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Mit Garten und Balkon gegen das Insektensterben

Eine neue Insektenstudie sorgte für einigen Medienwirbel. Doch ob sich ein Massensterben bei Insekten nachweisen lässt, war gar nicht Ziel der Forscher. Dennoch sorgt das Ergebnis der Studie für Schlagzeilen. Gerade Städter können viel zum Artenschutz beitragen.

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Reaktionen auf Insektenstudie: Gibt es ein Massensterben?

Umwelt- und Artenschützer haben erneut einen Anlass, sich bestätigt zu fühlen. Eine regional durchgeführte Langzeitstudie wurde letzte Woche veröffentlicht und sorgte sogleich für Aufruhr in der Medienlandschaft. Über 75 Prozent der Insekten-Biomasse sei aus Schutzgebieten verschwunden. Kein Wunder also, dass sich Organisationen wie der Naturschutzbund Deutschland von der Wissenschaft bestärkt zeigen. An anderen Stellen wird quasi der Insektenalarm geschlagen. Schließlich ist ein Rückgang um drei Viertel aller Insekten ein durchaus alarmierendes Signal.

Doch es gibt auch Skeptiker, die Argumente gegen einen Alarmismus vorbringen. Kritische Stimmen mahnen zur Vorsicht. Ob sich eine auf einige ausgewählte Schutzgebiete im Nordwesten Deutschlands so einfach auf den Gesamtbestand an Fluginsekten übertragen lasse, sei alles andere als selbstverständlich. Gibt es denn nun ein massenweises Insektensterben oder wurde bloß zu selektiv gemessen?

Über die jüngste Insektenstudie

Auslöser der erneuerten Debatte um das Insektensterben in Industrieländern wie Deutschland ist die im Wissenschaftsjournal Plos One veröffentlichte Studie mit dem Titel „More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas”. Das zwölfköpfige Forscherteam führte über den Zeitraum von fast 30 Jahren punktuelle Messungen durch. Dazu wurden in ausgewählten Schutzgebieten, die von intensiv bewirtschafteten Agrarflächen umgeben sind, von der Entomologischen Gesellschaft Krefeld Malaise-Fallen zum Fangen der flugfähigen Insekten aufgestellt.

Am Ende lieferte die Auswertung der Messungen ein Ergebnis, wonach der Rückgang im Bestand seit 1989 insgesamt mit 76,7 Prozent angegeben werden kann. Der allgemeine Verlust an Biomasse konnte für verschiedene Terrains nachgewiesen werden, weshalb die Autoren der Studie dahinter eine grundlegende Ursache vermuten. Vor allem die abnehmende Artenvielfalt in der Vegetation käme als Erklärung infrage. (Link zur veröffentlichten Studie)

Auch Stadtbewohner können Artenschutz vorantreiben

Dass der Bestand von Fluginsekten in bestimmten Schutzgebieten Anstoß für eine leidenschaftlich geführte politische Debatte werden kann, würde man zunächst nicht denken. Aber hinter dem Problem eines Insektensterbens stecken ernsthafte Auswirkungen auf unsere Umwelt. Neben natürlichen Nahrungsketten ist auch unsere landwirtschaftliche Versorgung bedroht, bestäuben doch vor allem Insekten die Blüten unserer Kulturpflanzen.

Nun nützt Insektenschutz nicht nur unserer Versorgung mit Lebensmitteln. Auch den Vögeln dienen fliegende und andere Insekten als Nahrung. Insektenschutz ist somit auch ein Beitrag zum Vogelschutz. Dabei können Stadtmenschen einiges tun, um hier und dort kleine Nischen zu schaffen, in denen sich die Tiere einrichten können. Besonders Besitzer von Kleingärten, Balkonen und Terrassen können die Stadt grüner, vielfältiger und damit insektenfreundlicher werden lassen.

