ic_local_phone_black_24px Created with Sketch.
sandwich Created with Sketch.
Wir versichern Sie gern!

Unsere Berater freuen sich von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr (oder nach Vereinbarung) auf Ihre Fragen.

030 – 120 82 82 8 kontakt@transparent-beraten.de
Zweigstellen

Unterhaltsvorschuss 2017 – Das ist neu

Die Zahl der Alleinerziehenden wächst. Ihre finanzielle Situation ist oft nicht einfach. Aus diesem Grund haben Bund und Länder eine Ausweitung des Unterhaltsvorschusses beschlossen. Die Abschaffung der Höchstbezugsdauer zählt zu den wichtigsten Änderungen.

- Familie von Claudia Täubner

Der staatliche Unterhaltsvorschuss kann von Alleinerziehenden beantragt werden, wenn sie keinen oder nur unregelmäßig Unterhalt vom anderen Elternteil erhalten. Der Unterhaltsvorschuss wurde zum 1. Januar 2017 erhöht. Mitte des Jahres soll eine weitere Anpassung erfolgen. Ursprünglich war geplant, dass alle Änderungen zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. Dieser Plan scheiterte jedoch am Widerstand der Kommunen. Diese fürchteten den Personalaufwand und das steigende Kostenvolumen. Auch die Forderung der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die Neuerung rückwirkend zum 1. Januar in Kraft zu setzen, ließ sich nicht durchsetzen.

Der Unterhaltsvorschuss
Der Unterhaltsvorschuss basiert auf dem 1980 in Kraft getretenen Gesetz zur Sicherung des Unterhalts von Kindern alleinstehender Mütter und Väter durch Unterhaltsvorschüsse oder -ausfallleistungen (kurz: Unterhaltsvorschussgesetz).
Ziel ist es, Alleinerziehenden finanziell unter die Arme zu greifen und den Lebensunterhalt des Kindes teilweise zu sichern. Der Staat springt ein, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil:
sich der Pflicht zur Zahlung von Unterhalt ganz oder teilweise entzieht,
hierzu nicht oder nicht in vollem Umfang in der Lage ist oder
verstorben ist.

Geplante Ausweitung ab Juli 2017

Bund und Länder haben weitreichende Änderungen geplant. Aktuell haben ausschließlich Kinder im Alter von 0 bis 11 Jahren Anspruch auf den staatlichen Unterhaltsvorschuss. Hinzu kommt, dass dieser Anspruch nach 72 Monaten erlischt, egal wie alt das Kind ist.
Ab Mitte 2017 soll die Höchstbezugsdauer von sechs Jahren abgeschafft werden. Als zweite Maßnahme erhalten dann auch Kinder, die älter als 11 Jahre sind, ein Anrecht auf den Unterhaltsvorschuss.
Werden die geplanten Änderungen so umgesetzt, haben künftig alle Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr Anspruch auf den staatlichen Unterhaltsvorschuss.
Allerdings werden die Leistungen an eine Bedingung geknüpft. Damit ein Kind zwischen 12 und 18 Jahren Anspruch auf Unterhaltsvorschuss erhält, darf es keine SGB II-Leistungen (Hartz IV) beziehen oder der alleinerziehende Elternteil muss, wenn er SGB II-Leistungen erhält, monatlich mindestens 600 Euro brutto verdienen.

Unterhaltsvorschuss 2017 – Höhe

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses ist vom Alter des Kindes abhängig und richtet sich nach dem sogenannten Mindestunterhalt. Wie hoch der Mindestunterhalt ist, kann in der „Düsseldorfer Tabelle“ nachgelesen werden..

Der Unterhaltsvorschuss errechnet sich folgendermaßen:
Mindestunterhalt nach § 1612a BGB abzüglich des für ein erstes Kind zu zahlenden Kindergeldes
Das Kindergeld für das erste Kind wurde aktuell zum 1. Januar 2017 auf 192 Euro erhöht.

Alter des Kindes vor 2017 ab Januar 2017 ab Juli 2017
0 bis 5 Jahre 145 € 150 € 150 €
6 bis 11 Jahre 194 € 201 € 201 €
12 bis 17 Jahre 268 €

Finanzielle Auswirkungen

Mit der geplanten Ausweitung des Unterhaltsvorschusses soll die Situation alleinerziehender Mütter und Väter verbessert werden. Bund und Länder einigten sich Ende letzten Jahres auch auf die Verteilung der Finanzierung. Die Umsetzung der Reform wird voraussichtlich rund 350 Millionen Euro kosten (Meldung des Bundesfamilienministeriums vom 23.01.2017). Der Bund wird 40 Prozent dieser Kosten übernehmen. Durch die Aushebung der Höchstbezugsdauer werden rund 46.000 Kinder weiterhin den Unterhaltsvorschuss erhalten können. Weitere 75.000 Kinder zwischen 12 und 17 Jahren werden durch die Anhebung der Altersgrenze von dieser staatlichen Hilfe profitieren.

Was müssen Alleinerziehende tun, um ab Juli 2017 Leistungen zu erhalten?
Aufgrund der zu erwartenden hohen Anzahl von Anträgen gilt: je früher, desto besser.
Um ab Juli Leistungen zu erhalten, muss der Antrag bis spätestens 31. Juli beim zuständigen Jugendamt gestellt werden. Die Jugendämter nehmen entsprechende Anträge aber auch ab Juni entgegen.

Unterhaltsvorschuss 2017 – Ziel der Reform

Der Tatsache, dass die Situation Alleinerziehender auch nach dem 12. Geburtstag ihres Kindes schwer bleibt, haben Bund und Länder nun Rechnung getragen. Alleinerziehende tragen eine besonders große Verantwortung für ihr minderjähriges Kind. Kommen noch finanzielle Sorgen hinzu, weil der Ex-Partner seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt, steigt die Belastung. Hier soll der Unterhaltsvorschuss finanzielle Entlastung bringen und eine armutsreduzierende Wirkung entfalten. Den von Armut sind in zunehmendem Maße gerade auch Kinder von Alleinerziehenden betroffen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.05.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
Claudia Täubner
mehr erfahren
Newsletter - Wir halten Sie auf dem Laufenden!
Unser Newsletter versorgt Sie mit Infos rund um das Thema Versicherungen.
Sie können sich jederzeit abmelden, indem Sie auf den Link in der Fußzeile unserer E-Mails klicken. Informationen zu unseren Datenschutzpraktiken finden Sie auf unserer Website. Wir nutzen Mailchimp als Newsletter-Platform, indem Sie abonnieren, stimmen Sie zu, dass wir Ihre Daten zur verarbeitung an Mailchimp senden.
ein Service von
transparent-beraten.de
star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch.