Kinder im Straßenverkehr – Wie Eltern vorsorgen können

Foto von Maja Sommerhalder
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Im Kindergartenalter, bewegen sich Kinder kaum allein im Straßenverkehr. Doch wenn sie in die Schule kommen, ändert sich das häufig. Wenn auch nicht sofort, so rückt doch der Tag näher, an dem die Kinder allein zur Schule gehen oder mit dem Rad fahren. Auch in der Freizeit sind sie nun bald auch mal allein unterwegs. Dann gewinnen die Themen Kinder im Straßenverkehr und Sicherheit zunehmend an Wichtigkeit.

Verkehrsregeln kennen und einhalten

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr ist der Umstand, dass Kinder Verkehrsregeln kennen und verinnerlichen. Damit beginnt man im besten Fall bereits im Kindergartenalter. Hier spielt neben dem Erklären der Regeln auch das Verhalten der Eltern eine große Rolle. Wir sollten Vorbild sein und die Kinder konsequent an das Einhalten der Verkehrsregeln erinnern. Auch wenn wir es eilig haben, sollten wir konsequent darauf verzichten mit unseren Kindern über eine rote Ampel zu laufen. Gerade solche “Ausnahmen” merken sich die Kleinen.

Unfallzahlen 2015: Kinder unter 15 Jahre

  • 188 Unfälle mit Todesfolgen, davon 84 durch einen Verkehrsunfall
  • 197.660 Unfälle zogen einen Krankenhausaufenthalt nach sich
  • 1.700.000 Kinder wurden nach einem Unfall ärztlich behandelt

Quelle: Bundesarbeits­gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V.

Vorsorgen für den Ernstfall

Neben der erzieherischen Vorsorge­maßnahmen sollten sich Eltern jedoch auch für den Fall wappnen, dass doch mal ein Unfall passiert. Gerade kleine Kinder im Straßenverkehr werden viel zu oft von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen. Damit sich Eltern im Fall eines Unfalles ganz auf die Genesung ihres Kindes konzentrieren können, sollten sie sich für den Fall der Fälle absichern.

Unfall­versicherung für Kinder

Ein Unfall ist schnell passiert. Dabei muss man gar nicht gleich an einen Autounfall denken. Nicht nur der Straßenverkehr auch andere Umgebungen bergen Gefahren. Gedränge im Treppenhaus der Schule, Sportunterricht, Fahrrad fahren oder sonstige Freizeitaktivitäten. Unfälle passieren überall. Ereignet sich der Unfall im Zusammenhang mit der Schule, springt normalerweise die gesetzliche Unfall­versicherung ein. Mit der private Vorsorge in Form einer Invaliditäts­versicherung oder einer privaten Unfall­versicherung für Kinder erweitert man den Umfang der Leistungen sowohl finanziell als auch räumlich.

Unterschied gesetzliche und private Unfall­versicherung

Die gesetzliche Unfall­versicherung zahlt nur, wenn sich der Unfall des Schulkindes in Zusammenhang mit den Schulaktivitäten ereignet. Das heißt, Wegeunfälle sind versichert und auch Unfälle auf dem Schulgelände. Hinzu kommen Unfälle, die sich während eines Schulausfluges ereignen. Bei der privaten Unfall­versicherung gilt der Schutz unabhängig davon, wo und wann der Unfall passiert.

Beispiel für die Zuständigkeiten der Unfall­versicherungen

Stürzt ein Kind die Treppe in der Schule hinunter, ohne dass ein Dritter den Unfall verursacht hat, zahlen sowohl gesetzliche als auch private Unfall­versicherung. Ereignet sich der Unfall auf dem Heimweg nach der Schule, aber das Kind macht einen Umweg zum Bäcker, zahlt im Zweifel nur die private Unfall­versicherung. Da nur der direkte Weg von der Schule und zurück durch die gesetzliche Unfall­versicherung abgedeckt wird.

Etwas teurer: Die Kinderinvaliditäts­versicherung

Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, dem rät Stiftung Warentest dazu, statt der privaten Unfall­versicherung, eine Kinderinvaliditäts­versicherung abzuschließen. Diese kostet etwas mehr, bietet jedoch umfassenderen Schutz. Sie leistet, wenn das zuständige Amt einen Behindertengrad von mindestens 50 Prozent beim Kind feststellt. Dabei spielt es, im Gegensatz zur Unfall­versicherung keine Rolle, ob die Behinderung durch einen Unfall oder eine Krankheit verursacht wurde.

Freiräume geben

Der Gedanke, dass das Kind vom Kindergarten in die Grundschule wechselt, kann beängstigend sein. Der schwindende Einfluss und die zunehmende Unabhängigkeit des Kindes, all das kann verunsichern. Doch trotz aller Gefahren müssen sich Freiräume der Kinder mit zunehmendem Alter erweitern. Dazu gehört es auch, die Kinder, wenn möglich kleinere Wege allein gehen zu lassen.Vertrauen wir auf unsere Erziehung und unsere Kinder.