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Kurzarbeit als Flucht aus der Wirtschaftskrise – Was Arbeitnehmer zu erwarten haben

Was bedeutet Kurzarbeit? Kurzarbeit ist eine Maßnahme von Betrieben, die in wirtschaftlich schwierigen Krisen eingesetzt werden kann. Kurzarbeit bedeutet, dass Arbeitnehmer für einen bestimmten Zeitraum entweder weniger oder sogar gar nicht arbeiten, weil ansonsten der Arbeitsausfall nicht gestemmt werden kann. Das Gehalt, welches für Mitarbeiter dadurch wegfällt, wird durch das Kurzarbeitergeld erstattet – jedoch nur […]

Das Wichtigste in Kürze
  • Kurzarbeit bedeutet, dass Mitarbeiter eines Betriebes für einen bestimmten Zeitraum weniger oder gar nicht arbeiten.
  • Als Ausgleich erhalten sie das sog. Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 bzw. 67 % des Nettoentgeltes. Dies wird von der Agentur für Arbeit ausgezahlt.
  • Um das Kurzarbeitergeld zu erhalten, müssen Arbeitgeber die Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit melden und den Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen.
  • Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Krise wurde im März 2020 eine Gesetzesänderung wirksam, die Betrieben den Zugang zu Kurzarbeitergeld erleichtern soll. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag.

Was bedeutet Kurzarbeit?

Kurzarbeit ist eine Maßnahme von Betrieben, die in wirtschaftlich schwierigen Krisen eingesetzt werden kann. Kurzarbeit bedeutet, dass Arbeitnehmer für einen bestimmten Zeitraum entweder weniger oder sogar gar nicht arbeiten, weil ansonsten der Arbeitsausfall nicht gestemmt werden kann. Das Gehalt, welches für Mitarbeiter dadurch wegfällt, wird durch das Kurzarbeitergeld erstattet – jedoch nur anteilig (mehr dazu im Abschnitt „Höhe & Berechnung des Kurzarbeitergeldes“ ).

Was für Arbeitnehmer zunächst negativ klingt, ist im Grunde auch in ihrem Sinne. Denn die Einführung von Kurzarbeit ermöglicht es Arbeitgebern, ihre Mitarbeiter auch angestellt zu lassen und sie nicht kündigen zu müssen. Andernfalls ist dies häufig die Alternative, wenn es zu Lieferengpässen oder behördlich angeordneten Betriebsschließungen aufgrund einer Wirtschaftskrise kommt.

Neue Regelungen 2020 aufgrund von Coronakrise

Aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Lage durch das Coronavirus gab es am 13. März 2020 eine Gesetzesänderung zum Kurzarbeitergeld. Dadurch soll der Zugang zum Kurzarbeitergeld erleichtert und Betriebe entlastet werden.

Die Neuerungen umfassen:

  • Kurzarbeitergeld bereits möglich, wenn 10 % der Mitarbeiter vom Arbeitsausfall betroffen sind (früher ein Drittel)
  • Sozialversicherungsbeiträge werden komplett von der Bundesagentur für Arbeit erstattet (früher musste Arbeitgeber Sozialbeiträge für seine Mitarbeiter leisten)
  • Kurzarbeitergeld kann auch an Leihmitarbeiter gezahlt werden

Diese Regelungen sind befristet gültig bis zum 31.12.2021.

Weitere Informationen zu Kurzarbeit während der Coronakrise finden Sie hier. Wenn Sie weitere Fragen zum Thema oder zu Ihrer persönlichen Situation haben, wenden Sie sich bitte an die Bundesagentur für Arbeit.

Wie es in Zeiten des Coronavirus mit Ihrem Versicherungsschutz aussieht, erfahren Sie hier:

FAQ: Coronavirus & Versicherungen


Voraussetzungen für die Einführung von Kurzarbeit

Die Einführung von Kurzarbeit kann nicht so ohne weiteres vom jeweiligen Unternehmen angeordnet werden. Der Arbeitgeber muss bei der Agentur auf Arbeit die Kurzarbeit anzeigen und einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen.

Folgende Voraussetzungen müssen (alle!) laut Agentur für Arbeit für die Genehmigung von Kurzarbeit erfüllt sein:

  1. Erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall: Als Ursachen gelten z. B. wirtschaftliche Krisenzeiten oder unvorhersehbare Ereignisse (behördlich angeordnete Schließungen zählen hier dazu). Der Arbeitsausfall muss unvermeidbar und vorübergehend sein.
  2. Betriebliche Voraussetzungen: Mind. 1 Person muss sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein.
  3. Persönliche Voraussetzungen: Es bekommen nur diejenigen Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld, die nicht in einem Kündigungsverhältnis stehen oder für die vertraglich Kurzarbeitergeld ausgeschlossen ist.
  4. Anzeige bei Agentur für Arbeit: Der Arbeitgeber muss die Kurzarbeit schriftlich bzw. online der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen. Der Antrag auf Kurzarbeitergeld muss innerhalb der Ausschlussfrist von 3 Monaten bei der Arbeitsagentur eingereicht werden.

 
Alle weiteren Informationen zu den Voraussetzungen und Verfahren zur Beantragung von Kurzarbeitergeld finden Sie bei der Agentur für Arbeit.


Höhe & Berechnung des Kurzarbeitergeldes

Durch die Einführung von Kurzarbeit haben die Arbeitnehmer ein wesentlich geringeres Gehalt zu erwarten. Dabei werden die Löhne von der Bundesagentur für Arbeit aufgestockt, jedoch nicht in voller Höhe:

  • Arbeitnehmer ohne Kinder erhalten ein Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 % des Nettolohns ausgezahlt.
  • Arbeitnehmer mit Kindern erhalten hingegen ein Kurzarbeitegeld von 67 %.

Die maximale Förderdauer für Kurzarbeitergeld beträgt 12 Monate.

Beispiel für die Errechnung des Kurzarbeitergeldes

Ledige Arbeitnehmer ohne Kinder erhalten bei einem Fixum von 2.000 Euro ein Nettogehalt in Höhe von 1.332 Euro ausgezahlt. Bei Antrag auf temporäre Kurzarbeit für einen Monat mit inbegriffener Streichung auf die Hälfte der Arbeitszeit, bleiben von dem Bruttoentgelt von 2.000 Euro nur noch 1.000 Euro übrig. Somit erhält der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber ein Nettogehalt in Höhe von 777 Euro ausgezahlt, 555 Euro weniger als bei Ausübung der Vollzeitstelle. Dabei greift die Bundesagentur für Arbeit dem Arbeitnehmer mit Zahlung eines 60 prozentigen Anteils seines Nettolohns unter die Arme. Zusammen mit der Arbeitgeberzahlung kommt der Arbeitnehmer auf einen Monatslohn in Höhe von 1.110 Euro, 222 Euro weniger als gewöhnlich.


Auswirkungen von Kurzarbeit für Arbeitnehmer

Während der Kurzarbeitsphase werden die Beiträge zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Unfallversicherung weitergezahlt, sodass keinerlei Einbußen hinsichtlich des Versicherungsanspruchs befürchtet werden müssen.
Wurde Arbeitnehmern gekündigt oder haben sie auf eigene Faust das Arbeitsverhältnis beendet, wird ihnen ab dem Tag der Kündigung kein Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Stattdessen haben sie lediglich Anspruch auf das gekürzte Entgelt des Arbeitgebers. Damit erleiden sie einen doppelten Nachteil: Sie verlieren nicht nur ihre Anstellung, sondern verdienen auch sehr viel weniger als ihre ehemaligen Arbeitskollegen.
Mitarbeiter, die in nächster Zeit ihre Elternzeit antreten, könnten wahrliche Einbußen erleiden. Schließlich kann das gezahlte Kurzarbeitergeld als Bemessungsgrundlage für das spätere Elterngeld hinzugezogen werden. Dahingehend ist es gerade dieser Personengruppe der Versuch zur Herausnahme aus der Kurzarbeit zu empfehlen.
Dasselbe Szenario erleben auch Mitarbeiter, die sich in Altersteilzeit, um früher in Rente befinden. In diesen Fällen kommt es zu kürzeren Ansparintervallen, um planmäßig in Rente gehen zu können. Dadurch muss das reduzierte Arbeitsvolumen nachgearbeitet werden. Dementsprechend hat Kurzarbeit eine langfristige Wirkung.

Fazit

Kurzarbeit kann als vorübergehendes Mittel zur Überbrückung schwieriger Wirtschaftssituationen durchaus sinnvoll sein. Auch wenn Arbeitnehmer mit einem sehr viel geringeren Entgelt bezahlt werden, können sie die arbeitsfreie Zeit mit etwaigen Fortbildungsmaßnahmen füllen. Dadurch hat der Arbeitnehmer geringere Ausfallzeiten und der Arbeitgeber kann auf eine qualifiziertere Arbeitskraft bauen.


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