Transparent-Beraten logo
ic_local_phone_black_24px Created with Sketch.
sandwich Created with Sketch.
Wir versichern Sie gern!

Unsere Berater freuen sich von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr (oder nach Vereinbarung) auf Ihre Fragen.

030 – 120 82 82 8 kontakt@transparent-beraten.de
Zweigstellen

Gefahr im All: Weltraumschrott als Prämientreiber?

Der sowjetische Sputnik war der erste – seitdem sind über 5.000 Satelliten ins All geschossen worden – und drohen nun eine Bedrohung für die Raumfahrt zu werden. Weltraumschrott sorgte bereits mehrfach für Kollisionen. Gegen Sachschäden und Betriebsausfälle können sich Betreiber von Satelliten versichern. Die Versicherungsbranche leistet damit einen wichtigen Beitrag, um Raumfahrt wirtschaftlich überhaupt zu ermöglichen.

Derzeit umkreisen etwa 1000 aktive Satelliten die Erde und übernehmen Telekommunikations-, Wetter-, Navigations-, Rundfunk oder Klimaüberwachungs-Missionen. Der Wiederbeschaffungswert dieser aktiven Satelliten wird auf eine Höhe von knapp 100 Milliarden Euro geschätzt.


Doch nicht nur Satelliten umkreisen die Erde: Schätzungen zufolge existieren etwa 21.000 Wrackteile, mit einer Größe von mehr als 10 Zentimeter. Die Zahl der Objekte zwischen einem und zehn Zentimeter wird auf 500.000 geschätzt. Zudem soll es mehr als 100 Millionen Schrott-Teile geben, die kleiner als ein Zentimeter sind. Diese Schrott-Teilchen erreichen Geschwindigkeiten von durchschnittlich 25 000 km/h.
Für einen Teil dieser Trümmer sind die Starts von Satelliten verantwortlich. Doch der weitaus größere Teil des verzeichneten Weltraumschrotts ist auf ca. 240 orbitale Explosionen und bis zu zehn bekannte Kollisionen zurückzuführen.

Kollisionen und Ausweichmanöver im All

Im Frühjahr 2012 verlor die europäische Raumfahrtaufsicht, European Space Authority, den Kontakt zu Envisat, der als Beobachtungs-Satellit eingesetzt werden sollte. Das acht Tonnen schwere Objekt wird 150 Jahre lang unkontrolliert seine Bahnen um die Erde ziehen, bis der Satellit beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen wird. Oder Envisat kollidiert mit einem anderen Objekt und wird dadurch die Verschmutzung des Weltalls zusätzlich verschlimmern.

Beim Zusammenstoß eines russischen und eines amerikanischen Satelliten 2009 sollen über 2.000 Trümmerteile verschiedener Größen übrig geblieben sein.

ISS entging mehrmals nur knapp Zusammenstößen
Selbst die internationale Raumstation ISS konnte sich den Gefahren von Weltraumschrott nicht entziehen. So musste die Besatzung 2010 und 2011 evakuiert werden, da Trümmerteile zu dicht an der Raumstation vorbeiflogen. In beiden Fällen waren die Objekte zu spät bemerkt worden, um ein Ausweichmanöver einzuleiten.
Auch 2014 – als der Deutsche Alexander Gerst an Bord der ISS war – musste die Raumstation Weltraumschrott ausweichen. Wie die NASA mitteilte, soll es sich in diesem Fall um die Wrackteile eines russischen Kosmos-Satelliten handeln, der 2009 mit einem Iridium-Kommunikationssatelliten zusammengestoßen war.

Dringender Handlungsbedarf, um Kessler-Syndrom zu vermeiden

Dass dringender Bedarf besteht, die Entfernung von Weltraumschrott aktiv anzugehen, findet bei Experten und Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), der französischen Weltraumagentur CNES, der italienischen Weltraumagentur ASI, der UK Space Agency, dem Komitee für Weltraumforschung (COSPAR), der International Academy of Astronautics (IAA) sowie der ESA breite Zustimmung.

Auf der 6. Europäischen Konferenz über Weltraumschrott („Space Debris“) einigten sich die Teilnehmer bereits 2013 auf folgende Übereinkünfte:

  • Bedarf an einer nachhaltigen Lösung für zukünftige Weltraummissionen, einschließlich der Entsorgung nach Beendigung der Missionen;
  • Einigung bezüglich des kurzfristigen Bedarfs an aktiver Beseitigung von Weltraummüll;
  • dringender Bedarf an Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um eine „Pilot“-Mission zur Weltraummüllbeseitigung zu ermöglichen;
  • Übereinstimmung darüber, dass es sich bei der Beseitigung von Weltraummüll um ein Umweltproblem auf globaler Ebene handelt, welches in einem internationalen Kontext, einschließlich der UN-Gremien, angegangen werden muss.