Anregungen für Kleingärtner

Verzichten Sie auf synthetische Insektengifte. Nutzen Sie stattdessen Mittel wie Brennnesselsud, um Blattläuse und andere Schädlinge von Ihren Nutzpflanzen fernzuhalten. Brennnesselfelder dienen zudem einigen Schmetterlingsarten als Kinderstube. Richten Sie Flächen ein, auf denen Sie bei uns heimische Wildpflanzen wachsen lassen. Wenn Sie Unkraut unbedingt entfernen wollen, dann von Hand und ohne chemische Mittel. Ansonsten dienen Unkräuter auch vielen Tieren als Nahrung. Pflanzen Sie ruhig auch einige Gewürz- und Heilkräuter an. Sie nützen uns und den Insekten.

Errichten Sie Hecken um Ihren Kleingarten nicht aus Nadelgewächsen. Pflanzen Sie stattdessen Laubgehölze, um Fluginsekten zusätzlich Nahrung und Schutz zu bieten. Bilden Sie aus Herbstlaub einzelne Haufen und lassen Sie sie an Ort und Stelle. Damit bieten Sie zahlreichen Arten den dringend benötigten Schutz zum Überwintern. Sichern Sie die Bepflanzungen gut gegen Witterungsschäden ab und prüfen Sie, ob Ihre Kleingartenversicherung auch Grünflächen und Ihre Ernte umfasst. Andernfalls könnte der nächste Sturm Ihre bienenfreundlichen Anpflanzungen zunichte machen und Sie bleiben auf den Schäden sitzen.

Vogelschutz zur Schädlingsbekämpfung
Indem Sie Vögeln einen festen Unterschlupf bereitstellen, bekämpfen Sie indirekt auch Schädlinge. Insekten, die sonst mit Pestiziden bekämpft werden, dienen Vögeln als wichtige Proteinquelle.

Kaufen oder bauen Sie deshalb Vogelhäuser und bringen sie im Garten oder am Balkon an. Im Internet oder bei Kleingartenvereinen erhalten Sie genaue Bauanleitungen für Vogelhäuser, die für unterschiedliche Arten ausgelegt sind.

Bienenfreundliches Balkonien

Mit einigen Blumenkästen am Balkon können Sie auch ohne eigenen Garten etwas für Fluginsekten tun. Zum Beispiel, indem Sie besonders nektarreiche Blumen anpflanzen und dabei auf Exoten aus fernen Ländern durch heimische Sorten ersetzen. Und auch falls Sie sich zunächst nur der Hilfe für Bienen von Stadtimkern und Wildbienen widmen wollen, so gibt es viele Blütenpflanzen zur Auswahl.

Unter den Kräutern ist zum Beispiel der Koriander besonders bienenfreundlich. Gänseblümchen dagegen bilden nur wenig Nektar und müssten daher in größerer Zahl vorhanden sein. In den Sommermonaten bilden Kornblumen wiederum viel Nektar. Wenn es etwas größer sein darf, sollten Sie Sonnenblumen wählen. Die verschönern Ihren Balkon und dienen Bienen ebenfalls als gute Nektarquelle.

Eine ausführliche Liste bienenfreundlicher Pflanzen für den Balkon und Kleingarten finden Sie im Pflanzenlexikon von Bienenfüttern.de

Fazit

Unabhängig von der jüngsten Studie, die für viele Schlagzeilen sorgte, sollten wir nicht auf den ultimativen Beweis für ein massenhaftes Insektensterben warten. Bis dieser geliefert und von allen Seiten auch akzeptiert wird, kann es längst zu spät sein. Im großen Maßstab ist der Rückgang bei lebensnotwendigen Fluginsekten auch ein politisches Problem. Hier mahlen die Mühlen bekanntlich mit eigener Geschwindigkeit. Besitzer von Kleingärten oder Stadtbewohner mit einem Balkon können dagegen jetzt schon ihren Beitrag zum Artenschutz leisten.

Denn warum sollte man nichts für ein besseres Nahrungsangebot für Bienen und andere Bestäubungsinsekten tun, wenn man die Möglichkeit dazu hat? Im Internet oder in Ihrer örtlichen Gärtnerei des Vertrauens finden Sie zahlreiche Tipps dafür. Wir haben hier eine kleine Auswahl wiedergeben als Anregung für Sie. Allein die Förderung der städtischen Bienen ist ein Beitrag zum Artenschutz. Und die wachsende Zahl der Stadtimker wird es Ihnen danken.