Pflegetagegeld ausgezahlt?

Sobald ein Pflegegrad festgestellt ist, den Ihr Tarif absichert. Bei gesetzlich Versicherten stellt ihn der Medizinische Dienst fest, bei Privatversicherten Medicproof. Der Versicherer überweist das Tagegeld nicht täglich, sondern monatlich, meist in Höhe von 30 Tagessätzen. Reichen Sie den Bescheid über den Pflegegrad deshalb zügig bei Ihrem Versicherer ein.

Ist Pflegetagegeld steuerpflichtig?

Nein. Leistungen aus einer Pflege­versicherung sind nach § 3 Nr. 1 EStG einkommensteuerfrei, das gilt auch für das private Pflegetagegeld. Sie bekommen es also ohne Abzüge. Ihre Beiträge können Sie als Vorsorgeaufwendungen angeben, solange die Höchstbeträge nicht schon durch Ihre Kranken- und Pflegepflichtbeiträge ausgeschöpft sind.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegetagegeld und Pflegekosten­versicherung?

Das Pflegetagegeld zahlt einen festen Betrag ohne Nachweis, auch wenn Angehörige pflegen. Die Pflegekosten­versicherung stockt meist die gesetzlichen Leistungen um einen Prozentsatz auf oder erstattet Restkosten. Bei Pflege durch Angehörige leistet sie weniger und meist erst ab Pflegegrad 2, dafür ist sie etwas günstiger.

Zahlt die Pflegetagegeld­versicherung auch, wenn Angehörige pflegen?

Ja. Das Pflegetagegeld ist frei verwendbar und setzt keinen Pflegedienst voraus. Sie bekommen den Satz Ihres Pflegegrads auch dann, wenn Ihre Familie Sie zu Hause pflegt. Das Geld können Sie zum Beispiel an Ihre pflegenden Angehörigen weitergeben oder für Hilfen im Haushalt nutzen.

Ab welchem Pflegegrad zahlt die Pflegetagegeld­versicherung?

Das legt der Tarif fest. Viele Tarife zahlen schon in Pflegegrad 1 einen kleinen Anteil, meist zehn bis 20 Prozent des Tagegelds, Einsteigertarife oft erst ab Pflegegrad 4. Im Heim zahlen fast alle Tarife ab Pflegegrad 2 das volle Tagegeld, zu Hause gibt es den vollen Betrag meist erst in Pflegegrad 5.

Bis zu welchem Alter kann ich eine Pflegetagegeld­versicherung abschließen?

Ein einheitliches Höchstalter gibt es nicht. Barmenia, DKV, Debeka und Münchener Verein nennen laut eigenen Angaben keine Altersgrenze, die Allianz nimmt online bis zum 60. Geburtstag auf, darüber mit persönlicher Beratung. Je älter Sie sind, desto höher der Beitrag. Mehr dazu auf unserer Seite für Rentner.

Gibt es eine Pflegetagegeld­versicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Ja, den Pflege-Bahr: Er nimmt jeden ab 18 Jahren ohne Gesundheitsfragen auf, die Leistung ist aber begrenzt und die Wartezeit dauert bis zu fünf Jahre. Neugeborene kann ein versicherter Elternteil binnen zwei Monaten ohne Prüfung nachversichern. Einige Tarife arbeiten außerdem mit einer Liste ausgeschlossener Krankheiten statt mit Fragen.

Bekomme ich Beiträge zurück, wenn ich kündige?

Nein. Pflegetagegeldtarife haben keinen Rückkaufswert, und mit dem Vertrag gehen die angesparten Alterungsrückstellungen verloren. Kündigen können Sie laut § 205 VVG zum Ende jedes Versicherungsjahres mit drei Monaten Frist. Ist Ihnen der Beitrag zu hoch, senken Sie besser die Leistung, statt zu kündigen.

Wie hoch sollte das Pflegetagegeld sein?

So hoch, dass es Ihre Lücke schließt. Im Heim lag der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Jahr laut vdek bei 3.364 Euro im Monat (Stand Juli 2026), das entspricht rund 112 Euro am Tag. Wer Rente und Erspartes einrechnet, braucht oft weniger. Sichern Sie auch die Pflege zu Hause in Pflegegrad 2 und 3 gut ab.

Zahlt die Pflegetagegeld­versicherung auch im Ausland?

Nach den Musterbedingungen gilt sie nur für Pflege in Deutschland, viele Versicherer erweitern den Schutz aber vertraglich. Allianz, Hallesche (OLGAflex) und Württembergische leisten laut eigenen Angaben weltweit, die AXA in der Europäischen Union, im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz. Mehr zur Pflege­versicherung im Ausland.

Kann ich Pflegetagegeld und Pflege-Bahr kombinieren?

Ja. Viele Versicherer bieten Kombinationen an, bei einigen entfällt die Wartezeit des Pflege-Bahr, wenn Sie beide zusammen abschließen, zum Beispiel bei Allianz, AXA, DEVK und Versicherungskammer Bayern. Das DFSI hat 2026 zehn solcher Kombi-Tarife getestet, Allianz und R+V bekamen die Note „Hervorragend“.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir helfen Ihnen gern. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E‑Mail.

Foto von Lena Mierbach
Lena Mierbach
Ihre Ansprechpartnerin
transparent-beraten.de GmbH 685 Bewertungen auf ProvenExpert.com