„Unter Experten besteht ein weitreichender und starker Konsens darüber, dass sofortige Maßnahmen zur Weltraummüllbeseitigung unbedingt erforderlich sind“, sagte Prof. Heiner Klinkrad, Leiter des Space Debris Office der ESA in Darmstadt und Konferenzvorsitzender.
Das Ziel bestehe darin, es zu vermeiden, dass in den kommen Jahrzehnten das Kesslersyndrom zur Realität wird.

Angebote der Versicherungswirtschaft

Raumfahrtversicherungen werden z.B. vom größten deutschen Rückversicherer, der Munich Re, angeboten.
Die Deckungsformen sind unterteilt in:

  • Pre-Launch-Versicherung:
    Dabei handelt es sich um eine Allgefahrendeckung für Sachschäden in der Startvorlaufphase. Geht das Eigentum am Satelliten (und damit auch das Risiko) vom Hersteller uf den Eigentümer über, endet die Deckung.
  • Launch-Versicherung:
    Treten zu irgendeinem Zeitpunkt vom Beginn der Launch-Phase bis zum Ende der Positionierungs-Phase Sachschäden oder Fehlfunktionen auf, ist die Launch-Versicherung zuständig.
  • In-Orbit-Versicherung:
    Gegen das Risiko teilweise oder vollständig auszufallen, bietet die In-Orbit-Versicherung Schutz.
Weitere Versicherungsformen
Darüber hinaus gibt es weitere Absicherungsmöglichkeiten, die dem Bereich der Gewerbeversicherung zuzuordnern sind:

Einnahmeausfälle versichern

Kann ein Satellit seine Mission nicht oder nur teilweise erfüllen, können finanzielle Schäden durch Ertragsausfälle entstehen. Mitunter sind diese Ertragsausfälle höher als der eigentliche Sachschaden. Wichtig: Auch Betriebsunterbrechungen – also vorübergehende Ausfälle – sollten mitversichert werden. Die Betriebsunterbrechungsversicherung übernimmt beispielsweise die Kosten für die Neuausrichtung von Antennen.

Gewährleistungsversicherung

Die Betreiber von Trägerraketen erstatten den Herstellern der Satelliten eine vereinbarte Entschädigungssumme oder bieten einen kostenlosen Neustart an, wenn der Satellit die gewünschte Umlaufbahn nicht erreicht oder Fehlfunktionen der Trägerrakete die Funktionen des Satelliten beeinträchtigen.
Um Entschädigungskosten tragen zu können, ist der Abschluss einer Launch-Risk-Guarantee-Versicherung bei Munich Re möglich.

Haftpflichtversicherung

Haftpflichtschäden im Weltall ereignen sich in erster Linie aufgrund von Kollisionen mit anderen Trägerraketen, Satelliten oder Teilen davon. Bei dieser Versicherung handelt es sich um eine Spezialvariante der Betriebshaftpflichtversicherung.

Auch die Allianz bietet Konzepte zur Raumfahrtversicherung an. In der Studie „Space Risks: A new generation of challenges“ der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) wurde untersucht, welche Gefahren durch Weltraumschrott für aktive Satelliten bestehen.

Links zum Thema
Auf der Webseite Stuff in Space kann man Flugbahnen von Weltraumschrott als Animationen anschauen.

Aktuelle Daten zu Satelliten und Weltraumschrott findet man z.B. auf der Facebook-Seite von SpaceTrack.org.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 31.01.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
Claudia Täubner
mehr erfahren
Newsletter - Wir halten Sie auf dem Laufenden!
Unser Newsletter versorgt Sie mit Infos rund um das Thema Versicherungen.
Sie können sich jederzeit abmelden, indem Sie auf den Link in der Fußzeile unserer E-Mails klicken. Informationen zu unseren Datenschutzpraktiken finden Sie auf unserer Website. Wir nutzen Mailchimp als Newsletter-Platform, indem Sie abonnieren, stimmen Sie zu, dass wir Ihre Daten zur verarbeitung an Mailchimp senden.
ein Service von
transparent-beraten.de
star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch.