Auto geklaut – Was nun?

Foto von Munkhjin Enkhsaikhan
zuletzt aktualisiert am

Das erwartet Sie hier

Was können Sie tun, wenn Ihr Auto geklaut wurde, welche Versicherung hilft Ihnen und wie schützen Sie sich vor Autodiebstahl.

Inhalt dieser Seite
  1. So gehen Sie vor
  2. Welche Versicherung zahlt?
  3. So schützen Sie sich vor Autoklau

Das Wichtige in Kürze

  • Wurde das Fahrzeug tatsächlich entwendet, dann informieren Sie die Polizei und stellen Sie Strafanzeige.
  • Bei Autodiebstahl zahlt die Kfz-Teilkasko­versicherung.
  • Autoklau ist besonders in Großstädten zum Problem geworden. Besonders Berlin ist stark von Diebstählen betroffen.

Was tun, wenn der Wagen gestohlen wurde

Wurde das eigene Auto gestohlen, sollte man:

  1. zuerst kurz in sich gehen und überlegen, ob das Auto auch wirklich da abgestellt wurde, wo man es vermisst
  2. Auch sollte überprüft werden, ob das Auto nicht einfach abgeschleppt wurde, weil es beispielsweise in einer Einfahrt oder auf einem Behindertenparkplatz stand.

Polizei und Zulassungsstelle informieren

Wenn der Wagen tatsächlich entwendet wurde, sollte:

  1. zunächst die Polizei informiert werden.
  2. Zudem muss bei der Dienststelle Strafanzeige gestellt werden. In diesem Zuge muss dann ein Diebstahlprotokoll ausgefüllt werden.
  3. Um bei der Aufklärung zu helfen, sollte der Ort, an dem das Auto abgestellt wurde, fotografiert werden.
  4. Als nächstes sollte die Zulassungsstelle informiert werden, damit diese das Auto abmelden kann.

Welche Versicherung übernimmt die Kosten?

Die wohl wichtigste Frage für den Autobesitzer ist, wer die Kosten übernimmt, wenn es geklaut wurde. Generell zahlt die Teilkasko­versicherung bei einem Autodiebstahl. Im Gegensatz zur Kfz-Versicherung ist sie in Deutschland keine Pflicht­versicherung, allein aber weil sie die Zahlung bei Diebstahl übernimmt, ist diese Versicherung für jeden Autobesitzer sehr empfehlenswert. Wer eine Vollkasko­versicherung abgeschlossen hat, bekommt natürlich auch die Kosten ersetzt.

Jetzt Kfz-Versicherungen vergleichen und direkt online abschließen

Die Testsieger 2021 aus Stiftung Warentest, Ökotest und Focus Money im Vergleich.

Was wird bezahlt?

Wenn das Auto nach der Verlustmeldung wieder gefunden wird, erhält es der Versicherte wieder zurück. Ist das Auto beschädigt und die Reparaturkosten übersteigen den Wert des Autos, dann zahlt die Versicherung in der Regel den Wiederbeschaffungswert aus. Der Restwert des beschädigten Autos wird dabei vom Versicherer abgezogen. Die Versicherung kann die Zahlung allerdings auch aufgrund von grober Fahrlässigkeit verweigern. Das ist dann der Fall, wenn der Fahrer seine Sorgfaltspflicht verletzt hat, sprich den Wagen nicht abgeschlossen oder den Schlüssel weitergegeben hat. Wenn das Fahrzeug nach dem Ablauf der Monatsfrist nicht wieder aufgetaucht ist, geht es rechtlich in den Besitz der Versicherung über. Dafür muss der Autobesitzer die Schlüssel, das Protokoll der Strafanzeige, die Bestätigung der Stilllegung und die Zulassungsbescheinigung der Versicherung übergeben.

Berlin führt die Autoklau-Statistik an

In Deutschland wurden im letzten Jahr 36.507 Autos geklaut, das waren 119 mehr als im Jahr 2014. Die meisten Autos wurden in Berlin entwendet. Pro 100.000 Einwohner werden in der Hauptstadt 192 Autos gestohlen. Im Vergleich: In Baden-Württemberg wurden pro 100.000 Einwohner 14 Kraftfahrzeuge geklaut. Lediglich ein Viertel aller Auto-Diebstähle wird aufgeklärt. Dabei unterscheiden sich die Bundes­länder stark, was die Aufklärungsrate angeht. In Bayern werden etwa 60 Prozent aller Diebstähle aufgeklärt, in Hamburg hingegen nur jeder zehnte Fall.

Der Osten Deutschlands ist unsicherer

Die Diebstahlrate unterscheidet sich zwischen den einzelnen Bundes­ländern erheblich. Während im Süden Deutschlands, also beispielsweise in Bayern und Baden-Württemberg aber auch in Rheinland-Pfalz und Thüringen verhältnismäßig wenige Autos gestohlen werden, ist die Rate im Osten Deutschlands, vor allem in Berlin, Brandenburg und Sachsen, relativ hoch. Auch in Nordrhein-Westfalen werden in gesamtdeutscher Perspektive viele Autos gestohlen.

Wenn der Täter gefasst wird

Wenn der Autodieb geschnappt wurde – was relativ selten der Fall ist – kann die Versicherung den Täter mit der Forderung nach Schadensersatz­zahlungen belangen. Laut Paragraph 243 StGB handelt es sich bei einem Autoklau um besonders schweren Diebstahl. Der Dieb kann in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.

So schützt man seinen Wagen vor Diebstahl

Damit es gar nicht erst so weit kommt, dass der eigene PKW gestohlen wird, gibt es einige Punkte, die man als Autobesitzer beachten kann, um es Dieben schwerer zu machen. Autodiebe haben in der Regel keine Zeit bei ihrem Unterfangen. Das bedeutet, alles, was den Diebstahl herauszögert, kann dabei helfen, das Auto vor Dieben zu bewahren. Folgende Vorkehrungen können den Dieb behindern:

1. Elektronische Sicherungen

Alarmanlagen ziehen die Aufmerksamkeit auf das Auto. Sie kann allerdings vom Dieb deaktiviert werden. Kfz-Ortungssysteme helfen bei dem Wiederfinden des Wagens. GPS-Geräte können zwar den Diebstahl nicht verhindern, sie helfen aber bei dem Wiederfinden des Wagens. Solche Geräte sind allerdings enorm teuer und lohnen sich deshalb nur selten für den Privatgebrauch. Neben den Kosten für das Ortungssystem, kommt noch eine monatliche Rate für den Ortungsservice hinzu. Mittlerweile verfügen die meisten Wagen über eine elektronische Wegfahrsperre als Chip im Autoschlüssel, die allerdings von Dieben meistens sehr leicht deaktiviert werden kann. Daher sollte auf jeden Fall noch auf einen weiteren Schutz gesetzt werden.

2. Mechanische Sicherungen

Die Gangschaltungssperre wird fest im Auto montiert und blockiert den Schalthebel. Dadurch können Diebe die Schaltung nicht bedienen. Die Lenkradsperre erschwert das Drehen des Lenkrads. Da sie deutlich gesehen werden kann, wirkt sie abschreckend auf Diebe. Bei der Parkkralle wird am Vorderrad ein massiver Stahlbügel angeschlossen, der das Auto zuverlässig schützt. Daher eignet sich dieser Schutz auch besonders, wenn der Wagen über eine längere Zeit hinweg stehen gelassen wird. Bei dem Felgenschloss werden spezielle Radsicherungsmuttern an den Rädern angebracht, die das Abmontieren verhindern sollen. Außerdem können die Türen und der Kofferraum durch zusätzliche Bolzenriegelschlösser verriegelt werden. Eine neuartige Methode ist die Sicherung des Wagens per künstlicher DNA. Bei diesem Verfahren wird die Fahrzeug-Identnummer chemisch in die Seitenscheiben geätzt.

3. Navigationsgeräte, Autoradios und Mobiltelefone nicht im Auto lassen

Generell gilt, dass man solche Geräte möglichst nicht im Auto lassen sollte. Auch das Verstecken der Geräte bewirkt meist nichts, da erfahrene Diebe die Verstecke kennen. Alle beweglichen Teile des Navis sollten mit aus dem Auto genommen werden. Es sollte ein Autoradio gewählt werden, dass bestimmte Sicherheitsstandards erfüllt. Es gibt z. B. Autoradios mit abnehmbaren Bedienteil und Radios, die sich mit einem Codierungssystem vor Dieben schützen lassen.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir können Sie zwar nicht explizit zum Thema beraten, sind jedoch offen für Verbesserungsvorschläge oder Anmerkungen, die Sie zu diesem Artikel haben. Schreiben Sie uns gern eine E‑Mail: